Das Rámáyan des Válmíki, in englische Verse übersetzt cover
Mythologie, Legenden & Folklore

Das Rámáyan des Válmíki, in englische Verse übersetzt

Valmikis *Ramayana* ist das grundlegende Sanskrit-Epos um den Prinzen Rama, seine hingebungsvolle Frau Sita und seinen treuen Bruder Lakshmana, die durch Exil, Entführung und einen göttlichen Krieg reisen und den ewigen Kampf zwischen dharma und adharma verkörpern.

Valmiki · 2008 · 15 min

Gesang XXIX: Nachwirkungen und Akampans Flucht

Weise gratulierten Rama als dem Retter der Waldeinsiedler und Vernichter des Dämonengeschlechts. Lakshmana kehrte mit Sita zurück, die zu Rama rannte und sich überglücklich an ihn klammerte. Der einzige nennenswerte überlebende Dämon, Akampan, floh entsetzt in Ravanas Inselstadt Lanka, um von der Niederlage zu berichten.

Gesang XXX: Ravanas Wut und Akampans Rat

Der zehnköpfige, zwanzigarmige Ravana, König von Lanka, tobte, als er hörte, dass Khara, Dushana, Trisiras und vierzehntausend Dämonen tot waren. Er brüllte, er werde nach Janasthana gehen und Rama mit bloßen Händen töten. Zitternd hielt Akampan ihn auf: “Rama ist unbesiegbar – kein Gott, Dämon oder Sterblicher kann ihn besiegen. Aber er hat eine Schwäche: seine Liebe zu Sita. Stiehl sie ihm, und er wird vor Trauer sterben; du kannst ihn leicht töten.” Ravanas Augen leuchteten auf, und er beschloss, Sita zu rauben.

Gesang XXXI: Ravana besucht Mareecha

Ravana flog in seinem von Eseln gezogenen, koboldgesichtigen Streitwagen zu Mareechas Einsiedelei; der Dämon war Jahre zuvor von Rama verschont worden. Mareecha ahnte Ravanas Plan und flehte ihn an, Rama nicht zu provozieren. Er erzählte, wie der junge Rama ihn mit einem einzigen Pfeil besiegt und sein Leben verschont hatte, woraufhin er als Einsiedler hatte leben müssen. „Wenn du Sita raubst, wird Rama nach Lanka kommen, deine Stadt zerstören und jeden Dämon töten, auch dich.“ Ravana ließ sich nicht umstimmen und drohte, Mareecha zu töten, falls er sich weigere. Da er keinen Ausweg sah, willigte Mareecha ein – wohl wissend, dass dies seinen Tod bedeutete.

Gesang XXXII: Das goldene Hirschkalb

Ravana und Mareecha flogen zum Wald nahe Ramas Einsiedelei. Mareecha verwandelte sich in ein prächtiges goldenes Hirschkalb: mit Silber gesprenkelt, mit Saphirspitzen besetzte Hörner, Ohren und Kopf geschmückt mit Rubinen und Türkisen, lotusrosafarbene Flanken und ein Schweif, der wie Indras Regenblinken leuchtete. Es weidete nahe der Einsiedelei, so hell, dass es die Bäume erleuchtete, und fiel Sita auf, als sie hinaustrat, um Frühlingsblumen zu pflücken.

Gesang XXXIII: Sitas Bitte

Verzaubert lief Sita zu Rama und Lakshmana: „Schaut dieses wunderschöne Hirschkalb! Fangt es für mich. Wenn es lebt, halte ich es als Haustier; wenn nicht, bringt mir sein Fell.“ Lakshmana warnte, es sei ein Dämonentrick – wahrscheinlich Mareecha –, doch Rama ließ sich umstimmen. Er willigte ein und sagte Lakshmana: „Bleib und beschütze Sita um jeden Preis. Was auch immer du hörst, verlass sie nicht.“ Er nahm Bogen und Pfeile und verfolgte das Hirschkalb tief in den Wald hinein.

Gesang XXXIV: Die Täuschung und Lakshmanas Aufbruch

Das Hirschkalb lockte Rama in eine lange Verfolgungsjagd, bis er es mit einem göttlichen Pfeil durchs Herz schoss. Im Sterben verwandelte es sich zurück in Mareecha, der mit Ramas exakter Stimme rief: „O Lakshmana! O Sita! Ich sterbe!“ Sita geriet in Panik und flehte Lakshmana, er solle gehen und Rama retten. Er weigerte sich: Es sei ein Dämonentrick, und Rama sei unbesiegbar. Sita geriet in Wut und beschuldigte ihn, sie zu begehren und mit Bharat zu verschwören, Rama wegen des Throns zu töten. Mit gebrochenem Herzen willigte Lakshmana ein, doch rief er zuerst die Waldgötter als Zeugen an, dass er Sita verließ, um sie zu schützen, nicht um sie im Stich zu lassen. Sita drohte, sich selbst zu töten, falls Rama nicht lebend zurückkehre.

Gesang XXXV: Ravana als Bettelmönch verkleidet

Als er sah, dass beide Brüder fort waren, näherte sich Ravana verkleidet als Brahmin-Bettelmönch in einem roten Gewand, mit Haarknoten, Sandalen, Stab und Wassergefäß. Sita hielt ihn für einen Gast und empfing ihn mit den Gastlichkeitsriten: einen Sitzplatz, Wasser für seine Füße und Waldfrüchte. Ravana saß und starrte sie an, sein Herz entbrannt vor Begierde nach ihrer Schönheit.

Gesang XXXVI: Ravanas Werbung

Ravana legte seine Verkleidung ab und offenbarte seine zehnköpfige, zwanzigarmige Riesengestalt. Er prahlte damit, der König Lankas, der Bruder des Reichtumsgottes, der Eroberer der Götter und der Dieb des himmlischen Wagens Pushpak zu sein, in der Lage, die Erde anzuheben, den Ozean auszutrocknen, die Sonne anzuhalten und den Tod selbst zu töten. Er nannte Rama einen schwachen, verbannten Prinzen und bot ihr tausend Jungfrauen, die feinsten Juwelen und die Herrschaft über das goldene Lanka an. Sita wich zurück: “Ich bin Ramas Frau, nur ihm ergeben. Du bist ein Schakal, der eine Löwin umwirbt, so weit von Rama entfernt wie ein Rabe von einem Adler. Wenn Rama kommt, wird er dich töten und dein Geschlecht vernichten.”

The original text of this work is in the public domain. This page focuses on a guided summary article, reading notes, selected quotes, and visual learning materials for educational purposes.

Project Gutenberg