Stolz und Vorurteil
Stolz und Vorurteil von Jane Austen erstreckt sich über 60 Kapitel. Dieses Kapitel dreht sich um Mr. Bennets geheimen Besuch bei Mr. Bingley und die darauffolgenden Enthüllungen und Diskussionen innerhalb der Bennet-Familie über ihren neuen Nachbarn. Die Erzählung zeigt das dynamische Verhältnis zwischen Mr. Bennets trockenem Witz und den gesellschaftlichen Ambitionen seiner Frau, was letztlich in der Aufregung der Familie über die Möglichkeit einer romantischen Verbindung zwischen Mr. Bingley und einer der Töchter gipfelt. Mrs. Bennet und ihre fünf Töchter versuchen mit verschiedenen Taktiken, Mr. Bennet Informationen über Mr. Bingley zu entlocken, doch er weicht ihren Fragen geschickt aus. Letztlich müssen sie sich auf Informationen aus zweiter Hand von Lady Lucas verlassen, die berichtet, dass Mr. Bingley jung, gutaussehend und umgänglich sei und plane, mit einer großen Gesellschaft an der nächsten Versammlung teilzunehmen. Diese Aussicht erfüllt Mrs. Bennet mit der Hoffnung, dass eine ihrer Töchter eine vorteilhafte Ehe eingehen könnte. Das Kapitel wird mit einem privaten Gespräch zwischen Jane und Elizabeth Bennet über ihre kürzliche Begegnung mit Mr. Bingley bei der Versammlung in Meryton fortgesetzt, wobei die gegensätzlichen Persönlichkeiten der Schwestern und ihre unterschiedlichen Perspektiven auf gesellschaftliche Angelegenheiten beleuchtet werden.
KAPITEL II.
Dieses Kapitel dreht sich um Mr. Bennets geheimen Besuch bei Mr. Bingley und die darauffolgenden Enthüllungen und Gespräche innerhalb der Bennet-Familie über ihren neuen Nachbarn. Die Erzählung zeigt das Zusammenspiel zwischen Mr. Bennets trockenem Witz und den gesellschaftlichen Ambitionen seiner Frau, was letztendlich in der Aufregung der Familie über die Möglichkeit einer romantischen Verbindung zwischen Mr. Bingley und einer der Töchter gipfelt.
Mr. Bennets unangekündigter Besuch bei Mr. Bingley
Mr. Bennet hatte von jeher vorgehabt, Mr. Bingley einen Besuch abzustatten, obwohl er seiner Frau wiederholt versichert hatte, er werde dies nicht tun. Der Besuch bleibt Mrs. Bennet bis zum Abend danach verborgen, als er die Neuigkeit seiner Familie in einer für ihn äußerst charakteristischen, neckischen Weise strategisch offenbart.
Uneinigkeit über Mrs. Longs Vorstellungsversprechen
Elizabeth erwähnt, dass Mrs. Long versprochen hat, ihnen Mr. Bingley bei den bevorstehenden Zusammenkünften vorzustellen. Mrs. Bennet weist dieses Versprechen entschieden zurück und erklärt, dass sie nicht glaubt, dass Mrs. Long ihr Wort halten wird, wobei sie anmerkt, dass die Frau zwei eigene Nichten hat und sowohl eigennützig als auch scheinheilig ist.
Mrs. Bennet schilt Kitty und der bevorstehende Ball wird besprochen
Unfähig, ihre Gereiztheit zu beherrschen, schilt Mrs. Bennet Kitty wegen ihres anhaltenden Hustens und fleht sie an, Mitleid mit ihren Nerven zu haben. Als Kitty Elizabeth nach dem nächsten Ball fragt, beklagt Mrs. Bennet, dass Mrs. Long erst am Tag vor der Veranstaltung zurückkehren werde, was es ihr unmöglich mache, Mr. Bingley vorzustellen.
Mr. Bennet neckt Mrs. Bennet wegen der Vorstellung Bingleys durch sie selbst
Mr. Bennet schlägt scherzhaft vor, Mrs. Bennet solle sich ihre Freundschaft mit Mrs. Long zunutze machen und Mr. Bingley stattdessen ihr vorstellen. Als seine Frau einwendet, dies sei unmöglich, da sie ihn nicht persönlich kenne, zieht er sie weiterhin wegen der Förmlichkeit von Vorstellungen auf und bietet schließlich verspielt an, dieses Amt selbst zu übernehmen.
Mr. Bennet neckt seine Töchter und enthüllt seinen abgeschlossenen Besuch
Mr. Bennet setzt seine Neckerei fort und bittet Mary um ihre Meinung in der Frage der Vorstellungen. Dann verkündet er seiner zunehmend neugierigen Familie, dass er Mr. Bingley bereits an diesem Morgen einen Besuch abgestattet hat, und äußert sein gespieltes Bedauern darüber, dass er nicht schon früher von der plötzlichen Abneigung seiner Frau gegen ihren neuen Nachbarn gewusst habe. Das Erstaunen der Damen erfüllt Mrs. Bennet mit großer Freude, als sie erklärt, genau diesen Besuch habe sie die ganze Zeit erwartet.
Mrs. Bennet lobt ihren Mann und äußert sich über Lydia
Nachdem sich die Tür hinter Mr. Bennet geschlossen hat, erklärt Mrs. Bennet ihn warmherzig für einen vortrefflichen Vater und bringt ihre Dankbarkeit für seine Bemühungen zum Ausdruck. Sie wendet sich liebevoll an Lydia und prophezeit ihr, dass Mr. Bingley auf dem nächsten Ball mit ihr tanzen werde, obwohl sie die Jüngste der Töchter sei. Lydia erwidert voller Selbstvertrauen, sie habe keine Angst, und rühmt sich, zwar die Jüngste, aber zugleich die Größte unter den Schwestern zu sein.
Abend voller Spekulationen über Bingleys Gegenbesuch
Den Rest des Abends verbringt die Familie damit, zu mutmaßen, wann Mr. Bingley seinen Besuch bei Mr. Bennet erwidern wird, und zu planen, wann sie ihn zum Essen einladen sollten. Das Kapitel endet damit, dass die Familie zukünftigen Begegnungen mit ihrem wohlhabenden neuen Nachbarn erwartungsvoll entgegensieht.
Drittes Kapitel
Frau Bennet und ihre fünf Töchter versuchen mit verschiedenen Taktiken, Mr. Bennet Informationen über Mr. Bingley zu entlocken, doch er weicht ihren Fragen geschickt aus. Schließlich sind sie auf Auskünfte aus zweiter Hand von Lady Lucas angewiesen, die berichtet, dass Mr. Bingley jung, gutaussehend und angenehm im Wesen sei und beabsichtige, mit einer großen Gesellschaft am nächsten Ball teilzunehmen. Diese Aussicht erfüllt Mrs. Bennet mit der Hoffnung, dass eine ihrer Töchter eine vorteilhafte Partie machen könnte.
Spekulationen über Mr. Bingley
Nachdem Mr. Bingley den Besuch bei Mr. Bennet erwidert, verbringt er nur zehn Minuten mit ihm in der Bibliothek, ohne die jungen Damen kennenzulernen, obwohl er bereits von ihrer Schönheit gehört hat. Die Damen von Bennet beobachten ihn von einem Fenster im Obergeschoss aus und bemerken seinen blauen Rock und sein schwarzes Pferd. Mrs. Bennet schickt eine Einladung zum Abendessen, doch Mr. Bingley muss diese wegen geschäftlicher Angelegenheiten in London ablehnen. Lady Lucas äußert die Vermutung, er reise vielleicht nach London, um Gäste für einen Ball zu versammeln, und es machen Gerüchte die Runde, er werde zwölf Damen und sieben Herren mitbringen – Neuigkeiten, die die Bennet-Mädchen zunächst enttäuschen.
Mr. Bingleys Besuch in Longbourn
Frau Bennet lädt Mr. Bingley zum Abendessen ein und beginnt mit der Planung des Menüs. Jedoch trifft Mr. Bingleys Antwort ein, die das Abendessen verschiebt, da er geschäftlich nach London reisen muss. Frau Bennet befürchtet, dass er sich nie richtig in Netherfield niederlassen wird, doch Lady Lucas beruhigt ihre Bedenken, indem sie andeutet, dass er lediglich Gäste für einen Ball versammelt. Berichten zufolge wird Mr. Bingley eine große Gesellschaft mitbringen, obwohl diese Zahl später nach unten korrigiert wird.
Das verschobene Abendessen und die Vorbereitungen für die Versammlung
Lady Lucas beruhigt Mrs. Bennets Befürchtungen, indem sie andeutet, dass Mr. Bingleys Reise nach London den Zweck habe, Gäste für einen Ball anzuwerben. Ersten Berichten zufolge werde er zwölf Damen und sieben Herren mitbringen, was die Bennet-Mädchen in Unruhe versetzt. Später sind sie erleichtert, als sie erfahren, dass er nur sechs Begleiter aus London mitbringt – seine fünf Schwestern und einen Cousin. Am Abend des Balls trifft die Gesellschaft aus Netherfield im Versammlungssaal ein, bestehend aus Mr. Bingley, seinen beiden Schwestern, Mr. Hurst und Mr. Darcy.
Die Versammlung in Meryton
Herr Bingley erweist sich als umgänglich, tanzt jeden Tanz und äußert den Wunsch, selbst einen Ball in Netherfield zu geben. Sein Begleiter, Herr Darcy, obwohl gutaussehend und mit einem Vermögen von zehntausend Pfund im Jahr äußerst wohlhabend, stößt die Gesellschaft mit seinem stolzen Auftreten vor den Kopf und durch seine Weigerung zu tanzen oder sich mit Fremden zu unterhalten. Er lehnt jede Vorstellung von Damen ab und verbringt den Großteil des Abends schweigend, was ihm die allgemeine Missbilligung der Gäste der Versammlung einbringt, insbesondere die von Mrs. Bennet.
Mr. Darcy beleidigt Elizabeth Bennet
Elizabeth Bennet, die zwei Tänze aus Mangel an Herren ausgelassen hatte, hört mit an, wie Mr. Bingley den widerwilligen Mr. Darcy zum Tanzen auffordert. Darcy erwidert, er finde keine Dame im Saal, die es wert sei, mit ihr zu tanzen. Als Bingley auf Elizabeth als hübsches Mädchen hinweist, wendet sich Darcy um, sie zu betrachten, und erklärt dann kühl, sie sei „leidlich, aber nicht hübsch genug, um mich zu reizen." Elizabeth hegt daraufhin bittere Gefühle gegen ihn, obwohl sie die Geschichte unter Freunden auf unterhaltsame Weise zum Besten gibt.
Rückkehr nach Longbourn
Die Familie Bennet kehrt in bester Laune nach Longbourn zurück. Mrs. Bennet teilt eifrig Einzelheiten mit Mr. Bennet: Jane wurde sehr bewundert, tanzte zweimal mit Mr. Bingley und zeichnete sich unter seinen Schwestern aus. Mr. Bennet unterbricht ihren Bericht über die Tanzpartner ungeduldig. Mrs. Bennet beschreibt daraufhin Mr. Darcys Unhöflichkeit mit Bitterkeit, erklärt, er sei es nicht wert, ihm zu gefallen, und bringt ihre Erleichterung darüber zum Ausdruck, dass Elizabeth nicht sein Interesse erregt hat.
Kapitel IV
Dieses Kapitel setzt die private Unterhaltung zwischen Jane und Elizabeth Bennet über ihre kürzliche Begegnung mit Mr. Bingley auf dem Ball in Meryton fort und beleuchtet die gegensätzlichen Persönlichkeiten der Schwestern sowie ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf gesellschaftliche Angelegenheiten.
Janes und Elizabeths Gespräch über Mr. Bingley
Nachdem sie allein miteinander gewesen waren, bringt Jane – die sich zuvor in ihrem Lob zurückgehalten hatte – nun offen ihre Bewunderung für Mr. Bingley gegenüber Elizabeth zum Ausdruck. Sie beschreibt ihn als „genau das, was ein junger Mann sein sollte": verständig, gut gelaunt, lebhaft, mit gewinnenden Manieren und vollendeter Erziehung. Elizabeth fügt scherzhaft hinzu, dass er auch gutaussehend sei, was sein Bild vollende. Jane gesteht, dass sie geschmeichelt sei, ein zweites Mal zum Tanz mit ihm aufgefordert worden zu sein, doch Elizabeth entgegnet, das könne angesichts von Janes Schönheit kaum überraschen – „fünfmal so hübsch wie jede andere Frau im Saal." Elizabeth erteilt ihrer Schwester die Erlaubnis, ihn zu mögen, und bemerkt zugleich, wie verschieden sie beide seien: Jane sei stets aufs Neue überrascht von Komplimenten, Elizabeth hingegen niemals. Sanft schilt Elizabeth ihre Schwester dafür, dass sie „bei weitem zu sehr geneigt" sei, Menschen im Allgemeinen zu mögen, und stellt fest, dass Jane niemals Fehler bei anderen sehe und ausnahmslos nur Gutes über jeden Menschen sage.
Janes Lob für Bingleys Schwestern und Elizabeths Skepsis
Jane gibt an, dass sie auch Mr. Bingleys Schwestern mag und sie als angenehme Frauen empfindet, sobald man sich mit ihnen unterhält. Sie nimmt an, dass Miss Bingley, die mit ihrem Bruder zusammenleben und den Haushalt führen wird, sich als eine reizende Nachbarin erweisen wird. Elizabeth hört in skeptischem Schweigen zu, nicht überzeugt von dem Urteil ihrer Schwester. Sie bemerkt, dass deren Verhalten auf dem Ball nicht darauf angelegt gewesen sei, zu gefallen, und mit ihrer größeren Beobachtungsgabe und ihrem weniger nachgiebigen Temperament – sowie ihrem uneigennützigen Urteilsvermögen – ist Elizabeth nicht geneigt, sie gutzuheißen. Sie beschreibt sie als „sehr feine Damen", denen es nicht an guter Laune fehlt, wenn sie zufrieden sind, und die durchaus die Fähigkeit besitzen, umgänglich zu sein, wenn sie es wünschen, die aber im Grunde stolz und eingebildet sind. Sie sind ziemlich hübsch, wurden in einer erstklassigen Privatschule in London erzogen, besitzen je zwanzigtausend Pfund und sind gewohnt, über ihre Verhältnisse zu leben, während sie mit Personen von Rang verkehren. Folglich halten sie sich für berechtigt, gut von sich selbst und gering von anderen zu denken. Elizabeth merkt an, dass sie, obwohl sie sich daran erinnern, aus einer achtbaren nordenglischen Familie zu stammen, offenbar vergessen haben, dass das Vermögen ihres Bruders und ihr eigenes aus dem Handel stammt.
Mr. Bingleys Vermögen und Pachtverhältnis in Netherfield
Herr Bingley erbte ein Vermögen von nahezu hunderttausend Pfund von seinem Vater, welcher die Absicht gehabt hatte, ein Landgut zu erwerben, jedoch starb, bevor er diesen Plan verwirklichen konnte. Herr Bingley selbst beabsichtigte, ein Anwesen in der Grafschaft zu kaufen, und wählte manchmal seinen bevorzugten Standort aus, doch da er nun ein gutes Haus und als Pächter die Freiheit eines Herrensitzes besaß, bezweifelten jene, die seinen ungezwungenen Charakter am besten kannten, dass er Netherfield jemals verlassen würde. Viele glaubten, er werde den Rest seiner Tage dort verbringen und es der nächsten Generation überlassen, den Kauf zu tätigen. Seine Schwestern wünschten sich, dass er ein eigenes Gut besäße, dennoch war Miss Bingley durchaus bereit, an seinem Tisch die Wirtin zu spielen, obwohl er lediglich Pächter war, ebenso wie Mrs. Hurst, die einen Mann von mehr Eleganz als Vermögen geheiratet hatte und Netherfield als ihr Zuhause betrachtete, wenn es ihr gelegen kam. Herr Bingley war noch keine zwei Jahre alt gewesen, als er auf eine zufällige Empfehlung hin Netherfield House besichtigte. Er prüfte es eine halbe Stunde lang, war mit der Lage und den Haupträumen zufrieden, fand das Lob des Besitzers überzeugend und mietete es unverzüglich.
Die Freundschaft zwischen Bingley und Darcy
Trotz ihrer deutlich gegensätzlichen Charaktere besteht zwischen Mr. Bingley und Mr. Darcy eine sehr beständige Freundschaft. Bingley ist Darcy aufgrund seiner Leichtigkeit, Offenheit und Geschmeidigkeit des Temperaments zugetan, obwohl keine Gemütsart einen größeren Gegensatz zu seiner eigenen bilden könnte, und er scheint nie mit Darcys Wesen unzufrieden zu sein. Bingley setzt das festeste Vertrauen in Darcys Wohlwollen und hegt die höchste Meinung von dessen Urteilsvermögen. Im Verstand ist Darcy der Überlegene – Bingley ist keineswegs unbegabt, doch Darcy ist klüger. Darcy ist zugleich hochmütig, zurückhaltend und wählerisch, und obwohl seine Manieren von guter Erziehung zeugen, laden sie nicht ein. In dieser Hinsicht hat Bingley einen großen Vorteil: Er ist überall beliebt, wo er erscheint, während Darcy fortwährend Anstoß erregt.
Bingleys und Darcys gegensätzliche Ansichten über die Versammlung in Meryton
Die Art und Weise, wie die beiden Freunde über die Versammlung in Meryton sprachen, verdeutlichte ihre unterschiedlichen Charaktere aufs Treffendste. Bingley berichtete, die angenehmsten Leute und hübschesten Mädchen getroffen zu haben, die ihm je begegnet waren; alle waren freundlich und aufmerksam gewesen, es hatte keine Förmlichkeit oder Steifheit gegeben, und er fühlte sich bald mit dem gesamten Saal vertraut. Was Miss Bennet betraf, so konnte er sich keinen schöneren Engel vorstellen. Darcy hingegen hatte nur eine Ansammlung von Menschen gesehen, die wenig Schönheit und keinerlei Eleganz besaßen; niemand hatte ihn interessiert, und von niemandem hatte er Aufmerksamkeit oder Vergnügen erfahren. Er räumte ein, dass Miss Bennet hübsch sei, bemerkte jedoch, dass sie zu viel lächle. Mrs. Hurst und Miss Bingley pflichteten ihm bei, dass sie hübsch sei, bewunderten und mochten sie jedoch weiterhin und erklärten, sie sei ein reizendes Mädchen, gegen deren nähere Bekanntschaft sie nichts einzuwenden hätten. Diese Empfehlung seiner Schwestern ermächtigte Bingley, an sie zu denken, wie es ihm beliebte.
KAPITEL V.
Dieses Kapitel führt die Familie Lucas als enge Nachbarn der Bennets ein und etabliert sowohl den unmittelbaren sozialen Kontext von Longbourn als auch die dauerhafte Freundschaft zwischen Elizabeth Bennet und Charlotte Lucas, die im gesamten Roman eine bedeutende Rolle spielen wird.
Hintergrund und Einführung der Familie Lucas
Sir William Lucas, ehemals Kaufmann in Meryton, erlangte den Ritterschlag während seiner Amtszeit als Bürgermeister, indem er dem König eine Bittschrift überreichte. Die Auszeichnung machte ihn sowohl mit dem Geschäftsleben als auch mit dem Kleinstadtleben unzufrieden, weshalb er mit seiner Familie in die Lucas Lodge umzog, ein Anwesen etwa eine Meile von Meryton entfernt. Obwohl er im Rang aufgestiegen war, blieb Sir William allen gegenüber umgänglich und höflich, da er durch seine Vorstellung bei Hofe noch zusätzlich an Schliff gewonnen hatte. Lady Lucas wird als gutmütige Frau beschrieben, die durch ihren Mangel an intellektueller Brillanz die ideale Nachbarin für Mrs. Bennet abgibt. Zum Haushalt der Lucas' gehören mehrere Kinder, wobei die Älteste Charlotte ist, eine vernünftige und kluge junge Frau von etwa siebenundzwanzig Jahren, die Elizabeths engste Vertraute ist.
Besuch nach dem Ball und Gespräche über den Ball
Am Morgen nach dem Ball in Netherfield besuchen die Schwestern Lucas Longbourn, um ihre Eindrücke vom vergangenen Abend auszutauschen. Charlotte Lucas berichtet, sie habe mit angehört, wie Mr. Bingley öffentlich erklärte, Miss Bennet sei die schönste Frau auf dem Ball, was Mrs. Bennet zu optimistischen Spekulationen über eine mögliche Verbindung veranlasst. Das Gespräch wendet sich dann Mr. Darcy zu, dessen Stolz und Zurückhaltung beim Ball zum Gegenstand von Mutmaßungen geworden sind. Charlotte gibt Elizabeths mitgehörte Bemerkung wieder, sie sei „gerade noch erträglich", versucht jedoch, Darcys Stolz mit dem Hinweis auf seine Vorzüge an Familie, Vermögen und persönlicher Attraktivität zu erklären. Elizabeth erwidert, sie könne seinen Stolz leicht verzeihen, wenn er nicht ihren eigenen verletzt hätte. Jane versucht, Darcy zu verteidigen, indem sie anführt, Miss Bingley behaupte, er sei im engsten Bekanntenkreis bemerkenswert umgänglich, doch ihre Mutter weist dies als bloße Ausflucht zurück. Mrs. Bennet führt seine Kälte auf das Gerücht zurück, er blicke auf jene herab, die keine Kutschen besitzen. Der Besuch endet mit heiterem Geplänkel über die unbesonnenen Versprechungen des jungen Lucas hinsichtlich Fuchsjagd und Weinkonsum.
KAPITEL VI.
Dieses Kapitel dokumentiert die sich anbahnenden Verbindungen zwischen den Bennet-Schwestern und den Herren von Netherfield und hebt besonders die gegensätzlichen Herangehensweisen an die Romantik sowie die wachsende Anziehung zwischen Figuren hervor, die anfangs kaum mehr als Gleichgültigkeit füreinander zu empfinden schienen.
Besuche zwischen Longbourn und Netherfield und die Dynamik zwischen Jane und Bingley
Der Besuchswechsel zwischen Longbourn und Netherfield verläuft förmlich. Miss Bingley und Mrs. Hurst schließen Jane Bennet wegen ihres angenehmen Wesens ins Herz, während die jüngeren Schwestern keinerlei Beachtung finden und Mrs. Bennet als unerträglich erachtet wird. Die Bewunderung der Brüder erzeugt insbesondere gegenüber den beiden ältesten Schwestern Wohlwollen. Elizabeth bemerkt eine herablassende Art, mit der die Damen aus Netherfield jedermann begegnen, wenngleich die Jane erwiesene Güte nicht ohne Wert ist, da sie vermutlich aus Bingleys Zuneigung zu ihrer Schwester entspringt. Elizabeth beobachtet, dass Bingley Jane offenkundig bewundert, und dass Jane einer Neigung nachzugeben scheint, die sie seit ihrer ersten Begegnung hegt – auf dem Weg, sich ernsthaft zu verlieben –, obgleich Janes Gelassenheit und Fröhlichkeit sie vor ungeziemenden Mutmaßungen schützen.
Elizabeths und Charlottes Debatte über das Werben
Elizabeth vertraut sich Charlotte Lucas bezüglich Janes sorgfältig gehüteter Zuneigung an. Charlotte argumentiert, dass das Verbergen von Zuneigung zwar die Öffentlichkeit täuschen möge, übermäßige Zurückhaltung jedoch das Risiko berge, die Gelegenheit zu verlieren, die Liebe des anderen zu gewinnen. Sie vertritt die Ansicht, dass eine leichte Vorliebe zwar am Anfang natürlich sei, aber nur wenige den Mut hätten, sich ohne Ermutigung wirklich zu verlieben. Charlotte rät, dass eine Frau mehr Zuneigung zeigen solle, als sie empfinde, denn Bingley werde Jane möglicherweise nur dann mit Zuneigung begegnen, wenn sie ihn nicht aktiv dabei unterstütze. Elizabeth erwidert, dass Janes Wesen es ihr erlaube, ihn so weit wie möglich zu ermuntern, und dass jeder aufmerksame Mann echte Zuneigung erkennen würde. Charlotte beharrt darauf, dass Bingley Janes Wesen nicht näher kenne und ihre Begegnungen auf großen Gesellschaften nur begrenzte Gelegenheit zur Annäherung böten. Elizabeth verteidigt Janes zurückhaltenderen Ansatz und bemerkt, dass diese nach erst zwei Wochen Bekanntschaft die volle Tiefe ihrer eigenen Gefühle noch nicht ermessen könne. Charlotte wünscht Jane letztlich alles Gute, deutet jedoch an, dass das Glück in der Ehe reine Glückssache sei – ein Rat, den Elizabeth für unklug hält.
Darcys sich wandelnde Meinung von Elizabeth
Mr. Darcy erkannte Elizabeth anfangs kaum als hübsch an, betrachtete sie auf dem Ball in Meryton ohne Bewunderung und suchte fortan einzig und allein nach Kritik. Doch sobald er festgestellt hatte, dass ihr Gesicht kein einziges wirklich gutes Merkmal aufwies, entdeckte er, dass es durch den schönen Ausdruck ihrer dunklen Augen ungewöhnlich intelligent wirkte. Weitere demütigende Erkenntnisse folgten: Obwohl er eine unvollkommene Symmetrie in ihrer Gestalt bemerkte, musste er eingestehen, dass ihre Figur leicht und anmutig war. Und obwohl ihre Manieren nicht den Anforderungen der feinen Welt entsprachen, sah er sich von ihrer ungezwungenen Verspieltheit gefangen genommen. Für Elizabeth jedoch blieb er schlichtweg der unangenehme Mann, der sie nicht für schön genug gehalten hatte, um sie zum Tanz aufzufordern.
Lucas' Versammlung und Tanzverweigerung
Auf der Gesellschaft bei Sir William Lucas bemerkt Elizabeth, wie Darcy ihrem Gespräch mit Colonel Forster zuhört. Als er näher tritt, offenbar ohne die Absicht zu sprechen, stachelt Charlotte Elizabeth an, ihn direkt anzusprechen. Elizabeth fragt ihn scherzhaft, ob er ihre Miene ungewöhnlich lebhaft gefunden habe, während sie mit dem Colonel sprach. Er bestätigt ihre Lebhaftigkeit, bemerkt jedoch, dass das Thema die Damen stets in Wallung bringe. Während der musikalischen Unterhaltung des Abends spielt Elizabeth zwar angenehm, wenn auch nicht vortrefflich, und übergibt dann an Mary. Sir William Lucas, der darauf aus ist, Elizabeth mit Darcy zu paaren, erklärt sie plötzlich für überaus begehrenswert und versucht, sie als Tanzpartnerin vorzustellen. Elizabeth weicht zurück und beharrt darauf, dass sie keineswegs die Absicht habe zu tanzen und auch nicht auf sie zugekommen sei, um einen Partner zu erbitten. Als Darcy sie daraufhin formell um die Ehre ihrer Hand bittet, bleibt Elizabeth fest entschlossen, und weder seine Bewerbung noch Sir Williams Überredungskünste vermögen ihren Vorsatz zu erschüttern. Ihr Widerstand verstärkt nur den günstigen Eindruck, den er bereits von ihr gewonnen hat.
Miss Bingleys Konfrontation mit Darcy
Miss Bingley tritt an Darcy heran und mutmaßt, seine Versunkenheit gelte der Fadheit des Abends. Sanft berichtigt er sie und offenbart, dass seine Gedanken dem Vergnügen gegolten hätten, das schöne Augen im Antlitz einer hübschen Frau zu gewähren vermögen. Bingleys Erstaunen, als sie erfährt, dass es sich bei der besagten Dame um Elizabeth Bennet handelt, verleitet sie zu Scherzen über seine bevorstehende Heirat und eine Schwiegermutter in Pemberley. Darcy bleibt ihrem Gelächter gegenüber vollkommen gleichmütig, während seine Gelassenheit ihr versichert, dass die Sachlage keinen Anlass zur Beunruhigung biete.
KAPITEL VII
Mr. Bennet erbte ein Vermögen von zweitausend Pfund im Jahr, das einem entfernten männlichen Verwandten zufiel, sodass seine Töchter auf das Vermögen ihrer Mutter von viertausend Pfund und auf die Verbindungen ihres Onkels Mr. Philips in Meryton angewiesen waren. Die Nähe des Dorfes zu Meryton erwies sich für Catherine und Lydia als äußerst praktisch, die ihre Tante drei- bis viermal wöchentlich besuchten, um Neuigkeiten zu sammeln und Offiziere des neu eingetroffenen Milizregiments zu bewundern, das in der Nachbarschaft überwintern sollte. Als Mr. Bennet spöttisch erklärte, die beiden jüngsten Mädchen seien die dümmsten im ganzen Land, verteidigte Mrs. Bennet sie, indem sie gestand, dass sie selbst einmal einen roten Rock gemocht hatte und einen gepflegten Oberst mit fünftausend oder sechstausend Pfund im Jahr für keine ihrer Töchter ausschlagen würde. Caroline Bingleys Einladung an Jane, in Netherfield zu speisen, zwang die Familie, das Wetter zu berücksichtigen, und Mrs. Bennets Plan, Jane in Netherfield zu halten, indem sie sie bei drohendem Regen zu Pferd schickte, gelang über ihre Erwartungen hinaus. Jane erkältete sich bei dem nassen Ritt heftig, und Elizabeth, entschlossen, ihre Schwester trotz des schlammigen Drei-Meilen-Marsches über die Felder zu besuchen, kam in Netherfield mit schmutzigen Strümpfen an, doch mit leuchtendem Teint von der Bewegung. Miss Bingley und Mrs. Hurst hielten Elizabeths Fußmarsch für fast unglaublich und hegten eine leichte Verachtung für sie, obwohl Mr. Darcy ihren Teint mit geteilter Bewunderung betrachtete. Janes Krankheit verschlimmerte sich mit fiebrigen Symptomen, und Elizabeth blieb den ganzen Tag an ihrem Bett und nahm schließlich Miss Bingleys Angebot zu bleiben an, als Jane bei ihrer bevorstehenden Trennung Trauer zeigte.
Finanzen, Hintergrund und Lage von Longbourn der Familie Bennet
Herrn Bennets wichtigster Besitz ist ein Landgut, das jährlich zweitausend Pfund einbringt, welches jedoch bedauerlicherweise durch eine Erbfolgebestimmung an einen entfernten männlichen Verwandten übergeht, sodass seine Töchter ohne Erbe bleiben. Das Erbe von Mrs. Bennet in Höhe von viertausend Pfund, obwohl für ihre Verhältnisse durchaus beträchtlich, vermag diesen Mangel nicht vollständig auszugleichen. Ihr Vater war als Anwalt in Meryton tätig, und sie pflegt die Verbindungen zu seinem ehemaligen Geschäft über ihre Schwester, die mit Mr. Philips verheiratet ist, welcher ihm als Angestellter nachfolgte. Ein Bruder hat sich in London in einem angesehenen Handelszweig etabliert. Die Nähe von Longbourn zu Meryton—nur eine Meile entfernt—erweist sich für die Bennet-Töchter als vorteilhaft, da sie gewöhnlich mehrere Male wöchentlich ihre Tante und ein nahe gelegenes Putzgeschäft aufsuchen.
Catherines und Lydias Beschäftigung mit der lokalen Miliz
Die jüngsten Bennet-Schwestern, Catherine und Lydia, zeigen besonderen Eifer für diese Ausflüge nach Meryton, da ihre Köpfe offenbar leerer sind als die ihrer älteren Schwestern und ständiger Unterhaltung bedürfen. Der Wohnsitz ihrer Tante ist ihnen zum Tor zu den faszinierendsten Neuigkeiten über ein Milizregiment geworden, das kürzlich in der Nachbarschaft eingetroffen ist und den Winter über mit seinem Hauptquartier in Meryton bleiben wird. Die Schwestern haben rasche Fortschritte dabei gemacht, von der Kenntnis der Namen und Verbindungen der Offiziere bis hin zur persönlichen Bekanntschaft mit diesen selbst, ermöglicht durch die Vorstellungen von Mr. Philips. Ihre Gespräche haben sich ausschließlich auf militärische Angelegenheiten verengt. Als Mr. Bennet seine Überzeugung kundtut, sie seien „zwei der närrischsten Mädchen im ganzen Land", verteidigt Mrs. Bennet sie und offenbart dabei ihre eigene Empfänglichkeit für hübsche Uniformen, indem sie die Hoffnung äußert, ein Oberst mit fünf- oder sechstausend Pfund jährlich könne am Ende Gefallen an einer ihrer Töchter finden. Lydia bewundert offen Hauptmann Carter und erörtert mit ihrer Tante dessen jeweilige Unternehmungen.
Janes Einladung nach Netherfield und Mrs. Bennets Plan für einen Übernachtungsaufenthalt
Ein Brief von Miss Bingley trifft ein, der Jane zum Abendessen in Netherfield einlädt und sie davor warnt, dass sie und Louisa Gefahr liefen, in gegenseitige Abneigung zu verfallen, falls sie einen ganzen Tag allein miteinander verbringen müssten; zugleich wird vermerkt, dass die Herren mit den Offizieren speisen werden. Mrs. Bennets strategisches Manövrieren offenbart sich, als sie darauf besteht, dass Jane trotz des vielversprechenden Wetters reiten soll, und so sicherstellt, dass diese nicht am selben Tag zurückkehren kann. Als Jane es vorzieht, mit der Kutsche zu fahren, erfindet ihre Mutter einen Vorwand wegen der Bewirtschaftung des Gutes, den Mr. Bennet jedoch zunichtemacht, indem er darauf hinweist, dass die Pferde dort häufig benötigt würden. Elizabeths sarkastischer Kommentar über das Vorhaben ihrer Mutter bleibt ungehört; Jane bricht zu Pferd auf, während Mrs. Bennet heitere Prophezeiungen über einen ungünstigen Tagesverlauf von sich gibt. Der Regen, den Mrs. Bennet erwartet hat, fällt tatsächlich und garantiert Janes verlängerte Abwesenheit von Longbourn.
Janes Krankheit und Elizabeths Entscheidung, nach Netherfield zu laufen
Am Morgen überbringt ein Diener die Nachricht, dass Jane erkrankt ist, und führt ihre Beschwerden darauf zurück, dass sie auf der gestrigen Reise nass geworden sei. Die Haushaltung in Netherfield besteht darauf, dass sie bleibt, bis sie genesen ist, und hat bereits Mr. Jones, den Apotheker, rufen lassen. Mr. Bennets finsterer Humor bemerkt die Ironie, dass seine Tochter auf Geheiß ihrer Mutter dem Tod in die Arme laufe, um Mr. Bingley nachzujagen, während Mrs. Bennet solche Befürchtungen als unbegründet zurückweist. Elizabeth, die sich aufrichtig sorgt, beschließt, sie dennoch zu besuchen, obwohl keine Kutsche zur Verfügung steht und sie nicht reiten kann. Mrs. Bennet protestiert gegen die Unschicklichkeit, schmutzig einzutreffen, doch Elizabeth beharrt darauf, dass es mehr auf ihre Eignung ankomme, Jane zu sehen, als auf ihr Erscheinungsbild. Als Mr. Bennet Pferde anbietet, lehnt Elizabeth ab und erklärt, drei Meilen seien bei hinreichender Motivation eine Kleinigkeit. Mary unterstreicht die Bedeutung eines angemessenen Maßes an Anstrengung, doch Elizabeth nimmt die Gesellschaft ihrer jüngsten Schwestern bis nach Meryton an, wo Lydia hofft, Hauptmann Carter vor dessen Abreise nach London noch einmal zu erblicken. Alleine durcheilt Elizabeth Felder und übersteigt Zäune, bis sie schlammbedeckt und vom Wind zerzaust eintrifft.
Elizabeths Ankunft in Netherfield und erster Empfang
Elizabeth erscheint im Frühstückszimmer in einer Aufmachung, die ihren drei Meilen langen Marsch durch das schlechte Wetter widerspiegelt – schmutzige Strümpfe, müde Knöchel und ein von der Anstrengung gerötetes Gesicht. Mrs. Hurst und Miss Bingley betrachten ihre Ankunft mit etwas, das an Unglauben und offenkundige Verachtung grenzt. Mr. Darcys Aufmerksamkeit schwankt zwischen der Bewunderung für ihren strahlenden Teint und Bedenken hinsichtlich der Schicklichkeit, dass sie allein gereist ist. Mr. Hurst, der wie stets gleichgültig ist, widmet sich ganz seinem Frühstück. Allein Mr. Bingley bekundet neben der üblichen Höflichkeit echte Wärme und Freundlichkeit. Elizabeth bemerkt ihre Geringschätzung, wird von den Damen jedoch hinreichend höflich behandelt.
Janes medizinische Beurteilung und Elizabeths verlängerter Aufenthalt in Netherfield
Jane, die schlecht geschlafen hat, ist weiterhin fiebrig und an ihr Zimmer gefesselt. Elizabeth begibt sich unverzüglich zu ihr und erfährt, dass Jane in ihrer früheren Nachricht verschwiegen hatte, wie sehr sie sich nach solcher Gesellschaft gesehnt hatte. Jane fällt das Gespräch sichtlich schwer, und immer wieder bringt sie ihre Dankbarkeit für die außerordentliche Güte zum Ausdruck, die ihr entgegengebracht wird. Miss Bingley gewährt ihnen ihre Ungestörtheit, und Elizabeth pflegt still ihre Schwester. Die Untersuchung des Apothekers bestätigt eine schwere Erkältung, die Bettruhe und Arznei erfordert. Elizabeth bleibt ununterbrochen an Janes Seite, während die Damen häufig zu Besuch kommen; die Herren sind anderweitig beschäftigt. Als es drei Uhr schlägt, kündigt Elizabeth widerwillig ihre Abreise an, woraufhin Miss Bingley ihr die Kutsche anbietet. Janes offenbarer Kummer über die bevorstehende Trennung bewegt Miss Bingley jedoch, ihr Angebot in eine Einladung an Elizabeth zu verwandeln, doch in Netherfield zu bleiben. Elizabeth nimmt dies dankbar an, und ein Diener wird nach Longbourn entsandt, um die Familie zu benachrichtigen und die nötige Kleidung zu holen.
Kapitel VIII
Spielt in Netherfield Park, kurz nachdem Elizabeth Bennet dort eingetroffen ist, um sich um ihre kranke Schwester Jane zu kümmern. Das Kapitel beginnt mit dem Abendessen, bei dem Elizabeth berichtet, dass es Jane nicht besser geht. Nach dem Essen verspotten die Schwestern Bingleys Elizabeths ungepflegtes Aussehen von ihrem langen Spaziergang sowie die niedrigen gesellschaftlichen Verbindungen der Familie Bennet, während Bingley Elizabeth in Schutz nimmt und Darcy seine stille Bewunderung für sie zeigt. Später, im Salon, lehnt Elizabeth eine Einladung ab, um Karten um hohe Einsätze zu spielen, was ein Gespräch über Bücher und Darcys Bibliothek in Pemberley anregt und schließlich zu einer Debatte über die Definition einer „vollkommenen Frau" führt. Das Kapitel endet mit der Nachricht, dass sich Janes Zustand verschlechtert hat, was zu Meinungsverschiedenheiten über die medizinische Behandlung führt, sowie mit einem Gegensatz zwischen Bingleys aufrichtiger Sorge um Jane und dem geheuchelten, gleichgültigen Kummer seiner Schwestern.
Abendessen und Sorge um Jane
Um halb sieben stößt Elizabeth zur Gesellschaft in Netherfield zum Essen hinzu und antwortet auf höfliche Nachfragen, indem sie berichtet, dass es Jane nicht besser gehe. Bingley bekundet eine weitaus aufrichtigere Anteilnahme an Janes Zustand als die übrigen Gäste, was Elizabeth günstig für ihn stimmt, während Miss Bingley, Mrs. Hurst und Mr. Hurst ihr kaum Beachtung schenken. Miss Bingley und Mrs. Hurst heucheln wiederholt Entsetzen und Betrübnis über Janes Erkältung, um die Angelegenheit dann völlig abzutun, wodurch Elizabeth ihre ursprüngliche Abneigung gegen sie zurückgewinnt.
Kritik an Elizabeths Aussehen
Sofort nachdem Elizabeth das Speisezimmer verlässt, beginnen Miss Bingley und Mrs. Hurst eine scharfe, persönliche Kritik an ihrem Charakter und Äußeren und weisen sie als stolz, unverschämt und ohne Schönheit, Stil, Unterhaltungsgabe oder jegliche entschädigenden Eigenschaften zurück – abgesehen davon, dass sie eine geübte Spaziergängerin sei.
Die Verachtung der Schwestern für ihre schlammigen Kleider
Die Schwestern heften ihren Blick auf Elizabeths zerzaustes Aussehen nach ihrem alleinigen drei bis fünf Meilen langen Fußmarsch nach Netherfield: Sie verspotten ihr unordentliches, struppiges Haar und ihren Unterrock, der sechs Zoll hoch mit Schlamm bedeckt war, weil ihr Rock ihn nicht vollständig hatte bedecken können, und deuten ihre Entscheidung, bei solch schlammigen Verhältnissen eine so weite Strecke zu Fuß zurückzulegen, als Zeichen eingebildeter Unabhängigkeit und Missachtung gesellschaftlicher Umgangsformen.
Bingleys Verteidigung und Darcys Bewunderung
Bingley verteidigt Elizabeth, indem er sagt, er habe ihren schmutzigen Unterrock gar nicht bemerkt und finde, dass sie an jenem Morgen ausgesprochen gut ausgesehen habe, und lobt ihren langen Spaziergang als rührendes Zeichen ihrer Zuneigung zu ihrer Schwester. Als Miss Bingley fragt, ob Darcy von ihrem Erscheinungsbild beeindruckt gewesen sei, antwortet Darcy, dies sei nicht der Fall gewesen, und bemerkt lediglich, dass ihre schönen Augen durch die Bewegung zum Strahlen gebracht worden seien.
Spott über die niedrigen Verbindungen der Bennets
Die Schwestern Bingley verlegen ihren Spott nun auf die geringe gesellschaftliche Stellung der Familie Bennet und beklagen, dass Jane aufgrund der vulgären, niedrig gestellten Verwandtschaft ihrer Eltern keinerlei Aussicht auf eine vorteilhafte Heirat habe: Sie bemerken, dass ihr Onkel in Meryton ein Anwalt sei und ein weiterer Onkel nahe der Cheapside in London wohne, und lachen herzlich über die Gewöhnlichkeit dieser Verbindungen. Bingley weist ihren Snobismus zurück und erklärt, selbst ein Dutzend Onkel aus der Cheapside würde die Bennets nicht weniger angenehm machen, während Darcy beipflichtet, dass ihre niedrigen Verbindungen ihre Aussichten, Männer von gesellschaftlichem Rang zu heiraten, ganz erheblich verringern würden.
Der Abend im Wohnzimmer
Nachdem sie sich vergewissert hat, dass Jane noch immer unpässlich ist, betritt Elizabeth das Wohnzimmer und findet die gesamte Gesellschaft beim Loo-Spiel um hohe Einsätze vor. Sie lehnt deren Einladung mitzuspielen ab und zieht es vor, stattdessen ein Buch zu lesen. Mr. Hurst findet ihre Wahl ungewöhnlich, und Miss Bingley behauptet fälschlicherweise, Elizabeth verabscheue Karten und lese nur zum Vergnügen – eine Behauptung, die Elizabeth bescheiden zurückweist. Bingley bietet an, ihr weitere Bücher aus seiner Bibliothek zu holen, was ein Gespräch über Darcys Bibliothek in Pemberley entfacht.
Elizabeth wählt ein Buch statt Karten
Als Elizabeth das Gesellschaftszimmer betrat und die Gruppe beim Kartenspiel um hohe Einsätze vorfand, lehnte sie deren Einladung mitzumachen ab und führte als Vorwand an, dass sie bei Jane bleiben müsse. Sie erklärte, sie werde sich die kurze Zeit, die sie noch unten verweilen könne, mit einem Buch vertreiben. Mr. Hurst zeigte seine ungeheure Verwunderung darüber, dass sie das Lesen dem Kartenspiel vorzog.
Diskussion über Bibliotheken und Pemberley
Bingley bietet sofort an, Elizabeth weitere Bücher aus seiner Bibliothek zu holen, und entschuldigt sich, dass seine Sammlung nicht umfangreicher sei – zu ihrem Nutzen und seinem eigenen Ansehen. Er gesteht, dass er ein träger Leser sei, der die meisten seiner Bücher kaum je aufgeschlagen habe. Das Gespräch wendet sich daraufhin Darcys stattlicher, über mehrere Generationen zusammengetragener Bibliothek in Pemberley zu, die Miss Bingley überschwänglich rühmt. Daraufhin scherzt Bingley, er werde Pemberley selbst kaufen, falls Darcy es verkaufen wolle, anstatt zu versuchen, es nachzuahmen, wenn er einmal sein eigenes Landhaus baue.
Die Debatte über vollkommene Frauen
Das Gespräch der Gruppe wendet sich den Eigenschaften zu, die eine wahrhaft „vollkommene" junge Frau ausmachen. Bingley beginnt mit einer breiten, allgemein verbreiteten Definition, die übliche, weitverbreitete weibliche Fertigkeiten einschließt, was eine Meinungsverschiedenheit mit Darcy auslöst, der deutlich strengere, exklusivere Kriterien für diesen Titel aufstellt.
Bingleys breite Definition
Bingley behauptet, dass beinahe alle jungen Damen vollendet seien, und führt als wesentliche Anforderungen typisch weibliche Fertigkeiten an wie das Bemalen von Tischchen, das Bespannen von Wandschirmen und das Knüpfen von Geldbörsen; dabei sagt er, er habe nie von einer jungen Dame gehört, die bei ihrer ersten Vorstellung nicht als vollendet beschrieben worden wäre.
Darcys strenge Kriterien und Elisabeths Skepsis
Darcy weist Bingleys nachlässige Definition zurück und bemerkt, dass in seinem gesamten Bekanntenkreis kaum ein halbes Dutzend Frauen wahrhaft vollkommen seien, und legt strenge Maßstäbe an: Eine Frau müsse gründliche Kenntnisse in Musik, Gesang, Zeichnen, Tanz und modernen Sprachen besitzen, ferner eine natürliche Anmut in ihrer Erscheinung, ihrer Gangart, ihrer Stimme, ihrem Auftreten und ihren Mienen zeigen und überdies ihren Geist durch ausgiebige Lektüre bilden. Elizabeth spottet, sie habe nie eine Frau getroffen, auf die diese ganze Beschreibung zutreffe, woraufhin Miss Bingley und Mrs. Hurst einwenden, sie kennten zahlreiche solcher Frauen, bis Mr. Hurst sie zur Ordnung ruft, weil sie ihr laufendes Kartenspiel vernachlässigen.
Janes verschlechternder Zustand
Später am Abend kehrt Elizabeth in den Salon zurück, um zu berichten, dass Janes Zustand sich verschlechtert hat und sie nicht von ihrer Seite weichen könne. Über die beste medizinische Behandlung für Jane entbrennt sofort eine Meinungsverschiedenheit, und die Gruppe einigt sich auf einen Kompromiss. Das Kapitel schließt mit einem scharfen Kontrast zwischen Bingleys aufrichtiger, tatkräftiger Besorgnis um Jane und der vorgetäuschten, gleichgültigen Trauer seiner Schwestern.
Uneinigkeit über die medizinische Versorgung
Als Elizabeth berichtet, dass es Jane schlechter geht, drängt Bingley darauf, sofort nach dem ortsansässigen Apotheker Mr. Jones zu schicken. Seine Schwestern wenden ein, dass keine ärztliche Hilfe vom Land Jane helfen könne, und empfehlen, einen angesehenen Arzt aus London kommen zu lassen – ein Vorhaben, dem Elizabeth sich zu widersetzen weigert. Die Gruppe einigt sich darauf, am nächsten Morgen als Erstes nach Mr. Jones zu schicken, falls Jane bis dahin keine deutliche Besserung gezeigt hat.
Die Gleichgültigkeit der Schwestern im Gegensatz zu Bingleys Sorge
Bingley ist zutiefst bestürzt über Janes sich verschlechternden Zustand und findet keine Linderung für seine Sorge, außer seiner Haushälterin detaillierte und strenge Anweisungen zu geben, Jane und Elizabeth jede nur erdenkliche Fürsorge und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Seine Schwestern behaupten, über Janes Krankheit unglücklich zu sein, trösten sich jedoch rasch, indem sie nach dem Abendessen Duette singen, und zeigen damit ihre Gleichgültigkeit gegenüber Janes Leiden im Gegensatz zu Bingleys aufrichtiger Besorgnis.
KAPITEL IX.
Dieses Kapitel beginnt damit, dass Elizabeth über Nacht in Netherfield bleibt, um ihre kranke Schwester Jane zu pflegen. Am nächsten Morgen sendet sie Nachrichten an Mr. Bingley und dessen Schwestern, und bittet ihre Mutter, persönlich zu kommen, um Janes Zustand zu begutachten. Mrs. Bennet trifft mit ihren beiden jüngsten Töchtern ein und ist insgeheim erleichtert, dass Jane nicht unmittelbar in Gefahr ist, da eine vollständige Genesung sie von Netherfield und Mr. Bingley fortführen würde. Die Familie Bennet gesellt sich zu Bingley, Miss Bingley und Mr. Darcy zum Frühstück, wobei Mrs. Bennet eine Reihe ungeschickter gesellschaftlicher Fehltritte begeht, darunter Darcy zu verstimmen, indem sie den Wert der Landgesellschaft herabsetzt, über Janes Schönheit und das gesellschaftliche Ansehen der Familie Bennet übermäßig prahlt und unflätige Bemerkungen über die Familie Lucas macht. Heiterer Wortwechsel über Charakter, Poesie und Liebe entspinnt sich zwischen Elizabeth und Darcy, und das Kapitel endet damit, dass Lydia von Bingley verlangt, sein versprochenes Ballfest in Netherfield einzuhalten, woraufhin die Familie Bennet aufbricht und Elizabeth an Janes Seite zurückkehrt.
Elizabeth bleibt über Nacht bei Jane, Mrs. Bennet besucht Netherfield
Elizabeth verbringt den größten Teil der Nacht in Janes Zimmer in Netherfield und schickt am nächsten Morgen über das Hausmädchen eine zufriedenstellende Nachricht an Mr. Bingley, gefolgt von einer Botschaft seiner beiden Schwestern. Anschließend bittet sie darum, eine Mitteilung nach Longbourn zu schicken, mit der Bitte an ihre Mutter, Jane zu besuchen und sich selbst ein Urteil über deren Krankheit zu bilden. Mrs. Bennet kommt dieser Bitte umgehend nach und trifft kurz nach dem Familienfrühstück in Netherfield ein, begleitet von ihren beiden jüngsten Töchtern.
Mrs. Bennet widersetzt sich Janes Umzug, Frühstücksgespräch mit den Bingleys
Obwohl Mrs. Bennet erleichtert ist zu sehen, dass Jane nicht in bedrohlicher Gefahr schwebt, lehnt sie es ab, Jane nach Hause zu holen, da ihre Genesung sie von Mr. Bingley in Netherfield trennen würde. Sie weist sowohl Janes Bitte, sie zu verlegen, als auch den Rat des Apothekers zurück, dass ein Umzug nicht ratsam sei. Nach einem kurzen Besuch bei Jane gesellen sich Mrs. Bennet und ihre drei Töchter im Frühstückszimmer zu Miss Bingley und Mr. Bingley. Bingley begrüßt sie mit höflichen Hoffnungen, es gehe Jane nicht schlechter als erwartet, woraufhin Mrs. Bennet fälschlich behauptet, sie sei viel zu krank, um verlegt zu werden.
Debatte über Charakterstudie und Land- vs. Stadtgesellschaft, Mrs. Bennet beleidigt Darcy
Bingley und Miss Bingley versichern Mrs. Bennet, dass Jane während ihres Aufenthalts in Netherfield jede nur erdenkliche Aufmerksamkeit erhalten werde, und Mrs. Bennet überschüttet sie mit überschwänglichen Dankesbezeugungen, während sie gleichzeitig Janes Geduld, ihr sanftes Wesen und die herrlichen Anlagen von Netherfield lobt. Bingley scherzt, dass er, sollte er jemals Netherfield verlassen wollen, binnen fünf Minuten abreisen werde – eine Bemerkung, die, wie Elizabeth sagt, sie vollkommen verstehe. Bingley neckt sie dafür, dass sie so mühelos seinen Charakter durchschaue, und Elizabeth erwidert, dass verwickelte, vielschichtige Charaktere nicht notwendigerweise achtbarer seien als aufrichtige wie der seine. Das Gespräch wendet sich dem Studium des Charakters zu, wobei Darcy behauptet, ländliche Nachbarschaften böten für ein solches Unterfangen zu wenig Abwechslung an Menschen. Elizabeth hält dagegen, dass die Menschen sich so sehr veränderten, dass es dort stets etwas Neues zu beobachten gebe, was Mrs. Bennet dazu veranlasst, an Darcys Geringschätzung des Landlebens Anstoß zu nehmen. Lautstark beharrt sie darauf, dass es auf dem Lande ebenso viel gesellschaftliche Abwechslung gebe wie in der Stadt, und fährt fort, die Freuden des Landes über die Londons zu preisen, wobei sie Darcy durch ihre Unhöflichkeit sprachlos dastehen lässt. Elizabeth versucht die Verlegenheit zu glätten, indem sie klarstellt, Darcy habe lediglich gemeint, dass es auf dem Lande weniger verschiedene Menschen gebe als in der Stadt, doch Mrs. Bennet weigert sich nachzugeben und prahlt damit, dass ihre Nachbarschaft groß genug sei, um regelmäßig mit vierundzwanzig Familien zu speisen.
Mrs. Bennet lobt Jane, spricht über die Familie Lucas, Elizabeth und Darcy scherzen über Poesie
Um ihre Mutter von weiteren gesellschaftlichen Fehltritten abzulenken, fragt Elizabeth, ob Charlotte Lucas Longbourn besucht habe, seit sie abgereist sei. Mrs. Bennet beginnt eine überschwängliche Schilderung von Sir William Lucas, nennt ihn einen wohlerzogenen, modischen Mann, tadelt dann Charlotte dafür, dass sie nach Hause gegangen sei, statt zum Abendessen zu bleiben, und behauptet, die Töchter der Bennets würden zu höheren hauswirtschaftlichen Standards erzogen als die Lucases, beteuert jedoch, dass die Lucas-Mädchen gutmütig seien. Sie prahlt weiterhin damit, dass Jane an Schönheit unübertroffen sei, und erinnert sich an einen Gentleman, der so vernarrt in Jane gewesen sei, als sie fünfzehn war, dass er hübsche Verse für sie schrieb, bevor er abreiste, ohne einen Antrag zu machen. Elizabeth scherzt, dass Poesie die Liebe oft vertreibe, und Darcy erwidert, er habe die Dichtung stets für die Nahrung der Liebe gehalten. Elizabeth entgegnet, dass Poesie leichte, schwache Zuneigung verhungern lasse, woraufhin Darcy nur stillschweigend lächelt, während Elizabeth fürchtet, ihre Mutter könnte sich weiterhin blamieren.
Lydia fordert den versprochenen Ball in Netherfield, die Familie reist ab und Elizabeth kehrt zu Jane zurück
Frau Bennet schließt, indem sie sich bei den Bingleys erneut für deren Freundlichkeit gegenüber Jane bedankt und sich für die Mühe entschuldigt, zusätzlich auch noch Elizabeth beherbergt zu haben. Miss Bingley erwidert die erforderlichen Höflichkeiten ohne Wärme, doch Frau Bennet ist zufrieden und lässt ihre Kutsche rufen. Lydia, die während des gesamten Besuchs mit Kitty geflüstert hat, nutzt den Augenblick, um Mr. Bingley an sein Versprechen zu erinnern, bei seiner Ankunft in der Nachbarschaft einen Ball in Netherfield auszurichten. Bingley willigt freudig ein, sein Wort zu halten, sobald Jane genesen ist, was Lydia zufriedenstellt. Diese fügt noch hinzu, dass sie darauf bestehen werde, dass auch das Regiment von Colonel Forster einen Ball gebe, sobald Bingleys Ball stattgefunden habe. Die Familie Bennet bricht daraufhin auf, und Elizabeth kehrt sogleich an Janes Seite zurück, wobei sie das peinliche Verhalten ihrer Familie den privaten Bemerkungen von Miss Bingley und Mr. Darcy überlässt – wobei Darcy sich weigert, in deren Kritik an Elizabeth einzustimmen, obwohl Miss Bingley wiederholt Sticheleien über ihre „schönen Augen“ austeilt.
Kapitel 11
Dieses Kapitel schildert einen Tag in Netherfield, der sich ähnlich wie der vorherige entfaltet: Mrs. Hurst und Miss Bingley verbringen den Morgen damit, sich um die langsam genesende Jane zu kümmern, und Elizabeth schließt sich der Gesellschaft am Abend im Salon an. Das Kapitel umfasst eine Debatte zwischen Darcy und Elizabeth über das Wesen der Bescheidenheit und der Überzeugungskunst, eine musikalische Einlage, bei der Darcy Elizabeth zum Tanz auffordert, Miss Bingleys kleinliche Verspottung von Elizabeths Familie und Eigenschaften sowie Elizabeths Entscheidung, sich von einem gemeinsamen Spaziergang mit Darcy und den Bingleys zurückzuziehen.
Darcys Brief und Miss Bingleys Schmeichelei
Die Eröffnung des Kapitels dreht sich um Miss Bingleys unermüdliche, unerhörte Schmeichelei gegenüber Mr. Darcy, während dieser einen Brief an seine Schwester schreibt. Wiederholt lobt sie seine Handschrift, die Gleichmäßigkeit seiner Zeilen und die Länge seines Briefes, bietet an, ihm die Feder zu reparieren (was er ablehnt und bemerkt, dass er dies stets selbst tue), und bittet ihn, ihre Freude über die jüngsten Fortschritte seiner Schwester auf der Harfe sowie über ihr neues Tischdesign weiterzuleiten. Er willigt ein, ihre Komplimente zu übermitteln, bittet jedoch darum, seine eigene Begeisterung erst im nächsten Brief kundzutun, wo er ihr den gebührenden Raum widmen könne. Bingley wirft scherzhaft ein, Darcy wegen dessen bedächtiger, mühsamer Schreibweise aufzuziehen, und Elizabeth beobachtet, dass Bingleys ungezwungene Bescheidenheit jede Rüge entwaffne.
Die Debatte über Bescheidenheit und Überzeugungskraft
Darcy widerspricht dem Wert der Bescheidenheit und argumentiert, dass der Anschein von Bescheidenheit oft trügerisch sei: Sie sei entweder eine Gleichgültigkeit gegenüber den Meinungen anderer oder eine indirekte Prahlerei, und er führt Bingleys frühere Behauptung, er könne Netherfield innerhalb von fünf Minuten verlassen, als Beispiel für Letzteres an. Elizabeth wendet ein, dass Darcy Bingleys gutmütiges Wesen falsch darstelle, und die beiden streiten darüber, ob es eine Tugend oder eine Herabsetzung der eigenen Urteilskraft sei, einer Bitte eines Freundes nachzugeben, ohne sich erst dazu überreden zu lassen. Bingley macht einen Scherz, dass Darcys stattliche Größe und ernstes Auftreten ihn zu einem einschüchternden Gegner in Diskussionen mache, was Elizabeth so sehr zum Lachen bringt, dass sie fürchtet, Darcy habe es übel genommen, woraufhin Miss Bingley Bingley für seinen Unsinn zurechtweist. Darcy beendet seinen Brief erst, nachdem Elizabeth ihm vorschlägt, dies zu tun, um das ermüdende Hin und Her zu beenden.
Miss Bingleys Musik und Darcys Aufforderung zum Tanz
Sobald Darcy seinen Brief beendet hat, bittet er die Anwesenden um Musik. Miss Bingley nimmt eifrig ihren Platz am Pianoforte ein, und nachdem sie Elizabeth höflich, wenn auch unaufrichtig, gebeten hat, die Führung zu übernehmen, beginnt sie zu spielen. Elizabeth bemerkt, wie Darcys Blick wiederholt auf ihr verweilt, und sie nimmt an, dass er sie insgeheim kritisiert, obwohl ihr seine Anerkennung vollkommen gleichgültig ist. Nachdem Miss Bingley eine lebhafte schottische Melodie gespielt hat, tritt Darcy auf Elizabeth zu und fordert sie auf, einen Reel mit ihm zu tanzen. Elizabeth neckt ihn und erklärt, sie werde seine Einladung ausschlagen, um ihm das Vergnügen zu verwehren, ihren schlechten Geschmack zu verachten. Darcy entgegnet daraufhin, er wage es nicht, sie zu verachten. Elizabeth ist überrascht über diese unerwartete Galanterie, während Darcy insgeheim von ihr bezaubert ist und sich einzig deshalb sorgt, weil ihre weniger vornehmen gesellschaftlichen Verbindungen ein Zusammenkommen zwischen ihnen unmöglich erscheinen lassen. Miss Bingley wird sichtlich eifersüchtig und versucht, Darcy gegen Elizabeth aufzubringen, indem sie deren vermeintliche bevorstehende Heirat zur Sprache bringt.
Miss Bingleys Spott und Darcys Lob für Elizabeth
Am nächsten Tag macht sich Miss Bingley, während sie mit Darcy im Gebüsch spazieren geht, mit kleinlichem Spott über Elizabeth her und zählt die „Verbesserungen" auf, die Elizabeth nach der Heirat mit Darcy vornehmen müsse: ihrer Schwiegermutter beizubringen, ihre Zunge im Zaum zu halten, ihre jüngeren Schwestern vom Umwerben von Offizieren abzubringen und Elizabeths eigene „Eitelkeit und Unverschämtheit" zu zügeln. Außerdem scherzt sie darüber, die Porträts von Elizabeths Onkel und Tante Philips in der Galerie von Pemberley neben dem Porträt von Darcys Großonkel, dem Richter, aufzuhängen, und behauptet, kein Maler könne Elizabeths wunderschönen Augen gerecht werden. Zu ihrer Überraschung entgegnet Darcy, dass es zwar schwierig wäre, Elizabeths ausdrucksvollen Blick einzufangen, doch die Farbe, Form und bemerkenswert feinen Wimpern ließen sich problemlos wiedergeben.
Elizabeths Aufbruch aus dem Gebüsch
Mrs. Hurst und Elizabeth begegnen Darcy und Miss Bingley auf ihrem Spaziergang, und Miss Bingley ist verstört, weil sie fürchtet, das Duo habe ihre früheren spöttischen Bemerkungen belauscht. Mrs. Hurst beklagt sich, dass die beiden losgezogen seien, ohne der Gesellschaft Bescheid zu geben, nimmt dann Darcys Arm und lässt Elizabeth allein auf dem schmalen Pfad zurück. Darcy bemerkt, der Weg sei zu schmal für vier Personen, und schlägt vor, auf die breitere Allee auszuweichen, doch Elizabeth lehnt ab und erwidert lachend, die drei bildeten eine reizende Gruppe, und ein vierter würde das Malerische nur verderben. Sie verabschiedet sich und eilt davon, voller Freude darüber, dass Jane sich abends gut genug fühlt, ihr Zimmer zu verlassen, was bedeutet, dass sie in ein bis zwei Tagen nach Longbourn zurückkehren können.
KAPITEL XI.
In diesem Kapitel werden gesellschaftliche Begegnungen in Netherfield nach einem Abendessen geschildert, wobei der Schwerpunkt auf dem Zusammenspiel zwischen den Bennet-Schwestern (Jane und Elizabeth) und der Gesellschaft um Bingley und Darcy liegt. Es behandelt die Unterhaltung nach dem Dinner, die Erörterung eines geplanten Balls in Netherfield, scharfe und geistreiche Wortgefechte zwischen Elizabeth und Darcy sowie Miss Bingleys fortwährende, zunehmend durchschaubare Bemühungen, Mr. Darcys Aufmerksamkeit zu erringen, und endet mit Darcys stiller Erkenntnis, dass er Elizabeth möglicherweise mehr Beachtung schenkt, als ihm ratsam erscheint.
Gespräch der Damen nach dem Abendessen, bevor die Herren eintreffen
Nach dem Abendessen kümmert sich Elizabeth um Jane, um sich zu vergewissern, dass sie warm gehalten wird, und begleitet sie dann ins Gesellschaftszimmer, wo sie von Miss Bingley und Mrs. Hurst herzlich begrüßt werden. Die vier Frauen verstehen sich in der Stunde, bevor die Herren zu ihnen stoßen, ungewöhnlich gut und beweisen dabei große Unterhaltungskunst: Sie berichten Ereignisse zutreffend, tauschen humorvolle Anekdoten aus und lachen herzhaft über die Eigenarten ihrer gemeinsamen Bekannten.
Die Herren treffen ein; Bingley konzentriert sich auf Janes Wohlbefinden
Als die Herren den Raum betreten, wendet Miss Bingley sofort ihre volle Aufmerksamkeit Mr. Darcy zu und spricht ihn an, noch bevor er nur wenige Schritte weit in den Raum vorgedrungen ist. Darcy hingegen geht geradewegs zu Jane, um ihr eine höfliche Gratulation zu ihrer kürzlichen Genesung auszusprechen, und auch Mr. Hurst entbietet ihr einen schwachen, lauwarmen Gruß. Bingley zeigt überschäumende Wärme und Aufmerksamkeit für Jane: Er schürt das Feuer, um sie vor der Kälte des neuen Zimmers zu schützen, bittet sie, näher an den Kamin heranzurücken, fort von der zugigen Tür, setzt sich neben sie und spricht in der ersten halben Stunde kaum mit jemand anderem. Elisabeth beobachtet dieses Zusammensein mit deutlichem Vergnügen aus einer Ecke des Raumes.
Aktivitäten nach dem Tee: Kartenvorschlag abgelehnt, Miss Bingley ahmt Darcys Lesen nach
Nach dem Tee schlägt Mr. Hurst eine Partie Karten vor, doch Miss Bingley lehnt den Vorschlag ab, da sie insgeheim erfahren hat, dass Mr. Darcy kein Interesse am Kartenspielen hat, und besteht darauf, dass auch niemand sonst in der Gesellschaft zu spielen gedenkt. Mr. Hurst gibt die Idee auf und streckt sich auf einem Sofa aus, um zu schlafen. Darcy nimmt ein Buch zur Hand, und Miss Bingley wählt den zweiten Band genau desselben Buches, um es neben ihm zu lesen. Sie stellt ihm unablässig Fragen oder wirft einen Blick auf seine Seite, um ihn in ein Gespräch zu verwickeln, doch er gibt nur kurze, knappe Antworten und liest ungestört weiter.
Das Gespräch wendet sich dem geplanten Ball in Netherfield zu
Schließlich erschöpft von ihrem vergeblichen Versuch, sich mit ihrem Buch zu unterhalten, gähnt Miss Bingley laut und erklärt, dass Lesen die angenehmste Art sei, einen Abend zu verbringen, wobei sie schwört, sie werde elend sein, wenn sie nicht eine vortreffliche Bibliothek besäße, sobald sie ein eigenes Haus habe. Als sie ihren Bruder zu Jane von einem geplanten Ball in Netherfield sprechen hört, fällt sie ihm ins Wort, um gegen die Veranstaltung zu argumentieren, und behauptet, ein Ball sei für manche Gäste eher eine Strafe als ein Vergnügen. Bingley beharrt darauf, dass der Ball bereits beschlossene Sache sei, und werde Einladungen verschicken, sobald die Dienerschaft genügend weiße Suppe zubereitet habe. Miss Bingley klagt, Bälle wären weit besser, wenn die Unterhaltung und nicht das Tanzen im Mittelpunkt der Veranstaltung stünde, doch Bingley entgegnet, das würde sich überhaupt nicht wie ein richtiger Ball anfühlen.
Miss Bingley lädt Elizabeth zu einem Spaziergang ein; Darcy lehnt mit einer geistreichen Bemerkung ab
Frustriert darüber, dass Darcy trotz ihrer Bemühungen, im Zimmer auf und ab zu gehen, um ihre elegante Figur zur Schau zu stellen, völlig auf sein Buch konzentriert bleibt, lädt Miss Bingley Elizabeth ein, mit ihr im Zimmer spazieren zu gehen, und stellt dies als eine willkommene Abwechslung nach dem langen Stillsitzen dar. Als Darcy aufgefordert wird, sich ihrem Spaziergang anzuschließen, lehnt er mit einer geistreichen Bemerkung ab: Er erklärt, es gebe nur zwei mögliche Gründe, weshalb sie zusammen umhergehen würden – entweder hätten sie private Geheimnisse zu besprechen, in welchem Fall er eine unerwünschte Störung wäre, oder sie wollten ihre Figuren beim Gehen bestmöglich zur Geltung bringen, in welchem Fall er sie von seinem Platz am Kamin aus weitaus besser bewundern könne.
Geistreiche Wortgefechte zwischen Elizabeth, Miss Bingley und Darcy
Miss Bingley ist entsetzt über Darcys schroffe Bemerkung und bittet ihn inständig zu erklären, was er damit gemeint habe. Elizabeth entgegnet, sie könne seine Worte nicht deuten, doch sie vermute, dass er sie beide kritisiere, und der beste Weg, ihn zu enttäuschen, sei, erst gar nicht nach einer Erklärung zu fragen. Miss Bingley weigert sich, die Sache auf sich beruhen zu lassen, und besteht darauf, dass Darcy seine beiden angeführten Gründe für die Ablehnung darlege. Er trägt sie klar und deutlich vor, und Elizabeth neckt Miss Bingley, indem sie vorschlägt, dass sie sich fortan alle gegenseitig necken und plagen könnten, wobei sie anmerkt, dass Darcys ausgeglichenes Temperament und sein scharfer Geist es nahezu unmöglich machten, ihn wirkungsvoll zu verspotten. Elizabeth erklärt, sie lache für ihr Leben gern, jedoch nur über Torheiten, Unsinn und Ungereimtheiten, nicht über kluge oder gute Menschen. Darcy kontert, er habe sein ganzes Leben darauf verwendet, jene Art von Schwächen zu meiden, die selbst die klügsten Menschen lächerlich erscheinen ließen. Elizabeth scherzt, sein einziger wirklicher Fehler sei eine Neigung dazu, alle Menschen zu verabscheuen, woraufhin Darcy erwidert, ihr Fehler sei die Angewohnheit, andere Menschen absichtlich misszuverstehen. Miss Bingley, die an dem Wortwechsel keinen Anteil hatte, unterbricht das Gespräch schließlich voller Verdruss.
Miss Bingley bittet um Musik; Darcy reflektiert über seine Aufmerksamkeit für Elizabeth
Des Gesprächs überdrüssig, an dem sie keinen Anteil hat, bittet Miss Bingley ihre Schwester, das Pianoforte zu spielen. Nach einem kurzen Moment der Reflexion ist Darcy froh über die Ablenkung, da er zu begreifen beginnt, dass er Elizabeth womöglich mehr Aufmerksamkeit schenkt, als angemessen wäre – angesichts ihres niedrigeren gesellschaftlichen Ranges und seiner eigenen persönlichen Vorbehalte.
KAPITEL XII.
Dieses Kapitel schildert die Abreise der Schwestern Bennet aus Netherfield, die unterschiedlichen Reaktionen der Hausgemeinschaft in Netherfield auf ihren Fortgang, die verhaltene Begrüßung bei ihrer Rückkehr nach Longbourn sowie die Neuigkeiten, die ihre jüngeren Schwestern über die jüngsten Geschehnisse in der Umgebung beizutragen hatten.
Vereinbarung, Netherfield zu verlassen, und Weigerung der Mutter, eine Kutsche zu schicken
Die Abreise von Netherfield und Mrs. Bennets Weigerung, die Kutsche zu schicken Elizabeth und Jane sind sich einig, Netherfield zu verlassen, und so schreibt Elizabeth noch am selben Morgen an ihre Mutter mit der Bitte, die Familienkutsche an diesem Tag zu ihnen zu schicken. Mrs. Bennet hatte erwartet, dass ihre Töchter bis zum Ende von Janes einwöchigem Besuch bleiben würden, weshalb sie die Bitte ablehnt und erklärt, die Kutsche werde erst am Dienstag zur Verfügung stehen. In einer Nachschrift fügt sie hinzu, dass sie es begrüßen würde, wenn die Schwestern noch länger blieben, falls Mr. Bingley und seine Schwester sie darum bäten. Elizabeth besteht darauf, ihren Aufenthalt nicht zu verlängern, und rechnet auch nicht damit, dass die Bingleys sie zum Bleiben drängen werden, also überredet sie Jane, stattdessen Mr. Bingleys Kutsche zu leihen. Die Schwestern beschließen, der Gesellschaft in Netherfield noch am selben Tag mitzuteilen, dass sie wie ursprünglich geplant sofort abreisen wollen.
Reaktionen auf die geplante Abreise der Bennet-Schwestern
Reaktionen auf die geplante Abreise der Schwestern Bennet Als der Haushalt von Netherfield erfährt, dass die Schwestern so bald aufbrechen wollen, bringen viele ihr Bedauern zum Ausdruck und drängen sie, wenigstens bis zum folgenden Tag zu bleiben, damit Jane mehr Zeit zur Erholung habe. Miss Bingley bedauert es sogleich, zuvor selbst eine Verzögerung der Abreise der Schwestern vorgeschlagen zu haben, denn ihre Eifersucht und ihre Abneigung gegen Elizabeth überwiegen bei Weitem jede Zuneigung, die sie für Jane empfindet.
Bingleys Versuche, Jane zu einem längeren Aufenthalt zu überreden
Bingleys Versuche, Jane zum längeren Bleiben zu überreden Mr. Bingley ist aufrichtig betrübt, als er hört, dass die Schwestern so früh aufbrechen wollen, und versucht wiederholt, Jane davon zu überzeugen, dass sie noch nicht ausreichend genesen sei, um die Reise sicher antreten zu können. Jane jedoch bleibt bei ihrem Entschluss, abzureisen, fest, da sie von ihrer Entscheidung, nach Hause zurückzukehren, überzeugt ist.
Darcys Zufriedenheit über ihre Abreise und Vorsatz, seine Bewunderung zu verbergen
Darcys Zufriedenheit über ihre Abreise und sein Entschluss, seine Bewunderung zu verbergen Mr. Darcy ist erfreut zu erfahren, dass die Schwestern Netherfield bald verlassen werden: Er findet Elizabeth anziehender, als ihm lieb ist, und ist außerdem frustriert über Miss Bingleys Unhöflichkeit gegenüber Elizabeth sowie ihre zunehmenden Sticheleien gegen ihn selbst. Er nimmt sich vor, äußerst vorsichtig zu sein, um jedes Anzeichen seiner Bewunderung für Elizabeth zu vermeiden, damit sie keine falschen Hoffnungen auf eine romantische Verbindung zwischen ihnen entwickelt, da er weiß, dass sein jüngstes Verhalten erheblichen Einfluss auf die Formung ihrer Meinung über seine Gefühle hätte. Er hält sich streng an diesen Entschluss, spricht am Samstag kaum ein Wort mit Elizabeth und weigert sich sogar, sie anzusehen, als sie versehentlich eine halbe Stunde lang allein gelassen werden, sondern richtet seine Aufmerksamkeit stattdessen angestrengt auf sein Buch.
Abreise aus Netherfield und Miss Bingleys plötzliche Zuneigung
Die Abreise von Netherfield und Miss Bingleys plötzliche Zuneigung Am Sonntag nach dem Morgengottesdienst reisen die Schwestern aus Netherfield ab, zur Erleichterung von beinahe allen im Hause. Miss Bingleys Verhalten den Schwestern gegenüber ändert sich im letzten Augenblick auf dramatische Weise: Sie wird Elizabeth gegenüber sehr zuvorkommend und Jane gegenüber überschwänglich herzlich, verspricht, sie werde sich stets freuen, eine der beiden Schwestern in Longbourn oder Netherfield zu sehen, und schüttelt Elizabeth sogar beim Abschied die Hand. Elizabeth verlässt die gesamte Gesellschaft von Netherfield in bester Stimmung.
Gemischter Empfang bei der Rückkehr nach Longbourn
Gemischter Empfang bei der Rückkehr nach Longbourn Die Schwestern erhalten von ihrer Mutter einen unwillkommenen Empfang, die verärgert darüber ist, dass sie früher als erwartet zurückgekehrt sind. Sie schilt sie dafür, unnötigen Aufwand verursacht zu haben, und beharrt darauf, dass Jane sich bei der Reise erneut erkälten werde. Ihr Vater hingegen zeigt seine Freude nur zurückhaltend, ist jedoch aufrichtig erleichtert, sie wieder bei sich zu haben, denn ohne sie erschien der Haushalt unvollständig. Die abendliche Unterhaltung der Familie fällt an diesem Tag deutlich lebloser aus und entbehrt viel von ihrem gewohnten Geist, da Jane und Elizabeth fehlen.
Familienneuigkeiten von Mary, Catherine und Lydia
Familiennachrichten von Mary, Catherine und Lydia. Mary ist, wie gewöhnlich, in das Studium von Generalbass und Moralphilosophie vertieft und hat neue Musikauszüge und moralphilosophische Betrachtungen mit ihren Schwestern zu teilen. Catherine und Lydia haben ganz andere Neuigkeiten zu berichten: Im hiesigen Milizregiment hat sich seit dem vergangenen Mittwoch einiges ereignet, mehrere Offiziere haben kürzlich mit ihrem Onkel zu Abend gegessen, ein einfacher Soldat wurde ausgepeitscht, und es kursieren Gerüchte, dass Colonel Forster heiraten wird.
Mr. Collins' Brief und Ankunft
In diesem Kapitel steht die Ankunft von Mr. William Collins im Mittelpunkt, eines entfernten Cousins der Familie Bennet und Erben des Landsitzes Longbourn gemäß den Bestimmungen des Familienfideikommisses. Mr. Bennet kündigt den bevorstehenden Besuch zunächst beim Frühstück seiner Familie an, verliest den vollständigen Wortlaut von Collins' einführendem Brief, in dem dieser seinen Wunsch nach Beilegung eines langjährigen Familienstreits sowie seine geistliche Anstellung unter der Schirmherrschaft von Lady Catherine de Bourgh erläutert, und die Familie erörtert Collins' Charakter anhand des Tons und des Inhalts des Briefes. Das Kapitel endet mit Collins' pünktlicher Ankunft in Longbourn, wo seine formelle, unterwürfige Art und seine unbeholfenen Komplimente seine übertriebene Ehrerbietung gegenüber Lady Catherine und seine unverblümte Ausrichtung auf sein künftiges Erbe des Landsitzes offenbaren.
Mr. Bennets Ankündigung beim Frühstück
Beim Frühstück am Morgen nach Erhalt von Mr. Collins' Brief neckte Mr. Bennet seine Familie, indem er ankündigte, eine weitere Person in ihrer Hausgesellschaft zu erwarten, woraufhin Mrs. Bennet zunächst annahm, der Besucher sei Mr. Bingley. Als er enthüllte, dass der Besucher ein zuvor unbekannter Cousin sei, war die Familie erstaunt, und Mr. Bennet erklärte, der Mann sei Mr. Collins, der Erbe des Anwesens Longbourn, der das Eigentum bei Mr. Bennets Tod gemäß den Bedingungen des Fideikommisses erben werde, welches den Bennet-Töchtern das Erben verwehre. Mrs. Bennet beklagte sich bitter über die Ungerechtigkeit der Fideikommissregelung, bevor Mr. Bennet mitteilte, er habe Collins' Brief vor einem Monat erhalten, ihn vor zwei Wochen beantwortet und werde seinen vollständigen Inhalt der Familie vorlesen.
Mr. Collins' Brief
Der vollständige Wortlaut von Mr. Collins' Brief, datiert auf den 15. Oktober aus Hunsford, Kent, wird in voller Länge wiedergegeben. In dem Brief erklärt Collins, dass die langjährige Entzweiung zwischen seinem verstorbenen Vater und Mr. Bennet ihm große Unruhe bereitet hat, und dass er nun, da er zum Geistlichen ordiniert wurde und ihm die wertvolle Pfarrei seiner Gemeinde durch die Schirmherrschaft der Hochwohlgeborenen Lady Catherine de Bourgh übertragen wurde, entschlossen ist, den Bruch in der Familie zu heilen. Er stellt seinen Annäherungsversuch als eine friedensstiftende Bemühung dar, die mit seinen geistlichen Pflichten vereinbar ist, entschuldigt sich dafür, der unbeabsichtigte Nutznießer des Erbrechts zu sein, das die Bennet-Töchter verdrängt, und kündigt an, dass er Longbourn am Montag, den 18. November um vier Uhr besuchen wird, wo er bis zum folgenden Samstag bleiben werde, wobei er anmerkt, dass Lady Catherine seine vorübergehende Abwesenheit von seinen pfarrlichen Pflichten billigt, solange ein anderer Geistlicher seine Sonntagspflichten übernimmt.
Diskussion über Mr. Collins' Charakter
Nach der Lektüre des Briefes bespricht die Familie Bennet den Charakter von Herrn Collins. Herr Bennet scherzt, er habe große Hoffnungen, dass Collins sich als wertvolle Bekanntschaft erweisen werde, insbesondere falls Lady Catherine künftige Besuche in Longbourn gestatte. Mrs. Bennets bisherige Abneigung gegen Collins ist durch seinen Brief weitgehend verflogen, und sie bereitet sich darauf vor, ihn mit einer Gelassenheit zu empfangen, die ihren Mann und ihre Töchter überrascht. Jane ist von Collins' freundlicher Absicht bezaubert, mit den Bennet-Töchtern Frieden zu schließen, während Elizabeth von seiner übertriebenen, schmeichlerischen Unterwürfigkeit gegenüber Lady Catherine sowie seinem aufgeblasenen, selbstgefälligen Ton befremdet ist, was sie an seinem Verstand zweifeln lässt. Mary bemerkt, der Brief sei gut verfasst, und die „Olivenzweig"-Metapher sei wirkungsvoll eingesetzt. Catherine und Lydia sind an dem Brief wie an seinem Verfasser völlig uninteressiert und hoffen lediglich, ihr Cousin werde modisch genug sein, um für Unterhaltung zu sorgen.
Mr. Collins' Ankunft und Vorstellung
Mr. Collins trifft genau zu der von ihm angekündigten Uhrzeit um vier Uhr in Longbourn ein und wird von der gesamten Familie Bennet höflich empfangen. Er wird als großer, kräftig gebauter Fünfundzwanzigjähriger mit ernstem, förmlichem Auftreten und steifer, gemessener Manier beschrieben. Unmittelbar nachdem er Platz genommen hat, macht er Mrs. Bennet Komplimente wegen ihrer fünf hübschen Töchter, behauptet, er habe schon lange von ihrer gerühmten Schönheit gehört, und erklärt, er sei gekommen, bereit, sie zu bewundern, wobei er andeutet, dass er ihnen in Zukunft vielleicht zu passenden Eheschließungen verhelfen könne – eine Bemerkung, die die jüngeren Bennet-Schwestern belustigt. Daraufhin fährt er fort, die Halle von Longbourn, das Speisezimmer und sämtliche Einrichtungsgegenstände mit überschwänglichem Lob zu überhäufen, was Mrs. Bennet mit Unruhe erfüllt, da sie erkennt, dass er das Anwesen bereits als sein künftiges Erbe betrachtet. Außerdem erkundigt er sich, welche seiner Kusinen für die vorzügliche Küche des Haushalts verantwortlich sei, was Mrs. Bennet kränkt, da sie mit Nachdruck darauf besteht, dass ihre Töchter keinerlei Anteil an der Küchenarbeit haben, was Collins zu einer langen, peinlich berührten Entschuldigung veranlasst.
KAPITEL XIV
Dieses Kapitel dreht sich um Mr. Collins' Besuch im Hause Bennet, wobei seine übertriebene Bewunderung für seine Gönnerin Lady Catherine de Bourgh, seine Begegnungen mit den Töchtern der Bennets sowie ein zwangloser Abend mit Gesprächen und Spielen nach dem Dinner im Mittelpunkt stehen.
Mr. Collins lobt Lady Catherine de Bourgh
Mr. Bennet erwähnt Lady Catherine de Bourgh absichtlich, um Mr. Collins aus der Reserve zu locken, der daraufhin in einen überschwänglichen, feierlichen Lobgesang auf seine Wohltäterin ausbricht. Er schildert ihre Güte bis ins Einzelne: dass sie die beiden Predigten, die er vor ihr gehalten hat, gebilligt hat, dass sie ihn zweimal zum Essen auf Rosings Park eingeladen hat, dass sie ihn gebeten hat, an ihren abendlichen Quadrille-Partien teilzunehmen, dass sie ihn mit demselben Respekt behandelt wie andere Herren seines Ranges, dass sie ihn ermutigt hat, so bald wie möglich eine standesgemäße Ehe einzugehen, und dass sie sogar sein bescheidenes Pfarrhaus persönlich aufgesucht hat, um seine Umbauten gutzuheißen und ihm vorzuschlagen, in den Schränken im oberen Stockwerk Regale anbringen zu lassen.
Mrs. Bennet erkundigt sich nach Lady Catherines Familie
Frau Bennet reagiert positiv auf Mr. Collins' Beschreibung von Lady Catherine und erkundigt sich dann, ob diese in der Nähe wohnt. Als sie erfährt, dass Lady Catherine eine Witwe ist, fragt sie, ob die Dame noch Familie hat.
Mr. Collins beschreibt Miss de Bourgh
Mr. Collins erklärt, Lady Catherine habe nur eine einzige Tochter, Miss de Bourgh, die Erbin von Rosings Park und eines ausgedehnten Besitztums sei. Er behauptet, Lady Catherine habe geäußert, Miss de Bourgh sei schöner als jede andere Frau, da ihre Gesichtszüge eindeutig verrieten, dass sie von vornehmer Herkunft sei. Er weist darauf hin, dass Miss de Bourgh eine kränkliche Konstitution besitze, die sie daran gehindert habe, viele der von ihr erwarteten Fertigkeiten zu erwerben, wenngleich sie überaus liebenswürdig sei und sich oft herablasse, in einem kleinen, von Ponys gezogenen Phaeton an seinem Pfarrhaus vorüberzufahren.
Mr. Collins erinnert sich an seine schmeichelhaften Bemerkungen gegenüber Lady Catherine
Mr. Collins erinnert sich an die schmeichelhaften Bemerkungen, die er Lady Catherine über ihre Tochter gemacht hat: Er hatte ihr gesagt, dass Miss de Bourgs angegriffene Gesundheit den britischen Hof seines glänzendsten Schmuckstücks beraubt habe, und er hatte Lady Catherine wiederholt versichert, dass ihre Tochter dazu geboren sei, eine Herzogin zu werden, wobei die höchsten Stände von Miss de Bourgs geziert würden und nicht umgekehrt. Er fasst diese Äußerungen als kleine, schickliche Komplimente auf, die er seiner Gönnerin schuldig sei, um sie zufriedenzustellen.
Mr. Bennet neckt Mr. Collins wegen seiner Schmeichelei
Herr Bennet neckt Mr. Collins und fragt ihn, ob dessen schmeichelhafte Bemerkungen spontan seien oder das Ergebnis vorheriger Planung. Mr. Collins erwidert, sie seien zumeist spontan, obwohl er manchmal kleine elegante Komplimente für gewöhnliche Anlässe vorbereite, die er stets mit einer ungekünstelten Miene vortrage. Herr Bennet ist über die Absurdität seines Vetters höchst amüsiert, bewahrt eine gefasste Miene, während er das Wortgefecht genießt, und wirft nur gelegentlich einen Blick zu Elizabeth, um seine Freude mit ihr zu teilen.
Mr. Collins weigert sich, den Damen Romane vorzulesen
Nach dem Tee fordert Mr. Bennet Mr. Collins auf, den Damen etwas vorzulesen, und es wird ein Buch aus einer Leihbibliothek hervorgeholt. Mr. Collins fährt sofort zurück und protestiert, er lese niemals Romane, zum Erstaunen Kättys und zum unverhohlenen Ausruf Lydias.
Mr. Collins liest Fordyces Predigten laut vor
Andere Bücher werden hervorgeholt, und nach kurzem Überlegen wählt Mr. Collins Fordyces Predigten. Er schlägt das Buch auf und beginnt in einem sehr eintönigen, feierlichen Ton laut zu lesen, wobei er es nur bis zur dritten Seite schafft, bevor er unterbrochen wird.
Lydia unterbricht Mr. Collins mit Neuigkeiten aus der Nachbarschaft
Lydia unterbricht Mr. Collins' Vorlesen, um mit ihrer Mutter den neuesten Klatsch zu teilen: Ihre Tante Philips hat ihr erzählt, dass ihr Onkel Philips erwäge, ihren Diener Richard zu entlassen, und falls er das tue, werde Oberst Forster ihn einstellen. Sie sagt, sie wolle am nächsten Tag nach Meryton spazieren, um mehr über die Situation zu erfahren und herauszufinden, wann Mr. Denny aus der Stadt zurückkehrt.
Die Familie Bennet entschuldigt sich für Lydias Unterbrechung
Lydias beiden ältesten Schwestern schelten sie wegen ihrer unhöflichen Unterbrechung. Mr. Collins ist beleidigt, legt sein Buch beiseite und bemerkt, dass er oft die Erfahrung gemacht habe, dass junge Damen wenig Interesse an ernsten, belehrenden Werken zeigten, die zu ihrem Besten geschrieben seien – was ihn in höchstes Erstaunen versetze. Dann erklärt er, er werde seiner jungen Kusine das Lesen nicht länger aufzwingen. Mrs. Bennet und ihre Töchter entschuldigen sich auf das Höflichste für Lydias Benehmen und bitten Mr. Collins, in seiner Lektüre fortzufahren, doch er versichert ihnen, dass er Lydia keinerlei Übel nachtrage.
Mr. Collins spielt Backgammon mit Mr. Bennet
Herr Collins wendet sich an Herrn Bennet und fordert ihn zu einer Partie Backgammon heraus. Herr Bennet nimmt die Herausforderung an und bemerkt, dass Herr Collins sehr klug handle, indem er die Mädchen ihren eigenen nichtigen Vergnügungen überlasse. Die beiden Herren setzen sich an einen separaten Tisch, um zu spielen.
Fünfzehntes Kapitel.
Mr. Collins, ein Geistlicher von beschränktem Verstand, aber reichlichem Selbstgefühl, hat entschlossen, eine der Töchter Bennets zu heiraten, um auf diese Weise eine Wiedergutmachung für die Erbschaft des Besitztums ihres Vaters zu leisten. Zunächst hatte er Jane ins Auge gefasst, doch als er erfährt, dass diese möglicherweise bald verlobt sein könnte, lenkt er sein Augenmerk auf Elizabeth. Während eines Spaziergangs nach Meryton mit den Schwestern Bennet begegnet die Gesellschaft dem soeben eingetroffenen Mr. Wickham, dessen gutes Aussehen und angenehme Umgangsformen alle sogleich bezaubern, wobei die Vorstellung jedoch vor allem durch das Bemerkenswerte bemerkenswert ist, was darauf folgt: Als Darcy und Bingley zufällig auf die Gruppe stoßen, tauschen Darcy und Wickham einen so bedeutungsvollen Blick aus, dass der eine erbleicht und der andere errötet, wobei sie sich kaum mit einer flüchtigen Hutberührung grüßen. Elizabeth und Jane bleiben ratlos angesichts der offenkundigen Feindseligkeit zwischen Männern, die einander doch angeblich fremd sein sollten. Mr. Collins indes hinterlässt bei Mrs. Philips mit seiner übertriebenen Höflichkeit und seinen überschwänglichen Bekundungen über ihre Eleganz einen vortrefflichen Eindruck, während sich die jüngeren Schwestern Bennet auf die Offiziere und die Aussicht auf das Abendessen am nächsten Tag konzentrieren.
Mr. Collins' Hintergrund und Charakter
Mr. Collins mangelt es an vernünftigem Urteilsvermögen – ein Mangel, der durch seine beschränkte Bildung und geringe Lebenserfahrung noch verstärkt wird. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er unter der Führung eines ungebildeten und geizigen Vaters. Obwohl er die Universität besuchte, erfüllte er dort lediglich die vorgeschriebenen Bedingungen, ohne nützliche Bekanntschaften zu knüpfen. Die Unterdrückung durch seinen Vater verlieh ihm ursprünglich eine große Demut, doch diese wurde durch die Einbildung eines schwachen Geistes, der in Zurückgezogenheit lebt, zunichtegemacht, in Verbindung mit den daraus erwachsenden Gefühlen eines unerwarteten Wohlstands. Ein glücklicher Zufall empfahl ihn Lady Catherine de Bourgh, als die Pfründe von Hunsford frei wurde. Seine Ehrfurcht vor ihrem hohen Rang und seine Verehrung für sie als seine Gönnerin, vermischt mit einer sehr hohen Meinung von sich selbst und von seiner Autorität als Geistlicher, machen ihn zu einer seltsamen Mischung aus Stolz und Kriecherei, aus Selbstgefälligkeit und Demut.
Collins' Heiratsplan für die Bennet-Töchter
Mr. Collins beabsichtigt zu heiraten, da er ein gutes Haus und ein ausreichendes Einkommen besitzt. Auf der Suche nach einer Aussöhnung mit der Familie Longbourn plant er, eine der Töchter Bennets zu wählen, da er aufgrund des allgemeinen Rufes glaubt, dass diese hübsch und liebenswürdig seien. Er sieht dies als seinen Plan der Wiedergutmachung dafür, dass er das Anwesen ihres Vaters erben wird, und betrachtet sein Vorhaben als vortrefflich, angemessen, passend, großzügig und selbstlos von seiner Seite. Bei der ersten Begegnung bestätigt ihm das reizende Gesicht Miss Bennets seine Ansichten und festigt seine Vorstellung vom Vorrang der Ältesten, sodass sie bereits am ersten Abend seine feste Wahl ist.
Collins verlagert seine Wahl auf Elizabeth
Am nächsten Morgen unterhält sich Mrs. Bennet eine Viertelstunde lang mit Mr. Collins, bevor gefrühstückt wird. Das Gespräch beginnt mit seinem Pfarrhaus und führt ganz natürlich zu seiner Hoffnung, in Longbourn eine Hausherrin dafür zu finden. Zwischen gefälligen Lächeln und allgemeiner Ermutigung rät Mrs. Bennet ihm von Jane ab und deutet an, dass ihre älteste Tochter wahrscheinlich sehr bald verlobt sein werde. Mr. Collins verlegt seine Wahl sogleich von Jane zu Elizabeth, die Jane in Abstammung und Schönheit ebenbürtig an nächster Stelle folgt. Mrs. Bennet bewahrt diesen Wink wie einen Schatz, in der Hoffnung, bald zwei Töchter verheiratet zu sehen, und der Mann, den sie tags zuvor nicht ausstehen konnte, genießt nun höchste Gunst bei ihr.
Spaziergang nach Meryton mit den Bennet-Schwestern
Lydias Absicht, zu Fuß nach Meryton zu gehen, wird nicht vergessen. Jede Schwester außer Mary erklärt sich bereit, sie zu begleiten, und Mr. Collins schließt sich ihnen auf Mr. Bennets Bitte hin an, denn dieser ist begierig, ihn loszuwerden und seine Bibliothek für sich allein zu haben. Mr. Collins war Mr. Bennet nach dem Frühstück in die Bibliothek gefolgt und hatte unaufhörlich über sein Haus und seinen Garten in Hunsford gesprochen, was Mr. Bennet aufs Äußerste verstimmte. Mit ausgesuchter Höflichkeit fordert er Mr. Collins unverzüglich auf, sich dem Spaziergang anzuschließen, und Mr. Collins, der weit besser zum Gehen als zum Lesen geschaffen ist, schließt überaus erfreut sein großes Buch. Die Zeit verstreicht mit seinen schwülstigen Nichtigkeiten und dem höflichen Einverständnis der Cousinen, bis sie Meryton erreichen, wo die Aufmerksamkeit der Jüngeren sofort von Offizieren auf der Straße gefesselt wird.
Vorstellung von Mr. Wickham
Ein junger Mann von äußerst vornehmem Auftreten erregt die Aufmerksamkeit jeder Dame. Mr. Denny, von London zurückkehrend, stellt seinen Freund Mr. Wickham vor, der eine Stelle in ihrem Korps angenommen hat. Der junge Mann besitzt alle Vorzüge der Schönheit – eine feine Gesichtsbildung, eine gute Figur und überaus einnehmende Manieren. Auf seine Vorstellung folgt eine glückliche Redegewandtheit, die vollkommen korrekt und ohne jede Anmaßung ist. Kitty und Lydia, fest entschlossen, herauszufinden, wer er ist, setzen sich an die Spitze und überqueren die Straße, wo sie glücklicherweise den Herren begegnen, sodass Mr. Denny die förmliche Vorstellung vollziehen kann. Kitty und Lydia hätten ihn noch weiter beobachtet, wenn er nicht verschwunden wäre, doch nun ziehen nur noch wenige Offiziere vorüber, die im Vergleich zu „dummen, unangenehmen Kerlen" geworden sind.
Begegnung mit Darcy und Bingley
Während die Gesellschaft angenehm plaudert, sieht man Darcy und Bingley die Straße herunterreiten. Sie kommen geradewegs auf die Damen zu und beginnen mit den üblichen Höflichkeiten. Bingley ist der Hauptredner und Miss Bennet der Hauptgegenstand seiner Aufmerksamkeit, denn er ist auf dem Weg nach Longbourn, um sich nach ihr zu erkundigen. Mr. Darcy bekräftigt dies mit einer Verbeugung und nimmt sich vor, seine Augen nicht auf Elizabeth zu richten, als diese plötzlich vom Anblick des Fremden gefesselt werden. Elizabeth bemerkt zufällig die Mienen beider Männer, wie sie einander ansehen, und ist über die Wirkung dieser Begegnung aufs Höchste erstaunt. Beide verändern die Farbe – der eine erbleicht, der andere errötet. Mr. Wickham berührt seinen Hut, eine Begrüßung, die Mr. Darcy kaum der Erwiderung würdigt. Ohne sich anmerken zu lassen, dass er bemerkt hat, was vorgefallen ist, verabschiedet sich Bingley und reitet mit seinem Freund weiter.
Besuch bei Mrs. Philips' Haus
Mr. Denny und Mr. Wickham begleiten die jungen Damen bis zur Haustür von Mr. Philips, bevor sie sich verabschieden – trotz Lydias eindringlicher Bitten und Mrs. Philips' lautstarker Unterstützung der Einladung vom Salonfenster aus. Mrs. Philips freut sich stets, ihre Nichten zu sehen, und die beiden ältesten sind nach ihrer kürzlichen Abwesenheit besonders willkommen. Sie zeigt sich überrascht über deren plötzliche Heimkehr, die sie von Mr. Jones' Ladenburschen erfahren hat, der ihr berichtete, dass man keine weiteren Wechsel mehr nach Netherfield schicken werde. Als Jane Mr. Collins vorstellt, empfängt sie ihn mit ausgesuchter Höflichkeit, die er mit noch größerer Höflichkeit erwidert, wobei er sich für sein Eindringen entschuldigt. Mrs. Philips ist von einer so vortrefflichen Erziehung ganz überwältigt, doch wird ihre Betrachtung durch laute Ausrufe über den anderen Fremden unterbrochen. Sie hat Mr. Wickham die letzte Stunde über beobachtet und verspricht, dass Mr. Philips ihm eine Einladung zum Abendessen am nächsten Abend überbringen werde, an dem auch die Familie aus Longbourn zu einer Runde Lotterielose und einem warmen Abendessen kommen werde.
Diskussion über Darcys und Wickhams Interaktion
Auf dem Heimweg berichtet Elizabeth Jane, was sie zwischen den beiden Herren beobachtet hat – die veränderten Mienen und den kaum erwiderten Gruß. Obwohl Jane einen von beiden oder auch beide verteidigt hätte, wenn sie Unrecht gehabt hätten, kann sie ein solches Verhalten ebensowenig erklären wie ihre Schwester. Die geheimnisvolle Begegnung zwischen Darcy und Wickham bleibt unerklärt und erzeugt Spannung und Neugier darüber, was ihre Bedeutung sein könnte.
Collins lobt Mrs. Philips
Bei seiner Rückkehr erfreut Mr. Collins Mrs. Bennet außerordentlich, indem er Mrs. Philips' Manieren und Höflichkeit rühmt. Er versichert, dass er, mit Ausnahme von Lady Catherine und ihrer Tochter, nie eine elegantere Frau gesehen habe, denn sie habe ihn nicht nur mit äußerster Höflichkeit empfangen, sondern ihn sogar eigens in ihre Einladung für den folgenden Abend einbezogen, obwohl er ihr bis dahin völlig unbekannt gewesen sei. Er vermutet, dass einiges seiner Verbindung mit ihnen zugeschrieben werden könnte, doch im ganzen Verlauf seines Lebens ist ihm nie zuvor so viel Aufmerksamkeit zuteilgeworden.
Sechzehntes Kapitel.
Auf der Gesellschaft bei Philips schildert Mr. Collins Mrs. Philips ausgiebig die Pracht von Lady Catherine de Bourgh, insbesondere den Kaminsims in ihrem Salon, der achthundert Pfund gekostet hat, während die Bennet-Mädchen ungeduldig auf die Ankunft der Herren warten. Als Mr. Wickham eintritt, zieht er sofort die Augen jeder Dame auf sich, und Elizabeth findet sich an der Spieltischgesellschaft neben ihm wieder, wo er beginnt, seine schmerzliche Geschichte mit Mr. Darcy zu erörtern und dabei offenbart, dass der verstorbene Mr. Darcy beabsichtigt hatte, ihm eine einträgliche Pfründe zu verschaffen, dass jedoch der jetzige Mr. Darcy ihm diese verweigerte und seine Beweggründe auf Eifersucht wegen der Zuneigung seines Vaters zu Wickham zurückführte. Elizabeth, die schockiert und mitfühlend ist, findet Wickham anziehender denn je, während er erklärt, dass er Darcy aus Respekt vor dem Andenken seines Vaters nicht bloßstellen könne, und sie nimmt seine Schilderung an, dass Darcy sich nur gegenüber Personen von gleichem Stand ehrenhaft verhalte, ganz im Gegensatz zu seinem Umgang mit geringeren Leuten. Nachdem sich die Spielrunde auflöst, teilt Wickham Elizabeth mit, dass Lady Catherine de Bourgh Mr. Darcys Tante sei und dass die Vereinigung ihrer Besitztümer durch Darcy und Miss de Bourgh erwartet werde, was Elizabeth an Miss Bingleys aussichtslose Ambitionen denken lässt, und sie bricht auf, den Kopf voller Wickham und seiner Enthüllungen, obwohl die Heimreise von Lydias Gesprächen über die Lotterie und Mr. Collins' Bericht über die Freuden des Abends ausgefüllt ist.
Die Reise nach Meryton
Mr. Collins und seine fünf Kusinen reisen mit der Kutsche nach Meryton, um ihre Tante, Mrs. Philips, zu besuchen. Die Mädchen freuen sich nach tagelanger Gesellschaft ihres Vetters auf die Unterhaltung am Abend.
Ankunft im Hause Philips
Beim Betreten des Salons erfährt die Gesellschaft, dass Mr. Wickham angekommen ist und sich bereits im Hause befindet, sehr zu ihrer Freude.
Mr. Collins und Rosings
Mr. Collins prüft die Größe des Zimmers und seine Einrichtung und stellt einen vorteilhaften Vergleich mit dem Sommerfrühstückszimmer in Rosings an. Mrs. Philips ist erst beeindruckt, als sie erfährt, wer Lady Catherine de Bourgh ist, und von dem achthundert Pfund teuren Kaminsims hört. Collins fährt fort, Rosings zu beschreiben, während Mrs. Philips eifrig Gesprächsstoff sammelt, um ihn mit ihren Nachbarn zu teilen.
Die Herren kommen an
Die Offiziere der Miliz betreten den Raum. Mr. Wickhams Erscheinung übertrifft die aller anderen an Gestalt, Miene und Auftreten und zieht jedes weibliche Auge auf sich, als er eintritt.
Mr. Wickhams Vorstellung
Wickham wählt Elizabeth zu seiner Begleiterin und beginnt sofort ein angenehmes Gespräch mit ihr. Mr. Collins verblasst neben dem Charme der Offiziere zur Bedeutungslosigkeit, obwohl Mrs. Philips sein aufmerksames Publikum bleibt.
Die Kartentische
Die Kartentische werden für eine Partie Whist aufgestellt. Mr. Collins schließt sich eifrig an und erklärt seine Bereitschaft, sich zu verbessern, obwohl er nur wenig vom Spiel versteht. Wickham setzt sich zu Elizabeth und Lydia, doch schon bald ist Lydia von Lotterielosen und Wetten absorbiert.
Gespräch mit Wickham
Wickham beginnt ein Gespräch über Mr. Darcy und enthüllt seine Kindheitsverbindung zur Familie Darcy durch seinen Paten, den verstorbenen Mr. Darcy. Er erwähnt seine ursprüngliche Absicht, in den Kirchendienst einzutreten, und beschreibt ihre gemeinsame Erziehung in der Nachbarschaft von Pemberley. Elizabeth erfährt von Wickhams Enttäuschung und fragt nach Miss Darcy, die er als stolz, aber hübsch und talentiert beschreibt.
Der Darcy-Streit
Wickham erklärt, wie Mr. Darcy ihm eine wertvolle Pfarrstelle verweigerte, die ihm von seinem Patenonkel vermacht worden war. Trotz eines mündlichen Versprechens fand Darcy einen formalen Vorwand, um die Stelle zurückzuhalten, und vergab sie an einen anderen Mann. Wickham führt diese Behandlung auf Darcys Eifersucht über die Vorliebe ihres Vaters für ihn zurück und beschreibt den Charakter des jüngeren Darcy als von Stolz getrieben.
Die Hunsford-Pfründe
Wickham offenbart, dass sein beabsichtigter Beruf der geistliche Stand war und er für diesen ausgebildet wurde. Der verstorbene Mr. Darcy hatte versprochen, für ihn zu sorgen, doch der jetzige Mr. Darcy legte das Vermächtnis großzügig aus und vergab die Pfründe anderweitig. Elizabeth zeigt sich entsetzt über eine solche Unehrlichkeit und erklärt, dies sei öffentlicher Schande würdig, obgleich Wickham sich weigert, die Familie seines ehemaligen Freundes bloßzustellen.
Miss Darcy
Wickham schildert Miss Darcy als ihrem Bruder an Stolz gleichend, obwohl sie als Kind einst liebevoll und ihm zugetan war. Nun fünfzehn oder sechzehn Jahre alt, ist sie hübsch und gut ausgebildet und lebt in London unter der Obhut eines Vormunds. Elizabeth erfährt von der Verbindung zwischen Lady Catherine de Bourgh und der Familie Darcy und entdeckt, dass Miss de Bourgh vermutlich dazu bestimmt ist, ihren Cousin zu heiraten.
Die Rückkehr nach Longbourn
Nachdem die Kartenpartie endet, lässt sich die Gesellschaft das Abendessen schmecken, und Wickhams anmutige Manieren gewinnen allgemeine Zustimmung. Auf der Heimreise sinnt Elizabeth über Wickhams Enthüllungen nach, während Lydia unablässig von Lotteriegewinnen und -verlusten plappert. Mr. Collins füllt die Stille mit Berichten über die Höflichkeit des Abends und die aufgetragenen Speisen, ohne auch nur innezuhalten, als die Kutsche in Longbourn vorfährt.
Siebzehntes Kapitel.
In diesem Kapitel stehen die Folgen von Elizabeths Gespräch mit Wickham, das Eintreffen der Einladung zum Ball auf Netherfield sowie die Vorbereitungen und Reaktionen der Familie auf das bevorstehende Ereignis im Mittelpunkt.