The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde cover
The Duality of Human Nature

The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Ein viktorianischer Gentleman entdeckt, dass die Trennung vom Bösen keine Befreiung ist, sondern Besessenheit, und das Monster fordert immer seinen Tribut.

Stevenson, Robert Louis 2008 26 min

Als Mr. Utterson, ein Londoner Rechtsanwalt, erfährt, dass sein alter Freund Dr. Jekyll testamentarisch alles dem verachtenswerten Mr. Hyde vermacht hat, beginnt er eine Untersuchung, die von nebelverhangenen Eingängen zu Mord und schließlich zu einer schrecklichen Enthüllung führt: Jekyll hat sich chemisch in sein dunkleres Gegenstück verwandelt, nur um festzustellen, dass Hyde mit jedem Auftauchen stärker wird, während die Droge, die ihn aufrechterhält, langsam versagt. Die Konsequenzen, wenn man mit seiner eigenen Seele Gott spielt, entfalten sich mit unerbittlicher Unausweichlichkeit hin zu einem Ende, wo weder Selbst unbeschadet überlebt.

Die Suche nach Jekyll erwies sich als ergebnislos. Das Theater, der Korridor, die dunklen Schränke, der Keller – alles leer. Staub fiel von Schranktüren, die monatelang nicht geöffnet worden waren; Spinnweben versiegelten den Kellereingang. Poole stampfte auf den Boden, überzeugt, dass sein Herr unter den Steinen begraben lag. Doch Utterson fand die Haustür verschlossen vor, der Schlüssel lag in der Nähe – in zwei Teile gebrochen und bereits an den Bruchstellen verrostet. Keiner der beiden Männer konnte erklären, wie jemand ein- oder ausgegangen sein sollte.

Sie kehrten zurück, um das Kabinett genauer zu untersuchen. Weißes Salz, auf Glastellern abgemessen, deutete auf chemische Arbeit hin, die mitten im Experiment unterbrochen worden war – dieselbe Substanz, die Poole unzählige Male geliefert hatte. Am Feuer lag ein religiöser Text, den Jekyll einst geschätzt hatte, dessen Ränder nun mit Gotteslästerungen in seiner eigenen Handschrift beschmiert waren. Ein Standspiegel war zur Wand gedreht worden, als wäre das, was er reflektierte, zu furchtbar zum Anschauen. Utterson ertappte sich dabei, zu fragen, was Jekyll – nicht Hyde – mit einem solchen Gegenstand hätte anfangen wollen.

Auf dem Schreibtisch lag ein an Utterson adressierter Umschlag. Darin befanden sich drei Dokumente: ein Testament, das Hydes Namen durch seinen eigenen ersetzte, eine Notiz vom selben Morgen und ein versiegeltes Paket mit der Anweisung, Dr. Lanyons Bericht zu lesen, bevor er die endgültige Beichte öffnete. Dass Hyde, der tagelang in dessen Besitz gewesen und Utterson feindlich gesinnt gewesen war, das Testament unberührt gelassen hatte, schien unerklärlich. Die datierte Notiz bewies, dass Jekyll noch Stunden zuvor am Leben gewesen war – war er geflohen, oder schlimmer? Utterson steckte die Papiere ein, entschlossen, den Ruf seines Freundes zu schützen und gleichzeitig die Wahrheit aufzudecken.

Was folgte, war Lanyons Bericht. Vier Tage zuvor hatte er einen eingeschriebenen Brief von Jekyll erhalten – seltsam, da sie doch am Abend zuvor zusammen diniert hatten. Der Inhalt war noch seltsamer: eine verzweifelte Bitte, verfasst in Begriffen von Leben, Ehre und Vernunft. Jekyll flehte Lanyon an, gewaltsam in sein Kabinett einzudringen, eine bestimmte Schublade mit Pulvern und einem Fläschchen zu holen und sie einem um Mitternacht eintreffenden Boten zu übergeben. Der Terror in jeder Zeile war unverkennbar.

Lanyon vermutete Wahnsinn, fühlte sich jedoch durch ihre alte Freundschaft gebunden. Er fuhr zu Jekylls Haus, überwachte das Aufbrechen der Kabinettstür und trug die Schublade nach Hause. Ihr Inhalt verwirrte ihn: ein weißes kristallines Salz, ein blutrotes, scharf nach Phosphor riechendes Fläschchen und ein Notizbuch, das jahrelange Experimente dokumentierte – die meisten als Misserfolge markiert, einige kryptisch als „doppelt“ beschriftet. Nichts erklärte, warum Jekylls Verstand davon abhängen sollte, dass diese Gegenstände einen Mitternachts-Boten erreichten.

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