Ein Zimmer mit Aussicht
Ein Zimmer mit Aussicht von Forster, E. M. (Edward Morgan) entfaltet sich über 19 Kapitel. Lucy Honeychurch erwacht an ihrem ersten Morgen in Florenz in ihrem hellen, kahlen Zimmer in der Pension Bertolini. Das Zimmer verfügt über rote Fliesen, eine bemalte Decke mit rosa Greifen und blauen Amorini zwischen Musikinstrumenten sowie Fenster mit Blick auf den Arno, Hügel, Bäume und Marmorkirchen. Unter ihrem Fenster beobachtet sie das lebhafte Straßenleben: Arbeiter am Flussufer, ein geheimnisvoll geschäftiges Boot und eine elektrische Straßenbahn, die mit Italienern vollgestopft ist, die das Stehen dem Sitzen vorziehen. Soldaten marschieren mit einer Kapelle vorüber, und Kinder versuchen, sich an der Rückseite der Straßenbahn festzuklammern, während der Schaffner sie anspuckt, um sie loszulassen. Lucy vertieft sich in diese „Kleinigkeiten" und vergisst dabei ihre Absicht, Giotto und die Korruption des Papsttums zu studieren. Miss Bartlett erscheint, um sie zum Beeilen zu drängen, und es entspinnt sich ein Gespräch darüber, ob Lucy allein hinausgehen sollte. Dieses Kapitel dreht sich um Lucys musikalische Veranlagung, die sozialen Dynamiken in der Pension Bertolini und das geheimnisvolle „S", das beim Abendessen für Anspannung sorgte. Die Erzählung verwebt Lucys Klavierspiel mit Tratsch über Miss Lavishs Romanschreiben, den gesellschaftlichen Fehltritten der Emersons und Lucys Verlangen nach Unabhängigkeit, das in ihrem Plan deutlich wird, die Ringstraßenbahn allein zu nehmen. Dieses Kapitel begleitet Lucy Honeychurchs ruhelose Impulse nach einem Musikauftritt in Florenz, ihre Frustration über einengende gesellschaftliche Ideale für Frauen, einen impulsiven Kauf von Kunstfotografien, einen schockierenden öffentlichen Messerstechervorfall, ihre Ohnmacht und ihre Rettung durch George Emerson sowie deren anschließendes peinliches, aufgeladenes Gespräch am Arno-Ufer.
In Santa Croce ohne Baedeker
Lucy Honeychurch erwacht in ihrem hellen, kahlen Zimmer in der Pension Bertolini in Florenz an ihrem ersten Morgen dort. Das Zimmer hat rote Fliesen, eine bemalte Decke mit rosa Greifen und blauen Amorini zwischen Musikinstrumenten, und Fenster, die auf den Arno, die Hügel, Bäume und Marmorkirchen hinausblicken. Unter ihrem Fenster beobachtet sie das lebhafte Treiben auf der Straße: Arbeiter am Flussufer, ein geheimnisvolles geschäftiges Boot und eine elektrische Straßenbahn, die vollgestopft ist mit Italienern, die lieber stehen als sitzen. Soldaten marschieren mit einer Kapelle vorbei, und Kinder versuchen, sich an der Rückseite der Straßenbahn festzuklammern, während der Schaffner sie anspuckt, damit sie loslassen. Lucy versinkt in diesen „Trivialitäten" und vergisst dabei ihre Absicht, Giotto und die Korruption des Papsttums zu studieren. Miss Bartlett erscheint, um sie zur Eile anzutreiben, und es entspinnt sich ein Gespräch darüber, ob Lucy es wagen sollte, allein hinauszugehen.
Morgendliche Aussichten und Straßenaktivitäten in Florenz
Die morgendliche Szene in Florenz fesselt Lucy vollkommen. Vom Fenster aus beobachtet sie, wie sich die Straße unter ihr mit verschiedenen Gestalten füllt: Arbeiter, die am sandigen Ufer des Arno graben, ein Offizier, der Soldaten mit ihren schäbig bepelzten Tornistern anführt, kleine Jungen, die im Takt einer Musikkapsele Saltos schlagen, und weiße Ochsen, die aus einem Torbogen treten. Unter ihnen rast eine elektrische Straßenbahn dahin, deren Plattformen von Italienern überquellen, die es vorziehen, stehend zu fahren, statt sich ins Innere zu setzen. Der Schaffner hindert die Kinder, die sich hinten anhängen wollen, indem er ihnen ins Gesicht spuckt. Die Straße wird sowohl vom militärischen Aufmarsch als auch von den Ochsen blockiert, doch ein alter Mann, der Knopfhaken verkauft, hilft, den Weg freizumachen. Lucy, wie so viele Reisende in Italien, gleitet allmählich in die Schönheit und Lebendigkeit alltäglicher Szenen hinein, anstatt ihren kulturellen Studien nachzugehen.
Planung des Besuchs von Santa Croce
Miss Bartlett besteht darauf, Lucy überallhin zu begleiten, und erklärt: »Selbstverständlich würde sie Lucy überallhin begleiten.« Als Lucy Einspruch erhebt, räumt Miss Bartlett ein, sie könnte auch allein gehen, widerspricht sich jedoch im selben Augenblick. Eine kluge Dame unter den Pensionsgästen greift ein und schlägt vor, Mrs. Grundy zu ignorieren; Lucy, die doch Engländerin sei, werde in Italien vollkommen sicher sein. Sie verweist auf die Töchter der Contessa Baroncelli, die in Matrosenhütchen ganz allein umhergingen und für Engländerinnen gehalten würden. Als Miss Bartlett noch immer nicht überzeugt ist, bietet die kluge Dame – Miss Lavish – an, Lucy persönlich nach Santa Croce zu begleiten, verspricht ihr »einen reizenden schmutzigen Hinterweg« zu zeigen und ein Abenteuer in Aussicht. Lucy schlägt ihren Baedeker auf, um den Ort nachzuschlagen, doch Miss Lavish reißt ihn ihr aus der Hand und erklärt, man müsse Lucy vom Reiseführer »emanzipieren«. Sie erläutert, dass Baedeker »lediglich die Oberfläche der Dinge streife« und dass das wahre Italien sich nur durch »geduldige Beobachtung« erschließen lasse. Lucy willigt begeistert ein, und gemeinsam brechen sie auf – zurück bleibt »die Cockney Signora mit all ihren Werken«.
Herumirren durch Florenz
Miss Lavish führt Lucy die sonnige Lung'Arno entlang und bemerkt etwas über die Wärme und den schneidenden Wind in den Seitengassen. Sie weist auf Sehenswürdigkeiten hin — die von Dante erwähnte Ponte alle Grazie, San Miniato mit seiner Geschichte von dem Kruzifix, das einen Mörder küsste. Sie gehen an Männern vorbei, die am Fluss angeln (obwohl dies „unzutreffend" ist). Miss Lavish eilt durch einen Torbogen und erklärt, sie habe „einen echten florentinischen Geruch" gefunden, und erläutert, dass jede Stadt ihren eigenen Duft habe. Ihr Gespräch gleitet von Kunst und Italien zu persönlicheren Themen: Lucys Heim in Surrey nahe Dorking, ihren Vater, der für Mr. Gladstone gestimmt hat, das dreißig Morgen große Anwesen der Familie Glass und verschiedene aristokratische Bekanntschaften wie Sir Harry Otway und die alte Mrs. Butterworth. Während sie diese vorstädtischen Angelegenheiten erörtern, bemerkt Miss Lavish plötzlich, dass sie sich verlaufen haben. Der Turm von Santa Croce, von Lucys Fenster aus sichtbar, war ihr eigentliches Ziel, doch Miss Lavishs selbstbewusste Erklärungen, sie kenne Florenz, haben sie in die Irre geführt. Sie weigert sich, Lucy den Baedeker zu Rate ziehen zu lassen, und besteht darauf, dass sie stattdessen „einfach treiben" werden. Sie wandern durch unauffällige graubraune Straßen des östlichen Viertels. Lucy erblickt den Platz der Annunziata mit seinen Terrakotta-Kindern und findet sie schöner, als es jede Reproduktion hätte vermitteln können, doch Miss Lavish kreischt und zerrt sie weiter, wobei sie erklärt, sie seien „mindestens eine Meile von ihrem Weg abgekommen". Sie kaufen heiße Kastanienpaste aus einem Laden, die nach Papier, Haaröl und „dem großen Unbekannten" schmeckt, und treiben dann in eine weitere staubige Piazza, wo sich eine hässliche schwarz-weiße Fassade als Santa Croce entpuppt. Das Abenteuer ist zu Ende.
Allein in Santa Croce eintreten
An den Kirchenstufen entdeckt Miss Lavish plötzlich ihre „Lokalkolorit-Schachtel" – einen alten Mann mit weißem Backenbart – und eilt davon, um ihn anzusprechen, wobei sie Lucy wartend zurücklässt. Nach fast zehn Minuten steigt Lucy zur Piazza hinab, um sich wieder zu ihr zu gesellen, nur um zu sehen, wie Miss Lavish mit dem Mann in einer Seitenstraße verschwindet, wobei beide heftig gestikulieren. Lucy spürt Tränen der Empörung in sich aufsteigen – nicht nur hat Miss Lavish sie im Stich gelassen, sondern sie hat auch Lucys Baedeker an sich genommen. Ohne den Reiseführer fürchtet Lucy, weder den Weg nach Hause zu finden noch sich in Santa Croce zurechtfinden zu können. Ihr erster Morgen scheint verdorben. Sie betritt die Kirche niedergeschlagen und gedemütigt, unfähig, sich sogar daran zu erinnern, ob Santa Croce von Franziskanern oder Dominikanern erbaut worden war. Zunächst voller Verachtung für das schuppenartige Äußere der Kirche und ihr kaltes Inneres, beginnt Lucy allmählich Gefallen daran zu finden, die Touristen zu beobachten, italienische Anschläge über Hunde und das Spucken zu lesen und eine italienische Familie dabei zu beobachten, wie sie am Weihwasserbecken und am Machiavelli-Denkmal ihre Andacht verrichtet. Die Kinder vollführen ausgeklügelte Rituale und berühren das Denkmal mit Fingern, Taschentüchern und Köpfen, offenbar in der Hoffnung, sich Tugend anzueignen. Als der kleinste Junge über einen Grabstein stolpert, den Mr. Ruskin bewundert hatte, und heftig gegen die nach oben gewendeten Zehen eines liegenden Bischofs fällt, stürzt Lucy herbei, kommt jedoch zu spät.
Begegnung mit der Familie Emerson
Lucy hilft dem gestürzten Kind, genau wie der alte Mr. Emerson es tut, und gemeinsam klopfen sie es ab und sagen ihm, es solle nicht abergläubisch sein. Mr. Emerson verflucht den Bischof und erklärt, es sei „hart im Leben, hart im Tod", und sagt dem Kind, es solle „der Sonne die Hand zu küssen". Die italienische Mutter eilt zur Hilfe und verleiht den Knien des Jungen neue Kraft. Mr. Emerson lobt die Frau und sagt, sie habe „mehr getan als all die Reliquien der Welt". Als Lucy die freundliche Geste der Emersons erwähnt, ihr am Vorabend ihre Zimmer überlassen zu haben, schlägt Mr. Emerson vor, Lucy solle sich ihnen anschließen, da sie keinen Baedeker habe. Lucy flüchtet sich in ihre Würde, erklärt, sie könne nicht daran denken, sich ihnen anzuschließen, und dankt ihnen für die Zimmer. Mr. Emerson nennt sie „lästig", wirft ihr vor, sie „wiederhole, was sie von älteren Leuten gehört habe", und bietet ihr an, ihr jeden Teil der Kirche zu zeigen, den sie sehen möchte. George, sein Sohn, lädt Lucy in die Peruzzi-Kapelle ein, wo ein Geistlicher über Giottos Fresken spricht und deren majestätische, ergreifende Schönheit und Wahrheit preist. Mr. Emerson unterbricht lautstark, erklärt, die Fresken zeigten keinerlei Wahrheit, und verspottet eine Figur, die „wie ein Luftballon in den Himmel schießt". Der Vortragende stockt, und die Gemeinde rückt unbehaglich hin und her. Lucy fühlt sich von diesen ernsten, seltsamen Männern „wie verzaubert". Auf die Frage, ob die Himmelfahrt stattgefunden habe, antwortet George, er würde „lieber auf eigene Faust in den Himmel fahren, als von Engeln hinaufgestoßen zu werden", während Mr. Emerson glaubt, sie würden „in Frieden in der Erde ruhen", während ihr Werk weiterlebe. Der Vortragende verlässt kühl mit seiner Herde den Raum, darunter auch die beiden Miss Alans aus der Pension. Mr. Emerson läuft ihm nach, um sich zu entschuldigen, und lässt Lucy mit George allein, der die Wirkung seines Vaters auf die Menschen erklärt – dass er sie beleidige oder erschrecke. George hat ein markantes, hartes Gesicht, das im Schatten weicher wird und Lucy an Michelangelos Figuren in der Sixtinischen Kapelle erinnert. Er trägt „eine Last von Eicheln", und Lucy empfindet ein flüchtiges Gefühl von Tragik, das rasch vergeht. Als Mr. Emerson zurückkehrt, enthüllt er Georges Unglück trotz seiner Stärke und Gesundheit und bittet Lucy, ihm zu helfen, seinen Sohn zu verstehen. George leidet darunter, dass „die Dinge nicht zusammenpassen" – die Dinge des Universums fügen sich nicht zueinander. Mr. Emerson zitiert Swinburne, dass das Leben aus den Winden komme und zu ihnen zurückkehre, und sagt, alles Leben sei „ein Knoten, ein Gewirr, ein Makel in der ewigen Glätte". Er drängt Lucy, sich gehen zu lassen und George zu helfen, indem sie ihn verstehe. Lucy lacht über die Vorstellung, ein junger Mann könne melancholisch sein, weil das Universum ein Gewirr sei, und schlägt vor, George brauche eine Beschäftigung, Hobbys oder das Klavier, wie sie es nutze. Sie denkt, Mr. Emerson sei „eine gute Seele, aber ziemlich albern". George kommt mit der Nachricht, dass Miss Bartlett im Hauptschiff sei, und Lucy eilt ihrer Cousine entgegen und ruft: „Ein entzückender Morgen! Santa Croce ist eine wunderbare Kirche.".
Wiedersehen mit Miss Bartlett
George erblickt Miss Bartlett im Mittelschiff der Kirche und benachrichtigt Lucy. Lucy bricht bei dieser Nachricht zusammen, als ihr klar wird, dass die geschwätzigen Miss Alans sie informiert haben müssen. Mr. Emerson bemitleidet sie, doch Lucy wehrt sich gegen dieses Mitleid und erklärt, sie sei „völlig glücklich" und habe „eine wundervolle Zeit". Sie dankt den Emersons für ihre Freundlichkeit und eilt, um sich zu ihrer Cousine zu gesellen. Miss Bartletts Ankunft in Santa Croce markiert das Ende von Lucys Begegnung mit den unkonventionellen Emersons und führt sie in die vertraute Welt der Schicklichkeit und der Aufsicht durch ihre Cousine zurück, die sie am besten kennt.
Kapitel III: Musik, Veilchen und der Buchstabe „S“
Dieses Kapitel dreht sich um Lucys musikalische Veranlagung, die sozialen Dynamiken in der Pension Bertolini und das geheimnisvolle „S", das beim Abendessen für Spannung sorgte. Die Erzählung verwebt Lucys Klavierspiel mit Klatsch über Miss Lavishs Romanschriftstellerei, die gesellschaftlichen Fehltritte der Emersons und Lucys Wunsch nach Unabhängigkeit, der in ihrem Plan zum Ausdruck kommt, die Rundstrecke mit der Straßenbahn ganz allein zu fahren.
Lucys Klavierauftritt und Mr. Beebes Erinnerung an Tunbridge Wells
Lucy findet Trost und Verwandlung durch das Klavierspiel und betritt das, was Forster als „eine solidere Welt" beschreibt, sobald sie das Instrument öffnet. Anders als eine blendende Virtuosin besitzt sie eine stillere Leidenschaft, die zwischen Gefühlen wie Liebe, Hass und Eifersucht gleitet. Sie wählt Beethoven-Sonaten und entscheidet, dass sie triumphieren sollen statt zu verzweifeln. Mr. Beebe beobachtet Lucy beim Spielen im Bertolini und erinnert sich, wie er ihr Talent in Tunbridge Wells entdeckte, wo sie den ersten Satz von Opus 111 spielte – eine Wahl, die der Pfarrer als „Verkehrtheit" betrachtete, die Mr. Beebe jedoch als außergewöhnlich erkannte. Er initiierte das Stampfen, das auf ihre Darbietung folgte. Als man ihn ihr vorstellte, stellte er fest, dass Lucy abseits des Klavierhockers lediglich eine junge Dame war, die Konzerte, Eiskaffee und Baisers liebte. Er sagte ihr später, wenn sie jemals so leben würde, wie sie spielte, wäre es aufregend – sowohl für sie als auch für ihn. Lucy erwähnt die Missbilligung ihrer Mutter über ihre Begeisterung für Musik und erinnert sich, dass diese einmal sagte, sie spiele lieber selbst als irgendjemand sonst – eine Bemerkung, die ihre Mutter ihr nie verzieh.
Tratsch über Miss Lavish, die Emersons und den Vorfall in Santa Croce
Miss Alan enthüllt, dass Miss Lavish einen Roman über das moderne Italien schreibt, nachdem ihr erster Versuch bei einem Erdrutsch in der Grotte des Kalvarienbergs in Amalfi verloren gegangen war. Der historische Roman war fast vollendet, als die Grotte einstürzte, und Miss Lavish kann sich nicht mehr daran erinnern, was sie geschrieben hatte. Daraufhin griff sie aus Verzweiflung zu Zigaretten. Mr. Beebe bezeichnet sie als „einen guten Kerl", der stattdessen mit einer Pfeife anfangen sollte. Das Gespräch wendet sich den Emersons zu, die im Bertolini gesellschaftlich inakzeptabel gewesen waren. Der alte Mr. Emerson erwähnte „S"—Magensäure—gegenüber Miss Pole, was Verlegenheit verursachte. Beim Abendessen, da Miss Lavish glaubte, die Emersons seien Handelsreisende („drummers"), sprach sie mit ihnen über den Handel und behauptete, England beruhe auf nichts als dem Handel. Miss Alan, eine Frühviktorianerin, die Königin Victorias Irlandbesuch verteidigte, und Mr. Emerson, der ihr zustimmte, sorgten für weitere gesellschaftliche Verwirrung. Bei dem Vorfall in Santa Croce versuchten die Emersons, Lucy zu „annektieren", zeigten ihr die Welt aus ihrer Sicht und machten sie für ihre privaten Angelegenheiten interessiert—etwas, das Mr. Beebe unverschämt fand. Die Gesellschaft hat die Emersons weitgehend zurückgewiesen: Miss Lavish (Intellekt) ist feindselig, die Miss Alans (gute Erziehung) schließen sich an, und Miss Bartlett ist aus Pflichtgefühl unhöflich. Nur Mr. Beebe bleibt freundlich, und Lucy gibt zu, dass sie die Emersons nett findet, obwohl sie sie jetzt nur noch selten sieht.
Lucys Plan für die Straßenbahnfahrt und Mr. Beebes Bedenken
Lucy kündigt ihre Absicht an, mit der Ringbahn durch die Stadt zu fahren und dabei auf dem Trittbrett neben dem Fahrer zu stehen. Sowohl Mr. Beebe als auch Miss Alan sehen bei diesem Vorschlag ernst aus. Mr. Beebe, der in Miss Bartletts Abwesenheit für Lucy verantwortlich ist, schlägt vor, dass sie stattdessen zu Fuß auf den belebten Touriststraßen bleiben solle. Miss Alan beschwört „Italiener, Liebes, du weißt schon" als Warnung herauf. Lucy entgegnet schlagfertig, dass sie vielleicht jemandem begegnen werde, der sie ganz und gar durchschaut, lenkt aber letztlich ein und willigt in einen kurzen Spaziergang auf den frequentierten Touriststraßen ein. Nachdem Lucy aufgebrochen ist, bemerkt Mr. Beebe gegenüber Miss Alan, dass sie eigentlich überhaupt nicht allein ausgehen sollte – und dass sie das auch wisse. Diesen aufkeimenden Freiheitsdrang führt er auf „zu viel Beethoven" zurück und deutet an, dass ihre musikalische Leidenschaft sie über das hinaus zu Unabhängigkeit treibe, was für eine junge Dame gesellschaftlich schicklich sei.
Kapitel IV
Dieses Kapitel verfolgt Lucy Honeychurchs ruhelose Impulse nach einem Musikkonzert in Florenz, ihre Frustration über die einschränkenden gesellschaftlichen Ideale für Frauen, einen impulsiven Kauf von Kunstfotografien, einen schockierenden öffentlichen Messerstichvorfall, ihre Ohnmacht und ihre Rettung durch George Emerson sowie ihr anschließendes verlegenes, angespanntes Gespräch entlang des Arno-Ufers.
Lucys Unruhe nach dem Musikerlebnis und das Ideal der mittelalterlichen Dame
Nachdem Lucy Musik gehört hat, wird sie sich ihrer unerfüllten Sehnsucht nach bedeutungsvollen, „großen" Erlebnissen mit aller Deutlichkeit bewusst, und sie empfindet wachsende Frustration angesichts des einengenden Ideals der „mittelalterlichen Dame", das ihre Anstandsdame Charlotte Bartlett ihr vermittelt. Dieses Ideal versteht die eigentliche Rolle der Frau lediglich als die, die Leistungen anderer zu inspirieren, anstatt eigene zu verfolgen – ein Maßstab, den Lucy als zunehmend erstickend empfindet, da sie sich nach Erfahrungen sehnt, die nach gesellschaftlicher Konvention als unschicklich gelten.
Lucys trotziger Impuls und der Einkauf in Alinaris Geschäft
Besonders unruhig und voller Verlangen, etwas zu tun, was ihre wohlmeinenden Ratgeber missbilligen würden, besucht Lucy Alinaris Fotogeschäft und gibt fast sieben Lire für eine Sammlung berühmter Kunstfotografien aus, darunter Werke von Botticelli, Giorgione und anderen namhaften Künstlern, obwohl der Kauf ihre anhaltende Unzufriedenheit und ihre Sehnsucht nach neuen, erfüllenden Erfahrungen nicht zu lindern vermag.
Erlebnis auf der Piazza Signoria und öffentlicher Messerangriff
Als Lucy durch die schattige, dämmrige Piazza Signoria schlendert und sich noch immer nach etwas Außergewöhnlichem sehnt, das geschehen möge, wird sie Zeugin, wie ein Streit zwischen zwei italienischen Männern über eine Schuld in eine Messerstecherei eskaliert; der verletzte Mann bricht in ihrer Nähe zusammen, und sie fällt in Ohnmacht, wird jedoch von George Emerson gerettet, der sie in den Bogengang der Uffizien trägt, damit sie sich erholen kann.
Begegnung mit George Emerson in der Uffizien-Arkade
Lucy kommt in der Uffizien-Arkade an George Emersons Seite wieder zu Bewusstsein, der ihr eröffnet, dass er ihre heruntergefallenen Kunstfotos aufgelesen, sie aber nach dem… in den Arno geworfen hat
Gespräch an der Arno-Uferpromenade und rätselhafte Antwort
Als Lucy und George auf ihre Pension zugehen, bleiben sie an der Brüstung der Arno-Uferpromenade stehen, wo Lucy sich wiederholt für ihr törichtes Verhalten entschuldigt und erneut ihre Bitte um Verschwiegenheit hinsichtlich des Vorfalls vorbringt; als George kryptisch antwortet: „Ich werde wahrscheinlich leben wollen", anstatt direkt auf ihre Bitte einzugehen, ist Lucy über seine seltsame, ernste Erwiderung ratlos.
Möglichkeiten eines angenehmen Ausflugs
Das Kapitel beginnt damit, dass Lucy allein mit der verwirrenden Begegnung mit George Emerson vom Vortag zurechtkommen muss, da keine ihrer Begleiter den Vorfall auf der Piazza Signoria oder am Arno-Ufer mitbekommen hat. Lediglich Mr. Beebe bemerkte beim Abendessen ihren verstörten Zustand, führte diesen jedoch auf eine Überreizung durch Beethoven zurück und nicht auf die Begegnung, die sie gehabt hatte. Diese Einsamkeit beunruhigt Lucy, denn sie ist es gewohnt, dass ihre Gedanken von anderen bestätigt oder widerlegt werden, und sie müht sich ab, herauszufinden, ob ihre Gefühle hinsichtlich des Geschehnisses angemessen sind.
Lucys Entscheidung, Charlotte zu begleiten
Beim Frühstück am folgenden Morgen lehnt Lucy Mr. Beebes Einladung ab, an seinem geplanten Ausflug zum Torre del Gallo mit den Emersons und einer Gruppe amerikanischer Frauen teilzunehmen, und entscheidet sich stattdessen, Charlotte bei ihren geplanten Einkäufen und Besorgungen in Florenz zu begleiten. Sie nimmt sich vor, den Emersons aus dem Weg zu gehen, um sich die Mühe zu ersparen, die verworrenen Gefühle ihrer früheren Begegnung entwirren zu müssen, und schwört, den ganzen Ausflug hindurch freundlich zu Charlotte zu sein, da sie sich dafür schämt, wie sie zuvor mit ihrer Cousine umgegangen ist.
Fräulein Lavishs literarische Ambitionen
Bei einem Spaziergang durch Florenz treffen Lucy und Charlotte Fräulein Lavish auf der Piazza Signoria, die Material für einen Roman sammelt, der von dem vorherigen… inspiriert ist
Herr Eagers Einladung und die Einkaufsexpedition
Mr. Eager tritt bald an die beiden heran und lädt sie ein, an einer gemeinsamen Fahrt in die Hügel vor Florenz teilzunehmen, mit einem Halt für einen Spaziergang und einem möglichen Besuch in einer Renaissancevilla zum Tee, an der auch Mr. Beebe teilnimmt. Die Gruppe bricht dann zu einem Einkaufsbummel unter Mr. Eagers Führung auf und kauft eine Vielzahl kleiner Souvenirs, obwohl Lucy den Ausflug beunruhigt verlässt, da sie die hohe Meinung verloren hat, die sie zuvor sowohl von Miss Lavish als auch von Mr. Eager hatte.
Die Enthüllung über die Emersons
Während sie in einem Geschäft stöbern, enthüllt Mr. Eager unbegründete, abwertende Einzelheiten über Mr. Emerson. Er behauptet, dieser sei der Sohn eines Arbeiters und ein ehemaliger sozialistischer Journalist und habe seine Frau „vor Gott ermordet", wobei er ihn zuvor bereits in Santa Croce brüskiert hatte. Lucy wehrt sich gegen die harte, unbewiesene Anschuldigung, was Mr. Eager frustriert, während Charlotte versucht, die angespannte und peinliche Auseinandersetzung zu entschärfen, bevor sie das Geschäft verlassen.
Lucys Unruhe und der Gedanke an Rom
Später, während sie in einer englischen Bank ist, um Geld umzutauschen, liest Lucy Briefe von ihrer Mutter und ihrem Bruder, die sie an ihr stilles, glückliches Leben zu Hause in Sussex erinnern. Sie wird zunehmend unruhiger angesichts von Florenz und der komplizierten sozialen Dynamik ihrer Reise und schlägt impulsiv vor, dass sie und Charlotte am nächsten Tag nach Rom reisen, um die Familie Vyse zu besuchen – eine Idee, die Charlotte angesichts ihrer geplanten Fahrt über die Hügel als unpraktisch belächelt.
Kapitel VI: Kutschenfahrt nach Fiesole
Das sechste Kapitel begleitet eine gemischte Gesellschaft aus englischen Touristen und einheimischen italienischen Kutschern auf einem Tagesausflug von Florenz nach Fiesole. Zur Gruppe gehören Reverend Arthur Beebe, Reverend Cuthbert Eager, Mr. Emerson, sein Sohn George Emerson, die Romanschriftstellerin Eleanor Lavish, Charlotte Bartlett und Lucy Honeychurch, die mit komplizierten, unausgesprochenen Gefühlen für George Emerson ringt, nachdem sie zu Beginn ihrer Reise eine verstörende gemeinsame Erfahrung gemacht hat. Das Kapitel schildert die chaotische Fahrt den Hügel hinauf nach Fiesole, eine öffentliche Auseinandersetzung über die offen zur Schau gestellte Zuneigung der Kutscher, die Suche nach dem Standort, von dem aus der Renaissance-Maler Alessio Baldovinetti einen berühmten Blick auf das Tal festhielt, die Aufteilung der Gruppe in kleinere Grüppchen sowie Lucys ungeplante, emotional aufgeladene Begegnung mit George auf einer abgelegenen, von Veilchen überwucherten Terrasse.
Phaethon holt Persephone trotz der Einwände von Mr. Eager ab
Der Ausflug beginnt mit Wagen, die von Phaethon gelenkt werden, einem rücksichtslosen jungen Fahrer, den Mr. Beebe sogleich als eine klassische Figur ungezügelter Jugend erkennt, unberührt sowohl von den Glaubensepochen als auch vom modernen Zweifel. Phaethon bittet darum, seine »Schwester« Persephone aufnehmen zu dürfen, eine große, blasse junge Frau, die, wie er behauptet, mit dem Frühling zur Hütte ihrer Mutter zurückkehrt. Mr. Eager erhebt Einspruch, nennt die Bitte die dünne Kante eines Keils und warnt vor Aufdringlichkeit, doch die anderen Damen legen ein gutes Wort für sie ein, und Persephone wird die Erlaubnis erteilt, dem Wagen beizutreten, nachdem man es als große Gefälligkeit hingestellt hat.
Durcheinandergebrachte Sitzordnung und Lucys Angst vor George Emerson
Mr. Beebe hatte unerwartet die Größe der Gesellschaft verdoppelt, ohne Mr. Eager zu konsultieren, und damit die sorgfältig geplante Sitzordnung zunichtegemacht, die Miss Bartlett und Miss Lavish am Morgen ausgearbeitet hatten. Im letzten Moment landet Miss Lavish in der ersten Kutsche mit Lucy, während Miss Bartlett in der zweiten Kutsche mit George Emerson und Mr. Beebe fährt. Lucy, in strahlendes Weiß gekleidet, sitzt nervös und wachsam während der Fahrt und fürchtet die unvermeidliche Zeit mit George, den sie seit einem unklaren, gefühlsgeladenen Moment am Arno, der sich früher während ihres Aufenthalts in Florenz ereignet hatte, bewusst meidet.
Gespräch im Wagen und unanständiges Verhalten der Kutscher
Während der Auffahrt unterhält Mr. Eager sich herablassend mit Lucy, spottet über die Oberflächlichkeit angelsächsischer Touristen, die Fiesole in einer Stunde „machen", um es auf einer Liste abzuhaken, und gibt dabei mit den Namen lokaler Florentiner Einwohner und deren Verbindungen zur Kunstgeschichte an. Miss Lavish versucht wiederholt, sich einzumischen, wird jedoch aus dem Gespräch ausgeschlossen. Vorne in der Kutsche hat Phaethon Persephones linken Zügel über ihren Kopf gleiten lassen, damit er mit dem Arm um ihre Taille fahren kann, und die beiden beginnen bald, sich offen zu küssen, ohne die Passagiere hinter ihnen zu bemerken, während die Kutsche auf Fiesole zufährt.
Auseinandersetzung wegen des Küssens der Kutscher und Persephones Entlassung
Mr. Eager bemerkt das Verhalten des Kutschers, hält die Kutsche an und befiehlt Phaethon und Persephone, sich zu trennen. Er droht, ihnen das Trinkgeld zu verweigern und Persephone zum Absteigen zu zwingen. Phaethon besteht darauf, dass sie seine Schwester sei, doch Mr. Eager nennt ihn einen Lügner. Mr. Emerson, durch den plötzlichen Halt geweckt, verteidigt das Paar leidenschaftlich und argumentiert, es sei eine Art Frevel, zwei glückliche Menschen zu trennen, während Miss Lavish die beiden zunächst als ein Bohème-Abenteuer preist, bevor sie zurückweicht, als sich eine Menge Schaulustiger zu sammeln beginnt. Mr. Eager zwingt Persephone, vom Kutschbock abzusteigen – eine Handlung, die Mr. Emerson als Niederlage und nicht als moralischen Sieg bedauert.
Ankunft am Vorgebirge, Kunstsuche und Gruppenteilung
Die Gesellschaft erreicht einen unbebauten, buschigen Vorsprung mit Blick auf das Val d'Arno, von dem Mr. Eager und Miss Lavish vermuten, dass es sich um jene Stelle handeln könnte, an der der Renaissancemaler Alessio Baldovinetti vor nahezu fünfhundert Jahren stand, um seine berühmte Aussicht auf das Tal und das ferne Florenz einzufangen. Dunst über dem Tal erschwert die kunstgeschichtliche Suche, und die widerstreitenden Energien der Gruppe führen dazu, dass sie sich in kleinere Grüppchen aufspaltet: Lucy bleibt bei Miss Bartlett und Miss Lavish, die Emersons führen ein langes Gespräch mit den Kutschern, und die beiden Geistlichen sind aufeinander als Gesprächspartner angewiesen.
Lucys verirrte Wanderungen und die Begegnung mit George Emerson
Frustriert von dem Gerede Miss Bartletts und Miss Lavishs über George Emersons Arbeit in der Eisenbahnindustrie, lässt Lucy die beiden stehen, um Mr. Beebe und Mr. Eager zu suchen. Sie fragt einen Kutscher nach dem Weg, und er führt sie durch dichtes Unterholz zum Rand des Vorgebirges. Auf halbem Weg gibt der Boden unter ihr nach, und Lucy stürzt auf eine kleine, offene Terrasse, die vollständig mit blauen Veilchen bedeckt ist. George Emerson, der bereits dort stand, sieht sie und küsst sie, noch bevor Miss Bartletts ferne Rufe nach Lucy die Stille durchbrechen.
Kapitel VII: Sie kehren zurück
Das Kapitel beginnt mit der Rückkehr der Gruppe von einem Picknick, geprägt von allgemeiner Verwirrung und Unordnung am Hügel, während sich die Beteiligten zerstreuen und die gesellschaftlichen Zuordnungen unklar sind. Lucy kämpft darum, die verworrenen Dynamiken zu durchschauen: Mr. Eager wird von Charlotte abgewiesen, Mr. Emerson wird angewiesen, seinen Sohn zu suchen, und Mr. Beebe, der als neutrale Partei auftritt, wird damit beauftragt, alle für die Rückfahrt zu versammeln. Der kleine Gott Pan, der über gesellschaftliche Missgeschicke und missglückte Ausflüge herrscht, soll zugegen gewesen sein: Mr. Beebe verliert die Gruppe vollständig und verspeist den gesamten überraschenden Teekorb allein, Miss Lavish verliert Miss Bartlett, Lucy verliert Mr. Eager, Mr. Emerson verliert George, Miss Bartlett verliert ihr Mackintosh-Tuch, und Phaethon verliert sein Spiel. Besiegt und zitternd klettert Phaethon auf den Kutschbock, sagt schlechtes Wetter voraus und besteht darauf, dass die Gruppe sofort aufbricht, wobei er erklärt, George werde den gesamten Rückweg zu Fuß gehen. Miss Bartlett weist Phaethon als Fahrer niedriger Klasse zurück, dessen Einsicht den englischen Damen keine Sorgen bereiten werde, sobald sie in die Stadt zurückgekehrt seien, obwohl sie befürchtet, er könnte den Vorfall in eine Wirtshausgeschichte verwandeln. Die Gruppe tritt ihren Abstieg Richtung Florenz an, wobei Lucy neben Miss Bartlett sitzt und Mr. Eager ihnen gegenüber sitzt, vage misstrauisch.
Verwirrung auf dem Hügel nach dem Picknick
Die unmittelbare Nachwirkung des Picknicks ist von blindem Suchen und Verwirrung geprägt, während die Gruppe versucht, die fehlenden Personen aufzuklären und zu entwirren, was während des Ausflugs geschehen ist. Phaethons Verlust seines Spiels wird bestätigt, als er auf den Kutschbock klettert, gedemütigt und sich weigernd, jemandem in die Augen zu sehen, überzeugt davon, dass er der Einzige ist, der die Situation richtig gedeutet hat, einschließlich der Nachricht, die Lucy fünf Tage zuvor von einem Sterbenden erhalten hatte. Miss Bartlett tut ihn als harmlos ab, sobald sie in die Stadt zurückkehren, denn „die wirkliche Gefahr gehört ins Wohnzimmer", und die Gruppe beginnt ihre Reise den Hügel hinunter Richtung Florenz, als Regen und Dunkelheit hereinbrechen.
Kutschenfahrt nach Florenz und Phaethons Beobachtungen
Während die Wagen Richtung Florenz fahren, beobachtet Phaethon die Gruppe von der Kutschbox aus, fest überzeugt, dass nur er seinen gesamten Instinkt eingesetzt hat, um die Lage zu erfassen, während sich die anderen englischen Besucher lediglich auf dürftige Bruchstücke von Informationen stützten. Er ist der Einzige, der die Botschaft, die Lucy von dem sterbenden Mann erhielt, korrekt deutete – eine Gabe, die Miss Bartlett mit derjenigen der Persephone vergleicht, die ihre Zeit zwischen der Welt und dem Reich der Toten aufteilt. Miss Bartlett sorgt sich, Phaethon könnte weitererzählen, was er gesehen hat, schreibt ihn jedoch als unbedeutend ab, sobald sie wieder im städtischen Florenz sind. Während der Fahrt unterhält sich die Gruppe über Alessio Baldovinetti, wobei Mr. Eager sich vergeblich bemüht, Lucys Blick einzufangen.
Knapp verfehlter Blitzschlag und emotionaler Ausbruch der Gruppe
Regen und Dunkelheit brechen herein, während die Wagen weiterfahren, und die beiden Damen drängen sich unter einem völlig unzureichenden Sonnenschirm zusammen. Miss Lavish schreit beim ersten Blitz auf, und Lucy kreischt beim nächsten. Mr. Eager schilt Lucy für ihre Furcht und trägt ihr in aller Ausführlichkeit vor, sowohl aus religiöser als auch aus wissenschaftlicher Sicht bestehe keinerlei wirkliche Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden. Unter der Decke drückt Miss Bartlett Lucys Hand, um sie zu trösten, und gewinnt Lucys Vertrauen auf eine Weise, die wirksamer ist, als es stundenlange Predigten je sein könnten. Die Wagen halten auf halbem Weg nach Florenz an, weil Mr. Beebe Mr. Eager um Hilfe beim Übersetzen bittet, woraufhin Mr. Emerson in Panik gerät, aus Angst, George sei im Sturm verloren gegangen oder sogar ums Leben gekommen. Miss Bartlett besteht darauf, dass Mr. Eager Mr. Beebe zur Hand geht, statt nach George zu sehen, und als Lucy wissen will, wie viel Mr. Eager eigentlich weiß, gesteht Miss Bartlett, dass er überhaupt nichts weiß; daraufhin besticht sie den schweigsamen Phaethon mit einem Franc, damit er den Mund hält. Eine Explosion weiter oben auf der Straße zeigt, dass der Sturm in einen Mast der Straßenbahnlinie eingeschlagen hat, der sie schwer verletzt hätte, wären sie nicht stehengeblieben. Die Gruppe deutet dieses knappe Entkommen als ein Wunder, und eine Woge ungehemmter Gefühle lässt sie einander in die Arme schließen, erlöst von dem Gefühl, für vergangene Unzulänglichkeiten Vergebung erlangt zu haben. Während die älteren Mitglieder der Gesellschaft rasch ihre Fassung wiedergewinnen, schüttet Lucy Miss Bartlett ihr Herz aus und bekennt ihr ihre Schuldgefühle und ihre innere Zerrissenheit; sie gesteht, dass sie sich für den Vorfall mit George am Fluss mitverantwortlich fühle, und schwört, künftig aufrichtig über ihre Gefühle zu sein.
Abendgespräch und Fräulein Bartletts Manipulation
Wieder in Florenz angekommen, ist Lucy schockiert festzustellen, dass die anderen ihre gute Laune bereits wiedergewonnen haben: Mr. Emerson ist seinem Sohn gegenüber gelassener, Mr. Beebe ist wieder fröhlich, und Mr. Eager weist Miss Lavish bereits wieder schroff zurück. Lucy ist sich sicher, dass nur Charlotte, die großen Scharfsinn und tiefe Zuneigung verbirgt, sie wirklich versteht. Sie verbringt den Abend in dem aufrichtigen Wunsch, ihrer Kusine all ihre verwirrten Empfindungen zu beichten, in der Hoffnung, endlich Klarheit über ihre Gefühle zu gewinnen und künftiges unerklärtes Seelenchaos zu vermeiden. Als man sie bittet, Klavier zu spielen, lehnt Lucy ab, da sie Musik für eine kindische Beschäftigung hält, und setzt sich dicht neben Miss Bartlett, während diese eine lange Geschichte über verlorenes Gepäck erzählt – wobei Lucy wegen der Verzögerung zunehmend hysterisch wird. Schließlich, spät am Abend, beendet Miss Bartlett ihre Geschichte und lädt Lucy in ihr Zimmer ein, um sich vor dem Schlafengehen die Haare zu bürsten.
Lucys innerer Aufruhr und Abreise nach Rom
In ihrem Zimmer fragt Miss Bartlett Lucy, was sie wegen des Vorfalls mit George tun sollen, und überrascht Lucy damit: diese hatte lediglich vorgehabt, ihre Gefühle zu gestehen, um Verständnis zu erlangen, nicht aber, um konkrete Schritte zu unternehmen. Miss Bartlett besteht darauf, dass Lucy George zum Schweigen bringen müsse, warnt sie, dass ungehobelte Männer wie er vor anderen mit ihren Taten prahlen würden, und führt Georges früheres Mittagsargument an, wonach die Zuneigung zu einem Menschen ein zusätzlicher Grund sei, einen anderen zu mögen, als Beweis für seinen schlechten Charakter. Lucy schlägt zunächst vor, selbst mit George zu sprechen, um die Angelegenheit zu klären, doch Miss Bartlett reagiert entsetzt, beharrt darauf, dass Lucy zu jung und unerfahren sei, um einen solchen Mann allein zu handhaben, und warnt, dass sie ohne einen männlichen Beschützer beleidigt werden könne, ohne dass jemand sie verteidige. Nachdem sie sich einen „echten Mann" zur Vermittlung gewünscht hat, verkündet Miss Bartlett unvermittelt, dass sie den Morgenzug nach Rom nehmen werden, und wischt Lucys Bedenken beiseite, ihre Gastgeberin Signora Bertolini zu verstimmen, ebenso wie die zusätzlichen Kosten des Aufenthalts im Hotel der Vyses. Während sie bei Kerzenlicht packen, wird Lucy von einem plötzlichen Bedürfnis nach menschlicher Zuneigung überwältigt und umarmt Miss Bartlett, die es erwidert, jedoch insgeheim weiß, dass Lucy sie nicht liebt, sondern sie nur braucht, um Liebe anzubieten. Miss Bartlett beginnt daraufhin einen selbstmitleidigen Monolog, malt sich selbst als eine Versagerin aus, die Lucy vernachlässigt hat und von Lucys Mutter verstoßen werden wird, bis Lucy, verzweifelt darum bemüht, einen Konflikt zu vermeiden, verspricht, sie werde ihrer Mutter nie von dem Vorfall erzählen, und gibt Miss Bartlett damit die Handhabe, die sie wollte. Miss Bartlett beendet das Gespräch unvermittelt und lässt Lucy erschüttert zurück, die erkennt, dass Miss Bartlett ihre Aufrichtigkeit und ihr Bedürfnis nach Mitgefühl manipuliert hat, um die Situation zu kontrollieren, und schwört, sich nie wieder so unbesonnen bloßzustellen. Lucy hört, wie Miss Bartlett Mr. Emerson ins Gesellschaftszimmer ruft, und obwohl sie erwägt, hinauszuschlüpfen und George mitzuteilen, dass ihre seltsame Beziehung beendet sei, zögert sie. Nachdem Miss Bartlett Mr. Emerson verabschiedet hat, ruft Lucy aus, dass sie aufhören wolle, sich von der Situation verwirren zu lassen, und schnell erwachsen werden wolle, und Miss Bartlett sagt ihr, sie solle zu Bett gehen. Am nächsten Morgen reisen die beiden nach Rom ab.
Kapitel VIII
Dieses Kapitel beginnt im August im Salon von Windy Corner, wo schwere Vorhänge zugezogen sind, um einen neuen Teppich vor der Sonne zu schützen, sodass weiches, gefiltertes Licht durch den Raum fällt. Der neunzehnjährige Freddy Honeychurch kämpft sich durch ein Anatomielehrbuch, während seine Mutter, Mrs. Honeychurch, einen Brief an Mrs. Vyse aufsetzt. Ihr Gespräch wendet sich Cecil Vyses wiederholten Heiratsanträgen an Lucy Honeychurch zu, Freddys unausgesprochenem Unbehagen gegenüber Cecil sowie Mrs. Honeychurchs wohlwollender Einschätzung von Cecil als passender Partie für ihre Tochter, wobei sie auch erwähnt, dass Cecil sowohl sie als auch Freddy um deren Erlaubnis gebeten hatte, bevor er den Antrag stellte.
Das Wohnzimmer von Windy Corner
Der Abschnitt etabliert die häusliche, sonnendurchflutete Atmosphäre des Wohnzimmers von Windy Corner und führt die ungezwungene, neckische Dynamik zwischen Mrs. Honeychurch und ihrem Sohn Freddy ein. Sie erörtern Cecils bevorstehenden dritten Heiratsantrag an Lucy, wobei Mrs. Honeychurch die Verbindung offen befürwortet und Freddy vage, ungeformte Bedenken gegen Cecil hegt, die er nicht vollständig in Worte fassen kann. Mrs. Honeychurch teilt mit, dass sie an Mrs. Vyse schreibe, um ihr ihre Unterstützung für die Verlobung kundzutun, sofern Lucy einwillige.
Freddys grober Fehler mit Cecil
Freddy gesteht seiner Mutter, dass er Cecil kühl und lustlos geantwortet hat, als dieser ihn bedrängte zu sagen, er sei überglücklich über die Aussicht auf die Heirat, und besteht darauf, dass er nicht lügen und so tun könne, als billige er sie. Er befürchtet, dass seine unverblümte Antwort Cecil verletzen wird, der es dann Lucy erzählen und sein Ansehen bei seiner Schwester beschädigen wird. Mrs. Honeychurch schilt Freddy wegen seiner Lieblosigkeit und weist sein vages Unbehagen als kleinliche Eifersucht zurück, weil Cecil ihm Lucys Aufmerksamkeit entziehe, und Freddy müht sich, die kleinen, intuitiven Gründe in Worte zu fassen, aus denen er Ceeils herablassende, selbstgefällige Art verabscheut. Mrs. Honeychurch feilt indessen weiter an ihrem Brief an Mrs. Vyse, obwohl Freddy sie warnt, dass Cecil das Gespräch aufschnappen könnte.
Cecil gibt die Verlobung bekannt
Cecil Vyse betritt das Wohnzimmer, zunächst verärgert über die zugezogenen Vorhänge, bevor er enthüllt, dass Lucy seinen Heiratsantrag angenommen hat. Mrs. Honeychurch und Freddy reagieren mit Begeisterung, und Cecil schickt Lucy, Freddy und Mrs. Honeychurch hinaus in den Garten, um die Neuigkeit mit Lucy zu teilen, während er zurückbleibt, um einen Brief an seine eigene Mutter zu schreiben und ihr die frohe Nachricht mitzuteilen.
Cecils Gedanken über Lucy
Allein im Salon zurückgelassen, denkt Cecil über seine Beziehung zu Lucy nach – von ihrem ersten unbeholfenen Zusammentreffen in Rom, wo er sie als grobe, unauffällige Touristin betrachtet hatte, bis zu seiner wachsenden Faszination für ihr stilles, rätselhaftes Wesen während ihrer gemeinsamen Zeit in Italien und den blumenübersäten Alpen, wo er sie bereits zweimal gebeten hatte, seine Frau zu werden. Er wischt seine vagen Zweifel an der Familie Honeychurch beiseite, da sie seiner Ansicht nach nur bestätigen, dass Lucy, die er für feiner und empfindsamer hält als ihre übrige Verwandtschaft, weit besser in seinen kultivierten gesellschaftlichen Kreis passe, und er nimmt sich fest vor, sie so bald wie möglich in gehobenere Kreise einzuführen.
Mr. Beebes Ankunft
Herr Beebe, der neue Pfarrer von Summer Street und Lucys Freund aus Florenz, kommt nach Windy Corner zum Tee. Cecil begrüßt ihn zunächst kritisch und beschwert sich über den unordentlichen Zustand des Salons, einschließlich Freddys Anatomieknochens, der auf dem Klavier liegt, sowie über die billigen, in Massenproduktion gefertigten Möbel. Herr Beebe versucht, über lokale Neuigkeiten zu plaudern, doch Cecil zeigt sich abweisend gegenüber den örtlichen Angelegenheiten und seinem eigenen Mangel an einem traditionellen Beruf – bis die beiden sich im gemeinsamen Klagen über die verschiedenen Fehler der Dienerschaft der Familie Honeychurch zusammenfinden.
Die Ankündigung an Mr. Beebe
Mr. Beebe teilt seine Lieblingstheorie über Lucy: dass ihre stille, unauffällige Oberfläche irgendwann aufbrechen und eine lebhaftere, leidenschaftlichere Seite enthüllen werde. Dabei vergleicht er sie mit einem Drachen, der von Miss Bartlett gehalten wird, jedoch dazu bestimmt ist, sich loszureißen. Cecil unterbricht ihn unvermittelt, um zu enthüllen, dass Lucy seinen Heiratsantrag angenommen hat, und erklärt: „Die Schnur ist gerissen." Mr. Beebe ist zunächst enttäuscht und entschuldigt sich dafür, so frei über Lucy vor ihrem neuen Verlobten gesprochen zu haben. Schließlich bringt er jedoch aufrichtige, wenn auch formelle Segenswünsche für das Paar vor und willigt ein, den ernsten Ton für den bevorstehenden festlichen Tee beiseitezulassen.
Die Verlobungsteegesellschaft
Die Gruppe lässt sich zu einer fröhlichen, unbeschwerten Tee-Verlobungsfeier nieder, wobei die warme, verbindende Stimmung des Anlasses alle privaten Zweifel der Anwesenden überdeckt. Die Dienerin Anne trägt zur festlichen Atmosphäre bei, indem sie mit einem warmen Lächeln Tee einschenkt, Freddy scherzt, indem er Cecil als „Fiasko" bezeichnet (ein Wortspiel mit „Fiancé"), Mrs. Honeychurch gibt eine amüsante, liebevolle zukünftige Schwiegermutter ab, und Lucy und Cecil stimmen in die Fröhlichkeit ein, während sie als das Paar im Mittelpunkt der Feier eine stille, erwartungsvolle Freude in sich tragen.
Kapitel IX: Lucy als Kunstwerk
Das neunte Kapitel beginnt in den Tagen, nachdem Lucy Honeychurch und Cecil Vyse ihre Verlobung bekannt gegeben haben, und zeichnet ihre gesellschaftlichen Interaktionen nach, Cecils wachsende Frustration über die ländliche Gesellschaft vor Ort und ihre Nachbarn, einen Spaziergang durch die umliegenden Wälder sowie eine unbeholfene romantische Begegnung, die die zugrundeliegenden Spannungen in ihrer Beziehung offenbart.
Die Gartenparty
Mrs. Honeychurch veranstaltet eine kleine Gartenparty in der Nachbarschaft, um Cecil in die örtliche Gesellschaft einzuführen und den achtbaren Verlobten ihrer Tochter zur Schau zu stellen. Cecil macht zunächst einen starken Eindruck und wirkt während seiner Gespräche mit den Gästen äußerst distinguiert, bis ein verschütteter Kaffee Lucys Kleid ruiniert und sie und ihre Mutter dazu zwingt, Cecil allein mit einer Gruppe steifer einheimischer Matronen zurückzulassen.
Cecils Verärgerung über öffentliche Glückwünsche
Als Lucy und ihre Mutter von der Pflege von Lucys beflecktem Kleid zurückkehren, ist Cecil übler Laune, und auf der Heimfahrt schimpft er über die ungebetenen öffentlichen Glückwünsche, die sie auf der Party erhalten haben. Er besteht darauf, dass eine Verlobung eine private Angelegenheit sei, die nicht als öffentlicher Anlass behandelt werden sollte, bei dem Fremde vulgäre und unerwünschte Gefühle zum Ausdruck brächten, und weist die gut gemeinten Glückwünsche der älteren Damen aus der Nachbarschaft als aufdringlich und unangemessen zurück.
Diskussion über Zäune und soziale Barrieren
Cecil nutzt das Gespräch, um zu argumentieren, dass soziale „Zäune" nicht alle gleich sind, und behauptet, es gebe einen wesentlichen Unterschied zwischen Barrieren, die Menschen um sich herum aufrichten, und Barrieren, die andere ihnen von außen auferlegen. Mrs. Honeychurch weist seine Unterscheidung als irrelevant zurück und erklärt kategorisch, dass alle Zäune gleich seien, unabhängig von ihrer Herkunft oder Absicht.
Diskussion über Mr. Beebe und Mr. Eager
Das Gespräch wendet sich den Geistlichen zu, die die Gruppe kennt, und Lucy holt zu einer scharfen Verurteilung von Mr. Eager aus, dem snobistischen, unehrlichen englischen Kaplan, den sie während ihres Aufenthalts in Florenz kennengelernt hat. Sie wirft ihm vor, unbegründete, bösartige Verleumdungen über einen älteren früheren Gast ihres Hotels verbreitet zu haben, indem sie behauptete, der Mann habe „seine Frau praktisch ermordet", was dazu führte, dass der Mann von den anderen Gästen ausgegrenzt wurde, obwohl Lucy fest davon überzeugt war, dass er freundlich und harmlos sei. Cecil lacht über ihre moralische Empörung und empfindet ihren Gefühlsausbruch als unvereinbar mit seinem Bild von ihr als einer stillen, kultivierten jungen Frau.
Summer Street und die hässlichen Villen
Während die Kutsche durch die Summer Street fährt, beobachtet die Gruppe, wie die einst malerische, ruhige Nachbarschaft durch zwei hässliche neue rot- und cremefarbene Backsteinvillen verunstaltet worden ist, die der hiesige Landbesitzer Sir Harry Otway genau an dem Nachmittag erworben hat, an dem Lucy Cäcils Antrag annahm. Die Villen, die in gotischen Lettern an ihren Toren und Veranden die Namen „Cissie" und „Albert" tragen, heben sich scharf von den hübschen Cottages und der natürlichen Landschaft der Gegend ab, wobei „Cissie" derzeit leer steht und zu vermieten ist.
Die Suche nach einem passenden Mieter für Cissie Villa
Sir Harry Otway, bekümmert über die negativen Auswirkungen der Villen auf die Nachbarschaft und unfähig, die ältere, vulgäre Mieterin aus »Albert« zu vertreiben, ist verzweifelt auf der Suche nach einer angesehenen Mieterin für »Cissie«, das er als von unglücklicher Größe beschreibt: zu groß für Mieter aus der Arbeiterklasse und zu klein für vornehme Familien wie die seine. Lucy schlägt die vornehmen, aber vom Pech verfolgten Fräulein Alan vor, die sie im Ausland kennengelernt hat und die derzeit obdachlos sind, als mögliche Lösung, obwohl sowohl Cecil als auch Mrs. Honeychurch die beiden als ungeeignet abtun.
Cecils Verachtung für Sir Harry Otway
Nachdem er Sir Harry verlassen hat, bringt Cecil offen seine Verachtung für den Gutsherrn zum Ausdruck und tut ihn als das perfekte Beispiel für die schlimmsten Eigenschaften des unbedeutenden Landadels ab: töricht, leicht zu manipulieren und besessen davon, eine falsche Vorstellung von Vornehmheit und ästhetischer Verfeinerung zur Schau zu stellen, während ihm jegliche wirkliche Intelligenz oder Geschmack fehlt. Lucy ist durch seinen Wutanfall verunsichert und sorgt sich, dass Cecil früher oder später die gleiche abfällige Verachtung auch auf ihre eigene Familie und Freunde ausdehnen wird, die nicht seinen Maßstäben an Klugheit und Verfeinerung entsprechen.
Spaziergang durch den Wald
Anstatt den Weg zurück nach Windy Corner einzuschlagen, führt Lucy Cecil durch die hiesigen Kiefernwälder, einen Pfad, den sie seit Kindertagen kennt. Cecil, der noch immer missgestimmt ist, konfrontiert sie wegen einer empfundenen Distanz zwischen ihnen in natürlichen Umgebungen. Er weist darauf hin, dass sie seit ihrer Verlobung nicht ein einziges Mal mit ihm durch die Felder oder Wälder spazieren gegangen sei und sich nur in geschlossenen Räumen oder an gepflegten, von Menschen geschaffenen Orten mit ihm wohlzufühlen scheine.
Cecils Beobachtung, dass Lucy ihn mit Räumen assoziiert
Cecil erklärt, dass er bemerkt habe, wie Lucy ihn ausschließlich mit Innenräumen in Verbindung bringe, und wünscht sich, dass sie ihn stattdessen mit der offenen, natürlichen Welt verknüpfen würde. Lucy lacht und gibt zu, dass sie ihn tatsächlich in einem Salon ohne Aussicht sehe – eine Antwort, die Cecil noch mehr frustriert, da er mit Freiheit und dem Draußen assoziiert werden möchte und nicht mit stickigen, beengten Innenräumen.
Der Heilige See
Das Paar stößt auf eine kleine Kiefernlichtung mit einem flachen Wasserbecken, das Lucy den Heiligen See nennt, einen Ort, den sie und ihr Bruder Freddy als Kinder oft besucht haben, um darin zu schwimmen, wenn das Becken nach starkem Regen anschwoll. Cecil, der plötzlich einen Anflug von romantischem Impuls verspürt, sagt Lucy, dass er sie noch nie geküsst habe, und fragt, ob er es nun tun dürfe.
Cecils fehlgeschlagener Versuch, Lucy zu küssen
Cecils Versuch, Lucy zu küssen, ist ein völliger und unbeholfener Fehlschlag: Erst bittet er um Erlaubnis und ruiniert damit die Spontaneität des Augenblicks, und als er sich vorbeugt, um sie zu küssen, verrutscht sein goldener Kneifer und wird zwischen ihren Gesichtern plattgedrückt. Er betrachtet die Umarmung als totalen Misserfolg, da er glaubt, Leidenschaft solle spontan und unbewusst sein, nicht höflich und zögerlich.
Lucy enthüllt, dass der Name des alten Mannes Emerson war
Während das Paar in unbeholfenem, unausgesprochenem Schweigen vom Pool weggeht, erwähnt Lucy beiläufig, dass der Name des älteren Herrn, den Mr. Eager in Florenz verleumdet hatte, Emerson war, nicht der „Harris", den sie zuvor angegeben hatte. Diese kleine, ungeplante Bemerkung ist das erste Mal, dass sie Cecil den wirklichen Namen des Mannes mitteilt, und sie ist der einzige Wortwechsel, der zwischen ihnen auf ihrem schweigenden Heimweg stattfindet.
Cecil als Humorist
Der Ausgangstext untersucht, wie Cecil Vyse Situationen mit einer komödiantischen, jedoch oft antagonistischen Haltung angeht. Seine Handlungen werden von dem Wunsch angetrieben, gesellschaftliche Konventionen zu untergraben und das aufzudecken, was er als Heuchelei in den oberen Klassen wahrnimmt. Der Text etabliert Cecil als jemanden, der Befriedigung daraus zieht, Situationen zu inszenieren, die konventionelle gesellschaftliche Arrangements herausfordern, wobei er sich als eine Art gesellschaftlicher Satiriker positioniert. Sein Humor tendiert jedoch dazu, auf Kosten anderer zu gehen, anstatt universell zu sein.
Die Honeychurches und ihre soziale Welt
Lucy Honeychurch entstammt einer Familie, deren gesellschaftliche Stellung eher auf einem glücklichen Zufall als auf gewachsener Herkunft beruht. Ihr Vater, ein ortsansässiger Anwalt, hatte Windy Corner als Spekulationsobjekt errichtet und war eher zufällig in der besten erreichbaren Gesellschaftsschicht verwurzelt. Die Familie nimmt eine eigentümlich unklare Mittelposition ein – über den alteingesessenen Familien des Viertels, doch unter den Londoner Zuwanderern, die sie für eine ansässige Aristokratie hielten. Mrs. Honeychurch navigierte diese gesellschaftliche Verwicklung mit praktischem Geschick, machte überall ihre Aufwartung und sorgte dafür, dass ihre Familie überall akzeptiert war, bevor irgendjemand bemerkte, dass sie eigentlich nicht ganz in dieses Milieu gehörte. Als Mr. Honeychurch starb, hinterließ er seine Familie fest in der örtlichen Gesellschaft verankert.
Italiens transformative Wirkung auf Lucy und Cecil
Italien hat Lucy und Cecil auf grundverschiedene Weise geprägt. Für Lucy war Italien eine Offenbarung in Bezug auf soziale Schranken – sie entdeckte, dass Menschen aus verschiedenen Klassen sich in Gleichheit wärmen konnten, ganz wie Menschen, die Sonnenlicht miteinander teilen. Sie kehrte mit neuen Augen nach Hause zurück und sah, dass soziale Schranken, wenngleich unüberwindbar, nicht besonders hoch waren. Ihr Herz hatte ihre Umgebung durch Jahre kleiner Höflichkeiten geheiligt, und sie erkannte, dass sie zu groß war für die konventionelle Gesellschaft, da sie persönlichen Umgang und Gleichheit an der Seite des Mannes begehrte, den sie liebte. Cecil hingegen wurde durch Italien nicht zur Toleranz, sondern zur Gereiztheit erweckt. Er erkannte die Enge der heimischen Gesellschaft und empörte sich dagegen, indem er versuchte, das, was er „breite" Gesellschaft nannte, an ihre Stelle zu setzen. Er begriff nicht, dass Lucy bereits die tiefere Weisheit besaß, die Italien ihr über die Gleichheit der Menschen gelehrt hatte.
Das Bumble-Puppy-Spiel
Ein chaotisches Tennisspiel entfaltet sich in Windy Corner, an dem Lucy, ihr Bruder Freddy und die junge Minnie Beebe das altehrwürdige Bumble-Puppy-Spiel betreiben – sie schlagen die Tennisbälle hoch in die Luft, damit sie auf maßlose Weise über das Netz hüpfen. Der Satz, der beschreibt, wie Lucy während des Spiels versucht, mit Mr. Beebe zu sprechen, veranschaulicht ihren zerstreuten Geisteszustand. Bälle, die nach literarischen und astronomischen Bezügen benannt sind – »Saturn«, der »Beautiful White Devil« und »Vittoria Corombona« – fliegen über den Platz, treffen Mrs. Honeychurch und verursachen ein allgemeines Durcheinander. Freddy stachelt Minnie bis zur Raserei an, während Lucy, die sich um die verletzte Minnie kümmert, von ihrem Bruder kurzerhand hochgehoben wird. Cecil weigert sich, obwohl er voller unterhaltsamer Neuigkeiten steckt, am Spiel teilzunehmen, weil er die körperliche Gewalt der Jugend verabscheut.
Die Mieterverwirrung: Miss Alans oder Emersons
Verwirrung umgibt die neuen Mieter der Cissie Villa und löst bei Mrs. Honeychurch soziale Unruhe aus. Zunächst äußert Mrs. Honeychurch heftigen Widerstand gegen die bevorstehende Ankunft der Miss Alans, die sie für langweilige alte Frauen hält, die „Wie süß" sagen, ohne es auch zu meinen. Lucy hatte zuvor über Sir Harry Otway die Vermietung der Villa an die Miss Alans in die Wege geleitet. Dann trifft Freddy mit widersprüchlichen Informationen von Sir Harry ein – er sagt, die Mieter seien „wirklich wünschenswert", aber nicht die Miss Alans, möglicherweise Anderson, und bestätigt dann den Namen als Emerson. Diese Verwirrung um die Mieter gewinnt an Bedeutung, als Lucy erfährt, dass die neuen Mieter Freunde von Cecil sind, woraufhin sie alarmiert ausruft. Mrs. Honeychurch wird unruhig angesichts der Frage, ob sie „die Richtigen" sind, und verteidigt das Bestehen gesellschaftlicher Unterschiede, während Lucy darauf beharrt, dass „Emerson ein durchaus gewöhnlicher Name ist.".
Mr. Beebes Ablenkung und die florentinische Verbindung
Mr. Beebe erkennt Lucys Bestürzung und versucht, sie abzulenken, indem er von den Emersons erzählt, die er in Florenz kannte – einem Vater-Sohn-Paar, das er mit amüsierter Nachsicht beschreibt. Der Vater sei „ein solch sentimentales Schätzchen" gewesen, während der Sohn ein „stattlicher, wenn auch nicht unbedingt guter junger Mann" gewesen sei, geprägt von Pessimismus und Unreife. Die Geschichte, an die sich Beebe erinnert, handelt davon, dass die Emersons aus Florenz Veilchen pflückten und sämtliche Vasen im Zimmer eben jener Miss Alans füllten, die nun nicht nach Cissie Villa gekommen sind – was eine ironische Verbindung herstellt. Beebe verknüpft die Emersons mit den Veilchen und erinnert sich, dass die Geschichte mit den Worten endete: „So ungentlemanlike und doch so schön." Er setzt diesen Tratsch gezielt ein, um Lucy in ihrem Moment der Bestürzung wegen Cecils Untermieter-Vereinbarung zu schützen, obwohl er solche Geschichten normalerweise nicht weitererzählen würde.
Lucys Lüge und ihre Konfrontation mit Cecil
Lucys Fassung zerbricht, als ihr einfällt, dass sie eine sinnlose Lüge erzählt hat, die sie nie richtigstellte. Die Lüge hat an ihren Nerven gezehrt und sie dazu gebracht, Cécils Mieter mit unauffälligen Touristen aus ihrer Vergangenheit zu verknüpfen. Eilig geht sie durch den Garten, um Cecil zu suchen, und erwartet ein Wort von ihm, das ihre Scham besänftigt. Als sie ihm zuruft, ist Cecil bester Laune und behauptet, einen „großen Sieg für die Komische Muse" errungen zu haben, wobei er sich auf George Merediths Idee beruft, dass die Sache der Komödie und die Sache der Wahrheit ein und dieselbe seien. Er offenbart, dass er die neuen Mieter im Umbrischen Saal der Nationalgalerie kennengelernt hat, wo sie Luca Signorelli bewunderten. Als er hörte, dass sie ein Landhaus mieten wollten, sah er seine Chance, „es Sir Harry heimzuzahlen", und sorgte dafür, dass sie die Cissie Villa nahmen. Lucy protestiert, das sei unfair, sie habe sich umsonst bemüht, und ihre Arbeit sei zunichtegemacht worden. Sie wirft Cecil vor, illoyal zu sein und sie lächerlich dastehen zu lassen. Cecil verteidigt sich mit dem Argument, dass alles gerecht sei, was einen Snob bestrafe, und dass die Nachbarschaft davon profitiere, demokratischere Mieter zu haben.
Cecils Enthüllung und Lucys Empörung
Cecil enthüllt das volle Ausmaß seines Plans, die Emersons in die Nachbarschaft zu holen, und zwar als ein Experiment der sozialen Durchmischung. Er weist Lucys Einwände als Snobismus zurück und beharrt darauf, dass „die Klassen sich vermischen sollten" und dass es Mischehen sowie andere progressive Reformen geben müsse. Als Lucy scharf erwidert, er wisse gar nicht, was Demokratie bedeute, ist Cecil enttäuscht darüber, dass es ihr nicht gelungen ist, „leonardesk" zu sein – das heißt, seinem Ideal eines aufgeklärten Verständnisses zu entsprechen. Er empfindet ihr Gesicht als „unkünstlerisch – das einer mürrischen Xanthippe" und folgert, dass sie engstirnig sei. Nachdem Lucy wütend hinausgestürmt ist, kommt Cecil zu dem Schluss, dass die neuen Mieter womöglich einen erzieherischen Wert für die Nachbarschaft haben könnten. Er plant, den Vater zu dulden und den schweigsamen Sohn aus der Reserve zu locken, und will sie im Interesse der Komischen Muse und der Wahrheit nach Windy Corner einladen. Seine abschließende Haltung zeigt, wie er die gesamte Situation durch die Brille seines eigenen intellektuellen Bezugsrahmens betrachtet und dabei Lucys aufrichtige Bestürzung sowie die emotionale Vielschichtigkeit ihrer Lage vollständig übersieht.
Kapitel XI
Das Kapitel setzt Lucy Honeychurchs Geschichte nach ihrer Verlobung mit Cecil Vyse fort und beleuchtet ihre zwiespältigen Gefühle angesichts der Ankunft der Emersons in Windy Corner, ihre sich vertiefende Beziehung zu Cecil in London sowie das Geheimnis, das sie bezüglich George Emerson weiterhin hütet.
Der Umzug der Emersons nach Windy Corner
Mrs. Vyse erweist sich als wirksame Verbündete im Plan der „komischen Muse" und setzt den Umzug der Emersons nach Windy Corner erfolgreich in Szene. Mr. Vyse führt die Verhandlungen, während Sir Harry Otway die Vereinbarung unterzeichnet. Der gesellschaftliche Kreis der jüngeren Mrs. Honeychurch reagiert wie erwartet: Mr. Emerson ist „gehörig desillusioniert", als er entdeckt, dass er nun nachbarschaftlich sein muss, während die Miss Alans Anstoß nehmen und Lucy für das Scheitern der Vereinbarung verantwortlich machen. Mr. Beebe, der stets aufmerksame Gastgeber, plant angenehme Willkommensgrüße für die Neuankömmlinge und weist Freddy Honeychurch an, sie umgehend zu besuchen. Da ihre Pläne reibungslos voranschreiten, erlaubt die Muse sogar der unbedeutenden Figur des Mr. Harris, vollständig aus der Erzählung zu verschwinden, „vergessen zu werden und zu sterben".
Lucys Reaktion und Wiedersehen mit Cecil
Lucy fühlt sich zunächst „in tiefe Verzweiflung gestürzt", als sie erfährt, dass die Emersons in der Nähe wohnen werden, aber nach reiflicher Überlegung redet sie sich ein, dass es keine Bedeutung haben müsse. Da sie nun verlobt ist, werden die Emersons sie vermutlich nicht beleidigen und seien in der Nachbarschaft willkommen. Diese Logik überträgt sie auf Cecil: Wenn er jedermann willkommen nach Windy Corner mitbringen darf, so darf er sie ebenso willkommen mitbringen. Diese Rationalisierung, obwohl sie geistige Verrenkungen erfordert, lässt das Geschehen „eher größer und eher furchtbarer erscheinen, als es hätte sein sollen". Sie schöpft Trost aus der Flucht nach London, wohin die Mieter bereits in die Cissie Villa eingezogen sind, sodass sie sich in sicherer Entfernung von der sich entfaltenden Situation befindet. In Mrs. Vyses Wohnung kommen Lucy und Cecil mit neu gewonnener Zärtlichkeit wieder zusammen, und Cecil erkennt, dass „das nötige Feuer in seiner Braut entzündet worden ist". Ihre romantischen Wortwechsel – „Cecil – Cecil, Liebling" – offenbaren, dass Lucy sich endlich „nach Zuwendung sehnt, wie eine Frau es sollte", und zu ihm aufschaut, „weil er ein Mann war".
Fräulein Bartletts warnender Brief
Seit ihrer Trennung im August hat sich zwischen Lucy und Miss Bartlett eine Kühle entwickelt, die auf Ereignisse in Rom zurückgeht, wo sich Charlottes Enttäuschung über Lucys Verhalten während ihrer Besichtigungstour zu klassischen Stätten verfestigte. Miss Bartlett bricht schließlich das Schweigen mit einem Brief, der aus Tunbridge Wells nachgesandt wurde und offenbar von Miss Lavish stammt, die mit dem Fahrrad an Windy Corner vorbeigefahren war. Miss Lavish berichtet, sie habe George Emerson aus dem frisch gemieteten Haus treten sehen, und behauptet, nichts von Lucys Nähe zu wissen. Charlotte ergreift diese Gelegenheit, um ihre Kampagne gegen die Emersons erneut zu starten, und drängt Lucy, ihre Mutter, Freddy und Mr. Vyse über Georges „früheres Verhalten" zu informieren und seinen Ausschluss aus dem Hause Honeychurch zu verlangen. Sie bringt Besorgnis über Mr. Vyses Empfindlichkeit zum Ausdruck und erinnert Lucy daran, dass seine Nerven während ihrer römischen Bekanntschaft bereits strapaziert worden waren. Der Ton des Briefes vermischt aufrichtige Sorge mit manipulativen Untertönen, denn Charlotte inszeniert sich als Lucys schützende Beraterin, während sie gleichzeitig auf Geheimnisse anspielt, von denen sie weiß, dass Lucy sie bewahren möchte.
Lucys Erwiderung
Lucy antwortet mit präziser Klarheit, weist Charlottes Rat zurück und gibt dabei unbeabsichtigt das Ausmaß ihrer Geheimniskrämerei preis. Sie erinnert Charlotte daran, dass sie selbst darauf bestanden hatte, als George auf dem Berg „die Beherrschung verlor", Lucy schwören zu lassen, es ihrer Mutter nicht zu erzählen — aus Angst, Charlotte als Lucys Anstandsdame in Schwierigkeiten zu bringen. An jenes frühere Versprechen gebunden, kann Lucy ihrer Familie nun nichts beichten. Sie behauptet, sowohl ihre Mutter als auch Cecil bereits darüber informiert zu haben, dass sie die Emersons in Florenz kennengelernt habe und sie für respektable Leute halte, bleibt jedoch hinsichtlich der näheren Umstände dieser Bekanntschaft bewusst vage. Lucy weist die fehlende Tee-Bewirtung von Miss Lavish als belanglos zurück, vermutet, dass die Emersons schlicht keinen Tee anzubieten hatten, und empfiehlt stattdessen das Pfarrhaus. Sie weigert sich, „großes Aufheben" zu machen, und wendet ein, derartige Klagen würden die Emersons nur in ihrer Selbstgefälligkeit bestärken. Am aufschlussreichsten ist jedoch, dass sie den Brief nicht mit „Lucy Vyse", sondern mit „L. M. Honeychurch" unterzeichnet, damit ihre eigenständige Stellung bekräftigt und aufmerkend betont, Cecil kenne die Emersons gesellschaftlich — so, als würde allein diese Verbindung die beiden schon rehabilitieren.
Die Last der Geheimhaltung
Der Erzähler sinnt darüber nach, wie Geheimniskrämerei das Gefühl für Proportionen verzerrt, sodass es unmöglich wird zu beurteilen, ob ein Geheimnis tatsächlich bedeutsam oder belanglos ist. Für Lucy wird diese Frage brennend: Beherbergte sie etwas, das Cecils Glück zerstören würde, wenn es ans Licht käme, oder lediglich einen geringfügigen Vorfall, den er mit einem Lachen abtun würde? Miss Bartlett, mit ihrem Hang zum Dramatischen, geht vom ersteren aus. Vielleicht hat sie recht – das Geheimnis ist zu etwas Furchteinflößendem angewachsen. Wäre Lucy sich selbst überlassen geblieben, hätte sie sowohl ihrer Mutter als auch ihrem Verlobten aufrichtig davon erzählt, und es wäre eine unbedeutende Angelegenheit geblieben. Vor wenigen Wochen erst war es lediglich „Emerson, nicht Harris" – ein schlichter Fall verwechselter Identitäten. Selbst jetzt versucht Lucy, das Thema im Plauderton beiläufig anzuschneiden, nur um festzustellen, dass ihr Körper sie mit unerklärlichem Verhalten verrät und sie zum Verstummen zwingt.
Leben in London
Lucy und Cecil verbringen zehn Tage in der „verlassenen Metropole" und erkunden Gegenden, die ihnen bald vertraut sein werden. Cecil ist überzeugt, dass diese Konfrontation mit Londons gesellschaftlichem Gefüge Lucy zugutekommt, obwohl die eigentliche Gesellschaft abwesend ist, da sie sich zu Golfplätzen und Heidelanden zurückgezogen hat. Das Wetter bleibt kühl, und das Erlebnis erweist sich als lehrreich und nicht als schädlich. Mrs. Vyse gelingt es, eine Abendgesellschaft aus den „Enkeln berühmter Leute" zusammenzustellen, mit schlechtem Essen, aber beeindruckender Konversation, die von „geistreicher Müdigkeit" geprägt ist. Die Gäste spielen ihre Langeweile meisterhaft, stürzen sich in Begeisterung, um dann anmutig in sich zusammenzufallen und sich unter mitfühlendem Gelächter wieder aufzurichten. In dieser Atmosphäre kultivierter Langeweile erscheinen sowohl die Pension Bertolini als auch Windy Corner „gleichermaßen plump", und Lucy beginnt zu ahnen, wie ihre Londoner Laufbahn sie nach und nach von allem trennen wird, was sie in der Vergangenheit geliebt hat.
Die Klavierdarbietung
Die Abendgäste bitten Lucy zu spielen, und sie trägt Werke Schumanns vor. Als Cecil danach nach Beethoven verlangt, schüttelt sie den Kopf und kehrt zu Schumann zurück. Die Melodie steigt auf, „auf unnütze Weise zauberhaft", bricht ab und setzt sich in Bruchstücken fort, die nie glatt „von der Wiege bis zum Grabe" verlaufen. Die Traurigkeit der Unvollständigkeit – jene Traurigkeit, die das Leben kennzeichnet, in der Kunst jedoch niemals erscheinen sollte – pulst durch die zusammenhanglosen Phrasen und greift den Zuhörern auf die Nerven. Sie spielt nicht so wie einst auf dem kleinen, mit Tüchern behangenen Klavier im Bertolini, und Mr. Beebe ist nicht anwesend, um sein früheres Urteil „zu viel Schumann" zu fällen. Nachdem die Gäste gegangen sind, besprechen Mrs. Vyse und Cecil den Abend. Mrs. Vyse bemerkt, dass Lucy „wunderbar werde", und stellt ausdrücklich fest, sie „lege den Honeychurch-Makel ab" – die charmanten, aber unmodischen Angewohnheiten der Landfamilie, Dienstboten zu erwähnen und nach Rezepten zu fragen. Cecil verteidigt Lucys musikalische Entscheidungen und erklärt, sie habe recht daran getan, Schumann statt Beethoven zu spielen. Er beschließt, dass ihre künftigen Kinder eine Erziehung erhalten sollen, die „ehrliche Landleute" für Frische, Italien für Feinheit und erst dann London für Verfeinerung vereint, obwohl er sich selbst unterbricht, da ihm einfällt, dass er selbst eine Londoner Erziehung erhalten hat.
Lucys Alptraum
Als Mrs. Vyse sich zum Schlafen bereit macht, dringt ein Angstschrei aus Lucys Zimmer. Mrs. Vyse eilt zu ihr und findet das Mädchen aufrecht im Bett sitzend vor, die Hand an die Wange gepresst. Lucy entschuldigt sich und führt die Störung auf „Träume" zurück. Mrs. Vyse, in freundlicher Absicht, berichtet, dass sie und Cecil soeben über Lucy gesprochen hätten – zu ihren Gunsten –, und dass er sie mehr denn je bewundere. Lucy erwidert den Kuss, wobei sie ihre Hand weiterhin an die Wange gepresst hält. Mrs. Vyse zieht sich ins Bett zurück, Cecil schläft ungestört weiter, und Dunkelheit hüllt die Wohnung ein. Der Albtraum bleibt unerklärt, scheint jedoch mit dem Geheimnis verbunden zu sein, das Lucy nicht preisgeben kann, mit dem Gewicht des verlorenen Gleichmaßes und mit der Frage, ob ihre Verlobung die Wahrheit über George Emerson überstehen wird.
Kapitel XII
Kapitel XII schildert einen Ausflug an einem Samstagnachmittag, der damit beginnt, dass Mr. Beebe und Freddy Honeychurch ihre neuen Nachbarn in der Cissie Villa besuchen. Im Laufe des Kapitels werden der Besuch bei den Emersons, philosophische Gespräche über Natur und Gleichheit, ein Spaziergang durch Kiefernwälder zu einem Teich, ausgelassenes Schwimmen und Spielen beschrieben, und es endet mit dem peinlichen Eintreffen von Mrs. Honeychurch, Cecil Vyse und Lucy Honeychurch, die die Männer in unterschiedlichen Stadien der Entkleidung überraschen. Die Erzählung erkundet die Themen Jugend, Natur, gesellschaftliche Konventionen sowie das Spannungsverhältnis zwischen intellektueller Philosophie und natürlichem Impuls und schließt mit einer lyrischen Betrachtung des Teichs als vorübergehende Zufluchtsstätte für Jugend und Spontaneität.
Ein Besuch bei den neuen Nachbarn
Mr. Beebe und Freddy Honeycross überqueren die dreieckige Rasenfläche, um die neuen Bewohner der Cissie Villa zu besuchen, die kürzlich mit Cecil Vyses Hilfe dort eingezogen sind. Sie treffen George Emerson auf der Treppe an, als dieser herunterkommt, und Freddy lädt ihn verlegen mit der schlichten Begrüßung „Na, wie geht's? Komm, lass uns baden" zum Schwimmen ein. Das Wohnzimmer ist voller Bücher – Byron, Housman, Schopenhauer, Nietzsche – und auf dem Gesims eines Kleiderschranks trägt es die Inschrift: „Misstraue allen Unternehmungen, die neue Kleider erfordern." Mr. Beebe betrachtet die Bilder im Zimmer und bemerkt einen Giotto-Druck, während Freddy erzählt, dass Lucy aus London zurückgekehrt ist und sich Cecil annähert.
Mr. Emerson über Natur und Gleichheit
Der alte Mr. Emerson steigt die Treppe hinunter und gibt philosophische Erklärungen zu Gleichheit und Natur ab. Er erklärt, dass die Geschlechter Kameraden sein sollen und dass der Garten Eden, anstatt in der Vergangenheit angesiedelt zu sein, erst noch kommen wird, wenn die Menschheit den Körper nicht länger verachtet. Er unterscheidet zwischen einer Rückkehr zur Natur – was unmöglich sei, da die Menschen nie wirklich mit ihr zusammen gewesen seien – und der Entdeckung der Natur durch Eroberung, die zur Einfachheit führe. Mr. Beebe widerspricht George Emersons fatalistischen Ansichten über ihr Treffen und argumentiert, dass ihr gemeinsames Interesse an der italienischen Kultur ihr Wiedersehen erkläre, nicht das Schicksal. Mr. Emerson bringt seine Zustimmung zu Lucys bevorstehender Heirat zum Ausdruck und enthüllt, dass er Mr. Vyse in der Nationalgalerie kennengelernt hat, wo er dieses Haus für sie arrangiert hat.
Der Spaziergang zum Teich
Die drei Männer brechen durch Kiefernwälder zu einem nahegelegenen Teich auf. Mr. Beebe füllt die Stille mit Geplauder über Florenz und zufällige Begegnungen, während George seine fatalistische Weltanschauung beibehält. Freddy führt sie zu einem Teich, der von Kiefernnadeln und Weidenröschen umgeben ist, wobei er entschuldigend anmerkt, dass er sich wünschte, er wäre größer. Die Gewässer haben das umliegende Gras überflutet und einen smaragdfarbenen Pfad zum zentralen Becken geschaffen. George setzt sich hin, um seine Stiefel aufzuschnüren, mit offensichtlichem Widerwillen, und Mr. Beebe bemerkt bewundernd den Charme des Teichs und die abrupten Vegetationswechsel zwischen den Wasserpflanzen und dem umliegenden Heidekraut, Adlerfarn und den Kiefern.
Baden und ausgelassenes Spiel
Freddy springt enthusiastisch in den Teich, während George nur widerwillig ins Wasser steigt und sich zunächst lediglich die Haare netzt, um seine Gleichgültigkeit zur Schau zu tragen. Mr. Beebe weigert sich anfangs zu baden, gibt jedoch bald nach, und alle drei drehen sich brusthoch im Wasser im Kreise. Die Stimmung schlägt von Widerwillen in ausgelassene Fröhlichkeit um – George legt sein weltmüdes Gehabe ab, und die Männer beginnen ausgelassen zu toben. Sie bespritzen sich gegenseitig, jagen um den Teich herum, George schlägt eine Abkürzung ein und muss erneut baden, und sie spielen Indianer zwischen den Weidenröschen und dem Adlerfarn. Ihre abgelegten Kleidungsstücke auf dem Rasen werden zum Gegenstand von Betrachtungen über die Verletzlichkeit des Menschen. Freddy und George werden immer ausgelassener, die verstreute Kleidung umfasst Mr. Beebes geistliche Weste und einen breitkrempigen Schlapphut, und sie jagen in jugendlichem Übermut über den fleckig beschatteten Erdboden.
Von den Damen ertappt
Mr. Beebe warnt vor den herannahenden Damen, doch Freddy und George hören ihn entweder nicht oder ignorieren ihn. Mrs. Honeychurch, Cecil und Lucy treffen ein, um der alten Mrs. Butterworth einen Besuch abzustatten, und werden Zeugen des chaotischen Bildes – Freddy lässt die Weste zu ihren Füßen fallen und stürzt sich ins Farnkraut, George johlt und läuft den Pfad hinunter, wobei er Mr. Beebes Hut auf dem Kopf trägt. Cecil versucht, die Damen anzuführen und zu beschützen, während Lucy nur Sonnenschirm und Anstand ist. Freddy taucht mit sommersprossigem Gesicht und bloßen Schultern wieder auf, und Mr. Beebe wird dabei ersehen, wie er aus dem Teich kriecht, während intime Kleidungsstücke auf dem Wasser treiben. George, noch immer barfuß und mit nackter Brust, ruft Lucy fröhlich ein „Hallo, Miss Honeychurch!" zu, woraufhin sie sich verbeugt. Das Kapitel schließt damit, dass das Wasser über Nacht abfließt, der Teich auf seine alte Größe schrumpft und der Erzähler darüber sinniert, wie der Teich als ein vorübergehender Segen gedient hatte – ein flüchtiger Kelch für die Jugend.
Wie Fräulein Bartletts Heizkessel so lästig war
Dieses Kapitel untersucht die zunehmenden Spannungen in Windy Corner ausgehend von einer scheinbar belanglosen häuslichen Angelegenheit – Charlottes Kesselreparatur –, die jedoch lediglich zum Brennpunkt größerer Konflikte um Klasse, Liebe und Authentizität wird. Das Kapitel schildert die Verschlechterung von Lucys Verhältnis zu ihrer Familie und ihre wachsende Beunruhigung über ihre Verlobung mit Cecil, während Erinnerungen an Italien sie weiterhin verfolgen. Mrs. Honeychurch fungiert als vermittelnde Gegenwart, die bestrebt ist, den Familienfrieden zu bewahren, und insgeheim Cecils Eignung in Frage stellt. Die Erzählung zeigt, wie die Fassade zivilisierten Benehmens tiefe Unvereinbarkeiten verbergen kann, denn Cecils intellektueller Dünkel stößt die warmherzigen, praktisch veranlagten Honeychurchs vor den Kopf. Freddys schlichte Güte bildet einen scharfen Gegensatz zu Cecils ausgeklügelter Verachtung, und Lucys Position zwischen diesen beiden Welten wird zunehmend unhaltbar.
Lucys geprobte Begegnung vs. Realität
Lucy denkt darüber nach, wie sie die Begegnung mit George Emerson geprobt hatte—die korrekte Verbeugung, die würdevolle Distanz—nur um ihm dann unter chaotischen Umständen bei einer gesellschaftlichen Zusammenkunft zwischen verstreuten Mänteln und Stiefeln zu begegnen. Die sorgfältig geplanten Gesten, die sie vorbereitet hatte, wurden in der unordentlichen Wirklichkeit tatsächlicher sozialer Interaktion bedeutungslos. Sie hatte sich verschiedene Versionen eines jungen Mr. Emerson vorgestellt, aber nie eine erdacht, die sich aufrichtig freuen würde, sie zu sehen. Die Kluft zwischen ihrem geprobten Szenario und der tatsächlichen Begegnung symbolisiert das umfassendere Thema des Versuchs, die Ergebnisse des Lebens durch Vorbereitung zu kontrollieren, nur damit die Realität alle sorgfältigen Pläne durchkreuzt.
Cecils Unhöflichkeit bei Frau Butterworth
Während eines langweiligen Verpflichtungsbesuchs im Hause von Mrs. Butterworth zeigt Cecil seine schlimmsten Eigenschaften. Er ist unhöflich und herablassend gegenüber der älteren Dame, weigert sich, über Hortensien zu sprechen oder karitativen Organisationen beizutreten. Wenn er herausgefordert wird, reagiert er mit ausgeklügelten, raffinierten Ausreden, wo ein einfaches „Ja" oder „Nein" genügen würde. Lucy findet sich ständig dabei wieder, ihn zu besänftigen und zu versuchen, das Gespräch zu retten, und betrachtet dies als gute Übung für das Eheleben. Die Szene etabliert Cecils Verhaltensmuster, gegenüber jenen, die er als unter ihm stehend betrachtet, hochnäsig zu sein, während Lucy die Rolle der Vermittlerin zwischen ihrem Verlobten und ihrer sozialen Welt übernehmen muss.
Frau Honeychurch hinterfragt Cecils Verhalten
Nach ihrer Rückkehr nach Hause fragt Mrs. Honeychurch Lucy unverblümt, ob etwas mit Cecil nicht stimme. Sie hat bemerkt, dass ihn seit seiner Rückkehr aus London nichts mehr erfreut und er zusammenzuckt, sobald sie das Wort ergreift. Sie weist darauf hin, dass er auf Möbel und Haushaltsangelegenheiten unhöflich reagiert hat, und sie erkennt den Widerspruch zwischen der Verteidigung seiner „hohen Ideale" durch ihre Tochter und seiner tatsächlichen Unhöflichkeit. Obwohl Mrs. Honeychurch ihre eigenen Grenzen in künstlerischen und literarischen Angelegenheiten anerkennt, weigert sie sich, eine solche Unhöflichkeit durch philosophische Grundsätze entschuldigt zu sehen. Ihre Frage markiert einen Wendepunkt in der Wahrnehmung Cecils durch die Familie.
Lucys wackelige Verteidigung von Cecils Idealen
Lucy versucht, Cecil zu verteidigen, indem sie erklärt, dass er „hohe Maßstäbe" an Menschen anlege und „leicht durch hässliche Dinge verstört" werde. Allerdings erscheinen ihr ihre Argumente schwach und wenig überzeugend, selbst in ihren eigenen Augen. Sie kann nicht angemessen erklären, warum Cecil sich so verhält, wie er es tut, und sie stellt fest, dass sie den Fall nicht darlegen kann, den sie „in London so meisterhaft vorbereitet hatte". Die Kollision der Kulturen—Cecils intellektuelle Welt und das praktische Dasein der Honeychurches—lässt sie „geblendet und verwirrt" zurück. Ihre stockende Verteidigung deutet auf ein wachsendes Bewusstsein hin, dass ihre Gründe, Cecil zu lieben, möglicherweise nicht ausreichen oder dass sie seine Werte nicht mit der Lebensweise ihrer Familie in Einklang bringen kann.
Melancholie am Treppenabsatzfenster
Nach der Auseinandersetzung mit ihrer Mutter will Lucy sich für das Abendessen umziehen, bleibt aber stattdessen am Fenster des Treppenabsatzes stehen, das nach Norden geht und keinen Blick auf den Himmel freigibt. Die Kiefern hängen dicht vor ihren Augen, und in ihrem Kopf verbindet sich das Fenster mit Niedergeschlagenheit. Sie seufzt: „Ach je, was soll ich nur tun, was soll ich nur tun?", ohne dass ihr ein bestimmtes Problem gegenüberstünde. Dieser Moment stellt einen Wendepunkt dar, an dem Lucys innerer Aufruhr sich physisch in ihrem Standort und ihrer Körperhaltung manifestiert. Sie hat das Gefühl, dass sich alle schlecht benehmen – Cecil, ihre Mutter, Freddy – und sie bereut, Miss Bartletts Brief erwähnt zu haben, da sie die Neugier ihrer Mutter auf dessen Inhalt fürchtet.
Freddys Tenniseinladung und Charlottes Brief
Freddy stürmt die Treppe hinauf mit der Neuigkeit, dass „das großartige Leute sind" – womit er die Emersons meint – und fragt, ob man sie zum Sonntagstennis einladen solle. Lucy warnt ihn, dies angesichts des derzeitigen „Durcheinanders" nicht zu tun, doch er versteht nicht, was sie meint. Humorvoll packt er sie bei den Ellbogen und tanzt mit sie den Flur hinunter, was ein Chaos verursacht, das Cecils Missbilligung hervorruft und der Zofe Mary in die Quere kommt. Diese Szene stellt den Kontrast zwischen Freddys unbeschwerter Natur und Cecils verfeinertem Empfinden heraus und führt zugleich das Thema von Charlottes Brief ein, das einen Großteil des Konflikts in diesem Kapitel vorantreiben wird.
Frau Honeychurch fragt nach Charlottes Heizkessel
Frau Honeychurch fragt Lucy nach Charlottes Brief und insbesondere, ob Charlotte ihren Boiler erwähnt hat. Sie erklärt, dass der Boiler im Oktober entleert, der Badewasserspeicher gereinigt und verschiedene Reparaturen vorgenommen werden sollten. Als Lucy behauptet, sich nicht an Charlottes Schwierigkeiten zu erinnern, schlägt ihre Mutter vor, Charlotte zu einem Urlaub nach Windy Corner einzuladen, während die Klempner ihre Arbeit in Tunbridge Wells beenden. Frau Honeychurch hat Charlotte schon lange nicht mehr gesehen und möchte ihr „einen schönen Urlaub" als Gegenleistung für ihre frühere Freundlichkeit bieten. Dieser unschuldige häusliche Vorschlag wird zum Auslöser einer Familiendebatte, die tiefere Spannungen zutage fördert.
Ein Moment der Versöhnung
Bevor der Konflikt sich voll entfalten kann, bietet Mrs. Honeychurch Lucy einen Moment der Versöhnung an. Statt angesichts von Lucys Bitterkeit aufzufahren, sagt sie: „Komm her, altes Mädchen – danke, dass du meinen Hut weggeräumt hast – küss mich.“ In dieser schlichten Geste empfindet Lucy für einen Augenblick, dass ihre Mutter und Windy Corner und der Weald in der sinkenden Sonne vollkommen waren. Das Kapitel bemerkt, dass in Windy Corner, wenn die gesellschaftliche Maschine ins Stocken gerät, das eine oder andere Mitglied „einen Tropfen Öl“ hineingießt, um die Sache zu glätten – eine Methode, die Cecil verabscheut, die aber funktioniert. Dieser Moment verschafft vorübergehende Erleichterung von den wachsenden Spannungen.
Abendessengespräch über die Emersons
Beim Abendessen fragt Freddy, wie Emerson so ist, und Lucy, die eine ausführliche Diskussion vermeiden möchte, sagt, dass sie ihn in Florenz gesehen hat. Als sie gefragt wird, wie gut Cecil die Emersons kennt, antwortet Lucy, dass sie sie nur flüchtig kennt, um nicht von Freddys früherer Begegnung mit ihnen zu sprechen.
Lucy weicht Fragen zu Charlottes Brief aus
Als ihre Mutter sie fragt, was Charlotte in ihrem Brief geschrieben habe, gibt Lucy eine ausweichende Antwort – „dies und das" – und erwähnt, dass eine „schreckliche Freundin" von Charlotte mit dem Fahrrad durch die Summer Street gefahren sei und überlegt habe, sie zu besuchen, es aber „gottlob nicht getan" habe. Als ihre Mutter das als hartherzig bezeichnet, erwähnt Lucy listig, dass die Frau eine Romanschriftstellerin gewesen sei, was die bekannte Abneigung ihrer Mutter gegen weibliche Romanschriftstellerinnen weckt. Lucy schürt geschickt diese Flammen des Zorns ihrer Mutter und lenkt so erfolgreich von Charlottes Brief ab. Dieses Ausweichen etabliert jedoch Lucys Muster, direkten Fragen über ihre Vergangenheit in Italien aus dem Weg zu gehen, und deutet darauf hin, dass sie etwas Bedeutsames in dem Brief verbirgt.
Die Geister Italiens kehren zurück
Als das Abendgespräch sich dem Ende zuneigt, „begannen sich die Geister in der Dunkelheit zu versammeln." Lucy denkt an zu viele Geister – die Berührung ihrer Mutter auf ihrer Wange, die vom Berg her kam, Mr. Harris, Miss Bartletts Brief, Mr. Beebes Erinnerungen an Veilchen. Der ursprüngliche Geist, der Kuss auf dem Berg, „war gewiss längst gebannt worden", hatte aber „eine gespenstische Familie gezeugt" – Erinnerungen, die sie nun heimsuchen. Miss Bartletts Geist kehrt „mit erschreckender Lebhaftigkeit" zurück, und Lucy fragt sich, wie sie gegen diese Geister ankämpfen soll. Die sichtbare Welt verblasst, und allein Erinnerungen und Gefühle scheinen wirklich – die Vergangenheit in Italien beginnt sogar die Orte ihrer Kindheit in Windy Corner zu verdrängen.
Die Debatte über die Einladung von Charlotte
Mrs. Honeychurch schlägt vor, Charlotte für die Ferien einzuladen, während ihre Wasserleitungen repariert werden. Lucy protestiert empört, dies sei „unmöglich", da das Haus überfüllt sei – Freddy erwarte am Dienstag einen Freund, Cecil bleibe da, und Minnie Beebe komme wegen eines Diphtheriealarms. Als Lucy sich weigert, ihr Zimmer mit Minnie zu teilen, schlägt ihre Mutter alternative Schlafgelegenheiten vor. Cecil stöhnt bei der bloßen Vorstellung „Miss Bartlett, Miss Bartlett, Miss Bartlett". Lucy verhärtet ihr Herz und gibt zu, dass sie Charlotte nicht leiden kann, obwohl sie einräumt, dies sei „schrecklich" von ihr. Mrs. Honeychurch richtet einen emotionalen Appell an Lucys Güte und bemerkt, dass Lucy und Cecil einander und wunderschöne Wälder hätten, während „die arme Charlotte nur das abgedrehte Wasser und Klempner hat.".
Cecils Verachtung für die Honeychurches
Cecil bröselt während der Debatte sein Brot, und seine Verachtung für die Anliegen der Familie ist offenkundig. Freddy erwähnt, dass Cousine Charlotte einmal freundlich zu ihm war und ihm ein Ei für seinen Tee gekocht hat, doch Cecil runzelt bei dieser Erinnerung die Stirn. Das Kapitel gipfelt in Cecils kaum verhüllter Unverschämtheit, als er darum bittet, vom Nachtisch befreit zu werden, und die Sorgen der Familie über Eier, Boiler und Hortensien als unbedeutend abtut. Seine abschließende Frage – „Dürfen Lucy und ich von unseren Stühlen steigen? Wir wollen kein' Nachtisch" – offenbart seine Verachtung für die Lebensweise der Honeychurchs. Die Erzählung merkt an, dass Cecil die Methoden der Familie zur Konfliktbewältigung als unter seiner Würde empfindet, vielleicht zu Recht, aber es sind nicht seine eigenen.
Kapitel XIV: Wie Lucy der äußeren Situation mutig gegenübertrat
Lucy Honeychurch sieht sich mit den Nachwirkungen ihrer Begegnung mit George Emerson in Florenz konfrontiert und bereitet sich darauf vor, sowohl den gesellschaftlichen Verpflichtungen als auch ihren eigenen verwirrten Gefühlen zu begegnen, als Miss Bartlett zu einem Besuch eintrifft. Das Kapitel untersucht Lucys Tendenz, echte Gefühle als bloße Nervosität zu rationalisieren, ihre komplizierte Beziehung zu Cecil sowie die verschiedenen kleinen Dramen, die sich während Miss Bartletts ziemlich chaotischem Besuch in der Summer Street entfalten.
Lucys tollkühnes Gehabe und Nervosität
Lucy tritt der äußeren Situation mit scheinbarem Mut entgegen, obwohl sie ihre Aufmerksamkeit nur auf Dinge beschränkt, die sie unmittelbar greifen kann, und sich nie eingehend selbst prüft. Alle seltsamen Gefühle oder Bilder, die in ihr aufsteigen, schreibt sie einfachen Nerven zu – eine bequeme Erklärung, die es ihr erlaubt, der Auseinandersetzung mit dem zu entgehen, was tatsächlich in ihrem Herzen vorgehen könnte. Als Cecil die Emersons erstmals in die Summer Street mitbrachte, brachte das ihre Nerven durcheinander; als Charlotte drohte, vergangene Torheiten aufzuwerfen, konnte auch das ihre Nerven erschüttern; nachts war sie nervös; und als sie im Pfarrhaus mit George sprach, bewegte sie seine Stimme zutiefst, sodass sie in seiner Nähe bleiben wollte. All diese Empfindungen tat sie leicht als nervöse Reaktionen ab. Cecil hatte ihr einmal an einem verregneten Nachmittag Psychologie erklärt und ihr damit einen Rahmen geboten, der es erlaubte, alle Nöte der Jugend in einer unbekannten Welt mit einem einzigen Wort beiseitezufegen. Der Leser kann leicht erkennen, dass Lucy den jungen Emerson liebt, doch Lucy selbst bleibt blind für das, was jedem in ihrer Lage offensichtlich wäre. Das Leben erweist sich als leicht zu schildern, aber verwirrend zu leben, und wir alle heißen »Nerven« oder jedes ähnliche Schibboleth willkommen, das unsere persönlichen Wünsche verschleiert. Lucy glaubt, sie liebe Cecil, und dass George sie nervös mache – die Wahrheit ist genau das Gegenteil, obwohl ihr noch niemand diese Umkehrung erklärt hat.
Das Treffen im Pfarrhaus
Die Begegnung im Pfarrhaus verläuft für Lucys Zwecke hinreichend zufriedenstellend. Sie steht zwischen Mr. Beebe und Cecil, bringt im Gespräch einige maßvolle Anspielungen auf Italien vor, und George erwidert sie in gleicher Weise. Sie ist entschlossen zu zeigen, dass sie nicht schüchtern ist, und empfindet Erleichterung darüber, dass auch George nicht schüchtern wirkt. Danach gibt Mr. Beebe seine Einschätzung des jungen Mannes ab: „Ein netter Kerl. Er wird seine Unbeholfenheiten mit der Zeit abstreifen. Ich misstraue jungen Männern eher, die mühelos ins Leben hineingleiten." Als Lucy bemerkt, dass George besserer Laune zu sein scheint und mehr lacht als zuvor, stimmt der Geistliche zu und bemerkt lediglich: „Ja. Er erwacht." Dieser unauffällige Austausch bildet die Gesamtheit ihrer direkten Begegnung, doch im Laufe der Woche fallen nach und nach mehr von Lucys Abwehrmauern, und sie beginnt, ein Bild in sich aufzunehmen, das körperliche Schönheit in sich trägt – wobei allerdings, was genau dies bedeutet, zwischen ihnen unausgesprochen bleibt.
Miss Bartletts Ankunft
Obwohl sie die deutlichstmöglichen Anweisungen erhalten hat, gelingt es Fräulein Bartlett auf geheimnisvolle Weise, ihre Ankunft auf spektakuläre Weise zu vermasseln. Sie wird am South-Eastern-Bahnhof in Dorking erwartet, wo Mrs. Honeychurch sie abzuholen gedenkt, doch stattdessen kommt sie am Bahnhof London und Brighton an und muss sich für erhebliches Geld eine Droschke mieten, um hinaufzufahren. Niemand ist zu Hause, als sie eintrifft, abgesehen von Freddy und seinem Freund, die ihr Tennis unterbrechen müssen, um sie eine geschlagene Stunde lang zu unterhalten. Als Cecil und Lucy um vier Uhr zurückkehren, stoßen sie zu Fräulein Bartlett und der kleinen Minnie Beebe, sodass sich auf dem oberen Rasen ein ziemlich trübseliges Sextett zum Tee zusammenfindet. Fräulein Bartlett beginnt sogleich, ihr Bedauern auszudrücken: „Ich werde mir niemals verzeihen. Ich habe alles über den Haufen geworfen. So bei jungen Leuten hereinzuplatzen! Aber ich bestehe darauf, meine Droschke zu bezahlen. Gestatten Sie mir wenigstens das.“ Lucy entgegnet, dass ihre Gäste so etwas Schreckliches niemals tun würden, woraufhin Freddy seinen Cousin gereizt daran erinnert, dass er die letzte halbe Stunde damit zugebracht hat, Cousine Charlotte genau diesen Punkt begreiflich zu machen. Fräulein Bartlett beharrt darauf, dass sie sich nicht als gewöhnlichen Gast empfinde, und blickt mit deutlichem Unbehagen auf ihren ausgefransten Handschuh. Als man ihr mitteilt, dass die Droschke fünf Schilling gekostet habe, zuzüglich eines weiteren Schillings für den Kutscher, beginnt sie in ihrem Täschchen zu kramen.
Der Sovereign-Wechsel
Miss Bartlett stellt fest, dass sie in ihrer Börse nur Sovereigns und Pennys hat, und fragt, ob ihr jemand herausgeben könne. Freddy zieht ein halbes Pfund hervor, und sein Freund hat vier Halb-Kronen, doch die Schwierigkeit ergibt sich: Wer soll den Sovereign bekommen? Lucy schlägt vor zu warten, bis ihre Mutter zurückkehrt, um die Angelegenheit zu regeln, aber Miss Bartlett weigert sich und besteht auf einer sofortigen Begleichung. An dieser Stelle macht Mr. Floyd die eine Bemerkung, die es verdient, zitiert zu werden: Er bietet an, mit Freddy um Miss Bartletts Pfund zu knobeln. Selbst Cecil, der auffällig seinen Tee getrunken und dabei die Aussicht bewundert hat, verspürt die ewige Anziehungskraft des Zufalls und dreht sich interessiert um. Doch diese Lösung zerschlägt sich. Miss Bartlett kann den Gedanken an das Glücksspiel nicht ertragen: „Bitte—bitte—ich weiß, ich bin eine schreckliche Spielverderberin, aber es würde mich unglücklich machen. Ich würde praktisch den bestehlen, der verliert." Freddy erwähnt, dass er Cecil fünfzehn Schillinge schuldet, und bietet damit an, was wie eine elegante Lösung erscheint: Man gibt das Pfund Cecil, und die Rechnung geht ordnungsgemäß auf. Cecil formuliert es geschickt: „Geben Sie mir das Pfund, und wir werden diesem bedauerlichen Glücksspiel entgehen." Miss Bartlett, die schlecht im Rechnen ist, wird von der Arithmetik verwirrt und händigt den Sovereign aus, während die anderen jungen Leute ihr Glucksen unterdrücken. Für einen Augenblick fühlt sich Cecil aufrichtig glücklich, wie er unter seinesgleichen Unsinn treibt, doch dann blickt er zu Lucy und bemerkt die kleinen Sorgen, die ihre Lächeln getrübt haben. Er denkt bei sich, dass er im Januar seinen Leonardo aus diesem verblödenden Geschwätz retten werde.
Minnie Beebes Einwände
Minnie Beebe hat das ganze Geschäft aufmerksam verfolgt, doch ihr junger Verstand kann der Logik nicht folgen: »Das sehe ich nicht ein! Ich sehe nicht ein, warum Mr. Vyse das Pfund bekommen soll.« Die anderen erklären feierlich, dass fünfzehn Schilling plus fünf Schilling ein Pfund ergeben, doch Minnie bleibt unbeeindruckt. »Aber ich sehe nicht ein —« Sie versuchen, ihre Einwände mit Kuchen zu ersticken. Sie weigert sich und protestiert weiter: »Nein, danke. Ich bin fertig. Ich sehe nicht ein, warum — Freddy, stich mich nicht. Miss Honeychurch, Ihr Bruder tut mir weh. Au! Was ist mit Mr. Floyds zehn Schillingen? Au! Nein, ich sehe es nicht ein und werde auch niemals einsehen, warum Miss Wie-heißt-sie-noch die fünf Schillinge für den Kutscher nicht bezahlen sollte.« Miss Bartlett gesteht errötend, dass sie den Kutscher ganz und gar vergessen hatte. Lucy erhebt sich entschlossen, um Wechselgeld zu holen, und fordert Cecil auf, das Sovereign herauszugeben, damit sie die ganze Prozedur noch einmal ordnungsgemäß von vorn beginnen können. Miss Bartlett folgt ihr über den Rasen und beteuert, sie sei eine lästige Plage, während drinnen im Haus Minnies Proteste weitergedrungen und die anderen jungen Männer mit ihren Spielen fortfahren.
Luceys und Charlottes privates Gespräch
Als Lucy und Miss Bartlett sich außer Hörweite auf dem Rasen befinden, schlägt das Auftreten der älteren Frau unvermittelt vom Jammern in Geschäftigkeit um. Sie fragt ohne Umschweife: „Hast du ihm schon von ihm erzählt?" Lucy begreift sofort, was ihre Cousine mit „ihm" meint—George Emerson und sein Verhalten in Florenz. Sie erwidert, dass sie weder Cecil noch irgendjemandem davon berichtet hat, und bittet um Wechselgeld für das Sovereign. Später, wieder im Salon, wo Miss Bartlett das gerahmte Foto des aufsteigenden Heiligen Johannes betrachtet, kommt sie mit Nachdruck auf das Thema zurück: „Wie schrecklich! Wie mehr als schrecklich, wenn Mr. Vyse es aus einer anderen Quelle erfahren sollte." Lucy weist diese Besorgnis zurück und wendet ein, dass kein florentinischer Droschkenkutscher Cecil jemals mit einer solchen Nachricht erreichen könnte. Miss Bartlett bringt andere Möglichkeiten ins Spiel: „Oder vielleicht weiß der alte Mr. Emerson Bescheid. Er wird es sogar mit Sicherheit wissen." Lucy bleibt unbesorgt und beharrt darauf, dass sie Cecil zutraut, selbst wenn sich die Neuigkeit verbreiten sollte, darüber zu lachen. Als man sie bedrängt, ob er es wohl bestreiten würde, bekräftigt sie, dass er lachen würde—doch sie weiß insgeheim, dass sie ihm nicht wirklich vertrauen kann, denn er begehrt sie unberührt.
Das Geheimnis von George Emerson
Fräulein Bartlett seufzt und gibt zu, dass sie Lucy in der Unterhaltung nicht gewachsen ist, und sie errötet bei der Erinnerung, wie sie sich in Florenz eingemischt hatte, als Lucy sehr wohl selbst auf sich hatte aufpassen können und ihr in jeder Hinsicht überlegen war. Lucy übernimmt die Führung und schlägt vor, dass sie nach draußen gehen sollten, bevor die anderen das gesamte Porzellan zerschlügen, hält aber inne, um die entscheidende Frage zu stellen: „Hast du den jungen Mann schon gesehen?" Lucy bestätigt, dass sie es hat, und als sie gefragt wird, was geschehen sei, erklärt sie, dass sie sich im Pfarrhaus kennengelernt hätten und George über Italien gesprochen habe wie irgendein anderer Mensch auch. Sie besteht darauf, dass die Lage wirklich völlig in Ordnung sei: „Was sollte es ihm auch nützen, ein Schuft zu sein, um es ganz offen zu sagen?" Sie bringt ihre Frustration zum Ausdruck, dass sie Charlotte die Sache nicht aus ihrem Blickwinkel sehen lassen kann. Sie betont, dass George sich beträchtlich gebessert habe – er sehe nicht mehr ständig aus, als würde er gleich in Tränen ausbrechen – und arbeite nun als Angestellter im Büro des Generaldirektors einer der großen Eisenbahngesellschaften, nicht als Gepäckträger. Sein Vater sei im Journalismus tätig gewesen, leide nun aber an Rheumatismus und sei im Ruhestand. Lucy nimmt den Arm ihrer Besucherin und schlägt vor, sie sollten mit dem Gerede über diese lächerliche italienische Angelegenheit aufhören, da sie möchte, dass Charlotte einen erholsamen Aufenthalt in Windy Corner genießt, ganz ohne Sorgen. Doch während sie sprechen, mag der Leser einen unglücklichen Versprecher in Lucys Rede bemerken – einen, der auf genau jene Geheimnisse hindeutet, die sie zu hüten glaubt.
Verteidigung von Georges Charakter
Lucy nimmt George Emerson energisch in Schutz und beruft sich dabei auf das, was sie für Cecilys eigene Weisheit hält: dass es nämlich zwei Arten von Flegeln gibt – den bewussten und den unbewussten. Sie erklärt, dass George in Florenz einfach den Kopf verloren habe. Sie erinnert sich, wie sie in all die Veilchen gestürzt sei, und George sei in dem Augenblick albern und überrascht gewesen. Lucy ist der Meinung, dass man ihm keine allzu großen Vorwürfe machen solle, denn es mache einen gewaltigen Unterschied, wenn man einen Menschen unversehens vor einer Kulisse schöner Dinge erblicke. Durch das Fenster erblickt Lucy Cecil selbst, der die Seiten eines Romans umschlägt – ein neuer aus Smiths Leihbibliothek, was darauf schließen lässt, dass ihre Mutter vom Bahnhof zurückgekehrt ist. Charlotte brummt ihre eigene Litanei: „Einmal Flegel, immer Flegel." Doch Lucy hält inne, spürt, dass sie Cecilys Tiefsinn Genüge getan hat, und fährt mit ihrer Verteidigung fort. Sie beharrt darauf, dass George sie nicht bewundere und dergleichen Unsinn – nicht einen Strohhalm lang. Sie bemerkt, dass Freddy ihn recht gern mag und ihn für Sonntag zu sich eingeladen hat, damit Charlotte sich selbst ein Urteil bilden könne. Sie betont erneut, dass George sich gebessert habe und nicht länger den Eindruck erwecke, als würde er gleich in Tränen ausbrechen. Das Kapitel endet damit, dass Lucy in den Garten flieht, wo die Bilder in ihrem Kopf ein wenig lebhafter pochen – genau jene Bilder, die sie so hartnäckig als bloße Nervosität abzutun versucht hat.
Die innere Katastrophe
Dieses Kapitel untersucht die Nachwirkungen von Lucy Honeychurchs Verlobung mit Cecil Vyse und die schicksalhaften Ereignisse, die sich an einem Sonntag in Windy Corners entfalten. Die Erzählung steuert auf einen Moment emotionaler Krise zu, als der Inhalt eines Romans droht, Lucys geheime Vergangenheit ans Licht zu bringen, und gipfelt in einem zweiten Kuss von George Emerson.
Sonntagmorgen in Windy Corners
Das Kapitel beginnt an einem herrlichen Herbstsonntag in Windy Corners. Lucy tritt durch das Fenster des Salons nach draußen, ein neues kirschrotes Kleid tragend, das sich als enttäuschend erwiesen hat, dazu ihre Granatbrosche und ihren rubinroten Verlobungsring. Sie betrachtet den Blick über das Weald, während sie leicht die Stirn runzelt, fast als müsste sie die Tränen zurückhalten. Ein rotes Bibliotheksbuch liegt auf dem Kiesweg und sonnt sich. Im Haus entfalten sich chaotische Vorbereitungen für die Kirche – Frauenstimmen, die nach Stecknadeln und Hilfe rufen, Mrs. Honeychurch, die sich in eine sonntägliche Aufregung hineinsteigert, und Miss Bartlett, die ankündigt, den Gottesdienst besuchen zu wollen. Lucy nimmt das rote Buch an sich und entdeckt, dass es ein Roman mit dem Titel »Unter einer Loggia« ist, den Cecil gelesen hat. Sie hat selbst aufgehört, Romane zu lesen, und widmet sich nun gehaltvoller Literatur, um Cecil mit seinem Wissen nicht nachzustehen, obwohl sie sogar italienische Maler wie Francesco Francia vergisst. Ihre Mutter verlangt Sixpence und Schillinge für eine besondere Kirchenkollekte.
Der Aufbruch zur Kirche
Das Durcheinander im Hause setzt sich fort, als Mrs. Honeychurch verzweifelt alle zur Eile antreibt, da das Pferd eintrifft. Sie ärgert sich über Charlottes Verspätung und deren Angewohnheit, stets nur Blusen mitzubringen. Die Nichte des Pfarrers wird unter Protesten zur Kirche gebracht und verspottet junge Männer, die ihr stattdessen vorschlagen, sich in die Sonne zu setzen. Miss Bartlett steigt die Treppe hinunter, nach der neuesten Mode gekleidet, und gesteht, kein Kleingeld zu haben – nur Sovereigns und halbe Kronen. Mrs. Honeychurch ruft bewundernd über ihr hübsches Kleid aus. Miss Bartlett zitiert vorwurfsvoll etwas über das Tragen ihrer „besten Lumpen und Fetzen" und nimmt dann rückwärts in der Viktoria Platz. Die Kutsche fährt ab, während Cecil spöttisch hinterherruft: „Sei brav!" Lucy beißt sich bei seinem höhnischen Ton auf die Lippe, nachdem sie ein unbefriedigendes Gespräch mit ihm über „die Kirche und dergleichen" geführt hat. Cecil ist der Überzeugung, dass die Menschen sich geistig völlig erneuern sollten, doch Lucy möchte sich einer solchen Selbstprüfung nicht unterziehen, obwohl sie fürchtet, dies möglicherweise tun zu müssen, bevor sie ihn heiratet.
Die Emersons nach dem Gottesdienst
Nach dem Gottesdienst hält die Kutsche der Honeychurchs gegenüber der Cissie Villa, wo Mr. Emerson und George im Garten rauchen. Mrs. Honeychurch bittet Lucy, sie vorzustellen. Lucy stellt ihre Mutter förmlich den Emersons vor und übergeht dabei mit Absicht jede Erwähnung des Vorfalls am Heiligen See in Italien. Der alte Mr. Emerson nimmt Lucy herzlich in Beschlag und äußert seine Freude über ihre bevorstehende Heirat. Als Lucy nach ihrem neuen Haus fragt, erwähnt Mr. Emerson mit gekränktem Stolz, dass sie die Miss Alans vor die Tür gesetzt hätten, die künstlerisch gesinnte Mieter erwartet hätten – ein Missverständnis über den „Typ" der Emersons. George scheint die Angelegenheit weiterverfolgen zu wollen. Lucy rät ihnen leichthin zu bleiben, da sie weiß, dass sie Cecil, der unerwähnt bleibt, nicht tadeln darf, obwohl er für den Vorfall verantwortlich ist. Mr. Emerson macht sich Sorgen, das Haus an die Miss Alans abgeben zu müssen, doch George zitiert die Philosophie seines Vaters: „Es gibt nur ein gewisses Maß an Güte auf der Welt", und vergleicht sie mit dem Licht – wir werfen Schatten, wo immer wir stehen, und können ihnen nicht entfliehen, indem wir uns fortbewegen. Mrs. Honeychurch erklärt, sie teile diese Empfindung. George erwähnt Mr. Floyd und lädt die Emersons für den Nachmittag zum Tennis ein, obwohl Mr. Emerson sich entschuldigend dahingehend äußert, der Weg sei zu weit für ihn. George legt den Arm um den Hals seines Vaters, in einer Regung der Zuneigung, die Lucy bemerkt. Miss Bartlett tritt hinzu, und Mrs. Honeychurch stellt sie vor; Miss Bartlett steigt in die Kutsche und entbietet von ihrem geschützten Platz aus eine förmliche Verbeugung. George erwidert die Verbeugung nicht, sondern errötet vor Scham, da er weiß, dass die Anstandsdame sich an Florenz erinnert. Verlegen verspricht er, zum Tennis zu kommen, falls er könne. Lucy fängt Miss Bartletts Blick auf und sagt, unbekümmert und mit erhobener Stimme, dass sie hoffe, George werde kommen.
Das bewahrte Geheimnis
Lucy empfindet freudige Erleichterung darüber, dass Mr. Emerson nichts von dem florentinischen Abenteuer erzählt wurde. Das Geheimnis kennen auf der ganzen Welt nur drei Engländer – Lucy, George und Miss Bartlett, die Lucy während des Packens in Georges Zimmer hatte schwören lassen, es für sich zu behalten. Lucy begrüßt Cecil bei ihrer Rückkehr nach Hause mit ungewöhnlicher Strahlkraft, da sie sich sicher fühlt. Sie erzählt Cecil, dass George Emerson sich „ungeheuer gemacht" hat, und erwähnt, dass er zum Tennis kommen wird. Als Cecil die Emersons als seine „Schützlinge" bezeichnet, ruft Lucy mit Wärme aus, da sie erkennt, dass Cecil Beziehungen nur in feudalen Begriffen als Beschützer und Beschützter begreift. Sie möchte am liebsten hinausrufen, dass das Geheimnis für immer sicher ist und Cecil es niemals erfahren wird. Cecil hat ihren Bemerkungen keine große Beachtung geschenkt, und Lucy beschließt, dass Charme und nicht Argumentation ihre Stärke im Umgang mit ihm sein muss. Beim Mittagessen hat sie das Gefühl, eine Garantie erhalten zu haben, dass ihre Mutter und ihr Bruder immer für sie da sein werden und die Sonne niemals verborgen sein wird.
Musik und Tennis am Nachmittag
Nach dem Mittagessen spielt Lucy Glucks "Armide" aus dem Gedächtnis – die Musik des verzauberten Gartens mit seinem ewigen Morgen. Ihr Publikum wird unruhig, und Cecil bittet um "th…
Die Roman-Enthüllung und der zweite Kuss
Lucy fragt George nach seiner Mutter und erinnert sich, dass sie nach Mr. Eagers Worten vor den Augen Gottes ermordet wurde, George aber einmal erwähnt hatte, sie habe bis nach Hindhead sehen können – ihre erste Erinnerung. Cecil schlägt den Roman mit einem Knall zu, sodass Lucy zusammenfährt. Er weigert sich weiterzulesen, solange George anwesend ist, um sie zu „unterhalten". Lucy schlägt schlau vor, alberne Dinge vorzulesen mache Spaß, was andeutet, dass George gehen könne, wenn er sie für frivol halte. Das erfreut Cecil, weil es George in die Position eines selbstgefälligen Tugendboldes bringt. Lucy öffnet das Buch, und Cecil bittet um das zweite Kapitel. Sie wirft einen Blick auf die Anfangssätze und erkennt, dass der Roman eine Szene enthält, die ihrer geheimen Begegnung mit George in Florenz entspricht – Miss Lavish hat ihre Vergangenheit irgendwie in wirren, verschleppten Prosa zu Papier gebracht. Lucy reicht das Buch mit zitternden Händen zurück, beharrt darauf, es lohne sich nicht zu lesen, und nennt es Schund. Cecil liest die Stelle vor, die beschreibt, wie Leonora allein in der Toskana sitzt, mit Veilchen bedeckt, während Florenz in der Ferne zu sehen ist – genau dort, wo George Lucy in der Loggia geküsst hatte. George liest die Stelle, in der Antonio sich von hinten heranschleicht und sie in seine „männlichen Arme" schließt. Cecil, völlig ahnungslos, blättert um und sucht nach einer witzigeren Passage. Lucy wendet sich George zu und sieht sein Gesicht. Es gelingt ihr zu sagen, sie sollten hineingehen zum Tee. Sie geht voraus den Garten hinauf, Cecil folgt, und George kommt zuletzt. Sie glaubt, eine Katastrophe sei abgewendet, doch im Gebüsch merkt Cecil, dass er das Buch vergessen hat, und geht zurück, um es zu holen. George, der leidenschaftlich liebt, stolpert auf dem schmalen Pfad gegen Lucy. Sie stößt ein „Nein –" aus, und zum zweiten Mal wird sie von ihm geküsst. Er weicht zurück, Cecil gesellt sich wieder zu ihr, und sie erreichen den oberen Rasen allein.
Kapitel 16
Dieses Kapitel zeigt einen entscheidenden Wendepunkt in Lucys emotionaler Entwicklung, als sie sich dem Konflikt zwischen gesellschaftlicher Konvention und aufrichtigem Gefühl stellt. Die Erzählung begleitet Lucy durch eine Auseinandersetzung mit ihrer Cousine Charlotte Bartlett, eine direkte Konfrontation mit George Emerson und schließlich einen endgültigen Bruch mit ihrer Verlobung mit Cecil Vyse. Das Kapitel untersucht die Themen der Selbsttäuschung, den Unterschied zwischen authentischer und zur Schau gestellter Emotion sowie das Erwachen von Lucys wahrem Selbstbewusstsein.
Lucy beschließt, ihre Gefühle zu unterdrücken.
Nach ihrer verstörenden Begegnung mit George Emerson beschließt Lucy, ihre Gefühle zu unterdrücken, obwohl die Gefahr ihrer Lage zunimmt. Sie zieht sich in ihr Zimmer zurück, um sich zu sammeln, und konstruiert dabei bewusst eine Geschichte aus Lügen, die George in einen Schuft verwandelt, der sich abscheulich verhalten hat und den sie niemals ermutigt hat. Mithilfe ihres alten Abwehrmechanismus aus Nervosität und gesellschaftlichen Konventionen rüstet sie sich gegen ihre wahren Gefühle und bereitet sich darauf vor, ihm entgegenzutreten, wobei sie nach Miss Bartlett schickt, damit diese ihr dabei helfe, die Situation in den Griff zu bekommen.
Lucy konfrontiert Charlotte wegen Miss Lavish.
Als Miss Bartlett eintrifft, enthüllt Lucy, dass Miss Lavish einen Roman veröffentlicht hat, der eine Szene enthält, die unverkennbar auf jenem Februarnachmittag beruht, als George Lucy auf dem Hügel nahe dem Pinienwald küsste. Lucy beschuldigt ihre Cousine, ihr Versprechen gebrochen und diesen privaten Moment Miss Lavish anvertraut zu haben – ein Vorwurf, den Miss Bartlett widerwillig als wahr eingesteht, da sie ihn bei einem Tee in Rom in strengster Vertraulichkeit erwähnt hatte. Miss Bartlett zeigt sich reumütig und meint, es bräuchte einen Mann mit einer Peitsche, um mit einem solchen Schuft fertigzuwerden, doch bleibt sie ratlos, sobald man sie um praktische Lösungen ersucht. Lucy begreift, dass ihre Cousine sie absichtlich dazu manövriert hat, sich George direkt zu stellen.
Lucy verlangt, dass George das Haus verlässt.
Lucy findet George im Speisezimmer, wo er Erfrischungen abgelehnt hat, schickt Freddy und die anderen fort und richtet eine knappe Forderung an ihn: Er muss das Haus verlassen und darf niemals zurückkehren, solange sie dort wohnt. Sie spricht mit fester Stimme, weist auf die Tür und erklärt, dass sie Streit verabscheue, aber seine Anwesenheit nicht ertragen könne. George jedoch ignoriert ihre Zurückweisung und fragt stattdessen unverblümt, ob sie beabsichtige, Cecil Vyse zu heiraten, wobei er unerwartet und leidenschaftlich seinen Standpunkt gegen die Verlobung darlegt.
George geißelt Cecil und gesteht seine Liebe.
George liefert eine leidenschaftliche Kritik an Cécils Charakter und argumentiert, dass Cecil die Menschen so behandelt wie Bücher und Gemälde – als etwas, worüber man spricht, das man aber niemals wirklich kennt. Er erklärt, dass Cecil Lucy forme und präge, anstatt ihr zu erlauben, ihre eigenen Gedanken und Urteile zu entwickeln, und dass die falsche Aussprache seines Vaters in der Nationalgalerie erstmals Cécils grundlegende Snobismus und Unfreundlichkeit offenbart habe. George gesteht seine Liebe zu Lucy, wobei er seine eigene Neigung einräumt, Frauen beherrschen zu wollen, aber darauf besteht, dass seine Liebe sich von Cécils unterscheide, weil er wolle, dass sie ihre eigenen Gedanken habe, selbst wenn sie in seinen Armen liege. Er appelliert an Miss Bartlett, zu verstehen, dass dies ihre letzte Chance sei, und erklärt, dass Jugend und Liebe intellektuell von Bedeutung seien.
George reist ab und lässt die Frauen erleichtert zurück.
George nimmt Lucys scheinbare Zurückweisung mit überraschender Gelassenheit hin und gesteht ein, dass er im Grunde derselbe Grobian ist und dass Männer und Frauen gemeinsam gegen den Wunsch ankämpfen müssen, einander zu beherrschen. Er geht still von dannen, nimmt seinen Schläger auf und steigt die Hänge hinter dem Haus hinauf, zur großen Erleichterung sowohl Lucys als auch Charlottes, die bei seinem Aufbruch in versteckten Jubel ausbrechen. Das Kapitel unterstreicht die Kluft zwischen Georges philosophischer Resignation und ihrer Erwartung eines dramatischeren Endes, wobei Miss Bartlett Lucys besonnenes und mutiges Verhalten lobt, während Lucy selbst seltsam unberührt bleibt, was vermuten lässt, dass er sie amüsiert.
Lucy löst ihre Verlobung mit Cecil
Während der Abend hereinbricht, hält Lucy im Freien inne und erlebt ein plötzliches emotionales Erwachen, während ihr die herbstliche Landschaft und das Ende des Sommers bewusst werden. Als Cecil zum Tennisspielen eingeladen wird und mit der Bemerkung ablehnt, er sei kein Sportler und ziehe Bücher dem Sport vor, erlebt Lucy einen entscheidenden Moment der Klarheit. Es fällt ihr wie Schuppen von den Augen, als ihr bewusst wird, wie sie nur je Cecils Gesellschaft ertragen konnte, und noch am selben Abend fasst sie den Entschluss, ihre Verlobung mit ihm vollständig zu lösen – ihre endgültige Absage an die gesellschaftliche Konvention zugunsten echten, aufrichtigen Fühlens.
Lucy löst ihre Verlobung mit Cecil
Kapitel XVII schildert den entscheidenden Moment, in dem Lucy Honeychurch ihre Verlobung mit Cecil Vyse löst. Die Auseinandersetzung findet am Abend nach dem Abendessen statt, vor dem Schlafengehen, als Cecil noch bei seinem Whiskey verweilt und Lucy die Anrichte abschließt. Lucy ist eher zornig als traurig, als sie Cecil bittet, sie aus der Verlobung zu entlassen, und erklärt, sie habe die Angelegenheit sorgfältig durchdacht. Die Szene verdeutlicht, dass ihre unterschiedlichen Herkunft und Persönlichkeiten sie als Ehepartner unvereinbar machen.
Lucy erklärt, dass die Verlobung beendet werden muss
Lucy wählt genau diesen Moment, um die Sache zu beenden, gemäß ihrer eingespielten Routine. Am Sideboard kniend, sagt sie Cecil, dass es ihr sehr leidtut und dass sie zu verschieden seien. Sie bittet ihn, sie freizugeben und zu versuchen, sie zu vergessen. Ihre Stimme verrät eher Zorn als Traurigkeit, trotz ihrer sorgfältig gewählten Worte. Cecil, der sein Whiskyglas in der Hand hält, ist sprachlos und verstört ob ihrer plötzlichen Erklärung.