Das Rámáyan des Válmíki, in englische Verse übersetzt cover
Mythologie, Legenden & Folklore

Das Rámáyan des Válmíki, in englische Verse übersetzt

Valmikis *Ramayana* ist das grundlegende Sanskrit-Epos um den Prinzen Rama, seine hingebungsvolle Frau Sita und seinen treuen Bruder Lakshmana, die durch Exil, Entführung und einen göttlichen Krieg reisen und den ewigen Kampf zwischen dharma und adharma verkörpern.

Valmiki · 2008 · 15 min

Da warf sich Lakshmaṇ, bewegt von Schmerz über diese ungewohnte Stimmung, seinem Bruder zu Füßen und flehte ihn an, sich seiner sanftmütigen Natur zu besinnen, der Herrlichkeit, die sein ewiges Attribut war. Er verfolgte die Spuren der Schlacht auf dem Boden – zerrissene Blumenkränze, einen zerbrochenen Bogen, die Trümmer eines Riesenstreitwagens – und wies auf die Stellen hin, an denen die Erde mit blutroten Tropfen aus Gold gefärbt war, was Ráma davon überzeugte, dass ein gewaltiger Dämon gekommen und wieder gegonnen war.

Ihre Suche führte sie zu Jaṭáyus, dem uralten Geierkönig, der so riesig dalag wie ein zerborstener Berggipfel, sein Gefieder mit Blut und Schaum befleckt. Der sterbende Vogel hob den Kopf und erzählte seine Geschichte: Er habe gesehen, wie der grausame Rávaṇ, der Herr der Riesen, Sítá durch die Lüfte davongetragen habe. Er habe gegen den Dämon gekämpft und dessen Streitwagen zerschmettert, doch am Ende seien seine müden Flügel von Rávaṇs Schwert zerhackt worden. Er nannte die Stunde – die Stunde Vindas –, in der der Dieb geflohen war, und sagte, dass diejenigen, die zu einer solchen Zeit beraubt würden, ihren Schatz wiedererlangen sollten. Dann nannte er mit seinem letzten Atemzug Rávaṇ als den Sohn Viśravas, den Bruder des Herrn des Goldes, und atmete nicht mehr. Ráma umarmte den edlen Vogel, trauerte um ihn, wie man um einen Vater trauert, und vollzog die Begräbnisriten mit aller Feierlichkeit. Sie legten ihn auf den Scheiterhaufen, brachten ein Wildbret-Opfer dar, sprachen die heiligen Texte und gossen am Fluss Trankopfer aus. Der Herr der Geier, geehrt von dem Prinzen, den er bis in den Tod verteidigt hatte, stieg auf zu seinem seligen Sitz.

BUCH III. (Teil 8 von 8)

Jenseits des Krauncha-Waldes zogen die Prinzen durch ein wildes und furchteinflößendes Land weiter. Eine abscheuliche Riesin stieg aus einer Höhle auf und versuchte, Lakshmaṇ zu umarmen, doch er schlug sie schnell mit seinem Schwert, und sie floh. Die Omen beunruhigten Lakshmaṇ – ein Vogel schrie unausstehlich – und eine monströse Gestalt erschien vor ihnen. Es war Kabandha, ein kopfloser Riese mit einem einzigen brennenden Auge tief in seiner Brust, dessen gewaltige Arme eine Meile lang waren und der sich von Löwe, Vogel und Bär ernährte. Er packte die Prinzen in seinem schrecklichen Griff, und Lakshmaṇ, für einen Moment überwältigt, flehte Ráma zu fliehen und sich zu retten. Aber Ráma antwortete ruhig: „Bruder, unterlasse grundlose Furcht. Ein Anführer wie du sollte Verzweiflung verachten.“

Mit abgemessener Kraft zogen sie ihre Schwerter und hieben Kabandhas gewaltige Arme ab. Das Monster fiel, sein Blut strömte hervor, und von seinen gespaltenen Gliedmaßen aus erzählte er ihnen seine Geschichte. Einst war er ein Wesen von unübertroffener Schönheit gewesen, von der Welt geliebt, aber sein Stolz hatte ihn unter den Fluch des großen Heiligen Sthúlaśiras gebracht, und er war zu dieser furchteinflößenden Gestalt verdammt worden, bis Ráma seine Arme spalten und seinen Körper verbrennen würde. Indra hatte zudem seinen Kopf und seine Oberschenkel in seine Brust gedrückt und ihm einen Mund unterhalb seiner Taille gegeben, damit er sich bis zu jenem Tag der Erlösung von Waldbewohnern ernähren konnte.

Die Prinzen errichteten den Scheiterhaufen, entzündeten die Flammen, und der monströse Rumpf wurde verzehrt. Aus dem Feuer erhob sich Kabandha in einer himmlischen Gestalt, strahlend wie die Sonne, einen Kranz um seinen Hals tragend. Von einem fliegenden Streitwagen aus erteilte er ihnen Rat: Der einzige Weg zu Sítá führte durch Freundschaft mit Sugríva, dem Vánar-König, dem Sohn des Herrn des Lichts, der von seinem Thron durch seinen Bruder Báli vertrieben worden war und auf dem Rishyamúka-Hügel wohnte. Er musste gesucht, durch ein vor dem Feuer geschworenes Bündnis gewonnen werden, und durch seine Heere konnte die verlorene Frau gefunden werden. Mit diesen Worten stieg Kabandha zu seinem himmlischen Lohn empor.

Auf ihrer Reise nach Westen stießen die Prinzen auf einen heiligen Hain, in dem der heilige Weise Matanga einst gelebt hatte. Dort trafen sie auf die alte fromme Dienerin Śavarī, deren langer Dienst für jene verschwundenen Heiligen nun vollendet war. Sie hieß sie willkommen, bot ihnen Früchte des Waldes an und sprach davon, wie jene Vorfahren die Ankunft von Ráma vorausgesagt hatten. Mit seinem Segen trat auch sie in das Feuer und stieg in den Himmel auf, herrlich in unsterblichen Kränzen, um mit den Meistern zu weilen, denen sie gedient hatte. Die Brüder badeten, brachten ihre Trankopfer dar und zogen weiter nach Pampá.

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