England unter den angevinischen Königen, Bände I und II cover
Anjou, Haus Gliederung

England unter den angevinischen Königen, Bände I und II

Eine Baumgliederung, die die Hauptteile, Wendungen und Ideen des Buches sichtbar macht.

Norgate, Kate · 2022 · 12 min
England unter den angevinischen Königen, Bände I und II

England unter den angevinischen Königen, Bände I und II von Norgate, Kate erstreckt sich über 27 Kapitel. Dieses Kapitel untersucht die Gründungsperiode der Dynastie der Anjou von 843 bis 987 und beleuchtet die dokumentarischen Quellen, materiellen Überreste und politischen Entwicklungen, die die Grundlage für die spätere angevinische Macht bildeten. Dieses Kapitel untersucht die politische Landschaft des französischen Königreichs zwischen 987 und 1044, mit besonderem Fokus auf die Rivalität zwischen den Häusern Anjou und Blois. Das Kapitel enthält detaillierte Darstellungen von militärischen Kampagnen, dynastischen Allianzen und religiöser Patronage, die die Machtverhältnisse der frühen kapetingischen Periode prägten. KAPITEL IV** – Überblick über die politische Landschaft in England, der Normandie und Frankreich vom mittleren 11. bis zum mittleren 12. Jahrhundert.

KAPITEL II

Dieses Kapitel untersucht die Gründungsperiode der Dynastie der Anjou von 843 bis 987 und erforscht die dokumentarischen Quellen, materiellen Hinterlassenschaften und politischen Entwicklungen, die die Grundlage für die spätere Macht der Angevin schufen.

DIE ANFÄNGE VON ANJOU, 843–987

Dieser Abschnitt zeichnet die Entstehung der Grafschaft Anjou nach dem Vertrag von Verdun nach und behandelt den Zeitraum von der Teilung des Karolingerreichs bis zum Tod des letzten karolingischen Königs von Westfranken. Er stellt den politischen Kontext für die Ambitionen der Anjou und die allmähliche Konsolidierung der territorialen Macht im Maine-Loir-Tal her.

Die Quellen der Geschichte der Anjou

Dieser Abschnitt bewertet die dokumentarischen Belege für die frühe Geschichte der Anjou, einschließlich Urkunden, Chroniken und bischöflicher Briefe. Er untersucht die Zuverlässigkeit und die Grenzen verschiedener narrativer Quellen und erörtert, wie Historiker die politischen Handlungen der frühen Herrscher von Anjou rekonstruiert haben.

Der Palast der Grafen von Angers

Dieser Abschnitt untersucht die architektonischen und archäologischen Belege für den Grafenpalastkomplex in Angers. Er beleuchtet die Bedeutung des Palastes sowohl als Wohnsitz als auch als Verwaltungszentrum und stützt sich dabei auf die ausführliche Erörterung der materiellen Überreste in Anmerkung B.

Die Ehen von Geoffrey Graumantel

Dieser Abschnitt analysiert die Heiratsstrategien von Geoffrey Graumantel und untersucht, wie dynastische Bündnisse mit fränkischen, bretonischen und anderen regionalen Familien die territorialen Ambitionen der Anjou voranbrachten. Anmerkung C liefert eine spezialisierte Analyse dieser ehelichen Verbindungen.

Die Bretonischen und Poitevinischen Kriege von Geoffrey Greygown

Dieser Abschnitt behandelt die militärischen Feldzüge und diplomatischen Konflikte, an denen die Bretagne und Poitou während der Herrschaft von Geoffrey Greygown beteiligt waren. Er untersucht die komplexen politischen Beziehungen zu den Nachbarmächten und die Strategien zur Erweiterung des angevinischen Einflusses.

Die Übertragung von Maine an Geoffrey Greygown

Dieser Abschnitt befasst sich mit den Umständen und der Bedeutung der Übertragung von Maine an die Kontrolle von Geoffrey Greygown. Er analysiert die politischen Verhandlungen und militärischen Maßnahmen, die zu dieser territorialen Erwerbung führten, die eine erhebliche Erweiterung der angevinischen Macht darstellte.

KAPITEL III

Dieses Kapitel untersucht die politische Landschaft des französischen Königreichs zwischen 987 und 1044 mit besonderem Augenmerk auf die Rivalität zwischen den Häusern Anjou und Blois. Das Kapitel enthält ausführliche Darstellungen von militärischen Kampagnen, dynastischen Bündnissen und religiöser Patronage, die die Machtverhältnisse der frühen Kapetingerzeit prägten.

ANJOU UND BLOIS, 987–1044

Dieser Abschnitt bietet den historischen Kontext für den Konflikt zwischen Anjou und Blois im späten zehnten und frühen elften Jahrhundert. Nach dem Thronantritt von Hugo Capet im Jahr 987 behaupteten die regionalen Mächte zunehmend ihre Autonomie, während sie ihr Verhältnis zur Krone gestalteten. Die Darstellung verfolgt den Aufstieg von Fulk Nerra zum Grafen von Anjou und seine anschließenden Auseinandersetzungen mit Odo, Graf von Blois, und legt damit den Grundstein für den umfassenderen territorialen und dynastischen Wettbewerb, der diese Zeit prägen sollte.

Die Belagerung von Melun

Dieser Abschnitt untersucht die militärischen Operationen rund um die strategische Festung Melun, ein entscheidendes Gut im andauernden Konflikt zwischen den rivalisierenden Grafen. Die Belagerung stellt einen Wendepunkt im Kampf zwischen Anjou und Blois dar und zeigt das Zusammenspiel von Militärtechnologie, Festungskriegführung und dynastischem Ehrgeiz im mittelalterlichen Frankreich. Die Anmerkungen bieten ergänzende Dokumentation zur Chronologie und zu den Quellen dieses Feldzugs.

Die Eltern der Königin Konstanze

Dieser Abschnitt untersucht die Abstammung und politische Bedeutung von Konstanze von Arles, die König Robert II. von Frankreich heiratete. Die Analyse verfolgt ihre Herkunft und untersucht, wie ihre Ehe königliche Bündnisse festigte und gleichzeitig Spannungen mit anderen Adelshäusern schuf. Die Dokumentation behandelt wissenschaftliche Fragen zu den genauen genealogischen Verbindungen und deren politischen Auswirkungen auf die kapetingische Dynastie.

Die Pilgerreisen des Fulk Nerra

Dieser Abschnitt dokumentiert die religiösen Reisen von Fulk Nerra, Graf von Anjou, die eine besondere Verbindung von Frömmigkeit, politischem Kalkül und persönlicher Buße darstellen. Seine Pilgerreisen ins Heilige Land und zu anderen heiligen Stätten zeigen, wie devotionale Praktiken sowohl spirituellen als auch politischen Zwecken beim Aufbau der gräflichen Autorität dienten. Die Anmerkungen bieten eine detaillierte Untersuchung der Chronologie, Routen und historischen Quellen dieser Expeditionen.

Geoffrey Martel und Poitou

Dieser Abschnitt untersucht die Herrschaft von Geoffrey Martel, der Fulk Nerra als Graf von Anjou nachfolgte, mit besonderer Aufmerksamkeit auf seine Expansion nach Poitou. Seine Konflikte mit dem Herzog von Aquitanien und die anschließende Eroberung von Poitou markieren eine bedeutende Verschiebung im territorialen Gleichgewicht Westfrankreichs. Die Analyse berücksichtigt auch Geoffreys komplexes Verhältnis zur französischen Monarchie und seine Rolle in der breiteren Dynamik der kapetingischen herzöglichen Beziehungen.

KAPITEL IV

KAPITEL IV** – Überblick über die politische Landschaft in England, der Normandie und Frankreich vom mittleren 11. bis mittleren 12. Jahrhundert.

ANJOU UND NORMANDIE, 1044–1128

ANJOU UND NORMANDIE, 1044–1128** – Verfolgt den Aufstieg der Grafen von Anjou, ihre Kontrolle über die Normandie und die Verschwägerung mit der englischen Krone.

GEOFFREY PLANTAGENET UND STEPHAN VON BLOIS, 1128–1139

GEOFFREY PLANTAGENET UND STEPHAN VON BLOIS, 1128–1139** – Beschreibt die Rivalität zwischen Geoffrey Plantagenet und König Stephan, die zum Bürgerkrieg führte, der als Die Anarchie bekannt ist.

ENGLAND UND DIE BARONE, 1139–1147

ENGLAND UND DIE BARONE, 1139–1147** – Untersucht die Beziehung zwischen der englischen Monarchie und den Adelsfraktionen während Stephans Herrschaft.

DIE ENGLISCHE KIRCHE, 1136–1149

DIE ENGLISCHE KIRCHE, 1136–1149** – Behandelt die Rolle und Reformen der englischen Kirche, einschließlich der Ernennungen von Erzbischöfen und der kirchlichen Politik.

HEINRICH HERZOG DER NORMANNEN, 1149–1154

HEINRICH HERZOG DER NORMANNEN, 1149–1154** – Verfolgt die Konsolidierung der Normandie durch Heinrich Plantagenet und seinen Anspruch auf den englischen Thron.

HENRY UND ENGLAND, 1154–1157

HENRY UND ENGLAND, 1154–1157** – Beschreibt die frühe Regierungszeit Heinrichs II., seine Rechtsreformen und die Beziehungen zu den Baronen.

HENRY UND FRANKREICH, 1156–1161

HENRY UND FRANKREICH, 1156–1161** – Untersucht die diplomatischen und militärischen Verwicklungen Heinrichs II. mit dem französischen König, insbesondere bezüglich der angevinischen Gebiete.

KAPITEL XI

DIE LETZTEN JAHRE VON ERZBISCHOF THEOBALD, 1156–1161 474 KARTENVERZEICHNIS I. GALLIEN c. 909–941 Gegenüber Seite 107 II. GALLIEN c. 1027 143 PLÄNE I. WINCHESTER. II. BRISTOL Gegenüber Seite 31 III. LINCOLN. IV. OXFORD 40 V. LONDON 44 VI. ANGERS 165

DIE LETZTEN JAHRE VON ERZBISCHOF THEOBALD, 1156–1161

Die Kapitelüberschrift kündigt eine fokussierte Untersuchung der letzten Jahre von Erzbischof Theobald an, die von 1156 bis 1161 reicht, wobei der Inhalt auf Seite 474 des Bandes beginnt. Die Vorbemerkungen enthalten auch Listen von Karten und Plänen, die im gesamten Werk verteilt sind und den geographischen und architektonischen Umfang der umfassenderen Studie verdeutlichen.

KARTENVERZEICHNIS

Frontmatter-Abschnitt mit Auflistung kartografischer Materialien

I. GALLIEN ca. 909–941

Diese Karte veranschaulicht die territoriale Ausdehnung Galliens während der Karolingerzeit und erstreckt sich ungefähr von 909 bis 941. Dieser Zeitraum umfasst die letzten Regierungsjahre Karls des Einfältigen, den Aufstieg der robertinischen Macht und die Etablierung der Kapetinger-Dynastie und markiert eine Übergangsphase in der politischen Geographie der Region, die das zukünftige Königreich Frankreich prägen sollte. Die Karte ist gegenüber Seite 107 positioniert, was ihre Bedeutung als primäres Referenzwerkzeug für das in diesem Band dargelegte historische Narrativ unterstreicht.

II. GALLIEN c. 1027

Die zweite Karte in diesem Abschnitt zeigt Gallien um das Jahr 1027 und ist so positioniert, dass sie der Seite 143 des Bandes gegenüberliegt. Diese Karte ergänzt die kartografischen Darstellungen Galliens aus dem früheren Zeitraum von ungefähr 909 bis 941, die weiter oben in der Liste gegenüber Seite 107 erscheinen.

PLÄNE

Frontmatter-Abschnitt, der architektonische Pläne auflistet

I. WINCHESTER. II. BRISTOL

Der Abschnitt identifiziert die Pläne I und II, die Winchester bzw. Bristol entsprechen und gegenüber Seite 31 des Bandes positioniert sind. Diese beiden Stadtpläne sind zusammen mit weiteren kartografischen Materialien katalogisiert, einschließlich zusätzlicher Pläne für Lincoln, Oxford, London und Angers, jeweils mit spezifischen Seitenverweisen im gesamten Werk.

III. LINCOLN. IV. OXFORD

Der Abschnitt listet Pläne für Lincoln und Oxford auf, die beide gegenüber Seite 40 des Bandes zu finden sind. Diese beiden Pläne sind Teil einer Reihe architektonischer Tafeln, die den Haupttext begleiten, wobei weitere Pläne an verschiedenen Seitenstellen im gesamten Werk erscheinen.

V. LONDON

Das Vorwort umfasst eine Reihe detaillierter Pläne, die den Band begleiten, darunter einen Plan von London, der sich gegenüber Seite 44 befindet. Dies deutet darauf hin, dass das Werk kartografische oder architektonische Illustrationen enthält, die speziell angefertigt wurden, um den Lesern zu helfen, die im Text behandelte städtische Geografie zu visualisieren.

VI. ANGERS

Der Band schließt mit einer Reihe illustrativer Materialien, darunter Karten und architektonische Pläne. Darunter befindet sich ein Plan von Angers, der als Punkt VI in der Liste der Pläne erscheint und dem Material gegenüber Seite 165 des Textes entspricht.

KAPITEL I.

Eröffnungsabschnitt von Kapitel I, der den Zeitraum der Herrschaft Heinrichs I. (1100–1135) abdeckt. Er beginnt mit der sterbenden Prophezeiung Eduards des Bekenners, die voraussagte, dass England ein Ende seiner Leiden sehen würde, wenn die geteilte west-sächsische Königsfamilie wieder zusammengeführt würde, und rahmt damit den Fokus des Kapitels auf die unerwartete englische nationale Wiedergeburt, die unter der Herrschaft der Angevinen entstand, und bereitet die Hintergrundgeschichte der Ereignisse vor, die zu Heinrichs I. Aufstieg auf den Thron führten. Dieses Kapitel schildert die Ratifizierung des Vertrags von Winchester von 1101 zwischen Heinrich I. und seinem Bruder Robert von der Normandie, Heinrichs systematische Bemühungen, den englischen Hochadel zu kontrollieren, seine anschließenden militärischen Feldzüge zur Durchsetzung seiner Autorität über die Normandie, die Schlacht von Tinchebray im Jahr 1106, die die Normandie als ein von England abhängiges Gebiet etablierte, Heinrichs Regierungsphilosophie sowie seinen frühen Konflikt mit Erzbischof S. Anselm über die Praxis der kirchlichen Investitur. Kapitel I beginnt mit der Untersuchung der Beilegung des Investiturstreits zwischen Anselm und Heinrich I. und wendet sich dann Heinrichs weltlicher Herrschaft und der administrativen Entwicklung des England nach der Eroberung zu. Es verfolgt die Entwicklung der Curia Regis und des Exchequers, die Reformen Rogers von Salisbury als Justiziar und die allmähliche normannisch-englische Verschmelzung unter Heinrichs Politik der unparteiischen Herrschaft. Kapitel I gibt einen Überblick über das Verwaltungssystem Heinrichs I., die überlieferte Pipe Roll von 1130 und das Aufkommen sowie den Charakter englischer Städte im zwölften Jahrhundert. Das Kapitel beginnt mit der von Roger von Salisbury übernommenen finanz- und verwaltungstechnischen Maschinerie, behandelt dann die Ursprünge und Freiheiten englischer Boroughs, folgt einer Gruppe von Laoner Kanonikern auf ihrer Reise durch Südengland und schließt mit einem Porträt des zwölften Jahrhunderts in Bristol. Einzelne Abschnitte behandeln den Inhalt der Pipe Roll, die besondere Entwicklung englischer Städte, das Wachstum von Gilden und verbrieften Freiheiten sowie detaillierte Schilderungen von Winchester, Christchurch, Exeter, Old Sarum, Wilton und Bristol. Kapitel I gibt einen Überblick über die wichtigsten städtischen Zentren Englands in den Jahrzehnten nach der normannischen Eroberung und bewegt sich vom Severn-Tal und den westlichen Städten über Chester, York und die nördlichen Grenzgebiete bis nach Lincoln und Norwich, um zu zeigen, wie die normannische Herrschaft Handel, Verteidigung und kirchliche Geographie umgestaltete. KAPITEL I. untersucht das kräftige Wachstum des englischen Stadtlebens während der normannischen Periode, wobei der Schwerpunkt auf der Erholung und Blüte Oxfords unter den D'Oillys und auf der sich abzeichnenden Gestalt Londons als Hauptstadt und Handelszentrum liegt. Das Kapitel zeichnet nach, wie sich militärische, religiöse, intellektuelle, bürgerliche und soziale Institutionen in diesen Städten verwurzelten, was schließlich in ihrer Bereitschaft gipfelte, unter der Herrschaft Heinrichs I. als politische und kulturelle Zentren zu dienen. Dies ist Fragment 7 von insgesamt 12 Fragmenten zu Kapitel 8 (Kapitelindex 5) mit dem Titel *KAPITEL I.*. Das Kapitel untersucht das soziale, wirtschaftliche und häusliche Leben im normannischen England des 12. Jahrhunderts und behandelt den normannischen Bürger-Einfluss in London, den Haushalt der Eltern von Thomas Becket, die flämische Siedlung und den flämischen Handel, den Status der jüdischen Gemeinschaften, die Wohnarchitektur, die Modenormen, die Struktur des Feudallehens sowie die Hörigkeit und die manorialen Verpflichtungen. Dieses Kapitel stützt sich auf den Peterborough Abbey *Liber Niger* (Schwarzes Buch, zusammengestellt ca. 1125) sowie zeitgenössische Verwaltungs- und Kirchenakten, um das ländliche Manorleben im England des 12. Jahrhunderts, den rechtlichen und sozialen Status der Hörigen, die verfügbaren Wege zur Befreiung der Hörigen, den Zustand der englischen Kirche unter Heinrich I. und den Aufstieg des Ordens der Augustiner-Chorherren zu untersuchen. Dieses Kapitel schildert die Ankunft, die Etablierung und den wachsenden Einfluss der Augustiner-Chorherren in England während der Herrschaft Heinrichs I., einschließlich ihrer Gründungspriorate, der damit verbundenen Schlüsselfiguren und ihrer Erhebung in hohe bischöfliche Ämter. Es zeichnet dann die Ursprünge des Zisterzienserordens nach, seine rasche Ausbreitung nach England, die Gründung seiner großen englischen Abteien, seine zentralen Reformprinzipien und seine weitreichenden Auswirkungen auf die bre…

KAPITEL I.

Eröffnungsabschnitt von Kapitel I, der den Zeitraum der Herrschaft Heinrichs I. (1100–1135) abdeckt. Er beginnt mit der sterbenden Prophezeiung Eduards des Bekenners, die voraussagte, dass England ein Ende seiner Leiden sehen würde, wenn die geteilte westsächsische Königslinie wieder zusammengefügt würde, und rahmt damit den Fokus des Kapitels auf die unerwartete englische nationale Wiederbelebung, die unter der Herrschaft der Angevinen entstand, und bereitet die Hintergrundgeschichte der Ereignisse vor, die zu Heinrichs I. Aufstieg auf den Thron führten.

Eduards des Bekenners Prophezeiung

Beschreibt die letzte Prophezeiung Eduards des Bekenners, die zunächst als unsinnig abgetan, aber ein Jahrhundert später neu interpretiert wurde, um die politische Wiederherstellung Englands zu beschreiben: Der „grüne Baum" der west-sächsischen Monarchie wurde durch Wilhelm des Eroberers Invasion gefällt, und drei aufeinanderfolgende fremde Herrscher trennten den überlebenden englischen Königsast von seiner Wurzel. Heinrichs I. Ehe mit Eadgyth, einer Prinzessin der alten englischen Königsfamilie, wurde als die „Wiederveredelung" angesehen, die die Linie wiederherstellte. Während ein Kind aus dieser Verbindung, Wilhelm der Ætheling, jung starb, brachte ein anderes Kind die künftige Linie englischer Herrscher hervor, und das lange gehegte nationale Ideal englischer Einheit und Wohlstand, das mit Eduard verbunden war, begann unter Heinrich Fitz-Empress greifbare Form anzunehmen.

Englische nationale Wiederbelebung unter angevinischer Herrschaft

Beschreibt das ungewöhnliche Entstehen einer englischen nationalen Wiederbelebung unter dem fremden angevinischen Regiment und stellt es früheren Perioden ausländischer Herrschaft gegenüber, wie etwa der Herrschaft von Knut dem Dänen, der England als sein Heimatkönigreich regierte. Erklärt, dass die angevinischen Grafen und Könige (einschließlich Heinrich II. und seiner Söhne) England als Ressource zur Finanzierung ihrer kontinentalen Ambitionen und als sicheren Zufluchtsort betrachteten, nicht als ihre Heimat, sodass die Wiederbelebung erst unter der Herrschaft Edwards I. abgeschlossen wurde, als die Dynastie vollständig in die englische Identität integriert war. Weist darauf hin, dass das Verständnis der Rolle Heinrichs I. in dieser Wiederbelebung den Kontext der Ursprünge der angevinischen Dynastie und den Zustand Englands erfordert, als Heinrich von Anjou erstmals die Krone ergriff.

Wilhelm Rufus' gescheiterte imperiale Ambitionen

Berichtet von Wilhelm Rufus' gescheitertem Versuch, ein normannisches Reich über den Ärmelkanal hinweg aufzubauen, das sich von Schottland bis zu den Pyrenäen erstrecken sollte. Im Jahr 1100 bot der Herzog von Aquitanien Rufus seine Gebiete als Sicherheit für die Teilnahme am Kreuzzug an; Rufus hatte bereits das Herzogtum Normandie von seinem Bruder Robert gewonnen und die Grafschaft Maine zurückerobert, sodass die Annahme Aquitaniens ein nahezu zusammenhängendes normannisches Reich geschaffen hätte. Rufus scherzte, er würde sein nächstes Weihnachtsfest in Poitiers abhalten, doch er wurde noch am selben Abend im New Forest getötet, wodurch der Plan zusammenbrach. Robert kehrte vom Kreuzzug zurück, um die Normandie zurückzufordern, während englische Barone Robert umgingen und seinen in England geborenen Bruder Heinrich zum König wählten.

Heinrichs I. frühes Leben und Aufstieg zur Macht

Verfolgt Heinrichs I. frühes Leben und seinen Weg zur Macht: geboren in England als Sohn Wilhelms und Matildas, war er der einzige Sohn, der einem regierenden König und einer regierenden Königin geboren wurde, wurde jedoch vom Erbe seines Vaters ausgeschlossen und erhielt nur ein Bargeldvermächtnis von 10.000 £. Später kaufte er den Cotentin, Avranchin und Mont-Saint-Michel von seinem knappen Bruder Robert für 3.000 £, wurde jedoch von Robert gefangen genommen, nachdem Wilhelm Rufus seine englischen Besitztümer beschlagnahmt hatte. Nach seiner Freilassung unterstützte er Robert gegen Rufus, doch die Brüder verschworen sich später, Heinrich seine Ländereien zu entziehen, was zu einer 15-tägigen Belagerung von Mont-Saint-Michel führte, in der Heinrich kapitulierte und besitzlos zurückblieb, mit einem winzigen Gefolge durch Frankreich und den Vexin wanderte. Später gewann er die Kontrolle über die strategische Festung Domfront, nachdem deren Bürger sich gegen ihren tyrannischen Herrn erhoben hatten, baute seine Machtbasis in der Normandie aus und wurde 1095 Vasall Wilhelms Rufus, für den er gegen Robert kämpfte.

Heinrichs I. Charakter und politischer Scharfsinn

Analysiert die Persönlichkeit Heinrichs I. und stellt sie seinen impulsiven Brüdern Wilhelm Rufus und Robert gegenüber. Heinrich war ein pragmatischer, kühler und berechnender „Geschäftsmann“ ohne jede romantische oder ritterliche Idealisierung, geprägt von außergewöhnlicher Selbstbeherrschung und einer hohen Arbeitsfähigkeit – Eigenschaften, die seinen Brüdern vollkommen fehlten. Für einen Laien seiner Zeit war er gut gebildet, bewahrte sein Leben lang literarische Interessen und betrachtete alle Beziehungen als transaktional, vom Kauf der Cotentin bis zur arrangierten Heirat seines Erben. Seine stetige, vernunftgesteuerte Natur machte ihn einzigartig geeignet, die politischen Krisen seiner Zeit zu meistern, auch wenn ihm der leidenschaftliche Idealismus fehlte, der mit großen Führern assoziiert wird.

Heinrichs I. Thronbesteigung und Krönungsreformen

Berichtet über Heinrichs rasche Machtübernahme nach dem plötzlichen Tod von Wilhelm Rufus (William Rufus) im Jahr 1100: Er sicherte die Kontrolle über die Schatzkammer, gewann die Unterstützung wichtiger Barone und Prälaten und wurde gekrönt, bevor sich eine Opposition organisieren konnte. In Erwartung einer Herausforderung durch Robert von der Normandie, der den englischen Thron beanspruchen würde, erließ er eine Krönungscharta, die versprach, die ungerechte Herrschaft seines Bruders abzuschaffen: Wiederherstellung der kirchlichen Freiheit und Beendigung des Verkaufs von Kirchenämtern, Befreiung der im Ritterdienst stehenden Lehnsleute von zusätzlichen Steuern auf ihre Stammgüter, Beendigung der Praxis der Feudalbarone, ungerechte Forderungen (Vormundschaften, Zwangsehen, unfaire Abgaben und Vermögensziehungen) gegenüber ihren Afterlehnsleuten zu erheben, und Wiederherstellung der Gesetze Eduards des Bekenners in der von Wilhelm dem Eroberer geänderten Fassung. Er ließ auch den allgemein verhassten Minister Ralf Flambard inhaftieren, rief den im Exil lebenden Erzbischof Anselm zurück und heiratete Eadgyth von Schottland, eine Nachfahrin der alten englischen Königsfamilie, um seine Unterstützung im Volk zu festigen.

Roberts von der Normandie Invasion und der Vertrag von Alton

Berichtet über Roberts von der Normandie Invasion Englands im Jahr 1101, angeregt durch die Flucht Ralf Flambards in die Normandie und dessen Überredung englischer Küstenseeleute, Robert in Portsmouth landen zu lassen statt am erwarteten Landeplatz Pevensey. Heinrich erneuerte seine Krönungscharta, um das englische Volk für sich zu gewinnen, das ihm als in England geborenem König, der mit einer englischen Königstochter verheiratet war, treu blieb, während die meisten normannischen Barone zunächst Robert bevorzugten. Die beiden Heere trafen sich bei Alton, aber durch den Rat von Erzbischof Anselm, treuen Baronen oder Heinrich selbst wurde die Konfrontation friedlich beigelegt. Der Vertrag von Alton sah vor, dass Robert im Austausch gegen eine jährliche Pension aus England auf seinen Anspruch auf den englischen Thron verzichtete; Heinrich gab alle seine normannischen Besitztümer außer Domfront auf, dessen Bürger sich weigerten, ihn an Robert auszuliefern; und die Brüder vereinbarten, dass derjenige, der den anderen überlebte, dessen Herrschaftsgebiete erben sollte, falls dieser keine legitimen Erben hatte.

KAPITEL I.

Dieses Kapitel schildert die Ratifizierung des Vertrags von Winchester aus dem Jahr 1101 zwischen Heinrich I. und seinem Bruder Robert von der Normandie, Heinrichs systematische Bemühungen zur Kontrolle des englischen Hochadels, seine anschließenden militärischen Kampagnen zur Durchsetzung seiner Autorität über die Normandie, die Schlacht von Tinchebray im Jahr 1106, die die Normandie als ein von England abhängiges Gebiet etablierte, Heinrichs Herrschaftsphilosophie und seinen frühen Konflikt mit Erzbischof S. Anselm über die Praxis der kirchlichen Investitur.

Ratifizierung des Vertrags von Winchester

Der Vertrag zwischen Heinrich I. und Robert von der Normandie wurde Anfang August 1101 in Winchester ratifiziert, fast auf den Jahrestag des Todes von Wilhelm Rufus (des Roten Königs), und beendete formell die letzte normannische Invasion Englands.

Scheitern des Vertrags bei der Beilegung der Baronsherrschaft

Wie schon der frühere Vertrag von Caen konnte der Vertrag von Winchester die zentrale Herausforderung der Kontrolle des normannischen Hochadels nicht lösen. Es existieren einander widersprechende historische Darstellungen der Vertragsbedingungen: Eine behauptet, er habe festgelegt, dass Personen, die in England wegen ihrer Unterstützung für Robert oder in der Normandie wegen ihrer Unterstützung für Heinrich ihre Lehen verloren hatten, keiner Strafe unterliegen sollten, während die wahrscheinlichere Darstellung besagt, dass die Brüder vereinbarten, bei der Bestrafung von Verrätern auf beiden Seiten des Ärmelkanals zusammenzuarbeiten.

Die Bestrafungen der Barone durch Heinrich I.

Heinrich I. bestrafte adlige Straftäter in England systematisch durch formale Rechtsverfahren: Einige wurden hoch bestraft, andere ihrer Ehren beraubt und verbannt. Er stellte diese Handlungen als Rache für Verrat gegen den Frieden und die Ordnung des Reiches dar und nicht als persönliche Beleidigungen gegen sich selbst. Ivo von Grantmesnil wurde bis an den Rand des Ruins bestraft, weil er private Kriege gegen seine Nachbarn führte – eine in der Normandie übliche Praxis, die jedoch während Heinrichs Herrschaft in England zuvor nicht zu beobachten war.

Robert von Bellêmes Revolte und Kapitulation

Robert von Bellême, ein mächtiger Grenzherr mit Besitztümern in England, der Normandie und der Ponthieu, befestigte seine Burgen Bridgnorth und Arundel in Vorbereitung auf einen offenen Aufstand, als er vorgeladen wurde, sich wegen 45 Anklagen wegen Hochverrats gegen Heinrich als König von England und Herzog der Normandie zu verantworten. Nachdem er nicht zur Verhandlung erschien, sah er sich Heinrichs Belagerung von Bridgnorth gegenüber, die nach drei Wochen kapitulierte; Shrewsbury und Arundel folgten, und Robert übergab alle seine englischen Besitztümer, um seine persönliche Sicherheit zu gewährleisten.

Heinrichs gesicherte Herrschaft und Roberts Vertragsbruch

Mit Robert von Bellêmes Kapitulation war die Herrschaft Heinrichs I. in England vollständig gesichert, doch sein älterer Bruder Robert von der Normandie kam seinen Verpflichtungen aus dem Vertrag von Winchester nicht nach. Aus England vertriebene Barone trugen ihren Verrat in die Normandie, wo es der nachlässige Robert zuließ, dass sie die Ländereien der Heinrich treu ergebenen Normannen verwüsteten.

Konfliktverlagerung nach 1103 in die Normandie

Ab 1103 verlagerte sich der zentrale Konflikt zwischen Heinrich I. und seinem Bruder Robert vollständig in die Normandie. Heinrichs englische Untertanen erkannten, dass seine Herrschaft nach der Vertreibung Robert von Bellêmes nun gesichert war, während Roberts Weigerung, verräterische Barone zu bestrafen, die Heinrichs normannische Unterstützer verwüsteten, deutlich machte, dass nur Heinrichs direktes Eingreifen die Ordnung im Herzogtum wiederherstellen konnte.

Heinrichs I. Intervention in der Normandie 1104

Heinrich I. traf 1104 in der Normandie ein, wo er von vielen der gemäßigteren Barone des Herzogtums unterstützt wurde. Er wurde vorübergehend durch Roberts Reformversprechen und die Abtretung der Grafschaft Évreux besänftigt, kam jedoch schnell zu dem Schluss, dass weitere Kompromisse mit seinem Bruder zwecklos waren.

Heinrichs I. Invasion und Bündnisse von 1105

In der letzten Woche der Fastenzeit 1105 landete Heinrich I. in Barfleur mit dem festen Entschluss, sich zum Herrn der Normandie zu machen. Er wurde sofort von seinen normannischen Parteigängern um sich geschart, und bald schlossen sich ihm zwei wertvolle Verbündete an: Elias, Graf von Maine, und Geoffrey, der junge Graf von Anjou und Heinrichs zukünftiger Schwiegersohn.

Eroberung von Bayeux und Caen

Heinrichs angevinische und cenomannische Verbündete sicherten ihm seinen ersten großen Sieg durch die Eroberung von Bayeux, das bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde, einschließlich seiner Kirchen. Durch die Zerstörung von Bayeux gewarnt, ergab sich Caen ohne Widerstand, sodass Heinrich die normannische Schatzkammer an sich reißen konnte.

Gescheiterte Belagerung von Falaise

Eine Belagerung von Falaise scheiterte, nachdem Graf Elias aus unerklärlichen Gründen plötzlich abgereist war, und der Konflikt zog sich in die Länge, bis Heinrich zu Michaeli nach England zurückkehrte, um die Verhandlungen über die Rückkehr von Erzbischof S. Anselm zu priorisieren.

Heinrichs I. Normanniefeldzug von 1106

Nachdem sowohl Robert von Bellême als auch Robert von der Normandie im Vorjahr nach England gereist waren, um Friedensbedingungen zu suchen, kehrte Heinrich im folgenden Sommer in die Normandie zurück, nun versöhnt mit S. Anselm und frei von inneren Angelegenheiten, um seine ganze Energie auf den entscheidenden Kampf um die Kontrolle des Herzogtums zu konzentrieren.

Schlacht von Tinchebray

Am Vorabend von Michaeli 1106 belagerte Heinrich I. die Burg Tinchebray, als Herzog Robert von der Normandie mit seiner gesamten Streitmacht heranrückte und Heinrich aufforderte, die Belagerung aufzugeben. Heinrich lehnte ab und bot Robert einen letzten Kompromiss einer geteilten Herrschaft an, wobei Heinrich die gesamte Verwaltung und Justiz in der Normandie kontrollieren sollte, was Robert ablehnte. In der darauffolgenden Schlacht verfügte Roberts Heer über eine zahlenmäßige Überlegenheit an Fußsoldaten, während Heinrichs Truppen, darunter die Elite des normannischen Adels sowie seine angevinischen, cenomannischen und bretonischen Verbündeten, mehr Ritter stellten. Robert von Bellême floh, sobald sich das Schlachtenglück wendete, was den Zusammenbruch von Roberts Armee auslöste, und Heinrich nahm den Herzog der Normandie, den Grafen von Mortain, etwa vierhundert Ritter und zehntausend Fußsoldaten gefangen, wobei seine eigenen Verluste minimal waren.

Bedeutung des Sieges von Tinchebray

Die Schlacht von Tinchebray im Jahr 1106 kehrte die normannische Eroberung von 1066 um und machte die Normandie zu einem Abhängigkeitsgebiet Englands statt umgekehrt. Während Heinrichs Herrschaft zunächst auf auswärtige Kriege für persönliche Zwecke ausgerichtet zu sein scheint, wurden seine Feldzüge letztlich von dem Ziel getrieben, Frieden und Ordnung zu schaffen, wobei seine Innen- und Außenpolitik untrennbar mit der Sicherung der englischen Freiheit vor der Tyrannei der normannischen Barone und ihrer französischen Verbündeten verbunden war.

Herrschaftsphilosophie Heinrichs I.

Obwohl Heinrich I. ein tapferer Soldat und geschickter Befehlshaber war, suchte er keinen Ruhm oder territorialen Gewinn aus seinen Feldzügen; sein Kernanliegen war die Schaffung von Frieden und Ordnung. Er glaubte, dass die Autorität eines Herrschers am besten durch die Bewahrung von Ordnung, Gerechtigkeit und Frieden für alle Untertanen gesichert werde, und nicht durch Herrschaft mittels Terrors wie sein Bruder Wilhelm Rufus. Er setzte die Gerechtigkeit gleichermaßen über alle sozialen Gruppen und Nationalitäten hinweg durch, und sein lebenslanger Kampf gegen die normannischen Barone und ihre Verbündeten bildete das Fundament seiner beständigen, gerechten Herrschaft.

Heinrichs I. Investiturstreit mit Anselm

Ab 1103 sah sich Heinrich I. mit dem langjährigen europäischen Investiturstreit konfrontiert, der bereits 25 Jahre wütete, bevor er England erreichte. Heinrich hielt zunächst an den „väterlichen Bräuchen" seines Vaters Wilhelm des Eroberers fest, die dem König Autorität über päpstliche Kommunikation, Dekrete der Kirchenkonzilien und die kirchliche Zensur von Kronbediensteten zusprachen, geriet jedoch mit Erzbischof S. Anselm in Konflikt, der auf Gehorsam gegenüber dem Dekret des Laterankonzils von 1075 bestand, das die Laieninvestitur geistlicher Ämter mit Ring und Stab verbot. Der Streit war keine Frage weitverbreiteter populärer oder kirchlicher Parteinahme in England, da die meisten Laien und Geistlichen ihn als persönlichen Konflikt zwischen König und Erzbischof betrachteten, da ihr Hauptanliegen darin bestand, eine weitere Zeit ohne Erzbischof zu vermeiden, wie sie während Anselms früherem Exil erlebt worden war.

KAPITEL I.

Kapitel I beginnt mit der Untersuchung der Beilegung des Investiturstreits zwischen Anselm und Heinrich I. und wendet sich dann der weltlichen Herrschaft Heinrichs und der administrativen Entwicklung des nach der Eroberung bestehenden England zu. Es zeichnet die Entwicklung der Curia Regis und des Exchequers, die Reformen Rogers von Salisbury als Justiziar und die allmähliche normannisch-englische Verschmelzung unter Heinrichs Politik der unparteiischen Herrschaft nach.

Anselm–Heinrich-I.-Kirchenregelung

Die Beilegung des Streits zwischen Anselm und Heinrich I. wird als Modell eines angemessenen Verhandlungsverfahrens präsentiert, das in vorteilhaftem Gegensatz zum kontinentalen Konflikt zwischen Papst und Kaiser sowie zum späteren Becket-Streit steht. Zwei Jahre lang störte der Streit nicht die Arbeitsweise der Kirche: Anselm leitete seine Suffraganbischöfe und wirkte mit voller Zustimmung Heinrichs an der Reform, und der Klerus stand loyal zum König in seinem Kampf mit den Baronen. Selbst nachdem Anselms Position unhaltbar wurde, reiste er im vollen Besitz seines Eigentums ab und unterhielt von Burgund aus einen aktiven Briefwechsel mit seinem Kapitel und seinen Suffraganbischöfen sowie einen freundschaftlichen Kontakt mit dem König und Königin Mathilde. Als Anselm schließlich mit der Exkommunikation drohte, tat er dies als kalkuliertes Mittel zur Erlangung des Friedens, was Heinrichs eigenen Vorbereitungen in der Normandie entsprach. Der daraus resultierende Kompromiss ergab die Form der Investitur, während die Substanz unter königlicher Kontrolle blieb: Heinrich behielt effektiven Einfluss auf die Wahlen, und der Huldigungseid der Bischöfe für ihre weltlichen Besitztümer glich den Verzicht auf die zeremonielle Investitur aus. Die Kirche gewann eine Anerkennung von Bereichen jenseits des königlichen Despotismus sowie eine Bestätigung der Appellationsgerichtsbarkeit der Apostolischen Kurie in kirchlichen Streitigkeiten. Die Beilegung deutete den schließlichen Zusammenbruch des Wilhelm-Lanfranc-Systems voraus, und als die schlummernde Fehde unter Heinrich II. erneut ausbrach, verlieh der Unterschied zwischen dem kühlen normannischen Temperament von Anselm und Heinrich I. und dem feurigen angevinischen Temperament von Thomas Becket ihr eine weitaus größere Virulenz.

Die weltliche Herrschaft Heinrichs I.

Heinrichs weltliche Politik ruhte, wie seine Kirchenpolitik, auf beständigen Grundsätzen. Da er anfangs auf seine englischen Untertanen angewiesen war, nahm Heinrich diese Stellung vollständig an und gab sie nie ganz auf. Seine Krönungsurkunde verpflichtete ihn, „das Gesetz König Eadwards, wie es von König Wilhelm geändert worden war", aufrechtzuerhalten, und band ihn, das Werk des Eroberers an Kompromiss und Verschmelzung fortzuführen. Die kirchliche Frage war nur die erste und auffälligste unter vielen sozialen und politischen Problemen, die dem König nun als gegenwärtige Tatsachen gegenübertraten. Heinrich versuchte keine theoretische, systematische Lösung, da die Zeit nicht reif war und er weder Gesetzgeber noch origineller Denker war. Er war ein klardenkender, kluger, praktischer Geschäftsmann, genau dem Augenblick angemessen. Obwohl seine Herrschaft äußerlich als „Tag der kleinen Dinge" erscheint im Vergleich zu den Zeitaltern davor und danach, war sie doch eine Zeit wesentlichen Übergangs, die den Weg für das Werk seines Enkels bereitete, indem sie das seines Vaters vollendete.

Administrative Entwicklung nach der Eroberung

Wenn die weltliche Seite der normannischen Herrschaft nach der Einigung von 1107 deutlich sichtbar wird, ist das Ausmaß der administrativen Entwicklung seit dem Tod des Eroberers beeindruckend. Die königliche Macht hatte selbst nominale ältere Beschränkungen überwunden: Der Große Rat hatte seine eigentlichen legislativen und regierungsamtlichen Funktionen verloren; "Beratung" war zu einer leeren Phrase geworden und "Zustimmung" eine bloße Selbstverständlichkeit. Die Versammlung fungierte eher als Gericht denn als Rat, ihre Mitglieder qualifizierten sich als unmittelbare Lehnsnehmer der Krone; Bischöfe behielten ihre Würde als direkte Nachfolger des älteren geistigen Witan, aber der Kompromiss von 1107 zwang sie, ihre weltlichen Güter durch baroniale Lehnshuldigung zu halten, wodurch die Regelung auf Laienmitglieder ausgedehnt wurde. Das Witenagemot wurde allmählich durch einen inneren Kreis von Beratern ersetzt, der einen ständigen Ministerialkörper bildete, der die Finanz- und Justizverwaltung in seine eigenen Hände nahm.

Curia Regis und Exchequer – Aufgaben

Dieses innere Ministerialorgan trat in zwei Erscheinungsformen in Erscheinung: als die Curia Regis, der oberste Gerichtshof, der die richterlichen Befugnisse des Witenagemot, des alten Gerichts der Thegns des Königs, und des Feudalgerichts der normannischen Kronvasallen in sich aufnahm; und als die Schatzkammer (Exchequer), der Gerichtshof, der die Einkünfte der Krone von den Sheriffs entgegennahm, die Besteuerung überprüfte und die Finanzangelegenheiten des Reiches lenkte. Da die normannische Justiz-, Militär- und Sozialorganisation auf einer fiskalischen Grundlage beruhte, bot die Schatzkammer die hauptsächliche Möglichkeit, das gesamte System zu erforschen, und die enge Überschneidung der Funktionen von Schatzkammer und Curia Regis machte eine Trennung schwierig. Sie setzten sich aus nahezu denselben Bestandteilen zusammen: dem Justitiar, dem Schatzmeister, dem Kanzler, dem Constable, dem Marschall und ihren Untergebenen – Amtsträgern, die sich aus persönlichen Gefolgsleuten des Herrschers zu Staatsbeamten entwickelt hatten. Das System war im Verborgenen während der Herrschaft Wilhelms II. (William Rufus) unter Ralf Flambard gereift, mit dem Justitiar an seiner Spitze als Zweiter in der Autorität nach dem König in dessen Anwesenheit und als dessen Statthalter und leitender Minister in dessen Abwesenheit.

Roger von Salisburys Reformen

{"items":["Nach Flambards Sturz ging das Amt über Robert Bloet, Bischof von Lincoln, an Roger von Salisbury über, der aus bescheidensten Verhältnissen aufgestiegen war. Als armer Priester, der Heinrich während der jugendlichen Wanderungen des Königs aus Caen bei einer hastig gelesenen Messe begegnete, wurde Roger als Soldatenseelsorger angeworben, wurde sein Verwalter und erwarb dessen vollstes Vertrauen. Kurz nach Heinrichs Thronbesteigung wurde er zum Kanzler ernannt, der das königliche Siegel, die Kanzleischreiber, die königlichen Rechnungen, die Korrespondenz und die Erlasse beaufsichtigte. Nach einer wechselvollen Amtszeit, die durch William Giffard und Waldric unterbrochen wurde, übernahm Roger das Kanzleramt 1106 nach Waldrics Erhebung nach Laon erneut und legte es 1107 nieder, um Bischof von Salisbury und Justitiar zu werden. Als Justitiar-Bischof war er das Vorbild und Oberhaupt einer geschulten Verwaltungselite – zumeist Kleriker, mehrere davon seine Verwandten, fast alle „neue Männer" – die eine eigene Amtskaste bildete, getrennt vom Feudaladel und dem Volk, und die sich besonders gut eignete, den Staat in dieser Krise zu lenken. Seine große Leistung als Justitiar war die Organisation der Schatzkammer (Exchequer), die zweimal jährlich um den schachbrettartigen Tisch zusammentrat, um die Abrechnungen mit den Sheriffs zu regeln, was einer gründlichen Überprüfung der finanziellen Lage des Reiches gleichkam. Die Schatzkammer überprüfte die Pacht der Grafschaft, die zu einem festen Satz zusammengefasste Danegeld, städtische „Hilfen", feudale Einnahmen einschließlich Abgaben, Vormundschaften, Heiratsgebühren und Heimfälle sowie die Gewinne aus dem Forstrecht. Ihre finanzielle Arbeit ging Hand in Hand mit der richterlichen Tätigkeit des Curia Regis, die als oberstes Berufungs- und erstinstanzliches Gericht unter dem König oder seinem obersten Justitiar fungierte. Um die auf dem Domesday Book basierende Veranlagung an Veränderungen bei Land, Anbau und Wäldern anzupassen, saßen die Barone der Schatzkammer als Richter des Königlichen Hofes auf Gerichtstouren ab, hielten die Kronprozesse in den Grafschaftsversammlungen ab und verknüpften so die lokale und zentrale Gerichtsbarkeit – den ersten Schritt zur Überbrückung der Kluft zwischen unterer und höherer Verwaltungsorganisation."]}

Normannisch-englische Verschmelzung unter Heinrich I.

{ "items": [ "Roger und sein Verwaltungsapparat bildeten eine eigene Kaste, die dem Feudaladel und dem Volk gleichermaßen verhasst war, und Heinrichs spätere Vorliebe für Ausländer – Männer kontinentaler Herkunft, die sowohl über Normannen als auch Engländer gestellt wurden – zog weiteren Hass nach sich. Die Worte „Normanne\" und „Engländer\" hatten seit der Eroberung eine neue Bedeutung angenommen. Die Nachkommen der Gefolgsleute des Eroberers bewahrten den normannischen Stolz, waren aber zunehmend in England verwurzelt, viele mit englischen Frauen und Müttern, während die Kriege zwischen den Nachfolgern des Eroberers die normannische Herzogswürde vom normannischen Königreich trennten. Bereits unter Rufus wurden Anhänger des Königs von England unterschiedslos als Engländer angesehen, und Tinchebray wurde als englischer Sieg gewertet, wobei die Normandie fortan als ausländische Abhängigkeit galt. Suger, Abt von Saint-Denis, brachte den Gegensatz scharf zum Ausdruck, indem er die Bemühungen Ludwigs VI. rechtfertigte, Heinrich aus der Normandie zu vertreiben, mit der Begründung, dass „Engländer nicht über Franzosen herrschen sollten, noch Franzosen über Engländer.\" Ordericus Anglicus, der Sohn eines Franzosen aus Orléans, der eine englische Frau heiratete und sein Leben im normannischen Kloster Saint-Évroult verbrachte, veranschaulicht die beginnende Verschmelzung: Er betrachtete das Land seiner Mutter zeitlebens als sein eigenes. Heinrichs gesamte Politik förderte diese Verschmelzung direkt durch eine unparteiische innere Verwaltung und seine Beziehungen zu Frankreich und Anjou, und indirekt durch die gemeinsame Klage, zugunsten von „Fremden\" übergangen zu werden. Die ersten Glieder der Kette wurden von Jahr zu Jahr stärker, und Heinrichs größter Schachzug, die Heirat seiner Tochter und designierten Nachfolgerin mit dem Grafen von Anjou, beschleunigte die Verschmelzung der beiden Völker, indem er sie dazu trieb, sich gegen Herrscher zu vereinen, die beiden gleichermaßen fremd waren." ] }

KAPITEL I.

Kapitel I untersucht das Verwaltungssystem Heinrichs I., das erhaltene Pipe Roll von 1130 sowie das Entstehen und den Charakter englischer Städte im zwölften Jahrhundert. Das Kapitel eröffnet mit der finanz- und verwaltungstechnischen Maschinerie, die von Roger von Salisbury übernommen wurde, behandelt dann die Ursprünge und Freiheiten englischer Boroughs, folgt einer Gruppe von Kanonikern aus Laon auf ihrer Reise durch Südengland und schließt mit einem Porträt Bristols im zwölften Jahrhundert. Einzelne Abschnitte widmen sich dem Inhalt des Pipe Roll, der besonderen Entwicklung englischer Städte, dem Aufstieg von Gilden und verliehenen Freiheiten sowie detaillierten Schilderungen von Winchester, Christchurch, Exeter, Old Sarum, Wilton und Bristol.

Das Verwaltungssystem Heinrichs I. und die Pipe Roll von 1130

Heinrich und Roger von Salisbury banden alle Bereiche des öffentlichen Lebens und alle Gesellschaftsschichten durch die Curia Regis und den Exchequer an die Krone. Das System wird in dem *Dialog* ausführlich dargelegt, der von Rogers Großneffen verfasst wurde, und wird in seiner Funktionsweise durch das einzige erhaltene Pipe Roll aus der Regierungszeit Heinrichs I. veranschaulicht, nämlich das von Michaelis 1130. Das Roll verdankt seinen Namen seiner gefalteten, rohrförmigen Gestalt und wurde jährlich vom Schatzmeister zusammengestellt. Sein Hauptwert liegt weniger in den bloßen finanziellen Gesamtsummen als in den persönlichen und sozialen Details, die jeden Eintrag umgeben und einen unvergleichlichen Einblick in die sozialen Verhältnisse der Regierungszeit gewähren.

Finanzielle Einnahmepraxis unter Heinrich I.

Die Pipe Roll von 1130 legt nahe, dass nahezu jeder Aspekt des menschlichen Lebens in eine Quelle königlicher Einnahmen umgewandelt wurde, doch abgesehen vom Danegeld gab es keine direkte Besteuerung, sodass der Haushalt sich aus feudalen Abgaben und verschiedenartigen Nebeneinnahmen zusammensetzte, die nach einem regelmäßigen und recht ausgewogenen Maßstab erhoben wurden. Zu den verzeichneten Posten gehören Zahlungen für den Amtsantritt oder -verzicht, Zahlungen von Erben zur Antritt ihres Erbes, Zahlungen angehender Vormünder von Mündeln, Freier, die um die Heirat von Erbtöchtern oder ausgestatteten Witwen nachsuchten, sowie Erbtöchter und Witwen, die für die Freiheit zahlten, ihre Ehemänner selbst zu wählen. Einige Überweisungen erfolgten in Naturalien – Jagdhunde, Schlachtrappen und Falken, manchmal mit Vorgaben zu deren Farbe. Landbesitzer zahlten für Genehmigungen zum Landtausch, zur Bestätigung oder Aufhebung von Tauschgeschäften, zur Beschleunigung oder Verzögerung von Verfahren und zur Anmeldung von Ansprüchen; sowohl Gewinner als auch Verlierer zahlten an die Staatskasse. Jüdische Geldverleiher zahlten für königliche Hilfe bei der Eintreibung von Schulden von Christen, und die Bürger von Gloucester versprachen dreißig Silbermark, um Geld zurückzuerlangen, das ihnen in Irland abgenommen worden war.

Ursprünge und frühe Struktur englischer Städte

Englische Städte unterschieden sich grundlegend in Ursprung und Geschichte von den Städten Italiens und Galliens, die Töchter Roms waren und ihre kommunalen Traditionen durch die Eroberungen der Barbaren und die feudale Neuordnung bewahrten. Englische Boroughs hatten keine imperiale Vergangenheit und waren ursprünglich nicht von gewöhnlichen ländlichen Siedlungen zu unterscheiden; ob sie nun innerhalb der Mauern eines römischen Lagers wie Winchester oder York Schutz fanden, auf einem alten Hügelfort wie Old Sarum angelegt waren, sich um eine gegen die Waliser oder Dänen errichtete Festung wie Taunton oder Warwick scharten oder sich um ein großes Heiligtum wie Beverley, Malmesbury oder Oxford versammelten – ein Borough unterschied sich von einem Weiler nur durch seine Größe. Es handelte sich einfach um eine ungewöhnlich große Township, manchmal mit einem Graben, einer Palisade oder einer Mauer, oder um eine Ansammlung von Townships, die zusammengewachsen waren, ohne ein organisches Ganzes zu bilden, wobei jede Komponente ihre eigene Pfarrei, Versammlung und ihren eigenen Reeve behielt, während das allgemeine Borough-Moot dem Hundert-Gericht entsprach. Die früheren und größeren Städte waren ursprünglich frei, aber spätere Städte, die um den Saal eines Adligen oder ein großes Kloster herum entstanden, waren von Anfang an abhängig vom Grundherrn, dem sie Dienst und Gefolgschaft schuldeten und einen von ihm ernannten Reeve erhielten. Städte ohne einen anderen Herrn wurden als königliche Domänen angesehen, und ihr oberster Magistrat war ein königlicher Beamter, gewöhnlich Portreeve genannt – ein Titel, dessen erste Silbe, obwohl sie für die Stadt im Allgemeinen verwendet wird, sich eigentlich auf die *porta* oder den Marktplatz bezieht, das Merkmal, das den Städten ihre größte Bedeutung verlieh.

Wachstum der städtischen Freiheiten und Gildorganisationen

Der normannische Eroberungszug steigerte die Handelsbedeutung der Städte erheblich, und in ihnen entstand ein Gefühl gemeinschaftlichen Lebens und Zusammengehörigkeit; sie begannen als eigenständiges Element im Staat anerkannt zu werden. Diese Unterscheidung wurde finanziell durch die Trennung der städtischen Interessen von denen ihrer Grafschaften markiert: Eine festgelegte „Abgabe" (aid), die je nach Größe und Reichtum variierte, ersetzte die Danegeld, und der Beitrag einer Stadt zur Pacht (ferm) der Grafschaft wurde als feste Summe unter dem Namen *firma burgi* festgesetzt, entweder vom Sheriff oder – durch Sonderrecht – von der Stadt selbst entrichtet. Kaufmannsgilden traten nun als rechtlich organisierte Körperschaften mit Autorität über den Handel in den großen Handelsstädten auf, und die Bestätigung des Rechts, eine Gildhalle (oder ein „Hansehaus") zu unterhalten, wurde zu einem zentralen Punkt in den Kämpfen der Städte um Privilegien und Urkunden. Die Handwerker folgten dem Vorbild der Kaufleute, und 1130 erwarben die Weber von London, Huntingdon und Lincoln sowie die Lederverkäufer und Weber von Oxford die formelle Bestätigung ihrer Gildbräuche von der Krone; kleinere Städte erhielten ähnliche Zusicherungen von ihren Grundherren, wobei die Urkunde von Erzbischof Thurstan für Beverley ausdrücklich dem Privileg Heinrichs I. für York nachgebildet war.

Die Reise der Laoner Kanoniker durch das England Heinrichs I.

Nachdem die Kathedrale von Laon bei bürgerschaftlichen Unruhen im Jahr 1112 niedergebrannt und ihr Bischof Waldric, ein ehemaliger Kanzler Heinrichs I., getötet worden war, durchreisten einige der Kanoniker das nördliche Gallien und setzten anschließend nach England über, um Almosen für den Wiederaufbau zu sammeln. Sie segelten von Wissant auf einem englischen Schiff unter dem Kapitän Coldistan zusammen mit flämischen Kaufleuten, die englische Wolle kaufen wollten, und erreichten Dover nach einem knappen Entkommen vor Piraten. Nachdem sie in Canterbury beim Erzbischof, dessen Kapitel und der wohlhabenden Abtei von St. Augustin Mitgefühl geweckt hatten, zogen sie weiter westwärts in den Süden Englands, wo ihr Weg über Winchester, Christchurch, Exeter, Salisbury, Wilton, Bodmin, Barnstaple und Totnes sowie weiter nach Devon und Bristol verfolgt werden kann.

Winchester im 12. Jahrhundert

Winchester, die alte Hauptstadt der West-Sachsen, hatte seinen Vorrang an London verloren, das es kommerziell und politisch übertroffen hatte und nun der Ort der Krönung und der königlichen Residenz war. Dennoch unterhielt die Stadt enge Verbindungen zur Krone: ihre Nähe zum New Forest machte sie zu einer bevorzugten Residenz des Eroberers und seiner Söhne, und Wilhelm errichtete eine Burg auf einer Anhöhe am westlichen Ende der Stadt sowie einen Palast in ihrem südöstlichen Viertel nahe der Kathedrale und der New Minster, wo er seinen Osterhof hielt. Die Schatzkammer, unter ihrem englischen Namen 'Hoard', war von Eadward dem Bekenner noch dauerhaft in Winchester angesiedelt worden und wurde erst spät in der Regierungszeit Heinrichs II. endgültig nach Westminster verlegt. Von ihren beiden großen religiösen Häusern nahm die 'Old Minster' des heiligen Swithun unter ihrem ersten normannischen Bischof ihre äußere normannische Form an, während die von Ælfred gegründete 'New Minster' 1111 mit Erlaubnis Heinrichs I. an einen neuen Standort außerhalb der nördlichen Stadtgrenze verlegt wurde, der zur wohlhabenden Hyde Abbey heranwuchs, nachdem Wilhelm der Eroberer seinen Palast an ihre Westfront hatte bauen lassen, um die Mönche zu bestrafen, die bei Senlac gefallen waren. Als Handelszentrum stand Winchester zu Heinrichs Zeit nur London nach, und die große jährliche Messe auf dem S. Giles's Hill östlich der Stadt bewahrte die Erinnerung an die gewaltigen mittelalterlichen Märkte, die dort einst abgehalten wurden.

Christchurch (Twinham) und sein Pfingstjahrmarkt

Am gegenüberliegenden Ende des New Forest von Winchester lag das kleine Städtchen Twinham – das bereits begann, nach seiner großen Prioratskirche Christchurch genannt zu werden, die von Ralf Flambard in großem Stil umgebaut worden war. In der Oktav von Pfingsten besuchten die Kanoniker von Laon den Jahrmarkt der Stadt, sehr zum Ärger des Dekans, der die Opfergaben der Menge für die Verbesserung seiner eigenen Kirche behalten wollte und keine Lust hatte, sie mit Unserer Lieben Frau von Laon zu teilen.

Exeters Handel und regionale Bedeutung

In Exeter wurden die Laoner Kanoniker von seinem Archidiakon und künftigen Bischof Robert herzlich empfangen. Exeter, das in der nächsten Regierungszeit als die vierte Stadt des Königreichs galt, besaß keinen eigenen natürlichen Reichtum – der arme felsige Boden des südlichen Devons an der Küste brachte nur Hafer von der schlechtesten Qualität hervor –, aber die Mündung des Exe bot einen sicheren Ankerplatz für Handelsschiffe aus Gallien und Irland, und obwohl Bristol den irischen Handel schnell an sich zog, konnte Exeter immer noch einen solchen Überfluss an Waren vorweisen, dass nichts, was zum menschlichen Gebrauch benötigt wurde, dort vergeblich gesucht wurde.

Salisbury (Old Sarum) unter Bischof Roger

Salisbury war in jenen Tagen nicht die Stadt in der Ebene um ihr heutiges gotisches Münster, sondern der beengte Hügelstandort von Old Sarum, dessen vergrabene Spuren in trockenen Sommern gelegentlich zutage treten. In diesen engen Kreis gezwängt, war Bischof Rogers Salisbury ein ausgezeichneter Posten für militärische Sicherheit, hatte aber keine Aussicht auf industrielle oder kommerzielle Bedeutung, obwohl Roger es nicht verschmähte, die Gewährung der Marktgebühren der Stadt anzunehmen, die bis 1130 Teil der Pacht von Wilton gewesen waren.

Wiltons kirchliche Stiftungen

Wilton, die Hauptstadt der Grafschaft, die ursprünglich ihren Namen von ihr erhielt, war wie Christchurch noch immer hauptsächlich wegen seiner Abtei von Bedeutung, wo das Andenken an S. Eadgyth, die Tochter König Edgars, von Engländern und Normannen gleichermaßen verehrt wurde, insbesondere von der Königin, die ihr königliches Blut teilte und einst ihren Namen getragen hatte. Die Kanoniker von Laon waren beeindruckter, in Wilton, in diesem südlichen Umfeld, das Grab Bædas zu finden, das als Schauplatz wundertätiger Heilungen verehrt wurde.

Bristol im zwölften Jahrhundert: Geographie, Handel und Gesellschaft

Das ursprüngliche Bristol des zwölften Jahrhunderts lag vollständig auf dem hohen Hals der Halbinsel, die damals im Südosten vom Avon und auf den anderen Seiten vom Frome umflossen wurde, der fast in einem Hufeisen floss, um unterhalb der heutigen Bristol Bridge in den Avon zu münden; sein unterer Lauf war vor der normannischen Eroberung umgeleitet worden, und das heutige Flussbett wurde erst Mitte des dreizehnten Jahrhunderts durch den sumpfigen, von der Flut überschwemmten Landstrich gegraben, der die Stadt wie eine Insel im Severn-Meer erscheinen ließ. Innerhalb seiner engen Grenzen war Bristol eine geschäftige, dicht gedrängte Handelsstadt. Ostmänner aus Waterford und Dublin, Nordmänner von den Westlichen Inseln und den fernen Orkneys und sogar Norweger bahnten sich ihren Weg vorbei an der „Higra“ — der gewaltigen Flutwelle im Severn-Ästuar, deren heidnischer Name an den Meeresgott ihrer Vorfahren erinnerte — in einen Hafen, der tausend Schiffe fassen konnte. Als drittgrößte Stadt im Königreich, nur übertroffen von Winchester und London, brachte Bristols einträglichster Handel seinen Bürgern kein Ansehen: die strengen Bemühungen des heiligen Wulfstan und des Eroberers hatten den Menschenraub für den irischen Sklavenmarkt kaum unterbinden können, und der Handel war in den späteren Jahren Heinrichs I. wieder in vollem Gange, wie die Kanoniker von Laon feststellten, als sie Schiffe im Hafen betraten und von ihren Freunden an Land gewarnt wurden, sie würden wahrscheinlich verschleppt und in einem fremden Land in Knechtschaft verkauft werden.

KAPITEL I.

Kapitel I untersucht die wichtigsten städtischen Zentren Englands in den Jahrzehnten nach der normannischen Eroberung, vom Severntal und den westlichen Städten über Chester, York und die nördlichen Grenzgebiete bis hin zu Lincoln und Norwich, um zu zeigen, wie die normannische Herrschaft Handel, Verteidigung und kirchliche Geographie neu gestaltete.

Bath und die Severntal-Region

Nachdem die Reiseroute der Bischöfe in Bath abrupt endet, wendet sich die Aufmerksamkeit dem Severntal zu. Bischof Johannes von Tours hatte seinen Bischofssitz wegen der heilenden Wirkung seiner Wasser von Wells nach Bath verlegt und kaufte anschließend im Jahr 1111 die gesamte Stadt für fünfhundert Pfund von König Heinrich I.

Der Wohlstand der Talebene von Gloucester

Die Talebene von Gloucester wird als irdisches Paradies beschrieben: ein fruchtbarer Landstrich, dessen Bäume das ganze Jahr über Früchte trugen, dessen Straßen vorbeikommenden Reisenden Äpfel boten und dessen Weinberge einen Saft hervorbrachten, der den Weinen Galliens kaum nachstand. Der Severn diente sowohl als fruchtbar bringender Fluss als auch als Handelsweg, um den herum Abteien und Städte entstanden und gediehen.

Worcester und Hereford als regionale Zentren

Obwohl Worcester das Haupt seiner Diözese blieb, hatte Gloucester es politisch überflügelt, da es für den Handel besser erreichbar war und seit Langem als Versammlungsort des Hofes unter den dänischen Königen diente. Hereford, einst ein wichtigerer Grenzposten, war nun eine Stadt ohne besondere Größe, deren verfallene Stadtmauern eine vergangene Größe signalisierten.

Chester: Handels- und Verteidigungszentrum im Nordwesten

Chester erfüllt für die Nordwestküste eine ähnliche Funktion wie die Severn-Mündung für den Süden: Es ist zugleich das Zentrum des Handels und ein Bollwerk gegen die Waliser. Jenseits des Dee jedoch zeigen sich kaum Spuren industriellen Lebens, da das westliche Yorkshire unbestelltes Moorland blieb und seine östliche Hälfte sich noch von der verheerenden Verwüstung des Eroberers im Jahr 1068 erholte.

York nach der Eroberung und seine Region

York allein überstand die Zerstörung von sechzig Meilen Umland und bewahrte sein ungebrochenes städtisches Leben, seinen kirchlichen Vorrang und seine Handelsgröße. Seine Kaufleute genossen ein königliches Privileg, waren in einer Gilde unter einem Aldermann mit ihrem eigenen Gildehaus für ihre Satzungen organisiert und waren im gesamten Shire von Zöllen befreit.

Carlisle: Wiederherstellung an der Grenze und frühes Wachstum

Carlisle, das 875 von den Dänen zerstört wurde und über zwei Jahrhunderte wüst lag, wurde 1092 von Wilhelm Rufus wiederhergestellt und neu besiedelt, nachdem er einen englischen Thegn vertrieben hatte, der es unter schottischem Schutz hielt. Rufus umgab die Stadt mit neuen Befestigungsanlagen unter Verwendung der erhaltenen römischen Mauern, brachte eine Kolonie aus dem Süden Englands ins Land, um es zu bestellen, und vor dem Ende der Herrschaft Heinrichs I. war die Siedlung so weit erstarkt, dass sie vom Erzbistum York als eigenes Bistum abgetrennt wurde.

Newcastle-upon-Tyne: Frühe Handelsvorschriften

Um die Festung von Newcastle-upon-Tyne, die ursprünglich zur Verteidigung gegen die Schotten errichtet worden war, begann sich eine Industriegemeinschaft zu formen. Ihre Bräuche regelten sowohl den Binnen- als auch den Außenhandel: Bürger hatten das erste Anrecht auf den Kauf der Ladung jedes Handelsschiffs; Streitigkeiten mit ausländischen Kaufleuten mussten beigelegt werden, bevor drei Gezeiten verebbt waren; Salz und Heringe mussten an Bord verkauft werden; und nur Bürger durften außerhalb der Stadt Wolle, Häute oder andere Waren kaufen oder in der Stadt Tuch zum Färben herstellen.

Die Isolation Nordenglands

Nordengland blieb eine wilde und isolierte Region, deren Sprache den Südengländern unverständlich war und deren Leben so wenig mit dem Süden verbunden war, dass König Heinrich seine Leibgarde noch immer mit nördlichen Hilfstruppen verstärkte, wann immer er den Humber überquerte. Der Bezirk um die untere Don und den Trent war ein einziger weiter Sumpf, und das, was heute das geschäftige West Riding ist, war eine riesige Fläche aus Moor und Waldland, die sich von Wakefield bis zum Peak erstreckte.

Nord-Süd-Verbindungswege

Die einzige sichere Verbindungslinie zwischen Yorkshire und Mittelengland war die Foss Way, die die zentrale Ebene und das östliche Trenttal nach Lincoln überquerte und dann nach Nordwesten abbog, um den Trent zu überqueren und weiter nach York zu führen. Diese Route machte Lincoln zur wichtigsten Station auf der Hauptstraße zwischen York und dem Süden, und der Handel floss auf der Straße und über die kleine tideabhängige Witham in die Stadt, die bei Torksey durch den Foss Dyke mit dem Trent verbunden war – einen Kanal vermutlich römischen Ursprungs, der von Heinrich I. geräumt und wieder schiffbar gemacht wurde.

Aufstieg Lincolns in der normannischen Ära

Unter normannischer Herrschaft erlangte Lincoln eine neue Bedeutung, da zwei seiner Stadtteile umgestaltet wurden: der südwestliche durch Wilhelms des Eroberers Burg, die errichtet wurde, nachdem 166 Häuser weggerissen worden waren, und der südöstliche durch Bischof Remigius' Kathedrale. Um diese Zentren herum wuchs jenseits des Witham eine neue, ungebundene Stadt heran, die von den Kirchen S. Mary-le-Wigford und S. Peter-at-Gowts versorgt wurde; innerhalb von etwa fünfzig Jahren zählte Lincoln zu den bevölkerungsreichsten und blühendsten Städten Englands, wobei seine „Männer der Stadt und Kaufleute der Grafschaft" bereits in einer Kaufmannsgilde vereint waren.

Verlegungen bischöflicher Sitze in größere Städte

Die Verlegung bischöflicher Sitze in die Hauptstädte ihrer Diözesen war eine Praxis, die sich erst seit der normannischen Eroberung herausgebildet hatte. Bischof Remigius' Umzug von Dorchester nach Lincoln folgte derselben Logik, die das alte mercianische Bistum veranlasst hatte, von Lichfield – einer „kleinen Stadt im Waldland" – zunächst nach Chester und dann in die große Abtei von Coventry zu verlegen, und die den ostanglischen Bischofssitz von Thetford nach Norwich bringen sollte.

Norwich: Ostenglisches städtisches und kirchliches Wachstum

Norwich, das in der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts unter skandinavischen Händlern zu großem Wohlstand gelangt war – bei der Ankunft der Normannen vierundzwanzig Kirchen und eine Bürgergemeinde umfassend, die nur von London und York übertroffen wurde – litt schwer unter den Folgen des Aufstands von Earl Ralf, aber ein neuer normannischer "Borough" entstand in den Pfarreien von S. Peter Mancroft und S. Giles, die Zahl der Kirchen und Kapellen stieg auf vierundvierzig, und Bischof Herbert Lozinga legte den Grundstein für die Kathedrale. 1121 hielt Heinrich I. seinen Mittwinterrat in Norwich ab, der Gloucester ablöste, und bei oder um diesen Anlass erhielten die Bürger ihre erste königliche Urkunde, deren Bestimmungen heute nur aus den Bestätigungen Heinrichs II. bekannt sind.

KAPITEL I.

KAPITEL I. untersucht das kräftige Wachstum des englischen Stadtlebens während der normannischen Periode, mit Schwerpunkt auf Oxfords Erholung und Aufblühen unter den D'Oillys sowie auf Londons sich abzeichnender Gestalt sowohl als Hauptstadt als auch als Handelszentrum. Das Kapitel zeichnet nach, wie militärische, religiöse, intellektuelle, bürgerliche und soziale Institutionen in diesen Städten Wurzeln schlugen, und gipfelt in deren Bereitschaft, unter der Herrschaft Heinrichs I. als politische und kulturelle Zentren zu dienen.

Oxfords Wachstum im Themsetal

Obwohl Oxford statistisch gesehen ein kleiner Ort blieb – es umfasste zur Zeit des Bekenners nur etwa tausend Wohnstätten – erlitt es vor der Domesday-Erhebung einen schweren Verfall, wobei mehr als die Hälfte seiner Häuser wüst lag. Das Themsetal war dennoch die Region, in der das englische Stadtleben am stärksten wuchs, und unter der weisen Herrschaft von Robert von Oilly und seinem Neffen begann Oxford rasch, das vielfältige Leben zu verkörpern, das seine Geschichte zu einem Abbild der englischen machen sollte.

Oxfords Erholung nach dem Domesday

Der Schaden, den Oxford vor dem Domesday erlitt – möglicherweise zugefügt durch das Heer von Eadwine und Morkere während ihres Zuges nach Süden im Jahr 1065 – wurde unter Robert von Oilly und seinem Neffen rasch behoben. Am Ende der Herrschaft Heinrichs I. existierte bereits jede Seite des wunderbar vielfältigen Lebens Oxfords, wenn auch nur im Keim.

Oxforder normannische Befestigungen und Infrastruktur

Die D'Oillys stärkten die militärischen Fähigkeiten von Oxfords Standort, der bereits lange zuvor von Eadward dem Älteren erkannt worden war. Innerhalb des natürlichen Schutzes der umgebenden Flüsse war die Stadt eng von Wall und Graben umgürtet, und der Hügel an ihrem westlichen Ende – wahrscheinlich von Eadward selbst aufgeworfen – wurde zum Kern einer mächtigen Festung gemacht. Neben den Befestigungen bauten die D'Oillys Brücken (die High Bridge stellt eine vom ersten Robert erbaute dar), stellten verfallene Kirchen wieder her und gründeten neue, darunter S. George's-in-the-Castle und wahrscheinlich S. Peter's-in-the-East.

Oxforder religiöse Stiftungen unter den D'Oillys

Unter den D'Oillys beherbergte Oxford sechzehn Kirchen und Kapellen, darunter die von Robert of Oilly und seinem Neffen gegründeten oder wiederhergestellten: S. George's-in-the-Castle, S. Peter's-in-the-East, S. Michael, S. Mary the Virgin und S. Mary Magdalene außerhalb der Mauern. Das intellektuelle und religiöse Zentrum blieb das alte Kloster von S. Frideswide, das in die Hände der Augustiner-Chorherren übergegangen war und unter seinem gelehrten Prior Guimund florierte. Der jüngere Robert gründete ein gewaltiges Rivalen-Priorat in Oseney, ebenfalls für Augustiner-Chorherren.

Frühes intellektuelles Leben im mittelalterlichen Oxford

Die Augustiner, ein neuer Orden, der eng mit der Wiederbelebung der intellektuellen und sozialen Kultur verbunden war, machten ihre Klöster zu den besten Schulen der Zeit und bildeten Gelehrte sowohl für weltliche als auch für geistliche Laufbahnen aus. Ihre Präsenz in Oseney und S. Frideswide bereitete den intellektuellen Boden Oxfords darauf vor, am Ende der Herrschaft Heinrichs die Samen der ersten englischen Universität in den theologischen Vorlesungen von Robert Pulein im Jahr 1133 aufzunehmen.

Oxforder Bürgertum und Gilden

Das bürgerliche Leben Oxfords hatte sich lange um die Kirche S. Martin versammelt, wo die portmannimot, die allgemeine Bürgerversammlung, auf dem Kirchhof abgehalten wurde. Die Bürger hatten ihre Kaufmannsgilde und ihre Gildehalle, ihr gemeinsames Weideland auf der weiten grünen „Port-meadow" jenseits der Isis und die Anfänge lokaler Industrie in den Gilden der Lederverkäufer und Weber.

Politische Wiederbelebung Oxfords vor Heinrich I.

Kurz vor dem Tod Heinrichs I. zeichnete sich ab, dass Oxford die politische Stellung zurückerlangen würde, die es unter den alten englischen und dänischen Königen innehatte, aber seitdem verloren hatte. Eine Überlieferung besagt, dass die jungfräuliche Schutzpatronin Fritheswith die göttliche Strafe auf einen königlichen Freier herabgerufen und ihn am Tor erblindet hatte; danach wagte kein König mehr, die Grenzen Oxfords zu betreten. Heinrich I., dessen Lieblingsresidenz sich in Woodstock befand, ließ sich 1133 kurz außerhalb der nördlichen Mauer eine „neue Halle“ bauen und feierte dort ein Ostern – sein letztes in England. Danach fand jeder Thronprätendent Oxford bereit, als politisches und militärisches Zentrum von kaum geringerer Bedeutung als London zu dienen.

Grundriss und Verteidigungsanlagen des London des 12. Jahrhunderts.

Der Grundriss des London des 12. Jahrhunderts war eine unregelmäßige Halbellipse, auf der nördlichen Landseite von massiven Mauern mit Toren und hohen Türmen umgeben, während die südliche Mauer entlang der Themse allmählich weggespült wurde. Das östliche Ende wurde vom Tower geschützt, der von Wilhelm dem Eroberer gegründet worden war, während das westliche Ende von Castle Baynard und Montfichet bewacht wurde. Eine Festung nahe St. Paul's wurde teilweise durch den großen Brand vor dem Tod des Eroberers zerstört; ihr Graben wurde von Heinrich I. an Bischof Richard abgetreten, um eine Mauer zu errichten, die das Domgelände umschloss, in dem eine neue normannische Kirche kurz vor der Fertigstellung stand.

Londons mittelalterliche Stadtverwaltung

S. Paul's war der Sammelpunkt des städtischen Lebens Londons: In Friedenszeiten versammelte sich das Folkmoot an seinem östlichen Ende, während im Krieg die bewaffneten Bürger sich an seinem Westtor unter dem Banner des Herrn von Baynard's Castle versammelten. Londons Verfassung war weniger eine Stadtverfassung als ein Abbild der englischen Organisation – Pfarreien, Townships, Franchisen, Kirchen und Gilden, die lose unter dem Bischof und dem Port-Reeve gebündelt waren. Bis zur Herrschaft Heinrichs I. hatten die Londoner eine königliche Charta errungen, die ihren vom König ernannten Port-Reeve gegen einen Sheriff ihrer eigenen Wahl eintauschte, sie von Zöllen im gesamten Reich befreite und ihnen die Verwaltung der Kronanklagen durch einen besonderen Justiziar übertrug. Doch die Charta ließ die vielfältigen Sokens, Bräuche, Wardmoots und Hustings unangetastet – was London eher zu „einer mit Häusern bedeckten Grafschaft" als zu einer kompakten Gemeinde machte.

Londons Bezirke und vorstädtische Räume

Die wachsende Masse Londons lag hauptsächlich nordöstlich von St. Paul's, wo sich klösterliche und pfarrkirchliche Kirchen zwischen eng beieinander liegenden Straßen und Gassen erhoben. Der Walbrook floss durch ihr Herz, mit Lastkähnen, die einst zu einer Anlegestelle am östlichen Ende der Cheap hinaufgezogen wurden. Dahinter lag die belebtere East-Cheap, während ein blühendes jüdisches Viertel sich im Norden entlang des oberen Verlaufs des Walbrook erstreckte. Die Bevölkerung breitete sich über die Mauern hinaus in angenehme vorstädtische Häuser aus, das bevölkerungsreiche Westminster-Vorstadtgebiet um die Abtei und Rufus' Palast, Smithfields Pferdemarkt-Ebene im Nordwesten und die umliegenden Ackerländereien, Weiden, Wassermühlen und Wälder, die sich bis zu den Chiltern Hills erstreckten.

Soziales Leben der mittelalterlichen Londoner Bürger

Die wohlhabenderen Londoner Bürger genossen quasi-königliche Jagdrechte in den umliegenden Wäldern, während jüngere Bürger im Sommer durch vorstädtische Gärten und frische Quellen spazierten und im Winter auf Moorfields Schlittschuh liefen, rutschten und Schlitten fuhren. Sowohl St. Paul's als auch St. Peter's unterhielten Schulen, ebenso die Abtei von Bermondsey. Die Bürger wurden vor allem wegen ihrer Manieren, Kleidung, Tafel und Unterhaltung geachtet, und nahezu alle englischen Bischöfe, Äbte und großen Männer führten prächtige Londoner Häuser. Nach dem alten englischen System konnte ein Kaufmann, der drei lange Seereisen vollendet hatte, als Thegn gelten, was eine natürliche Verbindung zwischen kaufmännischen und adligen Klassen schuf.

Normannische Besiedlung und Verschmelzung der Rassen in London

Die Verschmelzung der Rassen unter den Londoner Stadtbewohnern begann fast seit den ersten Jahren der Eroberung. Normannische Kaufleute, Händler und Handwerker – denen der ritterliche Geist der Plünderung fehlte – strömten friedlich in die neuen Herrschaftsgebiete, um dort ihr Glück zu suchen. Die erdrückende Tyrannei des Roten Königs vereinte die Opfer in gemeinsamem Leid, doch die Wiederherstellung von Recht und Ordnung durch Heinrich I. ermöglichte das Erblühen industrieller und kommerzieller Energie. Siedler aus Rouen, Caen und anderen normannischen Städten kamen nach London, wo jahrelanger vorhergegangener Handelsverkehr die Barrieren von Sprache und Vorurteil abgetragen hatte. Engländer und Normannen lebten zufrieden Seite an Seite – manchmal in getrennten Vierteln, aber in freiem und freundschaftlichem Umgang, wobei sich normannische Verfeinerung rasch ausbreitete und Mischehen immer häufiger wurden – was London zum einfachsten Ort für die Verschmelzung der Rassen machte.

KAPITEL I.

Dies ist Fragment 7 von insgesamt 12 Fragmenten zu Kapitel 8 (Kapitelindex 5) mit dem Titel *KAPITEL I.*. Das Kapitel untersucht das soziale, wirtschaftliche und häusliche Leben im normannischen England des 12. Jahrhunderts und behandelt den normannischen Bürgereinfluss in London, den Haushalt der Eltern von Thomas Becket, flämische Ansiedlung und Handel, den Status jüdischer Gemeinschaften, die Wohnarchitektur, Modenormen, die feudale Gutsverfassung sowie Hörigenlehen und grundherrschaftliche Pflichten.

Normannischer Bürgereinfluss im frühen 12. Jahrhundert in London

Normannische Bürger übten im frühen 12. Jahrhundert in London einen dominierenden Einfluss aus, errangen diese Vormachtstellung durch faire Mittel und setzten sie gerecht ein. Sie trugen sowohl zum städtischen Wohlstand der Korporation als auch zum breiteren nationalen Wohlstand bei und brachten nicht nur Reichtum, sondern auch Unternehmungsgeist, Tatkraft, Verfeinerung, Kultur sowie sozialen und politischen Fortschritt. Ihre angenehmen, wohlgeordneten Häuser boten Gastfreundschaft und eine verfeinerte Gesellschaft, die die unbequeme, abgeschiedene Natur adliger Burgen übertraf, und sie boten ein Maß an Geselligkeit, das man unter den rauen, rücksichtslosen Schwertkämpfern, die den Großteil der hochgeborenen weltlichen Elite ausmachten, selten fand.

Der Haushalt von Gilbert Becket und Rohesia in Cheapside

Der Haushalt von Gilbert Becket, einem in Rouen geborenen Port-Reeve von London, bekannt für seine Intelligenz, seinen Fleiß und seinen aufrechten Charakter, und seiner Frau Rohesia, einer in Caen geborenen Frau, die für ihre häusliche Hingabe und christliche Nächstenliebe gefeiert wurde, wird als repräsentatives Beispiel für einen typischen Londoner Bürgerhaushalt des frühen 12. Jahrhunderts verwendet. Ihr Zuhause stand im belebten Handelsviertel Cheapside, in der Nähe der Mercer's Hall, der St. Mary Colechurch und der St. Mary-at-Bow. Der Haushalt war komfortabel wohlhabend, aber nicht protzig reich und nicht zu unterscheiden von anderen respektablen, gut situierten bürgerlichen Mittelschichtshaushalten jener Zeit. Ihr Sohn, der spätere Thomas Becket, wurde hier geboren, zur Schule in das Merton Priory in Surrey geschickt und verbrachte seine Ferien mit Reiten und Falknerei mit Richer de L'Aigle, einem jungen normannischen Ritter und Familienfreund.

Flämische Besiedlung und anglo-flämische Handelsbeziehungen

Flandern, eine Grenzregion der Normandie, Frankreichs und des Reiches sowie langjähriger politischer Verbündeter der englischen Könige, unterhielt enge kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu England, wobei verwandtschaftliche Bande, gemeinsame Sprache und Temperament eine natürliche Sympathie zwischen den beiden Völkern förderten. Flämische Kaufleute aus Brügge besuchten London sogar noch häufiger als jene aus Rouen und Caen, und der Handel mit Flandern war der wichtigste Teil des Wirtschaftslebens im östlichen England. Englische Wolle war der wichtigste Rohstoff für die blühende flämische Webindustrie, wobei Dover als Hauptausfuhrhafen für Wolle diente, die für die großen Jahrmärkte von Brügge und Gent bestimmt war. Unter Heinrich I. wurden flämische Siedler in englischen Städten zahlreich und wohlhabend, was bei Normannen und Engländern gleichermaßen Neid erregte. Im Jahr 1111 gründete Heinrich I. eine flämische Kolonie in Süd-Pembrokeshire, um die unruhigen walisischen Bevölkerungsgruppen zu unterwerfen; die Siedlung war erfolgreich und hinterließ in der Region ein teutonisches „England jenseits von Wales“. Diese Siedlungen waren die ersten sozialen und industriellen Verbindungen zwischen England und den Niederlanden und gingen späteren, größeren Ansiedlungen voraus, die bedeutende Veränderungen in der englischen Industrie vorantreiben sollten.

Status der jüdischen Gemeinschaften in normannischen englischen Städten

Juden kamen erstmals unter Wilhelm dem Eroberer nach England, der eine jüdische Kolonie aus Rouen nach London brachte. Sie wurden von Wilhelm Rufus begünstigt, und im 12. Jahrhundert hatten sie sich in den meisten größeren englischen Städten niedergelassen, galten jedoch nicht als vollwertige Mitglieder des Staates: Sie waren das persönliche Eigentum des Königs, befreit von Zöllen, Steuern und weltlichen Gerichtsstrafen, wobei ihr Vermögen vom König geschützt wurde, aber nach dessen willkürlichem Gutdünken beschlagnahmt werden konnte. Durch kirchliche Beschränkungen des Wuchers von den meisten Berufen ausgeschlossen, arbeiteten sie hauptsächlich als Geldverleiher und trugen indirekt zur kommerziellen Expansion bei, spielten jedoch keine Rolle in der politischen oder sozialen Entwicklung der Städte. Sie lebten in getrennten, sich selbst verwaltenden Judenvierteln, die der Gerichtsbarkeit der Kaufmannsgilden, Hafenmeister, Sheriffs und Bischöfe entzogen waren und durch soziale und rechtliche Barrieren von der umgebenden christlichen Gemeinschaft abgeschnitten waren.

Englische Wohnarchitektur und häusliches Leben im 12. Jahrhundert

Die Wohnarchitektur des 12. Jahrhunderts war über die sozialen Schichten hinweg weitgehend einheitlich. Die meisten Häuser bestanden aus einer Halle, einem darüber gelegenen Söller (der als kombiniertes Schlaf- und privates Wohnzimmer genutzt wurde), einer Küche und angeschlossenen Wirtschaftsräumen, die fast alle aus Holz gebaut waren. Hallen dienten der gesamten Haushaltsgemeinschaft als gemeinsamer Wohn-, Ess-, Arbeits- und Schlafraum, mit Holzfußböden, die mit Binsen bestreut waren, steinernen Herdfeuern in der Mitte sowie Tischen und Bänken, die um das Feuer herum angeordnet waren; nachts schliefen Gäste und Dienstboten in der Halle, nur durch Vorhänge getrennt, im Schein des erlöschenden Feuers. Söller enthielten schlichte Möbel: betten ohne Vorhänge, eichene, eisenbeschlagene Truhen, die als Kleiderschränke dienten, und in manchen Fällen Wiegen für Säuglinge. Die Holzbauweise machte die Städte anfällig für häufige, verheerende Brände (Gilbert Beckets Haus brannte mehrfach und riss große Teile Londons mit sich), und Steinhäuser konnten sich nur große Adlige oder außergewöhnlich wohlhabende Juden leisten, wobei die meisten Gebäude mit Stroh gedeckt waren. Die gesamte architektonische Anstrengung der Epoche konzentrierte sich auf militärische und kirchliche Bauten, wobei selbst Burgen einfache, verteidigungsorientierte Steinstrukturen ohne jeglichen Wert auf Komfort oder ästhetische Eleganz waren.

Kleidung und Modenormen im normannischen England

Kleidung war in dieser Zeit ein wichtiges Ventil für persönlichen Luxus, da der architektonische Schwerpunkt auf militärischen und religiösen Bauten lag. Während der Herrschaft von Wilhelm Rufus war die adlige Kleidung äußerst extravagant geworden, mit langem duftendem gelocktem Haar, femininen Verzierungen, spitzen Schuhen und fließenden Gewändern, die körperliche Bewegung unmöglich machten, was scharfe Kritik von hochrangigen Kirchenmännern hervorrief. Nach Rufus' Tod führten Heinrich I. und sein Verbündeter Robert von Meulan eine Reformbewegung an, die zu praktischerer normannischer Ritterkleidung zurückkehrte: eng anliegende Tuniken in Kombination mit langen Mänteln, die beim Reiten und Gehen fast bis zu den Füßen reichten. Englische Stadtbewohner übernahmen modische Trends vom Kontinent, während die ländliche Bevölkerung ältere traditionelle Kleidung beibehielt, einschließlich des leinenen Smock-Frocks, der unter der englischen Landbevölkerung jahrhundertelang verbreitet blieb.

Aufbau des feudalen Herrenhofs und ländliches Leben im normannischen England

Bis zum 12. Jahrhundert hatte sich die alte angelsächsische Siedlung vollständig in den feudalen Herrenhof verwandelt, das Zentrum des ländlichen Lebens. Das Herrenhaus (entwickelt aus der Halle des Thegn) lag im Zentrum des Anwesens, umgeben von des Herrn Eigenland, das von freien Pächtern und Leibeigenen bewirtschaftet wurde, deren Hütten sich am Rand des Eigenlandes drängten. Die Hufen der Leibeigenen bildeten zusammen mit gemeinsamer Allmende, Wald und Heuwiese den Rest des Anwesens. Ackerland wurde in große offene Felder aufgeteilt, die in Acker- oder Halbackerstreifen gespalten waren und über mehrere Felder verstreut lagen; die Pächter stellten Ochsen für gemeinsame Pfluggespanne, die zur Bearbeitung der Felder dienten. Auf Anwesen wie dem der Abtei Peterborough betrugen die Hufen typischerweise Virgaten (30 Morgen, wobei 2 Ochsen für das übliche 4-Ochsen-Pfluggespann benötigt wurden) oder Halbvirgaten (15 Morgen, wobei 1 Ochse benötigt wurde). Die Pächter hatten außerdem Rechte an gemeinsamer Weide, Heu und Wald (für Schweinefutter, Torf und Brennstoff), und einige landlose Kötter besaßen kleine Häuser mit oder ohne Garten im Austausch für Arbeit als wichtige Handwerker im Dorf wie Schmiede, Zimmerleute und Stellmacher. Mühlen, eine Schlüsselinstitution auf jedem großen Herrenhof, zahlten feste Geldrenten, manchmal zuzüglich Fischabgaben aus ihren Bächen.

Leibeigentum und gutsherrliche Verpflichtungen

Das Leibeigentumsverhältnis verpflichtete die Inhaber, dem Grundherrn Verpflichtungen nachzukommen, die durch Arbeit auf dem Herrengut, übliche Zahlungen in Geld oder Naturalien sowie gelegentliche spezielle "Gnadearbeit" oder "Wohltätigkeitsarbeit" für bestimmte saisonale Aufgaben erfüllt wurden. Der Meier oder Vogt des Guts überwachte den gesamten Betrieb des Guts, einschließlich der Regelung der Arbeitskräfte, der Instandhaltung der landwirtschaftlichen Nutztiere, des Eintreibens von Abgaben, der Vermietung von unbebautem Land und der Abrechnung der Einnahmen. Leibeigene waren verpflichtet, "Wochenarbeit" zu leisten: eine festgelegte Anzahl von Arbeitstagen pro Woche auf dem Herrengut (in der Regel 2–3 Tage pro Virgate, die ganzjährig im Leibeigentum gehalten wurde, mit zusätzlichen Tagen zur Erntezeit). Übliche Abgaben variierten je nach den Gepflogenheiten des einzelnen Guts und umfassten Zahlungen in Naturalien oder Geld sowie spezielle Dienstleistungen wie Holzhauen, Fuhrdienste, Torfstechen, Herstellung von Dachstroh, Malzproduktion, Heumähen und -transport, Zaunbau, Bereitstellung von Pflügen sowie Pflügen, Säen, Eggen und Ernten auf dem Herrengut. Einige Pächter hielten Land im Austausch für spezielle dörfliche Aufgaben: Kuhhirten, Ochsenhirten, Schäfer und Schweinehirten bewirtschafteten Land "im Rahmen ihrer Dienstleistungen" als Gegenleistung für die Beaufsichtigung der Herden des Grundherrn, wobei deren Frauen manchmal zusätzliche Arbeitsabgaben wie das Worfeln und Ernten von Herrengutgetreide schuldeten.

KAPITEL I.

Dieses Kapitel stützt sich auf das *Liber Niger* (Schwarzes Buch, zusammengestellt ca. 1125) der Abtei Peterborough sowie auf zeitgenössische Verwaltungs- und Kirchenakten, um das ländliche Gutsleben im England des 12. Jahrhunderts, den rechtlichen und sozialen Status der Villeins, die verfügbaren Wege zur Freilassung von Villeins, den Zustand der englischen Kirche unter Heinrich I. und den Aufstieg des Ordens der Augustiner-Chorherren zu untersuchen.

Gutsdienste im Schwarzen Buch von Peterborough

Dieser Abschnitt erläutert die im Peterborough *Liber Niger* verzeichneten grundherrschaftlichen Pflichten, einschließlich Fronarbeit, Bar- und Naturalleistungen sowie Dienstanforderungen für verschiedene Pächterklassen (Vollhörige, Halbhörige, Bordarii, Sokemänner und Kötter) auf Gütern wie Thorp, Colingham, Easton, Fisherton und Oundle. Zu den von den Pächtern geforderten Diensten gehören wöchentliche und saisonale landwirtschaftliche Arbeit, Pflügen, Eggen, Sammeln von Holz und Torf, Mühlen- und Marktzins sowie Abgaben wie Getreide, Vieh, Eier und Leinen für die Nutzung durch die Abtei.

Villanenstatus und feudale Verpflichtungen

Dieser Abschnitt umreißt die gegenseitigen Rechte und Pflichten, die Lehnsherren und Villane im Feudalsystem banden. Villane waren verpflichtet, Frondienste und herkömmliche Abgaben an ihren Lehnsherrn zu leisten, waren jedoch durch einen strengen, lang überlieferten Gewohnheitsrechtskodex geschützt, der die willkürliche Macht des Herrn über sie begrenzte, ihren Landbesitz und Hausrat sicherte, solange sie ihre Pflichten erfüllten, und eine Vertreibung selbst bei unbezahlten Abgaben verbot. Villane verfügten gegen ihre Lehnsherren über Rechtsmittel, wie der Eintrag im 31. Pipe Roll Heinrichs I. zeigt, demzufolge Alfred von Cheaffword eine Geldstrafe von 40 Schilling für das Auspeitschen seines eigenen Villanen zahlte. Die wechselseitige Feudalkette, die Villane an ihr Land band, spiegelte die Pflichten höherer Feudalränge wider — von Rittern zu Baronen, zum König —, wie die Beschwerde des Grafen Wilhelm von Évreux verdeutlicht, sein Lehnseid und seine Dienste seien ohne seine Zustimmung auf Heinrich I. übertragen worden.

Wege zur Freiheit der Leibeigenen

Dieser Abschnitt stellt zunächst fest, dass uneingeschränkte persönliche Freiheit oft ein zweifelhaftes Gut war, wenn sie den Verlust lokaler sozialer Bindungen und gewohnter Subsistenzmittel bedeutete, bevor er drei Hauptwege zur Befreiung von Leibeigenen darlegt: die Freilassung durch einen Grundherrn, die häufig auf dem Sterbebett des Herrn oder als Buße für Sünden unter kirchlichem Einfluss gewährt wurde; die Flucht in eine Stadt mit Stadtrecht, wo ein Leibeigener, der ein Jahr und einen Tag lang der Wiederergreifung entging, den Status eines freien Bürgers nach den Bräuchen der Stadt erlangte; und das Ablegen geistlicher Weihen, da die Ordination oder die Aufnahme in ein Kloster automatisch die Freiheit verlieh, selbst wenn sie ohne Zustimmung des Grundherrn erfolgte – eine Praxis, die trotz königlicher Verbote unter der Herrschaft Heinrichs II. weitgehend akzeptiert wurde.

Zustand der englischen Kirche unter Heinrich I.

Dieser Abschnitt bewertet den Zustand der englischen Kirche unter Heinrich I. und stellt fest, dass sie zwar die offene Korruption und den offensichtlichen Verkauf kirchlicher Ämter, wie sie unter Wilhelm Rufus zu beobachten waren, vermied, jedoch effektiv dem Staat als Instrument weltlicher Herrschaft untergeordnet war. Wichtige Bistümer wurden an fähige Verwalter vergeben, die als königliche Minister dienten, und obwohl diese kirchlichen Amtsträger weit ehrlicher und kompetenter waren als die korrupten Amtsträger von Heinrichs Vorgänger, ließ sie ihre Konzentration auf weltliche Pflichten ihre geistlichen Verantwortlichkeiten als Bischöfe und Priester vernachlässigen. Die wahre geistliche Lebendigkeit der Kirche bestand nicht unter ihren hohen Amtsträgern, sondern unter ihren einfachen Laienmitgliedern.

Aufstieg der Augustiner-Chorherren

Dieser Abschnitt zeichnet die Ursprünge und die frühe Entwicklung der Augustiner-Chorherren (Chorherren vom Orden des hl. Augustinus) nach, einer religiösen Reformbewegung des 12. Jahrhunderts, die auf weitverbreitete Missstände sowohl im klösterlichen als auch im weltlich-kirchlichen Leben reagierte. Gescheiterte Versuche, die Chrodegang-Regel aus dem 8. Jahrhundert dem weltlichen Kathedralklerus in England und auf dem Kontinent aufzuzwingen, veranlassten ernsthafte Reformer, einen neuen Orden zu gründen, der das gemeinschaftliche Leben und die bindenden Gelübde des traditionellen Mönchtums mit einer einfacheren, flexibleren Organisationsstruktur verband. Diese Struktur ermöglichte es dem Orden, sowohl die aktive Seelsorge als auch das kontemplative Ordensleben zu unterstützen, sich an unterschiedliche Kontexte anzupassen und so die Kluft zwischen nachlässigen weltlich-kirchlichen Einrichtungen und starren Mönchsorden zu überbrücken.

KAPITEL I.

Dieses Kapitel schildert die Ankunft, Etablierung und den wachsenden Einfluss der Augustiner-Chorherren (Austin-Chorherren) in England während der Herrschaft Heinrichs I., einschließlich ihrer Gründungspriorate, der wichtigsten zugehörigen Persönlichkeiten und der Erhebung in hohe bischöfliche Ämter. Anschließend verfolgt es die Ursprünge des Zisterzienserordens, seine rasche Ausbreitung nach England, die Gründung seiner großen englischen Abteien, seine zentralen Reformprinzipien und seine weitreichenden Auswirkungen auf die weitere englische Kirche.

Ankunft der Augustiner-Chorherren in England

Augustiner-Chorherren kamen zu Beginn der Herrschaft Heinrichs I. nach England, wobei ihre erste Niederlassung die enge Verbindung zwischen der gleichzeitigen religiösen und nationalen Erneuerung im Land verdeutlicht.

Priorat der Heiligen Dreifaltigkeit Aldgate

Das erste Augustiner-Priorat in England wurde 1108 von Königin Matilda (in den traditionellen Berichten der Gemeinschaft als „Maude die gute Königin" bezeichnet) in der Soke von Aldgate, direkt innerhalb der östlichen Stadtmauer Londons, gegründet. Ein Teil seiner Stiftung stammte aus Eigentum, das von einer alten englischen cnihtengild zugunsten der neuen Gemeinschaft übergeben worden war. Das Priorat war der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht, und sein erster Prior, Norman, ein gebürtiger Kentener, der unter S. Anselm in Gallien studiert hatte, führte den Augustinerorden bei Matilda ein und diente später als ihr Beichtvater. Die junge Bruderschaft hatte anfangs Schwierigkeiten, Nahrung zu beschaffen, doch nachdem sie leere Teller ins Refektorium stellten, um das Mitleid der lokalen Bürger zu erregen, gelobten die Londoner Bürgerfrauen, jeden Sonntag einen Laib Brot zu bringen, wodurch der Mangel behoben wurde.