Rebellious subjects, enemies to peace, Profaners of this neighbour-stained steel,— Will they not hear? What, ho! You men, you beasts, That quench the fire of your pernicious rage With purple fountains issuing from your veins, On pain of torture, from those bloody hands Throw your mistemper’d weapons to the ground And hear the sentence of your moved prince. … If ever you disturb our streets again, Your lives shall pay the forfeit of the peace.
Many a morning hath he there been seen, With tears augmenting the fresh morning’s dew, Adding to clouds more clouds with his deep sighs; But all so soon as the all-cheering sun Should in the farthest east begin to draw The shady curtains from Aurora’s bed, Away from light steals home my heavy son, And private in his chamber pens himself, Shuts up his windows, locks fair daylight out And makes himself an artificial night.
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Lord Montagues Beschreibung seines Sohnes hebt Romeos Neigung hervor, die Welt auszusperren und in selbstgeschaffener Dunkelheit zu verweilen. Diese emotionale Unbeständigkeit kündigt die extremen Maßnahmen an, die er später ergreifen wird. Wenn wir Romeo zum ersten Mal sprechen hören, wird seine Liebe zu Rosaline durch eine Flut von Oxymora ausgedrückt, die darauf hindeuten, dass sein Verständnis von Liebe bereits untrennbar mit Schmerz und Verwirrung verbunden ist.
O brawling love! O loving hate! O anything, of nothing first create! O heavy lightness! serious vanity! Misshapen chaos of well-seeming forms! Feather of lead, bright smoke, cold fire, sick health! Still-waking sleep, that is not what it is! This love feel I, that feel no love in this.
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Diese Verwirrung wird sofort zerstreut, als Romeo Julia auf dem Capulet-Ball sieht. Der Wandel ist unmittelbar und unwiderruflich und markiert den Moment, in dem das Stück von einer potenziellen Komödie zur Tragödie kippt.
O, she doth teach the torches to burn bright! It seems she hangs upon the cheek of night As a rich jewel in an Ethiop’s ear; Beauty too rich for use, for earth too dear! … Did my heart love till now? Forswear it, sight! For I ne’er saw true beauty till this night.
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Romeos Hyperbel hier ist nicht nur poetisch; sie ist gefährlich. Indem er Julia über die Erde erhebt, platziert er sie – und ihre Liebe – implizit außerhalb der Grenzen der gesellschaftlichen Realität und Vernunft. Diese Intensität wird durch den Hass von Tybalt übertroffen, der Romeo erkennt und schwört, ihn zu vernichten.
This by his voice, should be a Montague. Fetch me my rapier, boy. What, dares the slave Come hither, cover’d with an antic face, To fleer and scorn at our solemnity? Now by the stock and honour of my kin, To strike him dead I hold it not a sin.
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Die Gegenüberstellung von Romeos Verzückung und Tybalts Wut erzeugt die flüchtige Spannung, die die Handlung vorantreibt. Als die Liebenden ihre Identitäten entdecken, ist die Erkenntnis vernichtend.
My only love sprung from my only hate! Too early seen unknown, and known too late! Prodigious birth of love it is to me, That I must love a loathed enemy.
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Julias Klage fängt das zentrale Paradoxon des Stücks ein: Die Intensität ihrer Liebe wird direkt durch die Tiefe des familiären Hasses angefacht. In der folgenden Balkonszene versucht sie, dies zu rationalisieren, indem sie die gesellschaftlichen Zeichen ihrer Namen abstreift.
What’s in a name? That which we call a rose By any other name would smell as sweet; So Romeo would, were he not Romeo call’d, Retain that dear perfection which he owes Without that title.
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Es ist ein schönes philosophisches Argument, aber in der gewalttätigen Welt von Verona sind Namen nicht nur Bezeichnungen; sie sind Stammeszugehörigkeiten, die Blut fordern. Das Paar geht schnell von der Philosophie zur Tat über und beschließt, schon am nächsten Tag zu heiraten. Bruder Lorenzo stimmt zu, die Zeremonie durchzuführen, in der Hoffnung, die Verbindung werde die Fehde beenden, doch er erkennt die
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Das Dekret des Prinzen schafft eine Hochdruckatmosphäre, in der ein einziger Fehlentscheid zum Tode führen kann. Vor diesem Hintergrund von „purpurnen Brunnen“ und angedrohtem Tod wird Romeos anfänglicher Charakter eingeführt. Bevor er Julia trifft, wird er durch eine künstliche Melancholie definiert, die ihn von der Welt isoliert.