The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde cover
The Duality of Human Nature

The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Ein viktorianischer Gentleman entdeckt, dass die Trennung vom Bösen keine Befreiung ist, sondern Besessenheit, und das Monster fordert immer seinen Tribut.

Stevenson, Robert Louis 2008 26 min

Als Mr. Utterson, ein Londoner Rechtsanwalt, erfährt, dass sein alter Freund Dr. Jekyll testamentarisch alles dem verachtenswerten Mr. Hyde vermacht hat, beginnt er eine Untersuchung, die von nebelverhangenen Eingängen zu Mord und schließlich zu einer schrecklichen Enthüllung führt: Jekyll hat sich chemisch in sein dunkleres Gegenstück verwandelt, nur um festzustellen, dass Hyde mit jedem Auftauchen stärker wird, während die Droge, die ihn aufrechterhält, langsam versagt. Die Konsequenzen, wenn man mit seiner eigenen Seele Gott spielt, entfalten sich mit unerbittlicher Unausweichlichkeit hin zu einem Ende, wo weder Selbst unbeschadet überlebt.

Entschlossen, Antworten zu finden, besuchte Utterson seinen alten Freund Dr. Lanyon, verließ den Besuch jedoch mit mehr Fragen als er mitgebracht hatte. Nach Hause zurückgekehrt, fand er keine Ruhe und begab sich stattdessen auf die Straßen, um selbst nach Hyde Ausschau zu halten.

Mr. Utterson sucht Dr. Lanyon auf, um Informationen über den rätselhaften Hyde und das beunruhigende Testament zu erhalten, das alles einem solchen Mann hinterlassen würde. Der Besuch bringt wenig. Lanyon, ein robuster und freundlicher Mann mit vorzeitig weißem Haar, begrüßt seinen alten Freund warmherzig, hat Jekyll aber seit einem Jahrzehnt nicht gesehen. Der Bruch kam durch Jekylls Drift in das, was Lanyon als phantasievolles Gewäsch abtut – unwissenschaftliche Vorstellungen, die die engsten Freunde entzweit hätten. Als Utterson nach einem Schutzling namens Hyde fragt, hat Lanyon den Namen noch nie gehört. Der Anwalt kehrt nach Hause zurück, belastet nur durch neue Fragen.

Jene Nacht liegt Utterson bis zum Morgengrauen wach, sein Geist wird bestürmt. Was einst ein intellektuelles Rätsel gewesen war, versklavt nun seine Vorstellungskraft. Visionen rollen vor ihm ab: laternenbeleuchtete Straßen, ein laufendes Kind, eine brutale Gestalt, die es niederschlägt und weitergeht. Er sieht seinen Freund Henry Jekyll in einem prächtigen Haus schlafen, der an angenehmen Träumen lächelt – bis die Bettvorhänge aufgerissen werden und eine Gestalt mit Macht über ihn am Bett erscheint, die selbst zu dieser toten Stunde Gehorsam erzwingt. Durch jeden Traum verfolgt ihn die Gestalt, gesichtslos, die sich auflöst, sooft er versucht, sie deutlich zu sehen. Ein zwanghafter Drang wurzelt sich in ihm: er muss die wahren Züge von Mr. Hyde zu Gesicht bekommen.

Von da an hält Utterson Wache an der unheimlichen Tür. Morgens, mittags und abends, durch Nebel und Laternenschein, streift er durch die Seitengasse. Endlich, an einem klaren Abend, als Frost in der Luft hängt und die Läden geschlossen sind, hört er einen leichten, schnellen Schritt sich nähern. Ein kleiner, schlicht gekleideter Mann kommt die Straße entlang, Schlüssel in der Hand, und steuert geradewegs auf die Tür zu. Utterson tritt aus den Schatten und berührt seine Schulter, fragt, ob er Mr. Hyde sei.

Der Mann weicht mit einem scharfen Zischen der Überraschung zurück, aber fasst sich schnell wieder. Er antwortet kühl und weigert sich, Uttersons Blick zu begegnen. Der Anwalt stellt sich als alter Freund Jekylls vor und bittet um Einlass. Hyde weigert sich – Jekyll ist nicht da – und verlangt dann zu wissen, wie Utterson ihn erkannt habe. Utterson weicht aus und bittet stattdessen, das Gesicht des Mannes sehen zu dürfen. Nach einem Moment des Zögerns wendet sich Hyde mit trotziger Miene um und lässt den Anwalt seine Züge studieren. Utterson hat nun, was er wollte. Hyde gibt eine Adresse in Soho an, lacht dann wild und gleitet durch die Tür.

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