Die letzte Begegnung
Kapitel XV zeigt die klimaktische Konfrontation zwischen Catherine und Heathcliff, eine Szene, die von Verzweiflung, Vorwürfen und dem Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit erfüllt ist. Ellen Dean, die nun anstelle der Haushälterin die Erzählung übernimmt, übergibt Heathcliffs Brief an Catherine Linton an einem Sonntagnachmittag, während Edgar den Gottesdienst besucht. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt – Ellen möchte Catherine vor dem Inhalt des Briefes schützen, bis ihr Herr abwesend ist. Catherines Zustand hat sich seit Heathcliffs letztem Besuch alarmierend verschlechtert. Obwohl ihr äußeres Erscheinungsbild wieder etwas gefasster wirkt, ist ihr Geist unter der Belastung ihrer unmöglichen Lage zerbrochen. Die folgende Begegnung zwischen Catherine und Heathcliff ist eine der intensivsten Betrachtungen von Liebe, Reue und der Unmöglichkeit der Versöhnung in der gesamten Literatur. Ihr Gespräch offenbart zwei Seelen, die über die Möglichkeit der Trennung hinaus verbunden sind, die aber durch Umstände und Entscheidungen getrennt sind, die nicht rückgängig zu machen sind. Catherines letzte Worte an Heathcliff – „Ich wünschte, ich könnte dich festhalten, bis wir beide tot sind“ – fassen die Betrachtung des Romans über Liebe als eine Kraft, die selbst den Tod übersteigt, treffend zusammen.
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