Als Mr. Utterson, ein Londoner Rechtsanwalt, erfährt, dass sein alter Freund Dr. Jekyll testamentarisch alles dem verachtenswerten Mr. Hyde vermacht hat, beginnt er eine Untersuchung, die von nebelverhangenen Eingängen zu Mord und schließlich zu einer schrecklichen Enthüllung führt: Jekyll hat sich chemisch in sein dunkleres Gegenstück verwandelt, nur um festzustellen, dass Hyde mit jedem Auftauchen stärker wird, während die Droge, die ihn aufrechterhält, langsam versagt. Die Konsequenzen, wenn man mit seiner eigenen Seele Gott spielt, entfalten sich mit unerbittlicher Unausweichlichkeit hin zu einem Ende, wo weder Selbst unbeschadet überlebt.
Fast ein Jahr vergeht, doch die fragile Ruhe wird jäh zerstört, als Hyde einen brutalen, öffentlichen Mord begeht. Ein Dienstmädchen sieht den Vorfall aus ihrem Fenster im hellen Licht des Vollmonds. Sie beobachtet, wie ein alter und schöner Herr, Sir Danvers Carew, einen kleinen Mann anspricht, den sie als Mr. Hyde erkennt. Carew spricht mit einer höflichen, altmodischen Art, doch ohne Provokation gerät Hyde in eine affenartige Wut. Er schlägt den älteren Mann zu Boden und tritt ihn mit solcher Brutalität, dass die Knochen hörbar zerbrechen. Die Mordwaffe, ein schwerer Stock aus seltenem, zähem Holz, bricht unter dem Angriff, wobei eine Hälfte zurückbleibt, während der Mörder in die Nacht flieht.
Utterson wird auf die Polizeiwache gerufen und identifiziert den Toten sofort als den hochgeachteten Sir Danvers Carew. Als er den zerbrochenen Stock sieht, erkennt er ihn als ein Geschenk, das er einst Henry Jekyll gemacht hatte. In Erkenntnis der Schwere der Situation führt Utterson Inspektor Newcomen durch die nebelverhangenen, albtraumhaften Straßen von Soho zu Hydes Wohnung. Sie navigieren durch ein Viertel, das einem schlechten Traum entsprungen zu sein scheint, und gelangen zu einem schäbigen Gebäude, das den wohlhabenden Flüchtling beherbergt. Im Inneren finden sie die luxuriösen Zimmer in Unordnung vor, mit durchwühlten Schubladen und einem Haufen grauer Asche im Kamin, wo Papiere verbrannt wurden. Der Fund der verbliebenen Hälfte der Mordwaffe und die Überreste eines Scheckhefts bestätigen Hydes hastige Flucht und seine Verbrecherbande.
Später am Nachmittag besucht Utterson Dr. Jekyll in seinem Labor, um über die Katastrophe zu sprechen. Jekyll wirkt todkrank und schwört, dass er für immer mit Hyde fertig sei, und behauptet, der Flüchtling sei in Sicherheit und werde nie wieder gehört. Er zeigt einen Brief von Hyde vor, in dem dieser erklärt, er sei entkommen und Jekyll brauche sich keine Sorgen zu machen. Jekyll behauptet, die Nachricht sei von einem Boten überbracht worden, gibt jedoch zu, den Umschlag verbrannt zu haben. Utterson ist zunächst erleichtert über den Brief, der Jekyll zu entlasten scheint, doch seine Verdacht erwacht erneut, als er den Butler Poole auf dem Weg nach draußen befragt. Poole bestreitet, dass an diesem Tag ein Bote im Haus gewesen sei – nur Werbezettel seien per Post gekommen. Der Widerspruch erschüttert Utterson: Wenn kein Bote kam und der Brief keinen Poststempel trug, könnte er nicht von außen zugestellt worden sein. Der Brief muss im Haus selbst geschrieben worden sein. Jekyll, nicht Hyde, könnte ihn gefälscht haben, und Utterson bleibt mit dem beunruhigenden Verdacht zurück, dass sein Freund etwas weit Dunkleres verbirgt, als er zugegeben hat.
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