Victor Frankenstein, angetrieben vom Wunsch, natürliche Grenzen zu überschreiten, setzt aus toter Materie ein humanoides Wesen zusammen. Entsetzt über seine Schöpfung verlässt er sie, was das Wesen dazu bringt, Rache für seine Isolation zu suchen. Die Erzählung folgt den katastrophalen Folgen dieses zerbrochenen Bundes und führt von der eisigen Arktis bis zu den ruhigen Schweizer Alpen, während Schöpfer und Schöpfung in einem gegenseitigen Streben nach dem Untergang gefangen sind.
Unfähig, das Studium der Naturphilosophie zu ertragen, wandte sich Victor stattdessen den orientalischen Sprachen zu, die Henry mit Blick auf den Osten verfolgte. Victor fand in diesen Studien nicht nur Belehrung, sondern tiefen Trost, indem er las, um ihre Bedeutung zu verstehen, anstatt nach kritischer Meisterschaft zu streben. Die Melancholie und Freude, die er in persischen, arabischen und Sanskrit-Schriften fand, beruhigten seinen Geist und boten ihm eine vorübergehende Flucht vor seinen eigenen dunklen Gedanken. Der Sommer verging auf diese Weise, und obwohl Victor beabsichtigte, im Herbst nach Genf zurückzukehren, verzögerten Unfälle und unpassierbare Winterschneefälle seine Abreise bis zum folgenden Frühling.
Vor der Abreise schlug Henry eine Wanderung vor, um sich von dem Land zu verabschieden, in dem sie gelebt hatten. Sie verbrachten zwei Wochen damit, durch die Landschaft zu wandern, wo die heilsame Luft und Henrys Gesellschaft dazu beitrugen, Victors Gesundheit und Geselligkeit wiederherzustellen. Henry weckte die besseren Gefühle in Victors Herzen und lehrte ihn erneut, den Anblick der Natur und die Gesichter der Kinder zu lieben. Durch diese Freundschaft spürte Victor sein früheres Glück zurückkehren, seine Sinne erwärmt und geöffnet nach der langen Zeit selbstsüchtiger Besessenheit. Als sie an einem Sonntagnachmittag zum College zurückkehrten, inmitten tanzender Bauern und blühender Blumen, hüpfte Victor mit Gefühlen ungezügelter Freude dahin und vergaß für einen Moment die schwere Last, die ihn erwartete.
Victors wiedergefundener Frieden und seine Freude während seiner Reisen mit Henry konnten ihn nicht dauerhaft vor den Folgen seiner Schöpfung schützen. Bei seiner Rückkehr nach Ingolstadt würde ein Brief seines Vaters die Ruhe zunichte machen, die er gerade erst zu gewinnen begonnen hatte.
Bei seiner Rückkehr nach Ingolstadt erhielt Victor einen Brief seines Vaters, der den zerbrechlichen Frieden zunichte machte, den er zu gewinnen begonnen hatte. Alphonse Frankenstein schrieb mit verheerenden Nachrichten: William, der jüngste und geliebteste Bruder, war tot. Der Brief schilderte die tragischen Umstände eines Abendspaziergangs in Plainpalais, wo die Familie verzweifelt nach dem vermissten Kind gesucht hatte. Williams lebloser Körper war bei Tagesanbruch entdeckt worden, erdrosselt mit den Abdrücken der Finger des Mörders an seinem Hals. Die Trauer wurde durch Elizabeths tiefe Bestürzung verstärkt; sie hatte entdeckt, dass ein Miniaturbild von Victors Mutter, das William getragen hatte, von der Leiche fehlte. Überzeugt, dass der Schmuckgegenstand den Mörder verlockt hatte, klagte sie sich selbst an, für seinen Tod verantwortlich zu sein, und glaubte, dass ihre Unachtsamkeit sein Schicksal besiegelt hatte. Alphonse bat Victor, nach Hause zu kommen, nicht mit Rachegedanken, sondern als Tröster für seine unglückliche Familie.
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