Victor Frankenstein, angetrieben vom Wunsch, natürliche Grenzen zu überschreiten, setzt aus toter Materie ein humanoides Wesen zusammen. Entsetzt über seine Schöpfung verlässt er sie, was das Wesen dazu bringt, Rache für seine Isolation zu suchen. Die Erzählung folgt den katastrophalen Folgen dieses zerbrochenen Bundes und führt von der eisigen Arktis bis zu den ruhigen Schweizer Alpen, während Schöpfer und Schöpfung in einem gegenseitigen Streben nach dem Untergang gefangen sind.
Die Kreatur hinterließ manchmal Zeichen auf Baumrinden oder Steinen, um ihn zu leiten und anzuspornen. Eine Inschrift besagte, dass er die „ewigen Eise“ des Nordens suche, wo Victor das Elend der Kälte fühlen würde. Eine andere Inschrift warnte Victor, sich vorzubereiten, sich in Pelze zu wickeln und Nahrung zu beschaffen, denn seine Mühen erstünden gerade erst. Diese spöttischen Worte stärkten nur Victors Mut. Er durchquerte riesige Einöden, bis der Ozean am Horizont erschien, bedeckt mit Eis. Anders als die blauen Jahreszeiten des Südens war dieser Ozean nur durch seine größere Wildheit vom Land zu unterscheiden. Victor kniete nieder und dankte seinem leitenden Geist, dass er ihn an den Ort geführt hatte, wo er hoffte, mit seinem Widersacher zu ringen.
Nach der Beschaffung eines Schlittens und von Hunden durchquerte Victor die Schneemassen mit unvorstellbarer Geschwindigkeit. Er begann, zur Kreatur aufzuholen, und verringerte den Abstand zwischen ihnen auf eine Tagesreise. Bei der Ankunft in einem elenden Weiler am Meeresufer erkundigte er sich nach dem Ungeheuer und erfuhr, dass vor kurzem ein riesiges Monster angekommen war, bewaffnet mit Gewehren und Pistolen sowie zahlreichen Hunden. Das Monster hatte seine Reise über das Meer in eine Richtung fortgesetzt, die zu keinem Land führte, was die Dorfbewohner zu der Vermutung veranlasste, dass es bald durch das brechende Eis oder die ewigen Fröste vernichtet werden würde.
Victor erlitt bei der Nachricht einen vorübergehenden Anfall von Verzweiflung, als er erkannte, dass er eine verheerende Reise über das gebirgige Eis des Ozeans antreten musste. Jedoch ließ der Gedanke an das lebende und triumphierende Ungeheuer seine Wut und Rache wie eine mächtige Flut zurückkehren. Nach einer kurzen Ruhepause, während der ihn die Geister der Toten zur Arbeit anspornten, bereitete er sich auf die Reise vor, tauschte seinen Landschlitten gegen einen, der für die Unebenheiten des gefrorenen Ozeans geeignet war, und kaufte einen reichlichen Vorrat an Proviant.
Er ertrug ein Elend, das ihn nur das ewige Gefühl einer gerechten Vergeltung hätte ertragen lassen. Ungeheure Eismassen versperrten ihm den Weg, und oft hörte er das Grollen des Erdbodens. An der Menge des verzehrten Proviantes schätzte er, dass drei Wochen vergangen waren. Die Verzweiflung hatte ihre Beute fast sicher, doch plötzlich fiel sein Blick auf einen dunklen Fleck in der dämmerigen Ebene. Er erkannte einen Schlitten und die verzerrten Umrisse einer wohlbekannten Gestalt darin. Die Hoffnung kehrte mit einem brennenden Schwall in sein Herz zurück, und er weinte laut. Nach einer Stunde Ruhe setzte er seinen Weg fort und holte den Schlitten merklich ein, bis er seinen Feind in nicht mehr als einer Meile Entfernung sah.
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