Victor Frankenstein, angetrieben vom Wunsch, natürliche Grenzen zu überschreiten, setzt aus toter Materie ein humanoides Wesen zusammen. Entsetzt über seine Schöpfung verlässt er sie, was das Wesen dazu bringt, Rache für seine Isolation zu suchen. Die Erzählung folgt den katastrophalen Folgen dieses zerbrochenen Bundes und führt von der eisigen Arktis bis zu den ruhigen Schweizer Alpen, während Schöpfer und Schöpfung in einem gegenseitigen Streben nach dem Untergang gefangen sind.
In einer abgelegenen Kammer im obersten Stock des Hauses richtete er seine Werkstatt des widerwärtigen Schaffens ein. Er tappte in den unheiligen Dünsten des Grabes und folterte lebende Tiere, um den leblosen Ton zu beleben. Oft wandte sich seine menschliche Natur mit Ekel von seinem Tun ab, doch ein unwiderstehlicher Wahnsinn trieb ihn vorwärts. Die Sommermonate vergingen wie ein verschwommen, seine Augen waren blind für die Reize der Natur. Er vernachlässigte seine Freunde und rechtfertigte sein Schweigen als notwendig, um sein großes Ziel zu vollenden. Als die Arbeit sich dem Abschluss näherte, wurde sein Enthusiasmus durch Angst gedämpft. Er wurde mager und nervös, von einem schleichenden Fieber gequält, und mied seine Mitmenschen, als wäre er eines Verbrechens schuldig. Er sah aus wie ein Sklave in einer Mine statt wie ein Künstler, nur aufrechterhalten durch das Versprechen, dass seine Mühen bald enden würden und seine Gesundheit zurückkehren würde.
Victors Monate obsessiver Arbeit hatten ihn an den Rand sowohl der Erschöpfung als auch der Vollendung gebracht. Der Moment, den er mit so unermüdlichem Eifer verfolgt hatte, stand kurz bevor, doch seine Konsequenzen würden sich als weit unterschiedlich von dem Ruhm erweisen, den er sich vorgestellt hatte.
An einem trüben Novemberabend sammelte Victor endlich die Instrumente der Belebung, um dem Wesen zu seinen Füßen Leben einzuhauchen. Im flackernden Schein einer sterbenden Kerze beobachtete er, wie das Geschöpf sein trübes, gelbes Auge öffnete und seine Glieder zuckten. Er hatte vorgehabt, ein Wesen von Schönheit zu erschaffen, doch die Wirklichkeit zerstörte seine Bestrebungen augenblicklich. Die gelbe Haut des Wesens bedeckte kaum die arbeitenden Muskeln und Arterien darunter, während seine wässerigen Augen und eingefallenen Lippen einen tiefen, widrigen Ekel erregten. Von dem Entsetzen seines Erfolgs überwältigt, stürzte Victor aus dem Zimmer und wanderte in seiner Kammer auf und ab, bis die Erschöpfung ihn aufs Bett zwang.
Der Schlaf bot keine Zuflucht. Er träumte davon, Elizabeth zu umarmen, nur um zuzusehen, wie sie sich in die Leiche seiner verstorbenen Mutter verwandelte, mit Grabwürmern, die sich in ihrem Leichentuch wanden. Voller Schrecken erwachend, fand er das Monster am Bett stehen, den Vorhang aufhaltend und ausgestreckt, um ihn aufzuhalten. Victor floh nach unten und verbrachte den Rest der Nacht im Innenhof, aufgewühlt und voller Furcht vor der Annäherung des dämonischen Leichnams, den er belebt hatte.
Der Morgen brach mit düsterem Regen herein. Victor wanderte durch die Straßen, durchnässt und verzweifelt darauf bedacht, die Wohnung zu meiden, in der sein Geschöpf lauern mochte. Sein zielloses Umherwandern brachte ihn gegenüber einer Herberge, als gerade eine Kutsche eintraf. Henry Clerval stieg aus, und der Anblick des Gesichts seines Freundes brachte eine plötzliche, beruhigende Rückkehr der Freude. Doch Victor zitterte, entsetzt, dass das Monster noch immer in seinen Zimmern wartete. Er flehte Henry an zu warten, während er allein nachsah.
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