Verwandlung, Erwachen und die Tyrannei der Anziehung
Kapitel 18 beginnt damit, dass Rose sich durch die wohltuende Gesellschaft von Mr. Briggs von ihrer früheren Enttäuschung erholt. Ihr Spaziergang entlang der Landzunge zum Leuchtturm wird zu einer Szene gegenseitiger Verzauberung, die an die frühere Dynamik zwischen Lotty und ihrem Ehemann erinnert. Briggs, der als unfähig zur Verstellung beschrieben wird, beginnt sofort, seine Bewunderung für Rose auszudrücken, und sein aufrichtiges Interesse an ihr aktiviert ihren eigenen Charme – ihre Farbe verbessert sich, ihre Unterhaltung fließt, und sie wird attraktiver, einfach weil er sie so findet.
Kapitel 19 dreht sich um die Ankunft von Mr. Briggs, dem jungen Besitzer von San Salvatore, dessen Vorstellung bei Scrap eine sofortige und verheerende Verliebtheit auslöst. Ab dem Moment, in dem sie die konventionelle Begrüßung „How do you do“ spricht, ist Briggs verloren – er verwandelt sich von einem fröhlichen, fähigen jungen Mann in jemanden, der ungeschickt, schweigsam und sichtbar vor Verlangen zittert. Seine Teetasse rutscht ihm aus der Hand, Makronen verstreuen sich, und seine Augen heften sich mit verzweifelter Intensität auf ihr Gesicht. Lady Caroline bleibt unterdessen ahnungslos von ihrer Wirkung, vertieft in ihre eigenen Sorgen und ihren privaten Kummer.
Offenbarungen und Wunder
Dieses Kapitel verwebt zwei parallele Erzählungen emotionalen Erwachens, beide katalysiert durch die magische Atmosphäre von San Salvatore. Während der Haushalt sich auf das Abendessen vorbereitet, entfalten sich tiefgreifende Wandlungen in den stillen Räumen zwischen den Zimmern. Arundels Nachmittag mit Scrap offenbart die verzweifelte Gewitztheit eines Mannes, der von Einsamkeit geplagt ist, der von der Familie Droitwich kaum mehr kennt als oberflächliche Begegnungen bei literarischen Zusammenkünften, der jedoch ausgeklügelte erfundene Begegnungen konstruiert, um Scorps Gesellschaft zu erhalten.
Gleichzeitig entfalten sich andere Wandlungen in den schattigen Korridoren und sonnendurchfluteten Terrassen des Schlosses. Mrs. Fisher, die die jüngeren Frauen mit ihrem scharfen Blick beobachtet, beginnt Muster im menschlichen Verhalten zu erkennen, die sie vor langer Zeit als unveränderlich abgetan hatte. Das Haus selbst scheint an dem allgemeinen Erwachen teilzuhaben; seine alten Steine absorbieren die neuen Gefühle, die seine Räume und Gärten erfüllen.
Die Wiedervereinigung
Dieses entscheidende Kapitel dreht sich um die plötzliche Wiedervereinigung Frederick Arbuthnots mit seiner Frau Rose in der italienischen Villa. Die Begegnung überrascht Frederick völlig unvorbereitet—seine Frau, an die er sich als starr und moralisch unnachgiebig erinnert, begrüßt ihn mit leidenschaftlicher Zuneigung statt mit der kalten Missbilligung, die ihre späteren gemeinsamen Jahre geprägt hatte. Als sie sich umarmen, empfindet Frederick ein tiefes Gefühl der Geborgenheit, fühlt sich in seine Jugend und in den Mann, der er einst war, zurückversetzt. Roses Annahme erfordert keine Erklärung und stellt keine Forderungen; sie liebt ihn einfach, seinen gealterten Körper und alles.
Was folgt, ist eine der berührendsten Szenen des Romans—eine Versöhnung, die angesichts der Jahre der Entfremdung, die sie getrennt haben, fast wie ein Wunder anmutet. Frederick, der die Villa betreten hatte, indem er das Schlimmste erwartete, findet stattdessen eine durch Sonnenschein und Schönheit verwandelte Frau vor, die er kaum wiedererkennt, die ihn aber heftiger liebt als je zuvor. Der Monat in Italien hat vollbracht, was Jahre pflichtbewusster Gemeinsamkeit nicht konnten: Er hat eine Liebe neu entfacht, die für immer erloschen schien.
Die Offenbarung des Vollmonds
Das Kapitel entfaltet sich im Zauber eines Vollmonds, wenn der Garten von San Salvatore zu einem Ort der Verwandlung wird, an dem weiße Blumen leuchtend glühen und farbige Blüten nur als Duft existieren. Die drei jüngeren Frauen – Rose, Lotty und Scrap – sitzen zusammen auf der Gartenmauer und blicken auf den Mondweg über den Ort, an dem einst Shelley lebte. Durch die Glastüren leuchtet das von Kerzen erhellte Esszimmer wie eine magische Höhle der Farbe, während die Männer darin als seltsam belebte Figuren vor der weiten, kühlen Stille der Nacht erscheinen.
Lotty und Scrap beobachten Rose, wie sie aus dem Esszimmer tritt, um sich zu ihnen zu gesellen, und erkennen in ihrem Gesicht den Beweis für ihre Versöhnung mit Frederick. Die drei Frauen teilen einen Moment vollkommenen Verständnisses, und jede erkennt in den anderen die Verwandlung, die der Monat bewirkt hat. Sie sind als Fremde nach San Salvatore gekommen, nur durch gemeinsame Ausgaben und den Wunsch nach Flucht verbunden, aber sie verlassen es als Freundinnen, die gegenseitig ihre tiefsten Sorgen miterlebt und sich geholfen haben, ihren Weg zurück zur Freude zu finden.
Ein Schloss, ein Monat und die Kraft der Schönheit
Was Verzauberter April als Klassiker der optimistischen Literatur bestehen lässt, ist Von Arnims Erkenntnis, dass Schönheit nicht bloß dekorativ, sondern transformativ ist. Das mittelalterliche Schloss San Salvatore wird mit seinen Gärten und Terrassen, seinen Ausblicken auf Meer und Berge, zu einer Figur für sich – eine wohlwollende Kraft, die die Fesseln der Konvention lockert und es den Frauen, die innerhalb seiner Mauern wohnen, ermöglicht, ihr wahrstes Selbst zu werden.
Der Roman legt nahe, dass Flucht keine Feigheit ist, sondern Notwendigkeit, dass manchmal das Pflichtbewusstste, was man tun kann, darin besteht, von der Pflicht Abstand zu nehmen und der Seele zu erlauben zu atmen. Jede der vier Frauen trägt Wunden, die ihr die englische Gesellschaft zugefügt hat – Wunden der Erwartung, Konvention und emotionalen Entbehrung – und jede findet im italienischen April eine Heilung, die keine tugendhafte Ausdauer hätte erreichen können. Von Arnims Prosa, leicht und verspielt und doch von echter Emotion berührt, fängt perfekt die Erfahrung der Befreiung ein, die eintritt, wenn man sich endlich erlaubt, glücklich zu sein.
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