Nennt mich Ismaël. Vor Jahren, als ich mich arm und ziellos an Land befand, beschloss ich, in See zu stechen und die Wasserwelt zu betrachten. Dies ist meine Methode, Melancholie zu heilen und mein Blut zu regulieren. Immer wenn mein Mund grimmig wird oder meine Seele sich anfühlt wie ein feuchter, trüber November, weiß ich, dass es Zeit ist zu gehen. Der Drang wird unwiderstehlich, wenn ich vor Särgen und Lagerhäusern verharre, Beerdigungen folge oder einen manischen Impuls verspüre, Hüte auf der Straße herunterzuschlagen. In See zu stechen ist meine Alternative zum Selbstmord. Während Cato mit einem Schwung sein Schwert fiel, besteige ich leise ein Schiff. Dieser Impuls ist nicht einzigartig; fast alle Menschen spüren einen magnetischen Zug zum Ozean.
„Ich begrabe nur einen von fünf Männern, die gestern verloren gingen. Ihr segelt über ihrem Grab.“ Er begann die Beisetzung.
„R凶 nach vorn!“ Ahab floh. Doch der Sprühregen der Leiche bespritzte die Hülle der Pequod. Als der Rettungsbojen-Sarg an ihrem Heck schwang, rief eine Stimme: „Ihr dreht uns nur euren Heckspiegel zu, um uns euren Sarg zu zeigen!“
Ein klarer stahlblauer Tag. Himmel und Meer verschmolzen im Azurblau, nur unterschieden durch Geschlecht—die sinnende Luft weiblich und sanft, das robuste Meer mit männlicher Kraft sich wölbend. Die Sonne vereinte sich mit ihnen am Horizont wie Bräutigam und Braut.
Ahab stand im Morgenlicht, seine gesplitterte Helmstirn zum Himmel erhoben, seine Augen glühend wie Kohlen in den Aschen des Verfalls. Er lehnte sich über die Reling und beobachtete seinen Schatten in die Tiefe hinabsteigen. Die sanfte Luft schien die Bitterkeit in seiner Seele zu lindern. Die Welt, lange grausam, umarmte ihn nun. Eine Träne fiel von unter seinem Hut in den Pazifik.
Starbuck näherte sich, hörte in seinem Herzen das grenzenlose Schluchzen inmitten der Heiterkeit. Ahab wandte sich um und gestand: vierzig Jahre Walfang, vierzig Jahre Entbehrung und Gefahr. Kaum drei Jahre an Land. Er hatte ein junges Mädchen geheiratet jenseits der Fünfzig, war dann am nächsten Morgen in See gestochen—und ließ sie zur Witwe, während ihr Mann noch lebte. Er nannte sich einen alten Narren, ergraut, gebeugt unter dem Gewicht von Jahrhunderten wie Adam selbst.
Er bat Starbuck, näher zu treten. In des Maates Auge sah er seine Frau und sein Kind widergespiegelt. Bleib an Bord, drängte er—lass mich den Wal allein jagen.
Starbuck flehte ihn an, heimwärts zu steuern. Frau und Kind gehörten auch ihm—die Frau und das Kind seiner Jugend, so wie Ahab sie in seinem Alter besaß. Wie fröhlich würden sie dahinrollen, um das alte Nantucket wiederzusehen! Einen Moment lang schwankte Ahab, sprach von seinem Jungen, der aus dem Mittagsschlaf erwachte, seine Mutter versprach, dass der Vater zurückkehren würde. Starbuck drängte weiter: das Gesicht des Kindes am Fenster, seine Hand auf dem Hügel erhoben.
Dann wandte Ahab den Blick ab. Er zitterte wie ein verwitterter Baum, der seine letzte verdorrte Frucht fallen lässt. Eine namenlose Macht trieb ihn vorwärts gegen alle natürliche Liebe. Befahl er seinem eigenen Arm, oder tat es Gott—oder das Schicksal?
Er sprach von Mähern, die in Heuwiesen schliefen. Doch Starbuck war bereits geflohen, erblässt zur Leichenfarbe vor Verzweiflung.
Ahab überquerte das Deck, um auf die andere Seite zu blicken—und erstarrte vor zwei festen Augen, die sich im Wasser spiegelten. Fedallah stand reglos an der Reling und wartete.
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