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England -- Fiction Lesenotizen

Die Abenteuer des Roderick Random

Notizen, Erklärungen und Beobachtungen für ein tieferes Lesen.

Smollett, T. (Tobias) · 2003 · 24 min

Lesenotizen: Die Abenteuer von Roderick Random

Tobias Smollett (1748)

Ein Schelmenroman in 69 Kapiteln, der Roderick Random von seiner Geburt bis zu seinem endgültigen Glück begleitet. Smollett schöpft aus seinen eigenen Erfahrungen bei der Marine, um die Brutalität und Korruption im Großbritannien des 18. Jahrhunderts bloßzustellen.


Teil Eins: Geburt und frühe Entbehrungen

Kapitel I: Abstammung und prophetischer Traum

Roderick wird im Norden Schottlands als Sohn von Eltern geboren, deren heimliche Heirat den Zorn seines Großvaters erregt. Der Großvater, ein wohlhabender Richter, der für seine Strenge gegenüber Bettlern bekannt ist, enterbt Rodericks Vater. Vor der Geburt träumt Rodericks Mutter, sie gebäre einen Tennisball, den der Teufel wegschlägt, der jedoch zurückkehrt und zu einem Baum erblüht. Ein Seher aus den Highlands deutet dies als gutes Zeichen: Roderick wird ein großer Reisender werden, sich vielen Gefahren stellen, aber glücklich und in gutem Ruf nach Hause zurückkehren.

Die Mutter stirbt nach ihrer grausamen Vertreibung aus dem Haus des Großvaters im Kindbett. Der Vater verschwindet; man geht davon aus, dass er durch Suizid starb.

Kapitel II: Verfolgung in der Kindheit

Rodericks Cousins fassen einen unversöhnlichen Hass gegen ihn. Sein Großvater blockiert den Zugang zu dem Jungen, der auf eine Dorfschule geschickt, aber vernachlässigt wird – in Lumpen gekleidet lernt er Latein, trotz der aktiven Versuche des Schulmeisters, seinen Fortschritt zu verhindern. Der Lehrer schnürt Rodericks Hand in eine Foltervorrichtung, um das Briefeschreiben zu verhindern.

Mit zwölf Jahren organisiert Roderick eine Schülerfraktion von dreißig Mann gegen seinen Peiniger. Er setzt dem Familienerben zu, woraufhin dieser Meutehunde auf ihn hetzt. Roderick revanchiert sich, indem er dem Hauslehrer mit einem Kieselstein vier Vorderzähne ausschlägt.

Kapitel III–V: Onkel Tom Bowling und der Weg zur Bildung

Leutnant Tom Bowling, Rodericks Onkel mütterlicherseits, trifft ein – ein wettergegerbter Seemann, der die Familienhunde Jowler und Caesar zur Verteidigung seines Neffen tötet. Am Sterbebett des Großvaters fordert Onkel Tom eine Versorgung für den Jungen. Der Großvater bietet lediglich eine Lehre bei einem Handwerker an; Onkel Tom lehnt empört ab und geht, mit dem Versprechen, es solle dem Jungen an nichts mangeln, solange er selbst noch einen Schilling habe.

Der Großvater stirbt und hinterlässt alles dem jungen Squire. Die weiblichen Cousinen gehen leer aus. Onkel Tom, der von den anhaltenden Misshandlungen durch den Schulmeister erfährt, hilft Roderick bei der Planung seiner Rache. Die drei Verschwörer – Roderick, Jeremy Gawky und Hugh Strap – überfallen den Tyrannen und verhauen ihn mit der Rute. Onkel Tom vollstreckt die Strafe mit einer Neunschwänzigen Katze.

Roderick wird bei einem Apotheker in der Nähe einer Universitätsstadt untergebracht, wo sein Onkel seine Ausbildung finanziert, bevor er zum Marinedienst aufbricht.


Teil Zwei: Universität und London

Kapitel VI: Aufstieg und Verrat

Über drei Jahre lang glänzt Roderick in Griechisch, Mathematik und Philosophie. Seine poetischen Talente gewinnen die Gunst der Stadtbewohner. Seine wohlhabenden Cousinen, die ihn einst verachteten, suchen nun seine Bekanntschaft. Roderick weist sie ab, und sie schmieden einen Racheplan – sie heuern jemanden an, um Verse gegen ihn zu schreiben, und stacheln dann einen jungen Gentleman dazu an, Roderick im Fluss zu tauchen. Roderick vereitelt den Hinterhalt.

Jedoch verrät ein Vertrauter ihn an die Cousinen und veröffentlicht übertriebene Berichte über seine kleinen Liebesaffären. Sein Ruf ist ruiniert. Dann trifft die Nachricht ein: Onkel Tom hat Kapitän Oakum am Kap Tiberoon in Notwehr getötet und ist zu den Franzosen geflohen. Der Apotheker setzt Roderick auf die Straße. Ein falscher Freund heuchelt Mitleid und verstößt ihn dann. Squire Gawky, ein weiterer ehemaliger Schulkamerad, zeigt Gleichgültigkeit gegenüber Rodericks Not.

Roderick fordert Gawky zu einem Duell; Gawky flieht. Roderick veröffentlicht die Geschichte, muss aber seinen mit Goldlitzen besetzten Hut verkaufen, um die Kosten zu decken.

Kapitel VII: Dienst bei Mr. Crab

Mittelos trifft Roderick auf Mr. Launcelot Crab, einen korpulenten Chirurgen mit einer geschwollenen, von Karbunkeln befallenen Nase und einem tödlichen Hass auf seinen Rivalen Potion. Crab nutzt Rodericks pharmazeutisches Wissen aus, während er ihn grausam behandelt. Roderick entdeckt Crabs eigentümliches Temperament: Unterwerfung macht ihn wütend, aber mutiger Widerstand bringt ihm widerwilligen Respekt ein.

Nach zwei Jahren ohne Lohn endet Rodericks Situation, als ein Hausmädchen ihn als den Vater ihres Kindes bezeichnet. Roderick lenkt den Verdacht auf Crab, der aus Angst vor einem Skandal Geld für Rodericks Abreise bereitstellt. Crab gibt ihm einen Brief an ein Parlamentsmitglied und ein Darlehen für London, wo Roderick hofft, Assistent eines Chirurgen an Bord eines königlichen Schiffes zu werden.

Kapitel VIII–XI: Reise nach London

Roderick trifft in Newcastle auf Hugh Strap – den treuen Schulkameraden, der geholfen hatte, den Schulmeister mit der Rute zu züchtigen. Strap bietet an, ihn auf dem Landweg zu begleiten. In einem Landgasthaus teilen sie das Abendessen mit einem Hausierer, nur um um Mitternacht festzustellen, dass der Straßenräuber Rifle das Nebenzimmer belegt. Rifle hat gerade verpasst, vierhundert Pfund zu rauben, die für die Rekrutierung von Soldaten gedacht waren.

Am nächsten Tag holt Rifle sie ein und schießt auf Strap (der lediglich vor Angst benommen ist). Verfolgende Reiter retten Roderick. In einem Wirtshaus beobachtet Roderick einen Kaplan namens Shuffle, wie er systematisch Bauern beim Kartenspiel betrügt und sie anschließend mit Geigenspiel unterhält.

Rifle wird gefasst, entkommt aber durch ein Dachbodenfenster. Roderick und Strap erreichen einen Marktflecken, teilen sich eine Unterkunft mit einem Werbefeldwebel, der im Schlaf kriegerische Drohungen brüllt, und finden Zuflucht bei einem klassischen Schulmeister, der Horaz zitiert und ihnen acht Schilling und sieben Pence für seine Gastfreundschaft in Rechnung stellt.

Sie schließen sich einem Planwagen mit Hauptmann Weazel (einem spinnendürren Aufschneider), seiner Ehefrau, Miss Jenny (einer Prostituierten) und einem alten Wucherer an. Ein nächtliches Durcheinander bringt Nachttöpfe, falsche Vergewaltigungsvorwürfe und allgemeines Chaos mit sich. Weazels Feigheit wird wiederholt entlarvt; Miss Jenny bestiehlt den Wucherer um fünf Guineen, indem sie mit falschen Anklagen droht.


Teil Drei: London und Täuschung

Kapitel XIII: Ankunft in London

Seltsame Geräusche in einer Herberge versetzen Strap in Schrecken – ein zahmer Rabe mit Glöckchen taucht in ihrem Zimmer auf, gefolgt von einem alten Mann, der nach seinem Haustier namens Ralpho sucht. Der Kutscher Joey lüftet das Geheimnis dieser Erscheinungen.

In London werden Roderick und Strap durch einen Streich eines Kutschens mit Schmutz bespritzt und in einem Wirtshaus ausgelacht. Roderick legt sich mit einem Witzbold an und gewinnt Anerkennung. Ein Lakai gibt ihnen falsche Wegbeschreibungen und führt sie ans Flussufer. Ein schottischer Tabakhändler weist ihnen den richtigen Weg.

Ihre billige Unterkunft erfordert „Tauchgänge“ – den Abstieg in Garküchen, um dort unter Mietkutschern und Bediensteten zu essen. Strap stolpert in eines dieser Lokale und verbrüht einen Trommler, doch sie speisen für zweieinhalb Pence köstlich.

Kapitel XIV–XV: Cringers Enttäuschung

Straps Freund, der Schulmeister, verspottet Rodericks schäbiges Aussehen und sein karottenrotes Haar und besteht darauf, dass er eine Perücke kauft, bevor er Mr. Cringer aufsucht. An Cringers Tür führt Straps übereifriges Klopfen zu einer Schwallflut aus einem Nachttopf von oben; er reagiert darauf, indem er die Tür mit einem Stein eintrümmert.

Ein Fremder hebt Rodericks fallen gelassene halbe Krone auf und lädt sie zu Getränken ein. Er lobt die Schotten und schlägt ein Kartenspiel vor. Roderick gewinnt beim Whist, verliert dann aber alles beim Piket an zwei Fremde, die sich daraufhin davonmachen. Roderick ist wieder mittellos.

Strap gibt Roderick seine gesamten Ersparnisse – zwei halbe Guineen und eine halbe Krone. Der Wirt verrät ihnen, dass es sich bei diesen Männern um sogenannte „Geld-Streuer“ handelt, die es auf Fremde abgesehen haben. Roderick besticht Cringers Lakaien mit einem Schilling und erhält Zutritt, doch Cringer weist seine Bitte um ein Patent als Schiffschirurg mit kalter Gleichgültigkeit ab.

Strap findet Arbeit bei einem Perückenmacher. Cringer wälzt Roderick auf Mr. Staytape ab. Ein schottischer Chirurgenkollege erklärt den Ablauf: Man schreibe an das Navy Board, bestehe die Prüfung in der Surgeons’ Hall und bestiche den Sekretär. Die Kosten sind unerschwinglich, und Roderick verleiht sein restliches Geld an einen Fremden, der ihm die Rückzahlung verspricht.


Teil Vier: Apotheker-Dienst und Intrigen

Kapitel XVI–XVIII: Marine-Qualifikation und Lavement

Roderick verpasst eine Verabredung mit einem Mann namens Bean Jackson, der das Treffen wegen einer heimlichen Verabredung mit einer wohlhabenden Frau verpasste. In der Surgeons’ Hall besteht Roderick seine Prüfung trotz der Feindseligkeit des Mr. Snarler gegenüber Schotten. Danach ist er fast mittellos.

Jackson, getarnt mit aufgemalten Falten und einem Bart, wird als Hochstapler entlarvt und beinahe nach Bridewell geschickt. Sie bestechen den Büttel. Ein Wirtshausbesuch führt in ein Nachtlokal, wo Jacksons Geldbeutel gestohlen wird. Alle werden verhaftet und dann von einem Friedensrichter freigelassen, der ihnen als einmalige Abschreckung einen Schrecken einjagt.

Roderick kehrt zurück und findet Strap rasend vor Sorge vor. Strap hatte sich mit einem Schmied geprügelt, der ihn verspottet hatte, und verlor seine Perücke und sein Hemd an Diebe. Der Schulmeister verschafft Roderick eine Stelle bei Mr. Lavement, einem französischen Apotheker. Roderick erhält Kleidung auf Kredit.

Kapitel XIX–XXI: Der Haushalt Lavement

Mr. Lavement ist ein geiziger französischer Flüchtling, der mit einer scharfzüngigen Engländerin verheiratet ist. Ihrer Tochter, die bald ein Vermögen erben wird, wurden bereits zwei Heiratsanträge durch den Geiz ihres Vaters verdorben. Sie verachtet Roderick anfangs, aber als er sich an einem Sonntag gut kleidet, erkennt sie ihn nicht – und macht dann einen Knicks vor ihm. Als sie ihren Fehler bemerkt, ist sie zutiefst beschämt und wird feindselig.

Kapitän O’Donnell, ein Untermieter, hat eine Affäre mit Mrs. Lavement, was die Eifersucht ihres Mannes erregt. Roderick findet heraus, dass der Kapitän ihn niedergestochen hat – die abgebrochene Spitze einer Wunde passt zum Fragment in seinem Körper. Roderick inszeniert seine Rache: Verkleidet lädt er O’Donnell an einen abgelegenen Ort ein, wo dieser ausgezogen und mit Brennnesseln gegeißelt wird.

O’Donnell flieht und lässt einen Koffer voller Steine zurück. Strap reist ab, um einem Gentleman im Ausland zu dienen. Roderick macht einer schönen Erbin den Hof, nur um festzustellen, dass sie einen niederrträchtigen Plan gegen ihn verfolgt.

Squire Gawky kommt als Leutnant zu den Lavements. Roderick rettet ihn vor den Wachen und wird dabei an einem Auge geblendet. Gawky leugnet seine Feigheit. Innerhalb von vierzehn Tagen brennt Gawky mit Miss Lavement durch. Dann verschwören sich Gawky und seine Frau, um Roderick den Diebstahl von Medikamenten in die Schuhe zu schieben. Der Apotheker entlässt ihn; Bekannte weigern sich, ihm zu glauben.

Roderick bezieht eine billige Dachkammer in der Nähe von St. Giles. Dort findet er Miss Williams, die frühere Dame, die nach der Aufgabe durch einen Kurpfuscher dem Tode nahe liegt. Er pflegt sie, vergibt ihre vergangenen Machenschaften, und sie teilen sich die Unterkunft.


Teil Fünf: Das Meer

Kapitel XXIV–XXVI: HMS Thunder

Auf Tower Hill zum Militärdienst gepresst, kämpft Roderick erbittert, wird aber überwältigt und verwundet. Auf dem Presse-Tender wird er im Laderaum eingesperrt. Ein Wachsoldat namens Jack Rattlin freundet sich mit ihm an und erzählt von der Fehde zwischen Captain Oakum und Lieutenant Bowling, deren Duell Bowling ins Exil trieb.

Roderick geht an Bord der HMS Thunder und wird von den Seeleuten verspottet. Ein Fähnrich, Crampley, schlägt ihn und lässt ihn einkerkern. Jack Rattlin alarmiert den Schiffsarzt; Thompson sagt aus. Roderick wird freigesprochen; Crampley wird festgesetzt.

Thompson wird zu Rodericks Freund. Der Erste Offizier Morgan, ein Waliser, macht Schwierigkeiten wegen Rodericks Aufnahme in die Messe, gibt aber nach, als er von Rodericks guter Familie hört, und behauptet, von Caractacus abzustammen. Morgan gibt Roderick zwei Rüschenhemden.

Die Krankenstation beherbergt fünfzig Patienten, die zusammengepfercht sind, verpestete Luft atmen und von Ungeziefer zerfressen werden. Roderick hilft bei Klistieren. Ein Missgeschick mit einer Parfümdose verbreitet Gestank; ein Kranker kneift Roderick aus Rache in die Nase.

Kapitel XXVII–XXVIII: Beförderung und Schlacht

Roderick wird Gehilfe des Schiffsarztes, nachdem Doktor Atkins das Schiff verlässt. Er boxt gegen Crampley und besiegt ihn. Captain Oakum kommt mit dem brutalen Dr. Mackshane an Bord. Oakum weigert sich, die Krankenliste anzuerkennen, und zwingt fiebernde Patienten, auf Deck zu erscheinen. Viele sterben.

Ein Verrückter wird gegen Morgans Rat von seinen Fesseln befreit; er greift sowohl den Kapitän als auch den Schiffsarzt an. Thompson, verzweifelt über Mackshanes Bosheit, geht über Bord und gilt als ertrunken.

Ein Sturm trifft die Flotte. Jack Rattlin bricht sich das Bein. Mackshane ordnet eine Amputation an, aber Morgan und Roderick behandeln den Bruch erfolgreich und retten das Bein.

Kapitel XXIX–XXX: Verfolgung und Schauprozess

Roderick wird als Spion auf dem Poopdeck eingesperrt, zwölf Tage lang der Sonne und der Nässe ausgesetzt. Morgan gesellt sich zu ihm. Thompson wird manipuliert, um als Belastungszeuge auszusagen. Als die Schlacht näher rückt, lässt Mackshane Morgan frei, hält Roderick aber in Ketten. Roderick sieht, wie einem Marineinfanteristen der Kopf weggeschossen wird und ein Trommler an Bauchwunden stirbt.

Ein Streit mit einem griechischen Zeugen entlarvt Mackshanes Verleitung zur Falschaussage. Roderick und Morgan werden freigelassen. Mackshane heuchelt beste Wünsche.

Kapitel XXXI–XXXIII: Carthagena-Feldzug

Die Flotte segelt nach Jamaika und schließt sich dann dem Westindien-Geschwader auf Hispaniola an. Französische Schiffe sind bereits geflohen und haben die Spanier alarmiert. Die Flotte ankert zehn Tage lang windwärts von Carthagena, was den Spaniern Zeit zur Vorbereitung gibt.

Truppen landen und errichten Batterien. Das Fort Bocca Chica fällt nach vier Stunden Beschießung; Seeleute erobern das Fort St. Joseph. Aber ein Angriff auf das Schloss St. Lazar scheitert katastrophal—von achttausend Mann sind nur noch fünfzehnhundert dienstfähig.

Die Rationen sind verdorben: „Irisches Pferd“-Rindfleisch, insektenverseuchtes Schweinefleisch aus Neuengland, Butter, die nach Tran schmeckt. Wasser ist trotz ausreichender Vorräte auf ein Quart täglich beschränkt.


Teil Sechs: Genesung und Dienstbarkeit

Kapitel XXXIV–XXXVI: Genesung und Schiffbruch

Roderick steckt sich mit dem Gallenfieber an, das drei Viertel seiner Opfer das Leben kostet. Er kann in der Hitze im Cockpit nicht überleben. Crampley meldet seinen Ungehorsam, aber ein Sergeant bietet ihm seine Koje an. Roderick genest durch Schweiß und Willenskraft und überlistet Morgan mit einem vorgetäuschten Tod.

Kapitän Oakum wird gegen Kapitän Whiffle ausgetauscht, einen geckenhaften Dandy, der Parfüm und eine Maske trägt. Morgans Bewerbung auf die freie Stelle des Schiffsarztes scheitert – Whiffle nennt ihn ein Monster und einen Stinker.

Roderick meldet sich freiwillig, in Westindien zu bleiben, als der Befehl erteilt wird, einen Maat zu entlassen. Er erhält eine Bestallung auf der Schaluppe Lizard. Crampley, inzwischen Leutnant, beginnt ihn zu drangsalieren. Roderick wird einem Lazarett an Land in Port Morant zugeteilt.

Im Lazarett trifft Roderick wieder auf Thompson, den er als ertrunken betrauert hatte. Thompson war zu einem Schoner aus Rhode Island geschwommen und Aufseher auf einer Plantage in Jamaika geworden. Thompson überhäuft Roderick mit Geschenken. Der Schiffsarzt Tomlins verteidigt Roderick gegen Crampleys Verleumdungen.

Kapitel XXXVII–XXXIX: Dienst als Lakai

Ein Schiffbruch vor der Küste lässt Roderick stranden. Er kämpft gegen Crampley, aber die Mannschaft greift ihn an und beraubt ihn. Er wird bis auf Hemd und Hose entkleidet. In seiner Verzweiflung wird er von einer Witwe gerettet, die der Hexerei verdächtigt wird und ihm ihre eigene Geschichte erzählt, wie sie von ihren wohlhabenden Eltern verstoßen wurde, weil sie einen armen Leutnant heiratete.

Die Witwe empfiehlt Roderick als Lakai einer exzentrischen Virtuosin, die ihr Äußeres für das Studium vernachlässigt. Er verliebt sich auf den ersten Blick in Narcissa, die Nichte der Dame. Er erzählt ihr eine erfundene Geschichte von Zwangsrekrutierung und Schiffbruch und gewinnt so ihr Mitgefühl.

Kapitel XL–XLI: Entkommen und Flucht

Roderick rettet Narcissa vor Sir Timothy Thickets Übergriff, bekennt ihr dann seine Liebe und flieht vor der zu erwartenden Rache. Schmuggler nehmen ihn gefangen und bringen ihn nach Boulogne. Dort findet er Onkel Bowling, der nach einem Schiffbruch mittellos ist. Roderick gibt ihm fünf Guineen.

Bowling erzählt von seinen Missgeschicken: Er heuerte als einfacher Matrose auf einem französischen Schiff an, wurde zum Quartiermeister befördert, floh wegen einer Schlägerei mit seinen Landsleuten und erlitt an der französischen Küste Schiffbruch. Er wird bei der Admiralität um seine Wiedereinsetzung nachsuchen.

Roderick bleibt in Frankreich. Ein schottischer Geistlicher freundschaftet sich mit ihm an, streitet sich aber mit Onkel Bowling über die Religion. Roderick bricht mit einem Kapuziner namens Balthazar nach Paris auf, der sich als wollüstig und heuchlerisch herausstellt.

Teil Sieben: Militärdienst und Rückkehr

Kapitel XLII–XLIV: Regiment der Picardie

In der Nähe von Amiens beraubt der Kapuziner Roderick all seines Geldes. Aus Verzweiflung tritt Roderick in das Regiment der Picardie ein. Der Marsch nach Deutschland ist brutal; ein Duell mit einem alten Gasconen hinterlässt Roderick entwaffnet und verwundet.

Roderick lernt Fechten von einem irischen Trommler. Das Regiment schließt sich vor der Schlacht bei Dettingen Marschall Noailles an. Die Franzosen fliehen, nachdem sie die Alliierten mit verheerenden Folgen angegriffen haben. Roderick besiegt den alten Gasconen in einem Rückkampf.

In den Winterquartieren in Reims ist Roderick mittellos. Aber er trifft auf Strap, der von seinem verstorbenen Meister dreihundert Pfund geerbt hat. Strap kleidet Roderick ein, besorgt seine Entlassung, und sie reisen nach Paris und dann weiter nach England.

Kapitel XLV–XLVI: Die Londoner Gesellschaft

In London stellt Roderick fest, dass Onkel Bowling auf See gegangen ist. Er kleidet sich fein, verkehrt in Kaffeehäusern und trifft Medlar, einen patriotischen Engländer, und Dr. Wagtail, einen pedantischen Arzt. Roderick gewinnt fünfzig Pistolen beim Hazardspiel.

Im Bedford Coffee House trifft er Bragwell, Banter, Chatter, Slyboot und Ranter. Sie spielen grausame Streiche mit Wagtail. Banter macht sich über Rodericks Duell mit Sir Timothy lustig, leiht ihm aber fünf Guineen.

Kapitel XLVII–L: Heiratsintrigen

Roderick wirbt um Melinda, eine wohlhabende Kokette, und verliert achtzehn Guineen beim Kartenspiel. Er wird von dem irischen Freier Rourk Oregan herausgefordert; ihre Pistolen versagen, und sie trennen sich freundschaftlich. Roderick macht Melinda einen Antrag, wird aber wegen mangelndem festen Vermögen abgewiesen.

Ein Plan, sich an Melinda zu rächen, indem er sich als französischer Marquis ausgibt, gelingt, aber Roderick verliert an Ansehen bei den Damen. Er erhält Briefe von einer “Incognita” – nur um festzustellen, dass die Korrespondentin eine siebzigjährige Gouvernante ist, Miss Withers, die nach Knoblauch riecht. Er flieht.

Kapitel LI–LII: Gönnerschaft und Gefangenschaft

Roderick pflegt die Bekanntschaft mit den Lords Straddle und Swillpot, die ihn dem Earl Strutwell vorstellen. Strutwell verspricht eine Stelle als Sekretär und nimmt Rodericks goldene Uhr an. Banter enthüllt, dass Strutwell berüchtigt dafür ist, Besucher um Bargeld und Wertgegenstände zu erleichtern. Roderick verliert sowohl die Uhr als auch den Diamanten.

Roderick gewinnt 150 Guineen am Spieltisch. Mrs. Gawky (Miss Lavement) erscheint reumütig und beichtet die Verschwörung. Roderick lässt sie vor einem Friedensrichter einen Eid schwören; sie versöhnt sich mit ihrem Vater, der ihr eine jährliche Rente gewährt.

Teil Acht: Narcissa

Kapitel LIII–LVI: Die Versammlung in Bath

Banter schlägt vor, die Tochter seiner Verwandten zu heiraten, eine kränkliche Erbin mit zwanzigtausend Pfund. Roderick akzeptiert, eine Schuldverschreibung über fünfhundert Pfund, zahlbar nach der Heirat. Auf dem Weg nach Bath trifft er Miss Snapper, geistreich und scharfzüngig.

Räuber nähern sich; Roderick fängt einen von ihnen. In Bath pariert Miss Snapper die Beleidigung von Beau Nash mit einer schlagfertigen Erwiderung. Auf einer Gesellschaft sieht Roderick Narcissa. Er ist vor Liebe entrückt, muss aber mit Miss Snapper tanzen. Miss Williams, die ihn danach trifft, enthüllt, dass Narcissa mit Bewunderung über seine Geschichte nachgedacht hat.

Roderick wird Narcissas Bruder, Freeman, und dem Gutsherrn vorgestellt. Er gewinnt die Gunst des Gutsherrn, muss ihn aber beim Trinken besiegen. Er ersinnt eine List mit einem Quart-Becher, um sich nicht zu betrinken.

Kapitel LVII–LIX: Erklärung und Duell

Briefe werden über Miss Williams zwischen Roderick und Narcissa ausgetauscht. Auf einem Ball macht ein Adliger Narcissa den Hof; Roderick wird von Eifersucht gepeinigt. Er konfrontiert den Gutsherrn im Langen Raum und zerreißt eine beleidigende Notiz.

Lord Quiverwit verspottet ihn. Roderick duelliert sich mit Quiverwit, wobei er eine Wunde am Hals davonträgt, ihn aber letztendlich besiegt und ihm drei Zähne ausschlägt. Seine Wunde erweist sich als unbedeutend.

Kapitel LX–LXI: Trennung und Gefangenschaft

Lord Quiverwit verrät dem Gutsherrn, dass Roderick um Narcissa wirbt. Der Gutsherr bringt Narcissa fort. Roderick spielt leichtsinnig um Geld, gewinnt und verliert dann alles. Er reist nach London und versetzt sein Schwert.

Wegen der Schulden beim Schneider wird er verhaftet und im Marshalsea-Gefängnis inhaftiert. Dort trifft er Jackson und den Dichter Melopoyn, dessen Tragödie von Theatermanagern sabotiert wurde. Strap wird Barbiergeselle, um sie zu unterstützen.

Kapitel LXII–LXIV: Gefangenschaft und Befreiung

Melopoyn erzählt seine Geschichte: von einem Kaplan als Vater aufgezogen, wurde seine Tragödie von einem Koch zerstört, der das Manuskript zum Bestreichen von Geflügel verwendete. Er schrieb es aus dem Gedächtnis neu. Es folgen Jahre voller Verzögerungen, Verrat und Enttäuschung. Er wendet sich dem Schreiben von Grub-Street-Balladen und danach Geistergeschichten zu. Schließlich wird er wegen Schulden verhaftet.

Onkel Bowling trifft aus Guinea ein, nachdem er eine Prise im Wert von dreitausend Pfund gemacht hat. Er bezahlt Rodericks Schulden und bietet ihm die Stelle des Schiffsarztes an. Roderick nimmt an.


Teil Neun: Die Seereise

Kapitel LXV: Abschied und Sklavenhandel

Roderick reitet heimlich nach Sussex, um Narcissa ein letztes Mal zu sehen. Mrs. Sagely hilft ihm, in den Garten des Squire zu gelangen. Er versteckt sich bis zum Abend und hinterlässt sein Porträt. Narcissa entdeckt es, küsst es, und Roderick gibt sich zu erkennen. Sie tauschen vor dem Abschied Gelübde ewiger Treue aus.

Das Schiff offenbart sein wahres Ziel: Guinea, um Sklaven für den Verkauf in Paraguay zu erhandeln. Roderick lernt Spanisch. Ein englisches Kriegsschiff, getarnt als französisches, verfolgt sie und grüßt sie dann als Freund.

Sie kaufen vierhundert Schwarze an der Küste Guineas. Eine Epidemie tötet viele Sklaven und Seeleute, darunter einen von Rodericks Kameraden. Strap stirbt beinahe.

Kapitel LXVI: Die Entdeckung eines Vaters

In Buenos Ayres stellt Don Antonio Roderick Don Rodrigo vor, einem englischen Gentleman, der dort seit vielen Jahren lebt. Don Rodrigo gibt Roderick einen Amethystring und seufzt, während er sagt, er habe einmal einen Sohn gehabt, der ungefähr in Rodericks Alter wäre. Als Roderick seinen Namen und den seiner Mutter nennt, umarmt ihn Don Rodrigo und ruft: „Mein Sohn! Mein Sohn!“

Roderick erkrankt an Fieber, genest aber wieder. Don Rodrigo, sein Vater, lebt im Exil, seit sein eigener Vater ihn verstoßen hat, weil er Rodericks Mutter heiratete. Er verfügt über Vermögen, das nach Holland überwiesen wurde, und fünfzehntausend Pfund in Silber. Er billigt Rodericks Liebe zu Narcissa.

Kapitel LXVII–LXVIII: Auflösung

Sie segeln nach Jamaika und besuchen Thompson, dessen Frau ein Vermögen geerbt hat. Kapitän Oakum ist tot; Dr. Mackshane sitzt im Gefängnis. Roderick schickt Mackshane zehn Pistolen.

In England reitet Roderick zu Mrs. Sagely, die ihm erzählt, dass Narcissa mit Miss Williams in London lebt. Er findet in Ekstase zu ihr zurück. Don Rodrigo gibt Narcissa fünfhundert Pfund. Der Squire verweigert die Zustimmung zur Heirat; sie heiraten trotzdem, wobei Onkel Bowling Narcissa zum Altar führt.

Bei einem Theaterstück sehen der Squire und Melinda, wie Narcissa sie überstrahlt. Bekannte, die Roderick zuvor verspottet hatten, buhlen nun um ihre Gunst.

Kapitel LXIX: Rückkehr nach Schottland

Die Gesellschaft reist nach Schottland und besucht Rodericks alte Schule. Er kauft das Anwesen seines Großvaters zurück und stellt fest, dass es verkauft wurde, nachdem der Fuchsjäger es ruiniert hatte. Die Pächter empfangen sie mit Jubelrufen.

Strap heiratet Miss Williams mit Don Rodrigos Segen und fünfhundert Pfund. Roderick erfährt, dass sein Prokurator Narcissas Vermögen wiedererlangt hat – die Beschränkung ihrer Erbschaft erlischt im Alter von neunzehn Jahren.


Zentrale Themen und Beobachtungen

Satire auf die britische Gesellschaft: Smollett entlarvt die Korruption auf allen Ebenen – vom brutalen Schulleiter bis zum habgierigen Sekretär des Marineministeriums, von Theatermanagern bis hin zu aristokratischen Gönnern, die ihre Schützlinge um Geld und Tugend bringen.

Das Schelmenroman-Muster: Roderick wechselt zwischen Arbeitgebern, Orten und Plänen, lässt sich nirgends nieder und wird immer neuen Prüfungen unterzogen. Sein Glück steigt und fällt in schwindelerregendem Tempo.

Freundschaft und Loyalität: Hugh Strap bleibt bei jedem Rückschlag treu, erbt schließlich ein Vermögen und macht eine gute Heirat. Jack Rattlin, Thompson und Morgan erweisen sich angesichts zahlreicher Verräter als vertrauenswürdige Gefährten.

Liebe und soziale Klasse: Rodericks Werben um Narcissa über Klassengrenzen hinweg, die Verheimlichung seiner Herkunft und ihre Standhaftigkeit trotz des Skandals bilden das emotionale Zentrum des Romans.

Das Meer: In Anlehnung an seinen eigenen Marinedienst präsentiert Smollett die Schrecken der Zwangsrekrutierung, brutale Kapitäne, seuchenverseuchte Schiffe und gescheiterte Militärkampagnen mit dokumentarischer Präzision.


Der Roman endet damit, dass Roderick wieder in sein angestammtes Anwesen eingesetzt, mit seiner Geliebten verheiratet und von treuen Freunden umgeben ist – eine schelmenhafte Umkehrung des leidvollen Beginns der Waise.