Mr. Collins, Wickham und die sich zuspitzenden Verwicklungen
Die Kapitel vierzehn und fünfzehn vertiefen die Auseinandersetzung des Romans mit der gesellschaftlichen Absurdität durch zwei unterschiedliche Handlungsstränge: Mr. Collins’ unerträglichen Besuch in Longbourn und die Einführung von Mr. Wickham in Meryton. Zusammen treiben diese Kapitel sowohl die komische Nebenhandlung um Collins’ Heiratspläne als auch die zentrale romantische Spannung zwischen Elizabeth und Darcy voran. Mr. Collins tritt als ein Mann von begrenztem Verständnis hervor, dessen Mängel durch seine Erziehung nicht behoben, sondern verschlimmert wurden, und seine Aufgeblasenheit bietet erhebliche Satire auf Geistliche, die durch Schmeichelei statt durch echte geistliche Berufung nach Aufstieg streben.
Im Hause der Philips in Meryton, wohin Mr. Collins seine Cousinen begleitet, verwandelt die Ankunft des gutaussehenden Leutnants Wickham den Abend. Während Collins Mrs. Philips mit überschwänglichen Beschreibungen von Lady Catherine de Bourghs achthundert Pfund teurem Kaminsims in Rosings unterhält, sind die jungen Damen von Wickhams überlegener Haltung und angenehmer Unterhaltung gefesselt. Was als angenehmes Geplauder zwischen Elizabeth und Wickham beginnt, entwickelt sich zu etwas weit Bedeutsamerem, als Wickham behutsam das Thema Mr. Darcy anschneidet und damit beginnt, ein vernichtendes Bild vom Charakter seines früheren Gönners zu zeichnen, das Elizabeth angesichts ihrer eigenen Beobachtungen nur allzu plausibel erscheint.
Das siebzehnte Kapitel führt mehrere Handlungsstränge gleichzeitig weiter und stellt die Reaktion der Schwestern auf Elizabeths beunruhigendes Gespräch mit Wickham, das Herannahen des Balls in Netherfield sowie Mr. Collins’ sich steigernde romantische Aufmerksamkeiten gegenüber Elizabeth in den Mittelpunkt. Als Elizabeth Wickhams vernichtende Schilderung über Darcy wiedergibt, reagiert Jane mit der ihr eigenen Großherzigkeit und ringt damit, keinen der beiden Herren zu verurteilen. Unfähig, Wickhams gentlemanhaftes Auftreten mit Täuschung in Einklang zu bringen, kommt Jane zu dem Schluss, dass interessierte Personen einander vielleicht falsch dargestellt haben, und bewahrt damit ihre zuversichtliche Sicht auf die menschliche Natur selbst angesichts beunruhigender Beweise.
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