Der bezaubernde April cover
Class and Social Status

Der bezaubernde April

Fünf englische Frauen unterschiedlichen Alters und verschiedener Lebensumstände finden unerwartete Liebe, Freundschaft und Selbsterkenntnis in einer gemieteten italienischen mittelalterlichen Burg; ihre Verwandlungen werden von Schönheit, ehrlichen Gesprächen und der befreienden Kraft des Sonnenscheins vorangetrieben.

Von Arnim, Elizabeth · 2005 · 14 min

Überfließende Liebe und die abendliche Offenbarung

Die überwältigende Schönheit und der Duft von San Salvatore bewirken eine tiefgreifende Verwandlung in Mrs. Wilkins, deren großzügiger Geist sich in dieser verzauberten Atmosphäre ganz natürlich zu weiten scheint. Als Mrs. Fisher sie und Mrs. Arbuthnot wegen der Benutzung des Wohnzimmers konfrontiert, in dem sich die Fotografien und das persönliche Briefpapier der alten Dame befinden, reagiert Mrs. Wilkins mit unerschütterlicher Gelassenheit. Sie akzeptiert anmutig, dass der Raum Mrs. Fisher gehört, und sagt zuversichtlich voraus, dass die ältere Frau bald ihre besitzergreifende, in London geprägte Haltung überwinden wird.

Dieses Kapitel dreht sich um das erste Abendessen, bei dem alle vier Frauen zusammenkommen, und stellt Lady Caroline in einem atemberaubenden muschelfarbenen Teekleid vor, das Mrs. Fisher empört. Das Kleid gibt ihre gesamten Arme frei und ist so dünn, dass sie offenbar gar nichts zu tragen scheint, was Mrs. Fisher zu der Bemerkung veranlasst, es sei höchst unschicklich und unklug. Mrs. Wilkins hingegen findet Scrap hinreißend und kann den Blick nicht von ihr abwenden. Die gegensätzlichen Haltungen der Frauen zu Schicklichkeit und Selbstinszenierung prägen den Ton für einen Abend, der zunehmend von aufrichtigen Gesprächen und unerwarteten Geständnissen geprägt ist.

Das Innenleben der Stille

Der Beginn von Kapitel 13 etabliert eine bewusste Spannung zwischen äußerer Trägheit und innerer Erregung. Die Diener von San Salvatore nehmen die vier Damen als schlaff und leblos wahr und stellen das Fehlen gesellschaftlicher Aktivitäten fest – keine Teebesucher, keine Ausflüge, kein Champagner. Das Schloss wirkt so leer wie im Winter. Doch diese Beobachtung verdeckt ein tiefgreifendes Paradox: Während die Körper der Frauen unbewegt bleiben, arbeiten ihre Köpfe in beispiellosem Maße.

Selbst der Schlaf bringt lebhafte, flüchtige Träume, die sich grundlegend von der Taubheit unterscheiden, an die sie sich gewöhnt haben. Diese Passage vertieft Rose Arbuthnots psychologisches Porträt und legt den schmerzhaften Riss zwischen ihren edlen Grundsätzen und ihrer emotionalen Leere offen. Ihr Tag in San Salvatore wurde durch Mrs. Wilkins’ gut gemeinte, aber gedankenlose Erinnerungen an ihren abwesenden Ehemann verdorben – Erinnerungen, die die zerbrechliche Natur des Friedens offenbaren, den Rose sich im Laufe ihrer Wochen in Italien um sich herum aufgebaut hat. Das Kapitel zeigt, dass Verwandlung kein einzelnes dramatisches Ereignis ist, sondern ein allmählicher Prozess der Auseinandersetzung mit seinen tiefsten Ängsten und Sehnsüchten.

Mr. Wilkins trifft ein und neue Dynamiken

Der Garten von San Salvatore durchläuft im Laufe der Wochen seine zauberhafte jahreszeitliche Verwandlung. Die Glyzinien verblassen, und Pfirsichblüten bedecken den Boden in Rosatönen, Freesien verschwinden, und Iris werden selten. An ihrer Stelle brechen doppelte Banksia-Rosen und Sommerrosen in verschwenderischer Fülle an Mauern und Spalieren hervor – darunter die gelbe Fortune, wunderschön und kühn. Bis zum Ende der Woche erreichen Tamariske und Seidelbast ihre Blütezeit, Lilien ragen empor, Feigenbäume spenden Schatten, und Massen dickblättriger sternförmiger Blüten breiten sich über die Felsen in leuchtendem Lila und blassem Zitronengelb aus.

In diese paradiesische Umgebung trifft Mr. Wilkins ein, dessen unerwartetes Erscheinen den Haushalt zunächst in Verwirrung stürzt. Die eigentümliche Nachwirkung des Badevorfalls schafft ein beispielloses Band unter den Gästen. Mrs. Fisher und Lady Caroline teilen nun ein geheimes Einverständnis mit Mr. Wilkins und empfinden ihm gegenüber fast mütterliche Gefühle, als hätten sie ein Kind beim Baden unterstützt. Diese seltsame Vertrautheit verwandelt ihr Abendessensgespräch in etwas wirklich Kultiviertes – Mr. Wilkins diskutiert über Politik und Literatur mit echter Substanz und behandelt beide Frauen als intellektuell Gleichgestellte. Mrs. Fisher empfindet seine Gegenwart als unendlich vorzuziehen gegenüber weiblicher Gesellschaft, während Lady Caroline in seinem Gespräch eine erfrischende Alternative zu den emotionalen Spielen entdeckt, die sie zu spielen müde geworden ist.

Der Tugendkreis und die Sehnsucht

Die zweite Woche in San Salvatore bringt Harmonie und Verwandlung für alle seine Bewohner. Mr. Wilkins, von dem Rose und Scrap befürchtet hatten, er könnte sich als unfreundlich erweisen, fügt sich nahtlos in den Haushalt ein und wird unerwartet umgänglich. Seine Zuneigung zu Lotty wächst, während er ihre Verbindung zu Lady Caroline erkennt, und er behandelt sie nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch privat mit echter Wärme. Im Gegenzug erblüht Lotty unter seiner Aufmerksamkeit, was der Erzähler als einen überaus tugendhaften Kreis gegenseitiger Vervollkommnung beschreibt.

Kapitel 17 konzentriert sich auf Rose Arbuthnots emotionalen Aufruhr, während sie auf eine Antwort von Frederick wartet, und gipfelt in der Ankunft des geheimnisvollen Hausherrn Thomas Briggs. Rose schickt einen Brief an Frederick über Domenico, um sicherzustellen, dass sie nicht einen Rückzieher macht, da sie erkennt, dass die Hälfte ihrer Zeit in San Salvatore bereits vergangen ist. Doch ihr Selbstvertrauen zerbröckelt sofort – sie fürchtet, er werde es nicht für nötig halten zu antworten, oder dass jede Antwort eine hohle Ausrede sein werde. Sie beginnt sich zu fragen, warum sie überhaupt geschrieben hat, und macht sich Vorwürfe, der Trägheit nachgegeben zu haben, während sie eigentlich ihren Pflichten hätte nachgehen sollen.

The original text of this work is in the public domain. This page focuses on a guided summary article, reading notes, selected quotes, and visual learning materials for educational purposes.

Project Gutenberg