Victor Frankenstein, angetrieben vom Wunsch, natürliche Grenzen zu überschreiten, setzt aus toter Materie ein humanoides Wesen zusammen. Entsetzt über seine Schöpfung verlässt er sie, was das Wesen dazu bringt, Rache für seine Isolation zu suchen. Die Erzählung folgt den katastrophalen Folgen dieses zerbrochenen Bundes und führt von der eisigen Arktis bis zu den ruhigen Schweizer Alpen, während Schöpfer und Schöpfung in einem gegenseitigen Streben nach dem Untergang gefangen sind.
Als er die Wohnung leer vorfand, verspürte Victor einen wilden Ansturm der Erleichterung, doch der plötzliche Übergang von Schrecken zu Sicherheit erwies sich als zu viel. Er eilte zu Henry zurück, lachend mit einer verzweifelten, herzlosen Energie, die bald in einen Anfall überging. Er stellte sich vor, das Monster würde ihn ergreifen, und brach auf dem Boden zusammen.
Dies markierte den Beginn eines schweren Nervenfiebers, das Victor monatelang ans Bett fesselte. Henry fungierte als seine einzige Pflegekraft und verbarg vor Victors Familie das wahre Ausmaß der Krankheit, um ihnen Kummer zu ersparen. Victor phantasierte unaufhörlich über das Elend, das er erschaffen hatte, doch Henrys grenzenlose Fürsorge zog ihn langsam zurück vom Rand des Abgrunds. Als der Frühling kam und junge Knospen an den Bäumen erschienen, hob sich Victors Trübsal endlich. Seine Stimmung erholte sich, und Henry ermutigte ihn sanft, sich wieder mit seiner Vergangenheit zu verbinden, indem er ihm einen Brief von Elizabeth reichte, der lange wartend dagelegen hatte.
Elizabeths Brief, der schon lange auf Victors Aufmerksamkeit gewartet hatte, diente nun als Brücke zu der Familie, die er während seines obsessiven Strebens verlassen hatte. Ihre Worte würden seine allmähliche Genesung begleiten, während er begann, sich wieder mit der Welt jenseits seines Krankenbettes zu verbinden.
Henry Clerval legte einen Brief von Elizabeth in Victors Hände, dessen Worte die tiefe Angst ausdrückten, die die Familie Frankenstein während seiner langen, rätselhaften Krankheit empfunden hatte. Sie schilderte den Gesundheitszustand von Victors Vater, das Wachstum seiner Brüder Ernest und William sowie den anhaltenden Frieden ihres Genfer Zuhauses. Sie berichtete auch von der Geschichte der Justine Moritz, einer Dienerin, die vom Haushalt geliebt wurde und nach dem Tod ihrer Mutter zu ihnen zurückgekehrt war, und schloss mit einem verzweifelten, zärtlichen Appell an Victor, ein einziges Wort zu schreiben, um sie seiner Sicherheit zu versichern. Ergriffen von diesem Brief, verfasste Victor umgehend eine Antwort – eine Anstrengung, die den Beginn seiner stetigen Genesung und seiner schließlich möglichen Rückkehr aus dem Krankenbett markierte.
Eine von Victors ersten Pflichten nach seiner Genesung war es, Clerval den Universitätsprofessoren vorzustellen, doch dieses Unterfangen erwies sich als qualvoll. Seit der Nacht seiner Schöpfung hatte er eine heftige Abneigung gegen die Naturphilosophie entwickelt; der bloße Anblick chemischer Instrumente erneuerte seine nervliche Qual. Professor Waldman versuchte, freundlich zu sein, und lobte Victors erstaunliche Fortschritte in den Wissenschaften, ohne zu ahnen, dass er Victor folterte, indem er ihn an die Instrumente seines gescheiterten Werkes erinnerte. Victor hatte das Gefühl, als zeige Waldman sorgfältig die Werkzeuge seiner Hinrichtung. Professor Krempe verursachte noch größere Qual mit seinen lauten, derben Lobreden und erklärte, dass Victor sie alle übertroffen habe. Henry, der das Leiden seines Freundes bemerkte, lenkte geschickt das Thema ab, um Victor zu schützen, obwohl er ein Geheimnis spürte, in das er nicht einzudringen versuchte.
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